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JVA-Mit­ar­bei­ter be­kla­gen stei­gen­den Druck auf der Ar­beit

Zu we­nig Per­so­nal für zu viel Ar­beit - Die Ge­werk­schaft der Ge­fäng­nis­mit­ar­bei­ter kri­ti­siert die stei­gen­de Be­las­tung im Job. Ihr Fa­zit: Der Fall al-Ba­kr hät­te auch in Hes­sen pas­sie­ren kön­nen

04.11.2016. (dpa) - We­nig Frei­zeit, ho­he Be­las­tung, knap­pes Per­so­nal - die Lis­te, der Kri­tik­punk­te der JVA-Be­am­ten an ih­rem Job ist lang.

Sie sei­en am Rand ih­rer Kräf­te, sag­te Bir­git Kan­ne­gie­ßer, Lan­des­vor­sit­zen­de des Bun­des der Straf­voll­zugs­be­diens­te­ten (BSBD) in Hes­sen.

Am Frei­tag ma­chen die Ge­fäng­nis­mit­ar­bei­ter beim Ge­werk­schafts­tag im mit­tel­hes­si­schen Butz­bach auf die Pro­ble­me auf­merk­sam.

Von der Lan­des­re­gie­rung hat sich Staats­se­kre­tär Tho­mas Metz aus dem Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um an­ge­kün­digt.

Kan­ne­gie­ßer wirft der Po­li­tik vor, nicht ein­mal die vor­han­den Stel­len zu be­set­zen. Für Hes­sen for­dert Kan­ne­gie­ßer min­des­tens 100 neue Stel­len, da­mit die Si­tua­ti­on bes­ser wer­de. Vie­le Kol­le­gen wür­den mit dem be­las­te­ten Ar­beits­kli­ma nicht fer­tig und fie­len oft aus, be­klagt die Ge­werk­schafts­vor­sit­zen­de. Über­stun­den wer­den nach ih­ren An­ga­ben oft aus­ge­zahlt, statt mit Frei­zeit aus­ge­gli­chen. Ein wei­te­res Pro­blem sei die stei­gen­de Ge­walt ge­gen die Mit­ar­bei­ter.

Der Selbst­mord des Ter­ror­ver­däch­ti­gen Dscha­ber al-Ba­kr sei kein rein säch­si­sches Ver­sa­gen. Was in der JVA Leip­zig schief ge­lau­fen sei, hät­te auch in Hes­sen pas­sie­ren kön­nen, sag­te Kan­ne­gie­ßer. Zwar ge­be es in hes­si­schen Ge­fäng­nis­sen auch in der U-Haft Ka­me­ra­über­wa­chung. Aber wenn nicht im­mer je­mand am an­de­ren En­de der Ka­me­ra sitzt, nüt­ze das we­nig. Der BSBD ver­tritt in Hes­sen nach ei­ge­nen An­ga­ben die In­ter­es­sen von et­wa 3.000 hes­si­schen Straf­voll­zugs­be­diens­te­ten.

Die Land­tags­frak­tio­nen von CDU und Grü­nen ver­wie­sen an­ge­sichts der Kri­tik auf die Plä­ne für das kom­men­de Jahr, 56 neue Stel­len im Jus­tiz­voll­zug zu schaf­fen. Zu­dem sol­len Zu­la­gen für die Be­diens­te­ten er­höht wer­den. Die op­po­si­tio­nel­le SPD nann­te dies nicht aus­rei­chend, zu­mal sich ins­be­son­de­re im Rhein-Main-Ge­biet nur schwer Be­wer­ber für die Stel­len fin­den lie­ßen.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 4. November 2016

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