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IG Me­tall plant Pi­lot­pro­jekt zum al­ters­ge­rech­ten Ar­bei­ten

Ge­gen mas­si­ven Wi­der­stand hat die Po­li­tik das Ren­ten­ein­tritts­al­ter 2007 von 65 auf 67 Jah­re er­höht: Ge­werk­schaf­ter in Thü­rin­gen su­chen nun nach Lö­sun­gen, um das Ar­bei­ten im Al­ter mach­bar zu ge­stal­ten

02.07.2013. (dpa) - Mit ei­nem Pi­lot­pro­jekt will die IG Me­tall in Thü­rin­gen neue We­ge su­chen, äl­te­ren Be­schäf­tig­ten das Ar­bei­ten zu er­leich­tern.

Kon­kret ge­he es et­wa dar­um, Mo­del­le für fle­xi­ble­re Ar­beits­zei­ten un­mit­tel­bar vor dem Ren­ten­ein­tritt zu ent­wi­ckeln, sag­te der 1. Be­voll­mäch­tig­te der IG Me­tall Er­furt, Wolf­gang Lemb, der Nach­rich­ten­agen­tur dpa.

"Wir glau­ben nicht, dass je­der zu 100 Pro­zent bis zu sei­ner Ren­te ar­bei­ten muss."

Zu­dem sol­le ge­prüft wer­den, wie Ar­beits­plät­ze al­ters­ge­recht ein­ge­rich­tet wer­den könn­ten.

Denk­bar sei da­bei auch, mo­no­to­ne Be­schäf­ti­gungs­ab­läu­fe mit ab­wechs­lungs­rei­che­ren Tä­tig­kei­ten zu ver­bin­den.

Bei dem Pi­lot­pro­jekt sol­len die­se Ide­en nach An­ga­ben Lembs von Sep­tem­ber an zu­nächst mit Ar­beit­neh­mer­ver­tre­tern drei­er Un­ter­neh­men in Mit­tel­thü­rin­gen dis­ku­tiert wer­den. En­de des Jah­res will die Ge­werk­schaft dann an die je­wei­li­gen Ge­schäfts­füh­run­gen her­an­tre­ten. Bis­her hät­ten sich die Ar­beit­ge­ber Dis­kus­sio­nen zu dem The­ma mehr­heit­lich ver­wei­gert, kri­ti­sier­te Lemb. "Zwar ha­ben die Ge­schäfts­füh­rer das Pro­blem oft er­kannt", sag­te er. "Aber nicht nur, dass es an Lö­sungs­an­sät­zen fehlt. Den Un­ter­neh­men ist es wich­ti­ger, dass die Pro­duk­ti­on wei­ter läuft und die Nor­men ge­bracht wer­den."

Für ei­ne gro­ße Zahl von Be­schäf­tig­ten da­ge­gen sei­en al­ters­ge­rech­te Ar­beits­plät­ze ein ganz wich­ti­ges An­lie­gen. "Die be­trieb­li­chen Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter ha­ben ein gro­ßes In­ter­es­se dar­an, dass die Kol­le­gen mit 60 oder 62 nicht völ­lig fer­tig sind", sag­te Lemb. Ge­ra­de das sei aber be­reits bei ei­ner be­sorg­nis­er­re­gen­den Zahl der Ar­bei­ter auch in Thü­rin­gen der Fall.

Der Ge­werk­schafts­funk­tio­när ver­wies auf ei­ne Be­fra­gung der IG Me­tall Er­furt un­ter Be­schäf­tig­ten in Mit­tel­thü­rin­gen En­de vo­ri­gen Jah­res. Bei die­ser nicht re­prä­sen­ta­ti­ven Er­he­bung hat­ten drei von vier Be­schäf­tig­ten an­ge­ge­ben, sie hiel­ten es kei­nes­falls für mög­lich, an ih­rem ak­tu­el­len Ar­beits­platz bis zum Al­ter von 67 zu blei­ben. Vor al­lem für Ar­bei­ter in der Pro­duk­ti­on sei die Werk­tä­tig­keit bis zum re­gu­lä­ren ge­setz­li­chen Ren­ten­ein­tritts­al­ter in der Re­gel un­vor­stell­bar, sag­te Lemb.

Vor al­lem in Un­ter­neh­men, die aus gro­ßen DDR-Kom­bi­na­ten her­vor­ge­gan­gen sei­en, sei der Al­ters­durch­schnitt der Be­leg­schaf­ten in­zwi­schen be­denk­lich hoch. "Er liegt dort nicht sel­ten bei 50 bis 55 Jah­ren", er­läu­ter­te der Ge­werk­schaf­ter. "Bei Be­trie­ben, die erst in den ver­gan­ge­nen et­wa 15 Jah­ren ent­stan­den sind, liegt er bei viel­leicht 38 oder 40."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 1. März 2016

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