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Ja­nu­ar-Ar­beits­lo­sig­keit auf Re­kord­tief - 2,92 Mil­lio­nen oh­ne Job

Meist ist es der Mo­nat, der die Ar­beits­lo­sig­keit kräf­tig in die Hö­he treibt: Frost und Schnee ent­wi­ckeln sich im Ja­nu­ar oft zum Job­kil­ler. An­ders ist es in die­sem Jahr

03.02.2016. (dpa) - Der mil­de Win­ter und die gu­te Kon­junk­tur ha­ben den zu Jah­res­be­ginn üb­li­chen An­stieg der Ar­beits­lo­sig­keit deut­lich ge­dämpft.

Die Bun­des­agen­tur für Ar­beit (BA) ver­zeich­ne­te die nied­rigs­te Ja­nu­ar-Ar­beits­lo­sig­keit seit 1991.

Ins­ge­samt wa­ren 2,92 Mil­lio­nen Män­ner und Frau­en oh­ne Ar­beit; das wa­ren zwar we­gen des sai­son­üb­li­chen Stel­len­ab­baus auf dem Bau und in an­de­ren Au­ßen­be­ru­fen 239.000 mehr als im De­zem­ber, aber 111.000 we­ni­ger als vor ei­nem Jahr, be­rich­tet die BA am Diens­tag in Nürn­berg.

Die Ar­beits­lo­sen­quo­te stieg um 0,6 Punk­te auf 6,7 Pro­zent.

Auch für die nächs­ten Mo­na­te ist BA-Chef Frank-Jür­gen Wei­se zu­ver­sicht­lich.

"Die Er­ho­lung des Ar­beits­mark­tes hat sich zum Jah­res­be­ginn fort­ge­setzt. Sai­son­be­rei­nigt gab es er­neut ei­nen deut­li­chen Rück­gang", un­ter­strich der BA-Chef. Denn oh­ne jah­res­zeit­li­che Son­der­ef­fek­te, die im Ja­nu­ar be­son­ders stark aus­ge­prägt sind, wä­re die Zahl der Er­werbs­lo­sen im Ja­nu­ar um 20.000 ge­sun­ken.

Zu­frie­den über die La­ge auf dem Ar­beits­markt zeig­te sich auch Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­rin An­drea Nah­les (SPD): "Der Start in das neue Jahr ver­läuft gut. Der Ar­beits­markt bleibt ein wich­ti­ger Sta­bi­li­täts­an­ker in Deutsch­land. Die Be­schäf­ti­gung wächst auch im Win­ter­mo­nat Ja­nu­ar wei­ter kräf­tig", be­ton­te sie in ei­ner Er­klä­rung.

BA-Chef Wei­se rech­net für den ge­sam­ten Win­ter 2015/2016 mit na­he­zu his­to­risch nied­ri­gen Job­su­cher­zah­len. Die Win­ter­ar­beits­lo­sig­keit dürf­te nach sei­ner Ein­schät­zung die Drei-Mil­lio­nen-Schwel­le nicht über­schrei­ten. Haupt­grund sei die gu­te wirt­schaft­li­che La­ge in Deutsch­land. So sei die Zahl der Er­werbs­lo­sen im Ja­nu­ar deut­lich schwä­cher ge­stie­gen als sonst üb­lich. Für Fe­bru­ar rech­net Wei­se al­len­falls mit et­wa 30.000 zu­sätz­li­chen Job­su­chern. Die wach­sen­de Zahl ar­beits­lo­ser Flücht­lin­ge wer­de sich erst in der zwei­ten Jah­res­hälf­te in der Sta­tis­tik nie­der­schla­gen.

Wei­ses Vor­stands­kol­le­gen Det­lef Schee­le und Rai­mund Be­cker warn­ten der­weil vor über­zo­ge­nen Er­war­tun­gen bei der In­te­gra­ti­on von Flücht­lin­gen. "Die Flücht­lin­ge brau­chen erst ein ver­nünf­ti­ges Sprach­ni­veau", sag­te Schee­le. Die Bun­des­agen­tur set­ze da­bei auf ein zwei­glei­si­ges In­te­gra­ti­ons­kon­zept: Flücht­lin­ge sol­len ne­ben ih­rem Deutsch­kurs auch ar­bei­ten kön­nen. Mit ge­ziel­ten För­de­run­gen soll aber da­für ge­sorgt wer­den, "dass sie aus dem Nied­rig­lohn­sek­tor raus­kom­men", sag­te Schee­le.

We­gen der ganz un­ter­schied­li­chen Qua­li­fi­ka­tio­nen, die Flücht­lin­ge mit nach Deutsch­land brin­gen, sind nach Be­ckers Ein­schät­zung ganz in­di­vi­du­el­le För­der­kon­zep­te für sie er­for­der­lich. "Der aus Sy­ri­en stam­men­de In­ge­nieur mit gu­ten Eng­lisch-Kennt­nis­sen ist viel­leicht schon nach sechs, sie­ben oder acht Mo­na­ten in Ar­beit". Schwie­ri­ger sei das mit dem 25 bis 35 Jah­re al­ten Flücht­ling, der erst müh­sam Deutsch ler­nen müs­se und kaum be­ruf­lich qua­li­fi­ziert sei.

Die Sor­ge ei­ni­ger Ar­beits­markt­ex­per­ten, Flücht­lin­ge könn­ten sich ver­stärkt als Schwarz­ar­bei­ter ver­din­gen, teilt Wei­se nur be­dingt: Auch er ge­he da­von aus, dass ei­ni­ge Asyl­be­wer­ber schwarz ar­bei­te­ten. Die Ver­su­chung, "mal schnell et­was zu ver­die­nen", sei si­cher für man­chen groß. "Das sind Er­schei­nun­gen. Was wir aber heu­te sa­gen kön­nen: Sie do­mi­nie­ren nicht den Ar­beits­markt", un­ter­strich Wei­se. "Im Ge­gen­teil: Es geht in die an­de­re Rich­tung. Er­werbs­tä­tig­keit und so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Be­schäf­ti­gung stei­gen."

Tat­säch­lich ist zu­letzt die Zahl der Ar­beits­plät­ze wei­ter ge­wach­sen. Nach den jüngs­ten Da­ten des Sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes vom De­zem­ber er­höh­te sich die Zahl der Er­werbs­tä­ti­gen im Ver­gleich zum Vor­mo­nat sai­son­be­rei­nigt um 44.000 auf 43,3 Mil­lio­nen. Das wa­ren 439.000 mehr als im Vor­jahr. Die so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Be­schäf­ti­gung leg­te nach der Hoch­rech­nung der Bun­des­agen­tur von Ok­to­ber auf No­vem­ber um 76.000 auf 31,39 Mil­lio­nen zu. Das wa­ren 757.000 mehr Men­schen mit re­gu­lä­rer Be­schäf­ti­gung als vor ei­nem Jahr. Die Zahl der of­fe­nen Stel­len stieg im Ja­nu­ar im Ver­gleich zum Vor­jahr um 96.000 auf 581.000.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 1. September 2016

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