Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880
Arbeitsrecht aktuell
Jahr

Job­kil­ler Zu­kunft? Was der di­gi­ta­le Wan­del für Be­rufs­tä­ti­ge be­deu­tet

Fa­bri­ken vol­ler Ro­bo­ter, da­vor Hor­den von Ar­beits­lo­sen - oder ein Wirt­schafts­wun­der mit Jobs für al­le? Wie sich die Di­gi­ta­li­sie­rung auf den Ar­beits­markt aus­wirkt, wis­sen auch Ex­per­ten noch nicht ge­nau. Für jun­ge Leu­te gilt da­her vor al­lem: nicht ver­rückt ma­chen las­sen!

05.09.2016. (dpa) - Auch die­ser Text könn­te von ei­nem Com­pu­ter ge­schrie­ben sein.

Glaubt man ver­schie­de­nen Ex­per­ten, wer­den zahl­rei­che men­sch­li­che Ar­beits­kräf­te künf­tig durch Ro­bo­ter, Soft­ware oder Com­pu­teral­go­rith­men er­setzt – vom Kfz-Mon­teur über den Kun­den­be­ra­ter bis zum Jour­na­lis­ten.

Doch wie vie­le und wel­che Jobs wird die Di­gi­ta­li­sie­rung tat­säch­lich kos­ten?

Und wie kön­nen Stu­die­ren­de und Aus­zu­bil­den­de heu­te si­cher­stel­len, dass es ih­ren Job in 25 Jah­ren noch gibt?

Un­ter Di­gi­ta­li­sie­rung ver­ste­hen Ex­per­ten meh­re­re tech­ni­sche Ent­wick­lun­gen, dar­un­ter Ro­bo­tik, das In­ter­net der Din­ge oder cy­ber-phy­si­sche Sys­te­me. Hin­ter die­sem Be­griff ver­ber­gen sich zum Bei­spiel in­tel­li­gen­te Strom­net­ze oder ver­netz­te Pro­duk­ti­ons­an­la­gen. "Der Über­be­griff ist viel­leicht, dass es zu­neh­mend Pro­zes­se gibt, die nicht von Men­schen or­ga­ni­siert und per­ma­nent kon­trol­liert wer­den", er­klärt Brit­ta Mat­thes die Di­gi­ta­li­sie­rung. Sie lei­tet die For­schungs­grup­pe Be­ruf­li­che Ar­beits­märk­te am Nürn­ber­ger In­sti­tut für Ar­beits­markt- und Be­rufs­for­schung (IAB).

Und wo Men­schen nichts mehr or­ga­ni­sie­ren und kon­trol­lie­ren müs­sen, da wer­den sie über­flüs­sig. So se­hen es zu­min­dest ver­schie­de­ne Stu­di­en, die ein fins­te­res Bild der Zu­kunft zeich­nen: Das Welt­wirt­schafts­fo­rum in Da­vos geht da­von aus, dass durch die Di­gi­ta­li­sie­rung welt­weit 7,1 Mil­lio­nen Ar­beits­plät­ze ver­lo­ren ge­hen, aber nur 2,1 Mil­lio­nen neue ent­ste­hen. Und ei­ne Stu­die der Uni­ver­si­tät Ox­ford von 2013 sieht in den USA so­gar fast die Hälf­te der Jobs (47 Pro­zent) in Ge­fahr.

Wie sich die Di­gi­ta­li­sie­rung auf den deut­schen Ar­beits­markt aus­wir­ken könn­te, hat un­ter an­de­rem die Un­ter­neh­mens­be­ra­tung PwC ana­ly­siert. Das Er­geb­nis fällt ver­gleichs­wei­se po­si­tiv aus: Zwar ge­be es Bran­chen, in de­nen der Be­darf an Ar­beits­kräf­ten sin­ken wer­de – bei Trans­port und Lo­gis­tik zum Bei­spiel um 19 Pro­zent, im Han­del um 17 Pro­zent. An­ders­wo wer­de der Be­darf aber deut­lich stei­gen: im Be­reich Tech­no­lo­gie, Me­di­en und Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­on zum Bei­spiel um 11 Pro­zent, in der Ge­sund­heits- und Phar­ma­bran­che um 6 Pro­zent.

Und ge­ra­de für Hoch­schul­ab­sol­ven­ten gibt es in Zu­kunft wei­ter ge­nug Jobs, heißt es in der PwC-Stu­die: Bis 2030 wer­den in Deutsch­land zwei Mil­lio­nen Aka­de­mi­ker mehr ge­braucht – na­tür­lich vor al­lem, aber nicht nur in den MINT-Fä­chern (Ma­the­ma­tik, In­for­ma­tik, Na­tur­wis­sen­schaf­ten, Tech­nik). Und auch IAB-For­sche­rin Brit­ta Mat­thes hält es längst nicht für ge­si­chert, dass die Di­gi­ta­li­sie­rung wirk­lich zum gro­ßen Job­kil­ler wird: "Die Fra­ge, wel­che Jobs es in 20 Jah­ren noch gibt, ist se­ri­ös nicht zu be­ant­wor­ten", sagt sie.

Grund­sätz­lich sei es his­to­risch eher so, dass Ar­beits­plät­ze und Be­ru­fe durch Um­wäl­zun­gen wie die Di­gi­ta­li­sie­rung nicht ver­schwin­den. Und selbst wenn, muss das nicht im­mer schlecht sein: "Es gibt auch Be­rei­che, bei de­nen es gut ist, wenn Men­schen das nicht mehr ma­chen müs­sen", sagt Mat­thes. "Et­wa beim Um­gang mit ge­fähr­li­chen Stof­fen in der che­mi­schen In­dus­trie." Viel wahr­schein­li­cher sei aber oh­ne­hin, dass die Di­gi­ta­li­sie­rung be­ste­hen­de Jobs nicht ab­schafft, son­dern ver­än­dert.

So sieht es auch Pro­fes­sor Fried­rich Es­ser, Prä­si­dent des Bun­des­in­sti­tuts für Be­rufs­bil­dung (BIBB). Ein Bei­spiel da­für sei die Haus­tech­nik: Dort müs­sen sich di­ver­se Be­ru­fe künf­tig viel stär­ker mit dem The­ma Smart Ho­me aus­ein­an­der­set­zen. Smart Ho­me ist die Mög­lich­keit, di­ver­se An­la­gen und Ge­rä­te im Haus zu ver­net­zen und zum Bei­spiel per Smart­pho­ne zu steu­ern. Be­trof­fen da­von sei­en vom Elek­tri­ker bis zum In­stal­la­teur meh­re­re Ge­wer­be, so Es­ser: "Ich muss da auch als An­la­gen­me­cha­ni­ker Sa­ni­tär, Hei­zung und Kli­ma viel ganz­heit­li­cher und sys­tem­über­grei­fen­der den­ken."

Und selbst dort, wo die Di­gi­ta­li­sie­rung Jobs nur lang­sam ver­än­dert, et­wa in man­chen Hand­werks­be­ru­fen, macht sie sich be­merk­bar. "Auch da gibt es im kauf­män­ni­schen Be­reich oder im Kun­den­ser­vice di­gi­ta­le Ent­wick­lun­gen, die Aus­zu­bil­den­de ken­nen müs­sen", so Es­ser. Für jun­ge Leu­te auf dem Weg ins Be­rufs­le­ben be­deu­te das zu­nächst mehr Ar­beit, aber auch bes­se­re Chan­cen. Denn so­ge­nann­te Schlüs­sel­qua­li­fi­ka­tio­nen für den Um­gang mit di­gi­ta­len Tech­no­lo­gi­en las­sen sich oft auch auf an­de­re Bran­chen und Be­ru­fe über­tra­gen.

Für un­ent­schlos­se­ne Be­rufs­an­fän­ger hat die Di­gi­ta­li­sie­rung so auch et­was Po­si­ti­ves: Der Wech­sel zwi­schen Jobs und Bran­chen könn­te künf­tig deut­lich leich­ter sein. "Nie­mand muss sich nach dem Schul­ab­schluss auf ei­ne Kar­rie­re fest­le­gen, da soll­ten sich jun­ge Leu­te auch nicht von El­tern un­ter Druck set­zen las­sen", rät Brit­ta Mat­thes. Schließ­lich wis­se oh­ne­hin noch nie­mand, was in 20 Jah­ren wirk­lich ge­fragt ist.

Des­halb rät die For­sche­rin Schul­ab­gän­gern heu­te mehr denn je, bei der Wahl von Aus­bil­dung oder Stu­di­um eher den ei­ge­nen Lei­den­schaf­ten zu fol­gen. Mit der nüch­ter­nen Fra­ge wie der nach dem Zu­kunfts­po­ten­zi­al ei­nes Jobs soll­ten sie sich we­ni­ger pla­gen: "Ent­schei­dend ist die Fra­ge, was ich ma­chen will." Das sei auch im Zeit­al­ter der Di­gi­ta­li­sie­rung wei­ter das Wich­tigs­te.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 23. November 2016

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Kontakt

Sie erreichen uns jeweils von Montag bis Freitag in der Zeit
von 09:00 bis 19:00 Uhr:

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Berlin

Lützowstraße 32
10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: berlin@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Frankfurt am Main

Schumannstraße 27
60325 Frankfurt am Main
Telefon: 069 - 71 03 30 04
Telefax: 069 - 71 03 30 05

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

E-Mail: frankfurt@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hamburg

Neuer Wall 10
20354 Hamburg
Telefon: 040 - 69 20 68 04
Telefax: 040 - 69 20 68 08

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Sebastian Schroeder
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: hamburg@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hannover

Georgstraße 38
30159 Hannover
Telefon: 0511 - 899 77 01
Telefax: 0511 - 899 77 02

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Nina Wesemann
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: hannover@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Köln

Hohenstaufenring 62
50674 Köln
Telefon: 0221 - 709 07 18
Telefax: 0221 - 709 07 31

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Thomas Becker

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

E-mail: koeln@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei München

Ludwigstraße 8
80539 München
Telefon: 089 - 21 56 88 63
Telefax: 089 -21 56 88 67

Ansprechpartner:
Rechts­an­wältin Nora Schu­bert

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt

E-Mail: muenchen@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Nürnberg

Zeltnerstraße 3
90443 Nürnberg
Telefon: 0911 - 953 32 07
Telefax: 0911 - 953 32 08

Ansprechpartner:
Rechts­an­wältin Nora Schu­bert

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: nuernberg@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Stuttgart

Königstraße 10c
70173 Stuttgart
Telefon: 0711 - 470 97 10
Telefax: 0711 - 470 97 96

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

E-Mail: stuttgart@hensche.de



 

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2016:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de

Presse Karriere Links A bis Z Sitemap Impressum
Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880