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Jah­res­end­ge­spräch mit dem Chef: Fünf Tipps für die Vor­be­rei­tung

Am En­de ei­nes Ar­beits­jah­res steht in vie­len Fir­men noch ein Ter­min mit dem Chef auf dem Pro­gramm: Das Jah­res­end­ge­spräch. Für vie­le ist das läs­ti­ge Rou­ti­ne. Doch es kann auch ei­ne Chan­ce sein, den All­tag po­si­tiv zu ver­än­dern. Was Mit­ar­bei­ter jetzt er­le­di­gen müs­sen

31.10.2016. (dpa) - In vie­len Fir­men, vor al­lem in den gro­ßen, ste­hen in den kom­men­den Wo­chen Jah­res­end­ge­sprä­che an.

Mit­ar­bei­ter er­fah­ren, wie ih­re Leis­tung be­ur­teilt wird, und ma­chen ge­mein­sam mit dem Chef Plä­ne für die kom­men­den Mo­na­te.

Wer sich im neu­en Jahr be­ruf­lich viel vor­ge­nom­men hat - et­wa mehr Ge­halt, ei­ne Fort­bil­dung oder neue Auf­ga­ben - soll­te die Ge­le­gen­heit nut­zen, mit dem Vor­ge­setz­ten dar­über zu spre­chen.

Die­se fünf Schrit­te hel­fen bei der Vor­be­rei­tung des ein- bis an­dert­halb­stün­di­gen Ter­mins:

1.) Bi­lanz zie­hen: Der ers­te Schritt ist, zu Hau­se in ei­ner ru­hi­gen Mi­nu­te Bi­lanz zu zie­hen. Was ist gut ge­lau­fen? Was eher nicht? Die Vor­be­rei­tung des Ge­sprächs soll­te man nicht bis zum letz­ten Tag auf­schie­ben. Ein Ar­beits­jahr ist lang und die Er­fol­ge aus dem Ja­nu­ar ha­ben vie­le schon wie­der ver­ges­sen. Für das nächs­te Jahr kön­nen Mit­ar­bei­ter sich zum Bei­spiel vor­neh­men, das gan­ze Jahr über im­mer wie­der in sich zu ge­hen und Er­fol­ge zu no­tie­ren. Nach dem Ge­spräch ist schließ­lich vor dem Ge­spräch, meint Kar­rie­r­e­be­ra­te­rin An­net­te Thie­le. Wich­tig na­tür­lich auch: Wel­che Ziel­ver­ein­ba­run­gen gab es und hat man die er­reicht?

2.) Er­fol­ge mit­tei­len: Hat man et­was er­reicht, soll­te man nicht dar­auf hof­fen, dass das al­len auf­fällt und der Chef sich dar­an er­in­nert: Sei­ne Er­fol­ge soll­te man des­halb deut­lich kom­mu­ni­zie­ren. Ge­ra­de be­schei­de­ne Per­so­nen wür­den vom Chef häu­fig über­se­hen, sagt Thie­le. Vor al­lem Frau­en nei­gen nach An­sicht von Kar­rie­r­e­be­ra­te­rin und Psy­cho­lo­gin Bri­git­te Scheidt häu­fig da­zu, dar­auf zu schau­en, was sie nicht kön­nen. Hier hilft es, wirk­lich al­les vor­zu­tra­gen, was man beim Bi­lan­zie­ren auf der Er­folgs­sei­te no­tiert hat.

3.) Mit Schwä­chen um­ge­hen: Beim Jah­res­end­ge­spräch geht es vor al­lem um Feed­back. Es wer­den al­so nicht nur die Er­fol­ge The­ma sein, son­dern es wird auch um die Schwä­chen ge­hen. Da­her soll­te man sich vor­ab ge­nau über­le­gen, wel­che Feh­ler der letz­ten Mo­na­te der Chef an­spre­chen könn­te. Dann ist es wich­tig, "nicht in ei­ne Ver­tei­di­gungs­hal­tung zu ge­ra­ten", sagt Kar­rie­r­e­be­ra­te­rin Mar­ti­na Ban­d­o­ly. Bes­ser sei es, den Feh­ler ein­zu­ge­ste­hen, Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men und zu er­klä­ren, was man durch den Fehl­tritt ge­lernt hat. In Un­ter­neh­men, die kei­ne of­fe­ne Feh­ler­kul­tur ha­ben, ist es meist sinn­vol­ler, Ver­bes­se­run­gen vor­zu­schla­gen, die ähn­li­che Feh­ler künf­tig ver­hin­dern, sagt Ban­d­o­ly. Kri­ti­siert ein Chef den An­ge­stell­ten mit pau­scha­len Aus­sa­gen, soll­te der Ar­beit­neh­mer nach kon­kre­ten Bei­spie­len fra­gen, rät Bri­git­te Scheidt.

4.) Zie­le set­zen: Um die rich­ti­ge Stra­te­gie für das Ge­spräch zu fin­den, soll­te man ein kla­res Ziel vor Au­gen ha­ben. Wer ge­nau weiß, was er will, be­sit­ze auch Durch­set­zungs­fä­hig­keit, er­klärt Ban­d­o­ly. Der ein oder an­de­re möch­te im Jah­res­ge­spräch viel­leicht mehr Ge­halt oder ei­ne Fort­bil­dung für sich raus­schla­gen. "So et­was muss man sehr gut mit ei­nem Nut­zen, den man für das Un­ter­neh­men bringt, be­grün­den", sagt Thie­le. Gu­te Grün­de könn­ten sein: Kos­ten, die man der Fir­ma er­spart hat oder ein zu­sätz­li­ches Zer­ti­fi­kat, wel­ches man er­wor­ben hat und das auch dem Un­ter­neh­men nützt. Grün­de au­ßer­halb der Fir­ma wie "al­les wird teu­rer" für mehr Ge­halt füh­ren meist zur Ab­leh­nung der Bit­te. Ban­d­o­ly hält es in vie­len Fäl­len grund­sätz­lich für rat­sam, dass man Ge­halts­wün­sche in ei­nem ge­son­der­ten Ge­spräch be­spricht. Im Jah­res­end­ge­spräch ge­he es vor al­lem um die be­ruf­li­che Ent­wick­lung.

5.) Wie tickt mein Chef? Vor al­lem für neue Mit­ar­bei­ter ist es sehr wich­tig, her­aus­zu­fin­den, wor­auf der Vor­ge­setz­te und die Fir­ma Wert le­gen. "Wenn ich weiß, wor­an der Chef ge­mes­sen wird, kann ich über­le­gen, wie ich ihm da­bei hel­fen kann", sagt Thie­le. Bei al­len Vor­schlä­gen, die man dem Vor­ge­setz­ten un­ter­brei­tet, soll­te man im­mer über­le­gen, wie das dem Un­ter­neh­men und dem Chef nutzt. "Der Vor­ge­setz­te ist der Ent­schei­der. Sei­en Sie nett zu ihm und ver­sor­gen ihn mit Ar­gu­men­ten für Ihr An­lie­gen", rät sie.

Wer un­si­cher ist, wie er im Bü­ro wahr­ge­nom­men wird, kann auch Kol­le­gen des Ver­trau­ens um Feed­back bit­ten. Schüch­ter­ne Men­schen kön­nen ih­rer Ner­vo­si­tät da­durch be­geg­nen, dass sie das Ge­spräch im Rol­len­spiel üben - et­wa mit ei­nem Freund. Min­des­tens ge­nau­so wich­tig wie al­les, was man sagt, ist auch, wie man es sagt und ob man da­zu steht: "Zehn Pro­zent des ge­sag­ten In­halts ha­ben ei­ne Wir­kung. Der Rest wird durch die in­ne­re Hal­tung ver­mit­telt", sagt Mo­ti­va­ti­ons­coach und Psy­cho­lo­gin Ka­rin Krüm­mel.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 21. November 2016

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