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In­sti­tut: Mil­lio­nen Be­schäf­tig­te könn­ten von Min­dest­lohn pro­fi­tie­ren

Mil­lio­nen Ar­beit­neh­mer kön­nen laut ei­ner Stu­die nach der Ein­füh­rung des Min­dest­lohns auf Lohn­er­hö­hun­gen hof­fen: Der Un­ter­su­chung zu­fol­ge ver­dien­ten 2012 rund 6,6 Mil­lio­nen Be­schäf­tig­te we­ni­ger als 8,50 Eu­ro in der St­un­de

06.03.2014. (dpa) - Bis zu 6,6 Mil­lio­nen Be­schäf­tig­te könn­ten nach ei­ner Stu­die der Uni­ver­si­tät Duis­burg-Es­sen von der Ein­füh­rung ei­nes ge­setz­li­chen Min­dest­lohns von 8,50 Eu­ro pro­fi­tie­ren.

Das wä­re fast je­der fünf­te Be­schäf­tig­te in Deutsch­land.

Das Hoch­schul­in­sti­tut Ar­beit und Qua­li­fi­ka­ti­on (IAQ) be­rich­te­te am Mitt­woch in sei­nem ak­tu­el­len Nied­rig­lohn-Re­port, so vie­le Be­schäf­tig­te hät­ten im Jahr 2012 für St­un­den­löh­ne un­ter­halb des ge­plan­ten, ge­setz­li­chen Min­dest­lohns ge­ar­bei­tet.

Wie vie­le Men­schen tat­säch­lich An­spruch auf den Min­dest­lohn ha­ben, hän­ge aber von der kon­kre­ten Aus­ge­stal­tung der Re­geln ab.

Das In­sti­tut stützt sich auf Zah­len des so­zio­öko­no­mi­schen Pa­nels, für das je­des Jahr in Deutsch­land über 20 000 Per­so­nen aus rund 11 000 Haus­hal­ten be­fragt wer­den. Da­bei be­zo­gen die For­scher in ih­re Be­rech­nun­gen auch Ne­ben­tä­tig­kei­ten von Schü­lern, Stu­die­ren­den und Ren­ten­be­zie­hen­den ein. An­de­re Stu­di­en ka­men zu­letzt mit Blick auf das Jahr 2012 auf rund 5,2 Mil­lio­nen Ar­beit­neh­mer, die we­ni­ger als den Min­dest­lohn ver­dien­ten.

Mit dem Min­dest­lohn von 8,50 Eu­ro bleibt Deutsch­land ei­ner ak­tu­el­len Aus­wer­tung zu­fol­ge un­ter dem Ni­veau vie­ler west­eu­ro­päi­scher Nach­bar­län­der. In Lu­xem­burg (11,10 Eu­ro), Frank­reich (9,53 Eu­ro), den Nie­der­lan­den (9,11 Eu­ro), Bel­gi­en (9,10 Eu­ro) und Ir­land (8,65 Eu­ro) lie­ge der Min­dest­lohn über dem an­ge­streb­ten deut­schen Ni­veau, teil­te das Wirt­schafts- und So­zi­al­wis­sen­schaft­li­che In­sti­tut (WSI) der ge­werk­schafts­na­hen Hans-Böck­ler-Stif­tung mit. In Groß­bri­tan­ni­en sei die Lohn­un­ter­gren­ze mit um­ge­rech­net 7,43 Eu­ro zwar wech­sel­kurs­be­dingt ge­rin­ger. Kauf­kraft­be­rei­nigt lie­ge der ge­plan­te deut­sche Min­dest­lohn aber auch un­ter dem bri­ti­schen Ni­veau.

Deut­lich nied­ri­ger als in Deutsch­land lie­gen die Lohn­un­ter­gren­zen in den süd­eu­ro­päi­schen EU-Staa­ten, so­wie in Mit­tel- und Ost­eu­ro­pa. So be­trägt der Min­dest­lohn dem­zu­fol­ge in Bul­ga­ri­en 1,04 Eu­ro, in Po­len liegt er bei 2,31 Eu­ro, in Por­tu­gal bei 2,92 Eu­ro und in Spa­ni­en bei 3,91 Eu­ro. Ins­ge­samt gibt es bis­lang in 21 von 28 EU-Staa­ten ei­nen all­ge­mei­nen ge­setz­li­chen Min­dest­lohn.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 20. August 2014

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