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IG Me­tall will in Ta­rif­run­de 2015 nur über Ge­samt­pa­ket ver­han­deln

Drei Ta­ge lang steckt die IG Me­tall Ba­den-Würt­tem­berg auf ei­ner Klau­sur­ta­gung ih­re Stra­te­gie fürs neue Jahr ab: Die Ge­werk­schaft rech­net mit har­ten Ver­hand­lun­gen. Im Fe­bru­ar könn­ten ers­te Warn­streiks an­ste­hen

22.11.2014. (dpa) - Zwei Mo­na­te vor Be­ginn der Ta­rif­run­de 2015 in der Me­tall­in­dus­trie stel­len sich bei­de Sei­ten auf schwie­ri­ge Ver­hand­lun­gen ein.

Er rech­ne nicht da­mit, dass nach vor­aus­sicht­lich zwei Ver­hand­lungs­run­den schon vor dem En­de der Frie­dens­pflicht am 28. Ja­nu­ar ein Er­geb­nis vor­ge­legt wer­den kön­ne, sag­te der Be­zirks­lei­ter der IG Me­tall Ba­den-Würt­tem­berg, Ro­man Zit­zels­ber­ger, am Frei­tag in Pforz­heim.

Für den Ar­beit­ge­ber­ver­band Süd­west­me­tall sag­te ein Spre­cher in Stutt­gart: "Da wir bei der Bil­dungs­teil­zeit sehr weit aus­ein­an­der­lie­gen, wird das kei­ne ein­fa­che Ta­rif­run­de."

In dem tra­di­tio­nel­len Pi­lot­be­zirk der Bran­che for­dert die Ge­werk­schaft 5,5 Pro­zent mehr Geld, die Ver­län­ge­rung des 2016 aus­lau­fen­den Ta­rif­ver­trags zur Al­ters­zeit und ei­ne Re­ge­lung für die so­ge­nann­te Bil­dungs­teil­zeit zur be­ruf­li­chen Qua­li­fi­zie­rung. "Die­se drei Punk­te sind ein un­auf­schnür­ba­res Ge­samt­pa­ket", be­ton­te der IG-Me­tall-Bun­des­vor­sit­zen­de Det­lef Wet­zel.

Die Streik­kas­sen sei­en gut ge­füllt, er­klär­te er mit Blick auf das En­de der Frie­dens­pflicht. Die Stim­mung in den Be­trie­ben sei gut, sag­te Mar­tin Kunz­mann von der IG Me­tall in Pforz­heim. So ge­be es be­reits ers­te Pla­nun­gen für Warn­streiks.

Die Süd­west-IG-Me­tall be­rät in Pforz­heim auf ei­ner Klau­sur­ta­gung noch bis Sams­tag über die Ta­rif­run­de 2015 und ge­sell­schafts­po­li­ti­sche Fra­gen. Die ers­te Ver­hand­lungs­run­de ist für den 14. Ja­nu­ar an­ge­setzt. Et­wa zeit­gleich be­gin­nen die Ver­hand­lun­gen auch in den sechs an­de­ren Ta­rif­ge­bie­ten der Me­tall­in­dus­trie.

Am Don­ners­tag kom­men­der Wo­che will der Vor­stand der IG Me­tall ei­ne end­gül­ti­ge Ent­schei­dung für sei­ne For­de­rungs­emp­feh­lung an die re­gio­na­len Ta­rif­kom­mis­sio­nen tref­fen. Die­se wird nach An­ga­ben Wet­zels vor­aus­sicht­lich auf der Li­nie der in Ba­den-Würt­tem­berg be­schlos­se­nen For­de­run­gen lie­gen.

Mit der For­de­rung nach ei­nem ers­ten Ta­rif­ver­trag für ei­ne Re­ge­lung zur Bil­dungs­teil­zeit re­agiert die Ge­werk­schaft nach An­ga­ben Zit­zels­ber­gers auf den nächs­ten Di­gi­ta­li­sie­rungs­schub in der Pro­duk­ti­on un­ter dem Schlag­wort "In­dus­trie 4.0". Al­len Be­schäf­tig­ten, von den un­ge­lern­ten Ar­bei­tern über die Fach­ar­bei­ter bis zu den In­ge­nieu­ren müs­se ein An­ge­bot zur Qua­li­fi­zie­rung ge­macht wer­den, for­der­te Zit­zels­ber­ger. Süd­west­me­tall ver­weist hin­ge­gen auf die be­ste­hen­den An­ge­bo­te zur be­trieb­li­chen Wei­ter­bil­dung und hat ei­ne Teil­zeit­re­ge­lung da­zu als kon­tra­pro­duk­tiv be­zeich­net.

Das Mo­dell der Ge­werk­schaft sieht Auf­sto­ckungs­bei­trä­ge der Ar­beit­ge­ber als Aus­gleich für die ge­rin­ge­re Ar­beits­zeit vor. Nach ers­ten Son­die­rungs­ge­sprä­chen mit Süd­west­me­tall über den Ab­schluss ei­ner Re­ge­lung zur Bil­dungs­teil­zeit sag­te der Be­zirks­lei­ter der Ge­werk­schaft: "Wir ha­ben den Ein­druck, dass da ge­mau­ert wird."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 4. Januar 2016

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