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Wei­ter­hin we­ni­ge Jobs für Schwer­be­hin­der­te in MV-Fir­men

Ein­mal im Jahr legt das Lan­des­ge­sund­heits­amt ei­nen Be­richt vor: Zum Teil be­stä­tigt er nur al­te Pro­ble­me. Wie et­wa die Schwie­rig­kei­ten Be­hin­der­ter bei der Job­su­che. Doch es gibt auch Licht­bli­cke

25.10.2013. (dpa) - Trotz wach­sen­der Fach­kräf­te­nach­fra­ge ha­ben es Be­hin­der­te in Meck­len­burg-Vor­pom­mern wei­ter­hin schwer, in der Wirt­schaft ei­nen Job zu fin­den.

Wie aus dem jüngs­ten Jah­res­be­richt des Lan­des­am­tes für Ge­sund­heit und So­zia­les her­vor­geht, liegt der Be­schäf­tig­ten­an­teil Be­hin­der­ter mit 3 Pro­zent un­ver­än­dert weit hin­ter der ge­setz­lich fi­xier­ten Min­dest­quo­te von 5 Pro­zent und auch un­ter dem bun­des­wei­ten Ver­gleichs­wert von 4 Pro­zent.

"Im­mer häu­fi­ger be­kla­gen Be­trie­be Fach­kräf­te­man­gel, las­sen aber das Po­ten­zi­al der Be­hin­der­ten un­ge­nutzt und zah­len lie­ber die Aus­gleichs­ab­ga­be. Wir wür­den aber gern dar­auf ver­zich­ten und lie­ber Ein­stel­lungs­bei­hil­fen zah­len", mach­te So­zi­al­mi­nis­te­rin Ma­nue­la Schwe­sig (SPD) am Don­ners­tag in Schwe­rin bei der Vor­stel­lung des Be­richts deut­lich.

In Meck­len­burg-Vor­pom­mern le­ben den An­ga­ben zu­fol­ge 320 000 Men­schen mit Be­hin­de­run­gen. Da­mit ist je­der fünf­te Ein­woh­ner be­trof­fen, zu­meist al­ler­dings Äl­te­re.

Fast ein Drit­tel der 2000 Un­ter­neh­men in Meck­len­burg-Vor­pom­mern, die mehr als 20 Mit­ar­bei­ter zäh­len und so­mit ge­setz­lich zur Ein­stel­lung Be­hin­der­ter ver­pflich­tet wä­ren, zah­len als Er­satz die Aus­gleichs­ab­ga­be. Wie der Lei­ter des Lan­des­am­tes, Hei­ko Will, sag­te, flos­sen so im Jahr 2012 knapp 6 Mil­lio­nen Eu­ro in die Lan­des­kas­se.

Die be­ruf­li­che In­te­gra­ti­on Be­hin­der­ter sei mit 8,5 Mil­lio­nen Eu­ro un­ter­stützt wor­den. Rund drei Mil­li­on Eu­ro ha­be das Land für die An­pas­sung vor­han­de­ner Ar­beits­plät­ze be­reit­ge­stellt. In den Be­hör­den des Lan­des wer­de die ge­for­der­te Quo­te ins­ge­samt er­füllt. 6,9 Pro­zent der dort Be­schäf­tig­ten sei­en Be­hin­der­te. Als Bei­spiel ei­ner sehr gu­ten In­te­gra­ti­on nann­te Will das Ho­telS­port­fo­rum in Ros­tock, das nach dem Um­bau nicht nur spe­zi­el­le An­ge­bo­te für Be­hin­der­te bie­te, son­dern auch zur Hälf­te Be­hin­der­te be­schäf­ti­ge.

Schwe­sig ver­wies auf die Fort­schrit­te in der Ge­sund­heits­vor­sor­ge bei Kin­dern. Rund 96 000 Kin­der und da­mit 95 Pro­zent hät­ten im Vor­jahr an den Vor­sor­ge­un­ter­su­chun­gen teil­ge­nom­men. "In 23 000 Fäl­len wur­den die El­tern an ver­säum­te Ter­mi­ne er­in­nert. 80 Pro­zent da­von ha­ben so­fort re­agiert. Das zeigt, dass das Sys­tem er­folg­reich ist", sag­te die Mi­nis­te­rin. Das Prin­zip sol­le nun nach ei­ner be­reits vor­be­rei­te­ten Ge­set­zes­än­de­rung auch auf Zwölf­jäh­ri­ge aus­ge­dehnt wer­den.

Schwe­sig er­hofft sich da­von auch ei­nen ver­bes­ser­ten Impf­schutz. "Keuch­hus­ten tritt wie­der häu­fi­ger auf. Von zehn re­gis­trier­ten Fäl­len im Land wa­ren bei acht die Be­trof­fe­nen über 18 Jah­re alt", sag­te sie.

Laut Will führ­te die Ge­sund­heits­be­hör­de im Vor­jahr un­ter an­de­rem 15 000 kran­ken­haus­hy­gie­ni­sche Un­ter­su­chun­gen durch, 250 da­von im mi­kro­bi­lo­gi­schen Be­reich. Dem Amt sei­en 143 Fäl­le ge­mel­det wor­den, bei de­nen sich Pa­ti­en­ten in der Kli­nik mit Kei­men in­fi­zier­ten und auch er­krank­ten. Das sei im Bun­des­ver­gleich ein ge­rin­ger Wert.

Ins­ge­samt wer­de den Kran­ken­häu­sern im Land ein gu­ter Hy­gie­ne­zu­stand be­schei­nigt. "Da­zu tra­gen ei­ne pro­fes­sio­nel­le Über­wa­chung, In­ves­ti­tio­nen in mo­der­ne Häu­ser und Tech­nik­sys­te­me und strik­te ge­setz­li­che Vor­ga­ben bei", sag­te Schwe­sig. Sie ver­wies aber dar­auf, dass der ho­he An­ti­bio­ti­ka­ein­satz in Hu­man- und Tier­me­di­zin den Kampf ge­gen die Kei­me er­schwe­re, weil die­se im­mer re­sis­ten­ter wür­den.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 28. Mai 2016

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