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Hundt: "Ge­setz­li­cher Min­dest­lohn trifft die Schwächs­ten"

Ein ge­setz­li­cher Min­dest­lohn ist ein Kern­an­lie­gen der SPD - und ein schwie­ri­ger Punkt in den schwarz-ro­ten Ko­ali­ti­ons­ge­sprä­chen: Die Kri­ti­ker be­kom­men nun Un­ter­stüt­zung von den Ar­beit­ge­ber­ver­bän­den

11.11.2013. (dpa) - Der schei­den­de Ar­beit­ge­ber­prä­si­dent Die­ter Hundt hat vor gra­vie­ren­den Nach­tei­len ei­nes ge­setz­li­chen Min­dest­lohns ge­warnt.

"Ein ein­heit­li­cher ge­setz­li­cher Min­dest­lohn trifft vor al­lem die Schwächs­ten auf dem Ar­beits­markt: Lang­zeit­ar­beits­lo­se, ge­ring Qua­li­fi­zier­te und jun­ge Men­schen, die kei­ne Aus­bil­dung ha­ben", sag­te Hundt der Nach­rich­ten­agen­tur dpa.

Dies zei­ge die deut­lich hö­he­re Ju­gend- und Lang­zeit­ar­beits­lo­sig­keit in al­len eu­ro­päi­schen Län­dern mit ge­setz­li­chem Min­dest­lohn.

Die SPD ver­tei­dig­te ih­re Kern­for­de­rung nach ei­nem ge­setz­li­chen Min­dest­lohn von 8,50 Eu­ro.

Dies zählt zu den Haupt­streit­punk­ten in den Ko­ali­ti­ons­ver­hand­lun­gen mit der Uni­on.

SPD-Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin An­drea Nah­les hielt Hundt Schwarz­ma­le­rei vor: "Ein ge­setz­li­cher Min­dest­lohn ist nicht nur so­zi­al ge­recht, son­dern eben auch öko­no­misch sinn­voll." Ei­ne Ein­füh­rung wür­de Ge­ring­ver­die­nern hel­fen, die der­zeit in vie­len Fäl­len deut­lich un­ter 8,50 Eu­ro ver­dien­ten. "Er stellt aber dar­über hin­aus auch Ge­rech­tig­keit zwi­schen den red­li­chen Un­ter­neh­mern her, die be­reits heu­te gu­te Löh­ne für gu­te Ar­beit zah­len, und de­nen, die sich die­ser For­de­rung nach wie vor ver­wei­gern", sag­te Nah­les am Sams­tag.

Hundt ver­wies dar­auf, dass es der­zeit 41 lau­fen­de Ta­rif­ver­trä­ge mit DGB-Ge­werk­schaf­ten mit un­te­ren Ta­rif­löh­nen un­ter 8,50 Eu­ro ge­be. "Die Ta­rif­par­tei­en ha­ben gu­te Grün­de, in be­stimm­ten Fäl­len sol­che Ein­stiegs­löh­ne zu ver­ein­ba­ren." Dies ge­be Be­rufs­an­fän­gern, Lang­zeit­ar­beits­lo­sen und ge­ring Qua­li­fi­zier­ten Chan­cen auf Ein­stieg in Ar­beit. "Ich hiel­te es für un­ver­ant­wort­lich, wenn der Ge­setz­ge­ber die­se Ta­rif­ver­trä­ge mit ei­nem Fe­der­strich au­ßer Kraft setzt."

Der Prä­si­dent des Deut­schen In­dus­trie- und Han­dels­kam­mer­ta­ges (DIHK), Eric Schweit­zer, kri­ti­sier­te, bei den Ko­ali­ti­ons­ver­hand­lun­gen ge­be es "ei­ne Schlag­sei­te hin zu so­zia­len Wohl­ta­ten". Es wer­de "zu we­nig über Markt­wirt­schaft ge­spro­chen". Ein flä­chen­de­cken­der Min­dest­lohn von 8,50 Eu­ro in Ost­deutsch­land wer­de "sehr vie­le Jobs kos­ten" und am En­de "vor al­lem die tref­fen, die am schwächs­ten sind", sag­te Schweit­zer dem "Ta­ges­spie­gel" (Sams­tag).

Hundt sprach sich zu­dem da­für aus, Hin­zu­ver­diens­te von Hartz-IV- Emp­fän­gern bis zu 200 Eu­ro voll auf die staat­li­che Un­ter­stüt­zung an­zu­rech­nen. "Um Voll­zeit­stel­len at­trak­ti­ver zu ma­chen, müs­sen die Hin­zu­ver­dienst­re­geln vom Kopf auf die Fü­ße ge­stellt wer­den." Hier­für soll­ten Ein­kom­men aus voll­zeit­na­her Be­schäf­ti­gung stär­ker als bis­her frei­ge­stellt wer­den, Brut­to­ein­kom­men bis zu 200 Eu­ro mo­nat­lich im Ge­gen­zug da­für "voll auf das Ar­beits­lo­sen­geld II an­ge­rech­net wer­den". Das gel­ten­de Recht set­ze den fal­schen An­reiz, sich im Hartz-IV-Be­zug mit dem Hin­zu­ver­dienst aus ge­ring­fü­gi­ger Be­schäf­ti­gung ein­zu­rich­ten.

Hundt legt am 18. No­vem­ber nach 17 Jah­ren als Prä­si­dent der Bun­des­ver­ei­ni­gung der Deut­schen Ar­beit­ge­ber­ver­bän­de (BDA) sein Amt nie­der. De­si­gnier­ter Nach­fol­ger ist der Bre­mer­ha­ve­ner Un­ter­neh­mer In­go Kra­mer (60).

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 17. April 2014

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