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IfW-Prä­si­dent schlägt Lohn­sub­ven­tio­nen für Flücht­lin­ge vor

Vie­len Flücht­lin­gen er­schwe­ren ho­he Hür­den den Zu­gang zum Ar­beits­markt: Lohn­sub­ven­tio­nen wä­ren für IfW-Prä­si­dent Sno­wer ein sinn­vol­les In­stru­ment. Er regt auch ein Frei­wil­li­ges Jahr zur Flücht­lings­in­te­gra­ti­on an

14.12.2015. (dpa) - Der Öko­nom Den­nis Sno­wer schlägt vor, Flücht­lin­ge mit staat­li­chen Lohn­sub­ven­tio­nen über Be­schäf­ti­gungs­gut­schei­ne leich­ter in Ar­beit zu brin­gen.

"Da­mit sin­ken die Kos­ten für den Ar­beit­ge­ber", sag­te der Prä­si­dent des Kie­ler In­sti­tuts für Welt­wirt­schaft der Deut­schen Pres­se-Agen­tur.

"Der Un­ter­neh­mer kann den Min­dest­lohn zah­len und hat den­noch nied­ri­ge­re Kos­ten für ei­ne be­grenz­te Zeit, in der sich der Flücht­ling ein­ar­bei­ten kann."

Auf die­se Wei­se könn­ten So­zi­al­hil­fe­kos­ten ge­senkt und auch Ak­zep­tanz­pro­ble­me un­ter den Deut­schen ver­rin­gert wer­den, sag­te Sno­wer. Re­le­van­te Ver­drän­gungs­ef­fek­te zu­las­ten von Ein­hei­mi­schen sei­en al­len­falls in ge­rin­gem Aus­maß zu er­war­ten. Da­für ge­be es zahl­rei­che em­pi­ri­sche Be­le­ge. Für jün­ge­re Flücht­lin­ge wä­ren aus Sicht des IfW-Prä­si­den­ten auch Aus­bil­dungs­gut­schei­ne sinn­voll.

Ge­ne­rell sei­en die Hür­den für den Zu­gang zum Ar­beits­markt für vie­le Flücht­lin­ge hoch, sag­te Sno­wer. So sei­en die Qua­li­fi­ka­tio­nen nicht gut er­fasst. Im Durch­schnitt sei­en vie­le we­ni­ger gut qua­li­fi­ziert als Ein­hei­mi­sche. Er­schwe­rend kom­me au­ßer dem Min­dest­lohn die Tat­sa­che hin­zu, dass die Ein­tritts­bar­rie­ren mit zu­neh­men­der Qua­li­fi­ka­ti­on im­mer hö­her wer­den. "Das al­les führt da­zu, dass vie­le Flücht­lin­ge nur Ar­beit mit nied­ri­gen Qua­li­fi­ka­tio­nen be­kom­men kön­nen", sag­te Sno­wer. Zu­dem sei das Durch­schnitts­al­ter sehr nied­rig, so dass vie­le nicht ein­mal ei­ne ab­ge­schlos­se­ne Schul­aus­bil­dung hät­ten.

"Wie sich die ho­he Flücht­lings­zahl ins­ge­samt auf die Wirt­schaft und den Ar­beits­markt aus­wir­ken wird, hängt ganz we­sent­lich von der In­te­gra­ti­ons­po­li­tik ab", sag­te Sno­wer. Es sei ein gro­ßer Feh­ler zu glau­ben, die Be­frie­di­gung der ma­te­ri­el­len Grund­be­dürf­nis­se rei­che aus.

"Das Wich­tigs­te wird sein, was sich in den Köp­fen ab­spielt", sag­te der IfW-Prä­si­dent. "Wir müs­sen Ein­hei­mi­schen und Flücht­lin­gen die Mög­lich­keit ei­nes Per­spek­ti­ven­wech­sels ge­ben." Da­zu reg­te Sno­wer in An­leh­nung an das Frei­wil­li­ge Öko­lo­gi­sche oder So­zia­le Jahr ein Frei­wil­li­ges Jahr zur Flücht­lings­in­te­gra­ti­on für Schul­ab­gän­ger oder an­de­re Frei­wil­li­ge an, am bes­ten EU-weit. "Die Teil­neh­mer könn­ten in der Zeit an Pro­jek­ten mit­wir­ken, die nicht nur den Flücht­lin­gen nut­zen, son­dern auch dem je­wei­li­gen Staat und der Be­völ­ke­rung." EU und Pri­vat­wirt­schaft könn­ten das fi­nan­zie­ren, schlug Sno­wer vor.

"Um Flücht­lin­ge so­zi­al ein­zu­bin­den, ist es wich­tig, sich in ih­re Per­spek­ti­ve gut ein­zu­füh­len", sag­te der Öko­nom. "Ge­mein­sam et­was auf­zu­bau­en, wür­de ei­nen ge­dank­li­chen Wan­del her­vor­brin­gen." Aus Sno­wers Sicht wä­re es er­for­der­lich, die Un­ter­stüt­zung der Flücht­lin­ge als eu­ro­päi­sche Auf­ga­be zu ver­ste­hen und die Kos­ten ge­recht auf die Mit­glieds­län­der zu ver­tei­len. Dies wä­re viel wir­kungs­vol­ler als die Flücht­lin­ge nach ei­ner Quo­te auf die Staa­ten zu ver­tei­len.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 12. April 2016

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