Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880
Arbeitsrecht aktuell
Jahr

Job-Sor­gen über­schat­ten VW-Be­triebs­ver­samm­lung - Zu­las­sun­gen sin­ken

Die Mäch­ti­gen bei VW be­to­nen, trotz Ab­gas-Skan­dals an den Stamm-Jobs fest­hal­ten zu wol­len - zu­min­dest bei Leih­ar­bei­tern wer­den die Sor­gen aber grö­ßer: Ei­ne Be­triebs­ver­samm­lung soll­te neue Zu­ver­sicht we­cken. Die Kern­mar­ke kommt al­ler­dings im­mer stär­ker un­ter Druck

03.12.2015. (dpa) - Die Fol­gen der Ab­gas-Af­fä­re mit wei­ter sin­ken­den Neu­zu­las­sun­gen in Deutsch­land las­sen die VW-Be­schäf­tig­ten zu­neh­mend um ih­re Ar­beits­plät­ze ban­gen.

Be­triebs­rat und Ei­gen­tü­mer ap­pel­lier­ten am Mitt­woch bei ei­ner Be­triebs­ver­samm­lung am Wolfs­bur­ger Stamm­sitz an die Be­leg­schaft, nicht den Mut zu ver­lie­ren.

In sei­nem Hei­mat­markt brach­te der Kon­zern im No­vem­ber er­neut we­ni­ger Mo­del­le der Pkw-Kern­mar­ke auf die Stra­ße als vor ei­nem Jahr.

"Nie­mand darf den Kopf in den Sand ste­cken", sag­te VW-Auf­sichts­rat Wolf­gang Por­sche bei der nicht öf­fent­li­chen Ver­an­stal­tung laut Re­de­text, der der Deut­schen Pres­se-Agen­tur in Aus­zü­gen vor­lag. "Nie­mand darf glau­ben, dass der Ab­gas-Skan­dal wie ein Ge­wit­ter vor­bei­zieht und da­nach wie aus hei­te­rem Him­mel wie­der schö­nes Wet­ter kommt." Das Un­ter­neh­men kön­ne die schwe­re Kri­se aber meis­tern: Mit ei­nem kon­se­quen­ten Han­deln wer­de VW den Weg aus "die­ser La­ge fin­den".

Zu der zwei­ten Be­triebs­ver­samm­lung seit Aus­bruch des Die­sel-De­ba­kels im Sep­tem­ber ka­men nach Be­triebs­rats­an­ga­ben bis zu 20 000 Mit­ar­bei­ter. Auch Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter Sig­mar Ga­bri­el (SPD) und der kom­plet­te Vor­stand um VW-Chef Mat­thi­as Mül­ler nah­men teil.

"Seit Be­kannt­wer­den des Ab­gas-Skan­dals sind bei­na­he elf Wo­chen ver­gan­gen. Ich kann Euch nur sa­gen: Das wa­ren ge­nau­so wie für Euch auch für mich elf har­te Wo­chen", be­ton­te Be­triebs­rats­chef Bernd Os­ter­loh. Bei vie­len Mit­ar­bei­tern sei­en die Be­den­ken zu­letzt nicht klei­ner ge­wor­den. Doch es ge­be auch Grün­de für Zu­ver­sicht. So ha­be der Kon­zern für ei­nen Groß­teil der in Eu­ro­pa zu­ge­las­se­nen Die­sel­wa­gen mit Be­trugs-Soft­ware in­zwi­schen tech­ni­sche Lö­sun­gen vor­ge­stellt.

Die jüngs­ten Zu­las­sungs­zah­len näh­ren je­doch Be­fürch­tun­gen, die Kri­se könn­te erst mit Ver­zö­ge­rung voll auf den Ab­satz durch­schla­gen. Nach Da­ten des Kraft­fahrt-Bun­des­amts wa­ren die deut­schen Neu­zu­las­sun­gen der Haupt­mar­ke im No­vem­ber mit ei­nem Mi­nus von 2 Pro­zent im Ver­gleich zum Vor­jahr aber­mals rück­läu­fig - im Ok­to­ber wa­ren es schon mi­nus 0,7 Pro­zent ge­we­sen. Der Ge­samt­markt wuchs da­ge­gen um 8,9 Pro­zent. In den USA be­kam VW im No­vem­ber das Ab­gas-De­ba­kel be­reits stär­ker zu spü­ren. Die Ver­käu­fe bra­chen dort im Jah­res­ver­gleich um fast ein Vier­tel ein.

Vor al­lem Leih­ar­bei­ter mit Zeit­ver­trä­gen fürch­ten um ih­re Zu­kunft bei VW. Auch die An­kün­di­gung, dass die rund 120 000 fes­ten Be­schäf­tig­ten im Haus­ta­rif auf die sonst üb­li­chen üp­pi­gen Bo­nus­zah­lun­gen ver­zich­ten müs­sen, be­las­tet die Stim­mung - eben­so wie der Be­schluss ver­län­ger­ter Weih­nachts­fe­ri­en mit län­ge­ren Pro­duk­ti­ons­pau­sen.

"Es ist na­tür­lich scha­de, dass man den Bo­nus nun nicht be­kommt", sag­te ein VW-Mit­ar­bei­ter der dpa. Es sei zwar ei­ne Fra­ge der Zeit ge­we­sen, bis die Aus­schüt­tung - zehn Pro­zent des ope­ra­ti­ven Er­geb­nis­ses der Pkw-Kern­mar­ke - auch wie­der ein­mal ge­rin­ger aus­fal­le. "Aber dass das jetzt auf­grund sol­cher Um­stän­de pas­sie­ren muss, ist schon ex­trem be­dau­er­lich. Da gibt es schon ei­ne ge­wis­se Wut."

Die So­li­da­ri­tät mit den Leih­ar­beits-Kol­le­gen sei groß: "Das ist men­sch­lich nicht schön." Man müs­se aber be­den­ken, dass Kür­zun­gen hier in Zei­ten nach­las­sen­der Auf­trä­ge ein ganz nor­ma­les In­stru­ment sei­en. Bei der Kern­mar­ke VW sind der­zeit rund 7000 Leih­ar­bei­ter be­schäf­tigt.

Wie be­grün­det die Sor­gen sind, zei­gen auch Plä­ne für das Haupt­werk der leich­ten Nutz­fahr­zeu­ge in Han­no­ver. En­de Ja­nu­ar sol­len dort rund 300 Ver­trä­ge aus­lau­fen, be­rich­te­te die "Han­no­ver­sche All­ge­mei­ne Zei­tung" - wei­te­re 500 sol­len zu­nächst nur um drei Mo­na­te ver­län­gert wer­den. Laut Os­ter­loh hat dies nichts mit dem Die­sel-Skan­dal zu tun - es sei der schlech­ten Nach­fra­ge nach dem Pick-up Ama­rok ge­schul­det.

Für an­de­re VW-Wer­ke oder Töch­ter sei­en bis­lang kei­ne ver­gleich­ba­ren Ent­schei­dun­gen zu aus­lau­fen­den Ver­trä­gen ge­trof­fen wor­den, sag­te ein Kon­zern­spre­cher der dpa. "Es gel­ten al­le bis­her ge­mach­ten Zu­sa­gen." Zur Leih­ar­beit be­ton­te Os­ter­loh: "Für den Stand­ort Wolfs­burg kann ich je­den­falls für das ers­te Quar­tal noch Ent­war­nung ge­ben. (...) Wir hof­fen, dass uns die Kun­den die Treue hal­ten." Zu­min­dest die Ar­beits­plät­ze der Stamm­be­leg­schaft sind sei­en nicht ge­fähr­det.

Auch Wolf­gang Por­sche be­kräf­tig­te, sich für die Jobs ein­zu­set­zen: "Die Fa­mi­li­en Por­sche und Piëch ste­hen zur Be­schäf­ti­gungs­si­che­rung bei Volks­wa­gen durch ein sta­bi­les und er­folg­rei­ches Un­ter­neh­men."

Un­ter­des­sen ge­rät im Ab­gas-Skan­dal auch der Zu­lie­fe­rer Bosch un­ter Druck. In den USA ist der Stutt­gar­ter Tech­nik­kon­zern we­gen an­geb­li­cher Kom­pli­zen­schaft in dem Be­trugs­fall ver­klagt wor­den, wie aus Ge­richts­un­ter­la­gen her­vor­geht. Be­reits am Mon­tag wur­de beim Be­zirks­ge­richt in De­troit ei­ne Sam­mel­kla­ge ein­ge­reicht, die Bosch ne­ben dem VW-Kon­zern, des­sen Ex-Vor­stands­chef Mar­tin Win­ter­korn und dem ak­tu­el­len US-Chef Mi­cha­el Horn als Be­klag­te auf­führt. Bosch wird be­schul­digt, im Ab­gas-Skan­dal Teil ei­ner "Ver­schwö­rung" ge­we­sen zu sein. Der Be­trug sei durch den Zu­lie­fe­rer, von dem die nö­ti­ge Soft­ware stam­me, ge­för­dert und be­güns­tigt wor­den, heißt es in der 56-sei­ti­gen An­kla­ge­schrift.

Ein Bosch-Spre­cher woll­te zu den Vor­wür­fen kei­nen Kom­men­tar ab­ge­ben und ver­wies le­dig­lich auf ein State­ment vom 24. Sep­tem­ber. Dar­in hat­te Bosch er­klärt, als Zu­lie­fe­rer le­dig­lich Kom­po­nen­ten nach den spe­zi­el­len An­for­de­run­gen der Kun­den be­reit­zu­stel­len. Was dann da­mit ge­sche­he, lie­ge in der Ver­ant­wor­tung der Au­to­bau­er.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 27. April 2016

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Kontakt

Sie erreichen uns jeweils von Montag bis Freitag in der Zeit
von 09:00 bis 19:00 Uhr:

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Berlin

Lützowstraße 32
10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: berlin@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Frankfurt am Main

Schumannstraße 27
60325 Frankfurt am Main
Telefon: 069 - 71 03 30 04
Telefax: 069 - 71 03 30 05

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

E-Mail: frankfurt@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hamburg

Neuer Wall 10
20354 Hamburg
Telefon: 040 - 69 20 68 04
Telefax: 040 - 69 20 68 08

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Sebastian Schroeder
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: hamburg@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hannover

Georgstraße 38
30159 Hannover
Telefon: 0511 - 899 77 01
Telefax: 0511 - 899 77 02

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Nina Wesemann
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: hannover@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Köln

Hohenstaufenring 62
50674 Köln
Telefon: 0221 - 709 07 18
Telefax: 0221 - 709 07 31

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Thomas Becker

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

E-mail: koeln@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei München

Ludwigstraße 8
80539 München
Telefon: 089 - 21 56 88 63
Telefax: 089 -21 56 88 67

Ansprechpartner:
Rechts­an­wältin Nora Schu­bert

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt

E-Mail: muenchen@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Nürnberg

Zeltnerstraße 3
90443 Nürnberg
Telefon: 0911 - 953 32 07
Telefax: 0911 - 953 32 08

Ansprechpartner:
Rechts­an­wältin Nora Schu­bert

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: nuernberg@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Stuttgart

Königstraße 10c
70173 Stuttgart
Telefon: 0711 - 470 97 10
Telefax: 0711 - 470 97 96

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

E-Mail: stuttgart@hensche.de



 

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2016:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de

Presse Karriere Links A bis Z Sitemap Impressum
Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880