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In­sol­venz von Man­ro­land: Wer­ke wer­den ge­ret­tet

Kauf­an­ge­bo­te für in­sol­ven­te Man­ro­land-Wer­ke lie­gen vor

17.01.2012 (dpa) - Zwei Mo­na­te nach der In­sol­venz des Druck­ma­schi­nen­her­stel­ler Man­ro­land scheint das Über­le­ben al­ler drei Stand­or­te in Deutsch­land ge­si­chert zu sein. In­sol­venz­ver­wal­ter Wer­ner Schnei­der teil­te am Mon­tag mit, mit den jetzt vor­lie­gen­den Kauf­an­ge­bo­ten könn­ten die Wer­ke in Augs­burg, Of­fen­bach und Plau­en mit "an Si­cher­heit gren­zen­der Wahr­schein­lich­keit" er­hal­ten wer­den. "Wir ha­ben in­zwi­schen zwei Bie­ter­kon­zep­te auf dem Tisch, die am kom­men­den Mitt­woch dem Gläu­bi­ger­bei­rat zur Ent­schei­dung vor­ge­legt wer­den", er­klär­te Schnei­der in Augs­burg.

Ei­ner der bei­den Bie­ter ist laut Fi­nanz­krei­sen der US-Fi­nanz­in­ves­tor Pla­ti­num Equi­ty, der an­de­re ein in­dus­tri­el­ler In­ves­tor aus Deutsch­land. Nach In­for­ma­tio­nen der "Augs­bur­ger All­ge­mei­nen" han­delt es sich bei die­sem In­ter­es­sen­ten um die Fir­men­grup­pe Pos­sehl aus Lü­beck, die al­ler­dings nur an dem Augs­bur­ger Stand­ort in­ter­es­siert sei. Pla­ti­num wol­le hin­ge­gen al­le drei Wer­ke für rund 100 Mil­lio­nen EUR über­neh­men.

Die Augs­bur­ger IG-Me­tall-Che­fin Chris­tia­ne de San­ta­na sag­te, ein ame­ri­ka­ni­scher Fi­nanz­in­ves­tor ha­be zwar ei­nen drei­stel­li­gen Mil­lio­nen­be­trag ge­bo­ten, aber noch kei­ne kon­kre­ten Aus­sa­gen zur Fort­füh­rung der Wer­ke und zu sei­nen Per­so­nal­plä­nen ge­macht. Au­ßer­dem blei­be ein Fi­nanz­in­ves­tor in der Re­gel nicht lang­fris­tig an Bord. Die noch et­wa 6200 Be­schäf­tig­ten brauch­ten ei­ne lang­fris­tig trag­fä­hi­ge Lö­sung. "Nun steht zu be­fürch­ten, dass die Gläu­bi­ger­ban­ken auf die­ses au­gen­schein­lich lu­kra­ti­ve An­ge­bot auf­sprin­gen", warn­te die IG Me­tall.

In dem Kon­kur­renz­an­ge­bot wird laut San­ta­na ein lang­fris­ti­ges in­dus­tri­el­les In­ter­es­se an der Fort­füh­rung des Stand­orts Augs­burg deut­lich. Es ge­be auch Über­le­gun­gen zu ei­ner Ver­zah­nung von Augs­burg mit dem Werk Plau­en. Bei ei­ner ver­nünf­ti­gen Lö­sung für Augs­burg und Plau­en se­he In­sol­venz­ver­wal­ter Schnei­der auch mög­li­che Lö­sun­gen für Of­fen­bach, sag­te die Ge­werk­schaf­te­rin.

L. Pos­sehl & Co. mbH ist ei­ne Un­ter­neh­mens­grup­pe mit mehr als 130 Ge­sell­schaf­ten, auf­ge­teilt in neun von­ein­an­der un­ab­hän­gi­ge Ge­schäfts­be­rei­che. Ei­ne Stel­lung­nah­me zu dem mög­li­chen In­ter­es­se der Grup­pe am Augs­bur­ger Man­ro­land-Werk war am Mon­tag­abend von dem Lü­be­cker Un­ter­neh­men nicht zu er­hal­ten.

In Augs­burg ar­bei­ten nach Un­ter­neh­mens­an­ga­ben der­zeit noch knapp 2200 Be­schäf­tig­te bei Man­ro­land, in Of­fen­bach rund 1760 und in Plau­en 680. Wei­te­re 1500 sind im Aus­land be­schäf­tigt.

Der Druck­ma­schi­nen­her­stel­ler Man­ro­land lei­det - wie die ge­sam­te Bran­che - un­ter dem In­ter­net­boom, schreibt seit Jah­ren ro­te Zah­len und muss­te nach ei­nem wei­te­ren Auf­trags­ein­bruch En­de No­vem­ber In­sol­venz an­mel­den. Die bis­he­ri­gen Ei­gen­tü­mer Al­li­anz und MAN woll­ten kei­ne wei­te­re Geld­sprit­ze mehr ge­ben, ha­ben aber 24 Mil­lio­nen EUR für Be­schäf­ti­gungs- und Qua­li­fi­zie­rungs­ge­sell­schaf­ten zu­ge­sagt. In­sol­venz­ver­wal­ter und Ge­werk­schaf­ter rech­nen in je­dem Fall mit ei­nem mas­si­ven Stel­len­ab­bau.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 18. Dezember 2013

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