Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880
Arbeitsrecht aktuell
Jahr

Im Kampf ge­gen Kli­schees hel­fen an­ony­mi­sier­te Be­wer­bun­gen

Die Sche­re im Kopf man­cher Ar­beit­ge­ber lässt ar­beits­su­chen­de Mi­gran­ten ver­zwei­feln: Sie blei­ben nicht sel­ten we­gen ih­res Na­mens vor ver­schlos­se­nen Tü­ren ste­hen. An­ony­mi­sier­te Be­wer­bun­gen sol­len Ab­hil­fe schaf­fen - auch bei an­de­ren ver­meint­li­chen Han­di­caps

23.10.2014. (dpa) - Wer be­hin­dert, weib­lich oder äl­ter als 45 Jah­re ist oder ei­nen aus­län­disch klin­gen­den Na­men hat, tut sich auf dem Ar­beits­markt schwer.

Um die Per­so­nal­ver­ant­wort­li­chen in Fir­men und Ver­wal­tun­gen für mög­li­che Kli­schees zu sen­si­bi­li­sie­ren, hat Ba­den-Würt­tem­berg 2012 ein Mo­dell­pro­jekt für Be­wer­bun­gen oh­ne per­so­nen­be­zo­ge­ne Da­ten in­iti­iert.

"An­ony­mi­sier­te Be­wer­bungs­ver­fah­ren er­mög­li­chen Chan­cen­gleich­heit", re­sü­mier­te In­te­gra­ti­ons­mi­nis­te­rin Bil­kay Öney (SPD) am Mitt­woch in Stutt­gart.

Da­mit sei es leich­ter, die ers­te gro­ße Hür­de zu neh­men - den Zu­gang zum Be­wer­bungs­ge­spräch.

Am dem Mo­dell­pro­jekt nah­men elf Un­ter­neh­men und Ver­wal­tun­gen aus dem Land teil. 80 Pro­zent der Be­wer­ber ha­ben nach ei­ner Aus­wer­tung des In­sti­tuts zur Zu­kunft der Ar­beit die Aus­wahl als ob­jek­ti­ver emp­fun­den. Die Per­so­nal­ver­ant­wort­li­chen hat­ten zu mehr als 60 Pro­zent ein­ge­räumt, dass per­so­nen­be­zo­ge­ne In­for­ma­tio­nen «min­des­tens et­was Ein­fluss auf die Per­so­nal­aus­wahl» ha­ben.

Im Zu­ge des Pro­jek­tes wur­den 981 Be­wer­bun­gen ab­ge­ge­ben so­wie 354 Ein­la­dun­gen zu Be­wer­bungs­ge­sprä­chen oder Eig­nungs­tests. 67 Men­schen er­hiel­ten ein Job- oder Aus­bil­dungs­platz­an­ge­bot.

Der Auf­wand für die Be­wer­bun­gen sei auf bei­den Sei­ten hö­her, er­läu­ter­te Öney. "Aber die Mü­he lohnt sich." Die Un­ter­neh­men er­hiel­ten pass­ge­naue Fach­kräf­te: "Es geht nur noch um die Qua­li­fi­ka­ti­on der Be­wer­ber, und um nichts an­de­res. Ab­ge­hal­ten wer­den je­ne Be­wer­ber, die nicht zum Job pas­sen." Über­dies könn­ten Fir­men un­ter dem Schlag­wort "Di­ver­si­ty" ihr Pro­fil und Image ver­bes­sern.

Von den teil­neh­men­den Fir­men wer­den sechs wei­ter­hin nach dem stan­dar­di­sier­ten Er­he­bungs­bo­gen ih­re Be­wer­ber re­kru­tie­ren. Die Städ­te Mann­heim und Karls­ru­he sind noch un­ent­schie­den. Nach­dem ihr ei­ge­nes, das So­zi­al- und Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um wei­ter be­tei­ligt sind, will Öney wei­ter­hin bei ih­ren Mi­nis­ter­kol­le­gen, bei Ver­wal­tun­gen, Ver­bän­den und Kam­mern für das neue Ver­fah­ren wer­ben. Sie sprach sich wie die An­ti­dis­kri­mi­nie­rungs­be­auf­trag­te, Chris­ti­ne Lü­ders, ge­gen ge­setz­li­che Ver­pflich­tun­gen der Wirt­schaft aus: Lü­ders: "Man muss sich nicht het­zen las­sen. Die Über­zeu­gung zählt dann." Öney wies dar­auf hin, dass Men­schen, die sich be­nach­tei­ligt füh­len, nach dem All­ge­mei­nen Gleich­be­hand­lungs­ge­setz An­spruch auf Scha­den­er­satz ha­ben.

Auch die Ar­beit­ge­ber Ba­den-Würt­tem­berg set­zen auf Frei­wil­lig­keit. Denn an­ony­mi­sier­te Be­wer­bungs­ver­fah­ren sei­en nicht die ers­te Wahl, um ei­ner­seits denk­ba­re Be­nach­tei­li­gun­gen aus­zu­schlie­ßen, an­de­rer­seits den Be­trie­ben ei­ne ei­gen­ver­ant­wort­li­che und in­di­vi­du­el­le Per­so­nal­re­kru­tie­rung zu er­mög­li­chen.

Nach Wor­ten Öneys lag der Schwer­punkt des Pro­jek­tes auf klei­nen und mitt­le­ren Un­ter­neh­men. Die­se wur­den von Ste­fan Bürk­le von der Stutt­gar­ter "Bürk­le + Schöck Trans­for­ma­to­ren GmbH" ver­tre­ten, der die Teil­nah­me am Mo­dell­pro­jekt als "vol­len Er­folg" ver­bucht: "Wir ge­win­nen da­mit ei­ne bes­se­re Ob­jek­ti­vi­tät bei der Aus­wahl zum Be­wer­bungs­ge­spräch." Er räum­te ein, dass er sich von Schul­zeug­nis­sen ha­ben blen­den las­sen, die im neu­en Ver­fah­ren nicht er­laubt sei­en. "No­ten sind nur ei­ne Mo­ment­auf­nah­me, die nicht wi­der­spie­geln, was die Be­wer­ber wirk­lich kön­nen." Sei­ne vier nach dem an­ony­mi­sier­ten Ver­fah­ren ein­ge­stell­ten Aus­zu­bil­den­den wä­ren an­sons­ten durchs Ras­ter ge­fal­len.

Lü­ders be­schei­nig­te den Ar­beit­ge­bern im Süd­wes­ten gro­ßen Of­fen­heit für das neue Ver­fah­ren. "Sie frem­deln nicht gleich mit dem Frem­den." Nach ih­ren An­ga­ben lau­fen der­zeit Pi­lot­pro­jek­te in Ber­lin und Rhein­land-Pfalz, auch Schles­wig-Hol­stein und Nie­der­sach­sen ha­ben Test­läu­fe an­ge­kün­digt.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 30. Mai 2016

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Kontakt

Sie erreichen uns jeweils von Montag bis Freitag in der Zeit
von 09:00 bis 19:00 Uhr:

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Berlin

Lützowstraße 32
10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: berlin@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Frankfurt am Main

Schumannstraße 27
60325 Frankfurt am Main
Telefon: 069 - 71 03 30 04
Telefax: 069 - 71 03 30 05

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

E-Mail: frankfurt@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hamburg

Neuer Wall 10
20354 Hamburg
Telefon: 040 - 69 20 68 04
Telefax: 040 - 69 20 68 08

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Sebastian Schroeder
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: hamburg@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hannover

Georgstraße 38
30159 Hannover
Telefon: 0511 - 899 77 01
Telefax: 0511 - 899 77 02

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Nina Wesemann
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: hannover@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Köln

Hohenstaufenring 62
50674 Köln
Telefon: 0221 - 709 07 18
Telefax: 0221 - 709 07 31

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Thomas Becker

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

E-mail: koeln@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei München

Ludwigstraße 8
80539 München
Telefon: 089 - 21 56 88 63
Telefax: 089 -21 56 88 67

Ansprechpartner:
Rechts­an­wältin Nora Schu­bert

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt

E-Mail: muenchen@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Nürnberg

Zeltnerstraße 3
90443 Nürnberg
Telefon: 0911 - 953 32 07
Telefax: 0911 - 953 32 08

Ansprechpartner:
Rechts­an­wältin Nora Schu­bert

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: nuernberg@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Stuttgart

Königstraße 10c
70173 Stuttgart
Telefon: 0711 - 470 97 10
Telefax: 0711 - 470 97 96

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

E-Mail: stuttgart@hensche.de



 

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2016:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de

Presse Karriere Links A bis Z Sitemap Impressum
Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880