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IG Me­tall: "Fle­xi­ble Ar­beits­zeit darf kei­ne Ein­bahn­stra­ße sein"

Für Un­ter­neh­men sind sie ein idea­ler Kon­junk­tur­puf­fer - Ar­beits­zeit­kon­ten ha­ben den Ein­satz von Be­schäf­tig­ten in vie­len Be­trie­ben fle­xi­bi­li­siert: Geht es nach der IG Me­tall, sol­len künf­tig Mit­ar­bei­ter stär­ker von Ar­beits­zeit­kon­ten pro­fi­tie­ren

19.06.2015. (dpa) - Die Fle­xi­bi­li­sie­rung der Ar­beits­zeit darf nach An­sicht der baye­ri­schen IG Me­tall nicht län­ger al­lein an den In­ter­es­sen der Un­ter­neh­men aus­ge­rich­tet sein.

Chefs soll­ten beim Ab­bau von Über­stun­den und Ar­beits­zeit­kon­ten künf­tig stär­ker auf die per­sön­li­chen Be­dürf­nis­se der Be­schäf­tig­ten Rück­sicht neh­men müs­sen, for­der­te Ge­werk­schafts­chef Jür­gen Wechs­ler am Don­ners­tag in Nürn­berg.

"Ar­beits­zeit­fle­xi­bi­li­tät darf kei­ne Ein­bahn­stra­ße sein", sag­te er im Vor­feld ei­ner Funk­tio­närs­kon­fe­renz an die­sem Frei­tag in Nürn­berg.

Ei­ne der je­wei­li­gen Le­bens­la­ge an­ge­pass­te Ar­beits­zeit steht ei­ner IG-Me­tall-Um­fra­ge zu­fol­ge ganz oben auf der Wunsch­lis­te vie­ler baye­ri­scher Be­schäf­tig­ter. Man­cher wol­le ei­ne Aus­zeit, um sich mehr um sei­ne Kin­der oder pfle­ge­be­dürf­ti­ge An­ge­hö­ri­ge küm­mern zu kön­nen. An­de­re woll­ten Über­stun­den über meh­re­re Jah­re an­spa­ren, et­wa, um im Al­ter kür­zer ar­bei­ten zu kön­nen.

Laut Wechs­ler wei­ger­ten sich die Ar­beit­ge­ber bis­lang, den Um­gang mit den Zeit­gut­ha­ben auf Ar­beits­zeit­kon­ten per Ta­rif­ver­trag zu re­geln. Dies sei aber er­for­der­lich, da­mit Zeit­kon­ten mehr sei­en als nur Ar­beits­zeit­puf­fer, die von Chefs je nach Kon­junk­tur- und Auf­trags­la­ge auf­ge­füllt oder ge­leert wür­den. Be­schäf­tig­te müss­ten mit­ent­schei­den kön­nen, ob sie et­wa nach dem Ge­burt ei­nes Kin­des sich für ei­ni­ge Mo­na­te aus ih­rem Job aus­klink­ten - "auch wenn ge­ra­de die Kon­junk­tur brummt", sag­te Wechs­ler.

Nach An­sicht der baye­ri­schen Me­tall­ar­beit­ge­ber da­ge­gen bie­tet der Man­tel­ta­rif­ver­trag be­reits heu­te je­de Mög­lich­keit, Ar­beits­zeit­kon­ten zu füh­ren. Zeit­kon­ten sei­en in der In­dus­trie weit ver­brei­tet. Der Ver­band der baye­ri­schen Me­tall- und Elek­tro­in­dus­trie ha­be be­reits vor zwei Jah­ren ei­nen Vor­schlag für Le­bens­ar­beits­zeit­kon­ten vor­ge­legt, er­klär­te Haupt­ge­schäfts­füh­rer Ber­tram Bros­sardt. Die Ant­wort ste­he bis heu­te aus.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 20. Februar 2017

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