Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880
Arbeitsrecht aktuell
Jahr

IG-Me­tall: Ver­hand­lun­gen um die Leih­ar­beit ste­hen noch am An­fang

Der Ab­schluss des Me­tall-Ta­rif­kon­flikts als Rah­men­be­din­gun­gen für die (Neu-)Ge­stal­tung der Leih­ar­beit?

22.05.2012 (dpa) - Der Pi­lot­ta­rif­ab­schluss in der Me­tall- und Elek­tro­in­dus­trie lässt die Bri­sanz des Streit­the­mas Leih­ar­beit nach Über­zeu­gung der IG Me­tall un­ver­än­dert.

Der Kampf um mehr Re­geln für das Aus­lei­hen be­fris­tet Be­schäf­tig­ter blei­be auch nach dem Kom­pro­miss der Ta­rif­ver­hand­lun­gen in Ba­den-Würt­tem­berg bun­des­weit ei­ne kla­re Haupt­auf­ga­be der Ge­werk­schaft, kün­dig­te IG-Me­tall-Be­zirks­lei­ter Jörg Hof­mann am Mon­tag in Sin­del­fin­gen an, wo die Süd­west-IG-Me­tall die am Sams­tag er­folg­te Ei­ni­gung erst­mals aus­gie­big be­wer­te­te. "Wir ha­ben mit dem Er­geb­nis kei­nen Frie­den mit der Leih­ar­beit ge­macht."

Der re­gio­na­le Ge­werk­schafts­boss räum­te ein, dass die Ar­beit­neh­mer für den Ver­hand­lungs­kom­pro­miss ein gro­ßes Stück weit von ih­ren Ur­sprungs­for­de­run­gen ab­rü­cken muss­ten. "Das gilt be­son­ders bei der Leih­ar­beit." Doch als Ge­samt­pa­ket sei der Ab­schluss ein Er­folg. Das zei­ge sich auch an der Zu­stim­mung des obers­ten Ge­werk­schafts­gre­mi­ums, der Gro­ßen Ta­rif­kom­mis­si­on, die "sel­ten so deut­lich" aus­ge­fal­len sei.

Hof­manns Be­wer­tung zur Leih­ar­beit steht da­mit im Wi­der­spruch zu den Ar­beit­ge­bern. So hat­te Ge­samt­me­tall-Prä­si­dent Mar­tin Kan­ne­gies­ser am Wo­chen­en­de er­klärt, dass der Ab­schluss zu­sam­men mit den par­al­lel lau­fen­den Ver­hand­lun­gen um ei­ne bes­se­re Be­zah­lung in der Leih­ar­beits­bran­che das Streit­the­ma end­lich be­frie­den müs­se. "Nicht nur zwi­schen den Ta­rif­par­tei­en, son­dern auch auf der po­li­ti­schen Ebe­ne", for­der­te Kan­ne­gies­ser in sei­ner Bi­lanz. Dem setz­te Hof­mann ent­ge­gen, dass die Ba­sis für mehr Re­geln nun erst ge­schaf­fen sei: "Wir ha­ben bei der Leih­ar­beit jetzt ei­nen brei­ten Fuß in der Tü­re." So stün­den nun erst­mals Rah­men­be­din­gun­gen für die Ge­stal­tung der Leih­ar­beit fest, mit de­nen Ar­beits­ge­rich­te ei­ne Hand­ha­be hät­ten.

Am Mon­tag­abend lie­fen die wäh­rend der nun be­en­de­ten Me­tall-Ta­rif­run­de aus­ge­setz­ten Ge­sprä­che mit den Zeit­ar­beits­fir­men wie­der an. Da­bei will die IG Me­tall pau­scha­le Zu­schlä­ge zu den dort gel­ten­den Ta­rif­kon­di­tio­nen durch­set­zen, falls die Leih­ar­bei­ter in der Me­tall- und Elek­tro­in­dus­trie zum Ein­satz kom­men. So sol­len die teils gro­ßen Ein­kom­mens­un­ter­schie­de der Leih­ar­bei­ter in der Bran­che schmel­zen. Die Ge­werk­schaft ver­han­delt für das ge­sam­te Bun­des­ge­biet mit den Zeit­ar­beits­ver­bän­den BAP und IGZ. Um­strit­ten ist die Zahl der Be­güns­tig­ten: Wäh­rend die IG Me­tall von rund 300.000 Leih­ar­bei­tern in der In­dus­trie­spar­te aus­geht, nennt der Ar­beit­ge­ber­ver­band Ge­samt­me­tall rund 240.000.

Mit der Ei­ni­gung in Ba­den-Würt­tem­berg setz­te die IG Me­tall ne­ben mehr Mit­be­stim­mung der Be­triebs­rä­te bei der um­strit­te­nen Leih­ar­beit auch durch, dass für Aus­ge­bil­de­te die un­be­fris­te­te Über­nah­me zum Re­gel­fall wird. Bis­her war nur ei­ne Über­nah­me für ein Jahr si­cher. Hof­mann zu­fol­ge er­hält aber schon heu­te je­der zwei­te Aus­ge­bil­de­te so­fort ei­ne un­be­fris­te­te Über­nah­me, ein wei­te­res Vier­tel dann nach ei­nem Jahr. Nur rund je­der Vier­te Azu­bi wer­de nicht über­nom­men oder ent­schei­de sich nach der Leh­re für ei­ne Wei­ter­bil­dung.

Hof­mann ist über­zeugt, dass die Azu­bis von der neu­en Re­ge­lung pro­fi­tie­ren, auch wenn die Ar­beit­ge­ber wei­ter­hin al­lei­ne ent­schei­den, wie groß ihr Be­darf für un­be­fris­te­te Über­nah­men über­haupt ist. "Ich ge­he da­von aus, dass die Kur­ve nach oben ge­hen wird", sag­te er. Al­les an­de­re sei im Kon­text des Fach­kräf­te­man­gels der völ­lig fal­sche Weg.

Bei der Lohn­zahl box­te die Ge­werk­schaft mit 4,3 Pro­zent Plus das größ­te Ein­kom­mens­plus seit rund 20 Jah­ren durch. Der Ab­schluss vom Wo­chen­en­de soll al­ler Wahr­schein­lich­keit nach bun­des­weit über­nom­men wer­den. Bei­de Ta­rif­par­tei­en ha­ben das be­reits so emp­foh­len. End­gül­tig will die IG Me­tall im Süd­wes­ten am 6. Ju­ni for­mal über die An­nah­me des Kom­pro­mis­ses ab­stim­men. Zu­vor soll die Ba­sis in den Be­trie­ben das er­ziel­te Er­geb­nis be­wer­ten und der Ta­rif­kom­mis­si­on Rück­mel­dung ge­ben.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 22. September 2016

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Kontakt

Sie erreichen uns jeweils von Montag bis Freitag in der Zeit
von 09:00 bis 19:00 Uhr:

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Berlin

Lützowstraße 32
10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: berlin@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Frankfurt am Main

Schumannstraße 27
60325 Frankfurt am Main
Telefon: 069 - 71 03 30 04
Telefax: 069 - 71 03 30 05

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

E-Mail: frankfurt@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hamburg

Neuer Wall 10
20354 Hamburg
Telefon: 040 - 69 20 68 04
Telefax: 040 - 69 20 68 08

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Sebastian Schroeder
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: hamburg@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hannover

Georgstraße 38
30159 Hannover
Telefon: 0511 - 899 77 01
Telefax: 0511 - 899 77 02

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Nina Wesemann
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: hannover@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Köln

Hohenstaufenring 62
50674 Köln
Telefon: 0221 - 709 07 18
Telefax: 0221 - 709 07 31

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Thomas Becker

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

E-mail: koeln@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei München

Ludwigstraße 8
80539 München
Telefon: 089 - 21 56 88 63
Telefax: 089 -21 56 88 67

Ansprechpartner:
Rechts­an­wältin Nora Schu­bert

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt

E-Mail: muenchen@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Nürnberg

Zeltnerstraße 3
90443 Nürnberg
Telefon: 0911 - 953 32 07
Telefax: 0911 - 953 32 08

Ansprechpartner:
Rechts­an­wältin Nora Schu­bert

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: nuernberg@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Stuttgart

Königstraße 10c
70173 Stuttgart
Telefon: 0711 - 470 97 10
Telefax: 0711 - 470 97 96

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

E-Mail: stuttgart@hensche.de



 

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2016:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de

Presse Karriere Links A bis Z Sitemap Impressum
Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880