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IG Me­tall: Bis zu 350 Ar­beits­plät­ze bei Ca­ter­pil­lar in Kiel ge­fähr­det

Die fast 100 Jah­re al­te Tra­di­ti­on des Mo­to­ren­baus in Kiel steht vor dem Aus: Das Un­ter­neh­men Ca­ter­pil­lar will Mon­ta­ge­rei­hen nach Asi­en ver­la­gern, die Ent­wick­lung bleibt aber an der För­de. Die IG Me­tall geht da­von aus, dass Kiel Hun­der­te Jobs ver­liert

10.05.2014. (dpa) - Die IG Me­tall be­fürch­tet den Ver­lust von bis zu 350 der 1000 Ar­beits­plät­ze bei dem Mo­to­ren­her­stel­ler Ca­ter­pil­lar in Kiel.

Die von der Ge­schäfts­füh­rung an­ge­kün­dig­te Ver­la­ge­rung der Mon­ta­ge von Mo­to­ren nach Asi­en aus Kos­ten­grün­den sei ein stra­te­gi­scher Feh­ler, sag­te der Ge­schäfts­füh­rer der IG Me­tall Kiel-Neu­müns­ter, Pe­ter See­ger, am Frei­tag der Deut­schen Pres­se-Agen­tur.

"Mit der Tren­nung von Pro­duk­ti­on und Kon­struk­ti­on schnei­det sich das Un­ter­neh­men ins ei­ge­ne Fleisch."

So wer­de das Un­ter­neh­men sei­nen tech­no­lo­gi­schen Rück­stand zur Kon­kur­renz nicht auf­ho­len kön­nen.

Ca­ter­pil­lar-Pres­se­spre­cher Ro­nald Brüg­mann be­ton­te, es sei noch nicht ent­schie­den, wie vie­le Ar­beits­plät­ze in Kiel ver­lo­ren ge­hen. Dar­über wer­de mit dem Be­triebs­rat und der Ge­werk­schaft ge­spro­chen wer­den. Am Vor­tag hat­te Ca­ter­pil­lar den Be­triebs­rat und die Be­leg­schaft in­for­miert. Das Un­ter­neh­men will "ei­ne aus­ge­wo­ge­ne Lö­sung für al­le Be­tei­lig­ten" er­rei­chen.

"Auf­grund der ver­än­der­ten Markt­be­din­gun­gen so­wie des per­ma­nen­ten Kos­ten­drucks ist es nicht län­ger mög­lich, die Mo­tor­bau­rei­hen M 20 C und M 25 C im Kie­ler Werk auf ei­ne kos­ten­ef­fi­zi­en­te Wei­se zu fer­ti­gen", hieß es. "Es ist da­her un­se­re Ab­sicht, da­mit zu be­gin­nen, die­se Mo­to­ren in Asi­en zu mon­tie­ren, um nä­her am größ­ten End­kun­den­markt für der­ar­ti­ge Mo­to­ren zu sein."

Das Werk in Kiel wer­de wei­ter­hin das glo­ba­le Kom­pe­tenz­zen­trum für die Ent­wick­lung mit­tel­schnel­ler Mo­to­ren für die An­wen­dungs­be­rei­che Schiff, sta­tio­nä­re En­er­gie­er­zeu­gung so­wie Öl- und Gas­in­dus­trie sein. Kiel blei­be zu­dem der welt­wei­te Haupt­sitz für Ca­ter­pil­lars Ma­ri­ne and Pe­tro­le­um Power Di­vi­si­on (MPPD). Da­zu ge­hö­ren die Be­rei­che Ver­wal­tung, Kon­struk­ti­on, Mo­to­ren­ver­such und Mo­to­ren­wie­der­auf­ar­bei­tung. Da­ne­ben wer­de das Werk auch wei­ter­hin Gie­ße­rei­pro­duk­te her­stel­len, Bau­tei­le für Groß­mo­to­ren be­ar­bei­ten und Er­satz­tei­le für welt­wei­te Kun­den fer­ti­gen.

Die Mon­ta­ge der grö­ße­ren und kom­ple­xe­ren Mo­to­ren­bau­rei­hen er­folgt künf­tig im Werk Ros­tock, um den Stand­ort bes­ser aus­zu­las­ten. Die Lo­gis­tik wer­de in Hen­stedt-Ulz­burg (Kreis Se­ge­berg) kon­zen­triert, der Stand­ort wer­de zum zen­tra­len Kno­ten­punkt der Fer­ti­gung für die deut­schen Wer­ke so­wie zum Zen­trum der Er­satz­teil­lo­gis­tik für al­le Kun­den welt­weit.

"Mit der Um­struk­tu­rie­rung von Ca­ter­pil­lar geht in Kiel ei­ne fast hun­dert Jah­re al­te Tra­di­ti­on des Mo­to­ren­baus zu En­de", sag­te See­ger. Seit 1920 wer­den an der För­de Mo­to­ren ge­baut, Ca­ter­pil­lar stieg in Kiel 1997 ein. Laut Brüg­mann wer­den in Kiel zu 70 Pro­zent Schiffs­mo­to­ren ge­fer­tigt. See­ger hielt dem Un­ter­neh­men ei­ne Sa­la­mi­tak­tik vor, im­mer nur scheib­chen­wei­se zu in­for­mie­ren. Bis En­de 2014 sei­en ta­rif­ver­trag­lich al­le Ar­beits­plät­ze ge­si­chert, da­nach sei nach sei­ner Ein­schät­zung mit Ar­beits­platz­ab­bau zu rech­nen.

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Letzte Überarbeitung: 20. August 2014

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