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Grün­de für die In­sol­venz von Schle­cker

Wie das Mo­dell Schle­cker schei­ter­te: Ra­san­ter Auf­stieg und jä­her Fall
27.03.2012 (dpa) - "For You. Vor Ort." So sehr die Dro­ge­rie­markt­ket­te Schle­cker für die­sen Slo­gan be­lä­chelt wor­den ist: Er bringt die Grün­de für den ra­san­ten Auf­stieg und den jä­hen Fall der Schle­cker-Märk­te auf den Punkt. Mit sei­nem An­spruch, fast über­all vor Ort zu sein, bau­te Fir­men­pa­tri­arch An­ton Schle­cker ein weit ver­zweig­tes Im­pe­ri­um auf. Mehr als 10.000 Märk­te mach­ten Schle­cker vie­le Jah­re lang zur Num­mer eins auf dem Dro­ge­rie­markt. Aber ge­nau das wur­de letzt­lich zu sei­nem größ­ten Pro­blem. War der nächs­te Markt auch noch so nah, die Ge­gend auch noch so un­at­trak­tiv - Schle­cker hat jah­re­lang im­mer mehr Ge­schäf­te er­öff­net, und schließ­lich nur noch ro­te Zah­len ge­schrie­ben.

Es ist die­ses Kon­zept der schie­ren Mas­se, das nach Über­zeu­gung von Bran­chen­ex­per­ten zum Pro­blem für das in­sol­ven­te Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men ge­wor­den ist. Denn es wa­ren al­les ein­fa­che, klei­ne Lä­den - ab­ge­se­hen von dem spä­ter ein­ge­führ­ten Schle­cker-XL-Fi­lia­len. Ver­kauft wur­den ein durch­schnitt­li­ches Mar­ken­sor­ti­ment so­wie ei­ni­ge AS-Ei­gen­pro­duk­te. Bran­chen­ex­per­ten wie Tho­mas Ro­eb von Hoch­schu­le Rhein-Sieg be­män­geln seit Jah­ren ei­ne fal­sche Sor­ti­ments- und Preis­po­li­tik.

Der Er­folgs­ga­rant war aus Ro­ebs Sicht im­mer - und das se­hen an­de­re Han­dels­ex­per­ten ähn­lich -, dass Schle­cker da prä­sent war, wo sich die Fi­lia­le für dm oder Ross­mann nicht lohn­te. Aber das war Se­gen und Fluch zu­gleich. Denn sol­che Märk­te sind nicht be­son­ders um­satz­stark. Und zum an­de­ren rüs­te­ten auch Su­per­märk­te von Lidl bis Rewe ih­re Dro­ge­rie­sor­ti­men­te im­mer wei­ter auf. Hin­zu kam, dass Schle­cker-Märk­te Um­fra­gen zu­fol­ge bei vie­len Kun­den eher alt­ba­cken rü­ber­ka­men, wäh­rend dm und Ross­mann mit gro­ßen, hel­le­ren Lä­den punk­ten konn­ten. Die Kon­se­quenz: Wäh­rend die bei­den wich­tigs­ten Kon­kur­ren­ten wuch­sen und wuch­sen, ist Schle­cker seit ge­rau­mer Zeit in ei­ner Schrumpf­kur.

Seit sechs Jah­ren schreibt Schle­cker nach An­ga­ben des vor­läu­fi­gen In­sol­venz­ver­wal­ters Arndt Gei­witz Ver­lus­te. Konn­te Schle­cker die­se an­fangs über­brü­cken und das ver­dien­te Geld aus gu­ten Jah­ren re­inves­tie­ren, so funk­tio­nier­te das nicht mehr, als die Ket­te im­mer tie­fer in die ro­ten Zah­len rutsch­te. Hin­zu ka­men Image­pro­ble­me, die we­sent­lich da­her rühr­ten, dass die Schle­ckers Ar­beit­neh­mer­rech­te miss­ach­te­ten - wo­für der Fir­men­grün­der 1998 so­gar ver­ur­teilt wur­de. Auch dass Be­schäf­tig­te Ge­werk­schafts­an­ga­ben zu­fol­ge in ei­ne Zeit­ar­beits­fir­ma ge­drängt wur­den, von der Schle­cker dann zum güns­ti­ge­ren Ta­rif wie­der Per­so­nal ein­stell­te, stieß auf. Man­che Kun­den mie­den des­halb die Lä­den. Schle­cker muss­te re­agie­ren und Fi­lia­len schlie­ßen.

Als das Un­ter­neh­men in die In­sol­venz ging, gab es nur noch rund 5.400 Fi­lia­len der ei­gent­li­chen Stamm­mar­ke in Deutsch­land. Ei­nen Aus­weg sieht Gei­witz nur noch in ei­nem ra­di­ka­len Schrump­fen, am Sams­tag schlos­sen wei­te­re 2.200 Fi­lia­len. De­fi­zi­tä­re Lä­den sol­len kon­se­quent auf­ge­ge­ben, Per­so­nal­kos­ten ge­senkt, das Sor­ti­ment ge­strafft und ge­ord­net wer­den - so ist Gei­witz' Marsch­rou­te. Doch für die­se um­fas­sen­de Neu­auf­stel­lung der Dro­ge­rie­markt­ket­te sind ho­he In­ves­ti­tio­nen nö­tig. Und in die­sem Punkt sind die Gut­ach­ter der Wirt­schafts­prü­fungs­ge­sell­schaft PwC skep­tisch. Sie zwei­feln, ob sich ein fi­nanz­kräf­ti­ger In­ves­tor fin­den lässt. Ob Schle­cker aus ei­ge­ner Kraft pro­fi­ta­bel wer­den kön­ne, sei "sehr her­aus­for­dernd", heißt es in dem Gut­ach­ten. In­sol­venz­ver­wal­ter Gei­witz hin­ge­gen bleibt zu­ver­sicht­lich. Mit In­ves­to­ren ge­be es kon­kre­te Ge­sprä­che, be­tont er. Und selbst, wenn nie­mand bei Schle­cker ein­stei­gen soll­te, könn­te das Un­ter­neh­men sei­ne Ret­tung auch aus ei­ge­ner Kraft schaf­fen. Das - so ließ er am Mon­tag ei­nen Spre­cher mit­tei­len - sei an­spruchs­voll, aber mach­bar.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 18. Dezember 2013

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