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In­sol­venz­an­trag von Schle­cker er­war­tet

Der Un­ter­gang ei­nes Rie­sen: Die zah­lungs­un­fä­hi­ge Dro­ge­rie­ket­te Schle­cker will sich im We­ge ei­ner Plan­in­sol­venz sa­nie­ren

23.01.2012 (dpa) - Die Dro­ge­rie­ket­te Schle­cker will in die­ser Wo­che ei­nen Weg aus der Plei­te fin­den. Nach An­ga­ben ei­nes Spre­chers reicht das Un­ter­neh­men aus dem schwä­bi­sche Ehin­gen am (heu­ti­gen) Mon­tag oder Diens­tag den An­trag auf ei­ne so­ge­nann­te Plan­in­sol­venz beim zu­stän­di­gen Amts­ge­richt Ulm ein.

Auf die­sem Weg könn­te sich Schle­cker im Er­folgs­fall in Ei­gen­re­gie sa­nie­ren, gro­ße Tei­le des Fi­li­al­net­zes und vie­le der 47.000 Jobs in Eu­ro­pa si­chern. Wie der Plan ge­nau aus­se­hen soll, ist bis­her al­ler­dings noch völ­lig un­klar.

Die In­sol­venz kann Schle­cker nach Ein­schät­zung ei­nes Rechts­ex­per­ten auch da­zu die­nen, die teu­ren Ta­rif­ver­trä­ge mit der Ge­werk­schaft Ver­di zu kün­di­gen. Das sag­te der Bre­mer In­sol­venz-An­walt Klaus Klö­ker dem "Spie­gel" (Mon­tag). "Das Un­ter­neh­men bleibt als Rechts­trä­ger er­hal­ten und kann sich von al­len nicht lu­kra­ti­ven Ge­schäf­ten tren­nen, die lu­kra­ti­ven aber kann es be­hal­ten."

Al­lein in Deutsch­land be­schäf­tigt Schle­cker 30.000 Men­schen. Über die Zu­kunft der Mit­ar­bei­ter in gut 3.000 Fi­lia­len im eu­ro­päi­schen Aus­land sei noch nicht ent­schie­den, hat­te der Spre­cher am Sonn­tag der Nach­rich­ten­agen­tur dpa ge­sagt.

Das Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men hat­te am Frei­tag mit­ge­teilt, zah­lungs­un­fä­hig zu sein. Laut Me­di­en­be­rich­ten vom Wo­chen­en­de hat Schle­cker meh­re­re of­fe­ne Rech­nun­gen im Zu­sam­men­hang mit ei­ner Ein­kaufs­ge­mein­schaft, der un­ter an­de­rem auch die Schle­cker-Kon­kur­ren­ten Ross­mann und dm an­ge­hö­ren. Über Schul­den, Gläu­bi­ger und an­vi­sier­te Lö­sungs­we­ge schweigt Schle­cker bis­lang.

Die Gläu­bi­ger müs­sen je­den­falls ei­nem vor­ge­leg­ten Sa­nie­rungs­kon­zept Ver­trau­en schen­ken, so dass fri­sche Wa­re in die Lä­den kommt. Zur In­ves­to­ren­su­che hat die Dro­ge­rie­ket­te an­geb­lich den Ex-Ede­ka-Chef Al­fons Frenk en­ga­giert. Der Schle­cker-Spre­cher woll­te ent­spre­chen­de An­ga­ben des "Ma­na­ger Ma­ga­zins" nicht kom­men­tie­ren.

Im Ge­schäfts­jahr 2010 war der eu­ro­pa­wei­te Um­satz um rund 650 Mil­lio­nen EUR auf 6,55 Mil­li­ar­den EUR ge­sun­ken. Für 2011 rech­ne­te der schwä­bi­sche Fa­mi­li­en­kon­zern er­neut mit sin­ken­den Er­lö­sen.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 18. Dezember 2013

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