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Urteile zum Arbeitsrecht
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Schlag­worte: Kündigung: Kirche, Ehebruch, Kündigung: Ehebruch, Wiedereinstellung, Schüth
   
Gericht: Arbeitsgericht Essen
Akten­zeichen: 5 Ca 2480/13
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 22.11.2013
   
Leit­sätze:
Vor­ins­tan­zen:
   

Tat­be­stand: 

Der Kläger be­gehrt die Wie­der­ein­stel­lung und Beschäfti­gung als Kir­chen­mu­si­ker. 

Der am 02.01.1957 ge­bo­re­ne Kläger ist ka­tho­li­scher Kir­chen­mu­si­ker und war seit dem 15.11.1983 bei der Be­klag­ten als A-Kir­chen­mu­si­ker, das heißt als Or­ga­nist und Chor­lei­ter, zu ei­nem mo­nat­li­chen Brut­to­ver­dienst i.H.v. 5680 DM = 2904,13 € tätig.

Mit Schrei­ben vom 15.07.1997 kündig­te die Be­klag­te das Ar­beits­verhält­nis zum 4 31.03.1998.

Mit Ur­teil vom 09.12.1997 gab das Ar­beits­ge­richt F. der Kündi­gungs­schutz­kla­ge des Klägers statt.

Mit Schrei­ben vom 22.12.1997 kündig­te die Be­klag­te das Ar­beits­verhält­nis er­neut or­dent­lich zum 30.06.1998. Nach Ab­wei­sung die­ser Kla­ge in 1. In­stanz setz­te das LAG Düssel­dorf den Rechts­streit zunächst aus.

Das LAG Düssel­dorf wies die Be­ru­fung der Be­klag­ten bezüglich der 1. Kündi­gung zurück. Auf die Re­vi­si­on der Be­klag­ten hob das BAG am 16.09.1999 das Ur­teil des LAG Düssel­dorf auf und wies die Sa­che zur er­neu­ten Ver­hand­lung und Ent­schei­dung an das LAG Düssel­dorf zurück. Am 03.02.2000 wies das LAG Düssel­dorf die Kündi­gungs­schutz­kla­ge des Klägers ab.

Mit Schrei­ben vom 27.03.2000 leg­te der Kläger Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de beim BAG ein, wel­ches die­se im Ju­ni 2000 zurück­wies.

Der Kläger er­hob im Ju­li 2000 Ver­fas­sungs­be­schwer­de. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt er­ließ am 27.06.2002 (AZ: 2 BvR 356/00) ei­nen Nicht­an­nah­me­be­schluss.

Dar­auf­hin führ­te der Kläger ei­ne In­di­vi­du­al­be­schwer­de beim Eu­ropäischen Ge­richts­hof für Men­schen­rech­te (EGMR). Die­ser stell­te mit Ur­teil vom 23.09.2010 fest, dass die Ent­schei­dung des LAG Düssel­dorf vom 03.02.2000 Art. 8 der Eu­ropäischen Kon­ven­ti­on zum Schutz der Men­schen­rech­te und Grund­frei­hei­ten (EM­RK) ver­letzt.

Der Kläger reich­te dar­auf­hin am 14.10.2010 Re­sti­tu­ti­ons­kla­ge vor dem LAG Düssel­dorf ein, be­an­trag­te gleich­zei­tig, das Ru­hen des Ver­fah­rens hin­sicht­lich der 2. Kündi­gung auf­zu­he­ben und die Ver­fah­ren zur ge­mein­sa­men Ent­schei­dung zu ver­bin­den. Hilfs­wei­se mach­te er ei­nen Wie­der­ein­stel­lungs­an­spruch ab dem 23.09.2010 gel­tend.

Mit Be­schluss vom 26.01.2011 ent­schied das LAG Düssel­dorf, dass es über die Zulässig­keit der Re­sti­tu­ti­ons­kla­ge ge­son­dert ver­han­delt und kei­ne Ver­bin­dung mit dem 2. Kündi­gungs­schutz­ver­fah ren er­folgt.

Mit Ur­teil vom 04.05.2011 ver­warf das LAG Düssel­dorf die Re­sti­tu­ti­ons­kla­ge als un­zulässig.

Mit Ur­teil vom 28.06.2012 sprach der EGMR dem Kläger ei­ne Entschädi­gung i.H.v. 40.000 € zu.

Das BAG wies mit Ur­teil vom 22.11.2012 (AZ: 2 AZR 570/11) - dem Kläger zu­ge­stellt am 29.04.2013 - die Re­vi­si­on ge­gen das Ur­teil des LAG Düssel­dorf zurück.

In Rn. 40 der Ent­schei­dungs­gründe heißt es: 

"Im Übri­gen folgt aus der Stich­tags­re­ge­lung des § 35 EG­Z­PO und der Nicht­gel­tung von § 580 Nr. 8 ZPO für vor dem 31.12.2006 rechts­kräftig ab­ge­schlos­se­ne Aus­gangs­ver­fah­ren nicht, dass die fest­ge­stell­te Kon­ven­ti­ons­ver­let­zung für die Rechts­be­zie­hung der an ei­nem sol­chen Aus­gangs­ver­fah­ren be­tei­lig­ten Par­tei­en in je­der Hin­sicht fol­gen­los blei­ben müss­te. So kann das vom Ge­richts­hof an­ge­nom­me­ne Abwägungs­de­fi­zit in Fällen wie dem vor­lie­gen­den un­ter Umständen im Rah­men ei­nes Wie­der­ein­stel­lungs­be­geh­rens des Ar­beit­neh­mers Be­deu­tung ge­win­nen. Ei­nem sol­chen An­trag stünde die ma­te­ri­el­le Rechts­kraft der im Künd ig u ngssch utz­pro­zess er­gan­ge­nen kla­ge­ab­wei­sen­den Ent­schei­dung nicht ent­ge­gen. Zwar steht ih­ret­we­gen mit Bin­dungs­wir­kung zwi­schen den Par­tei­en fest, dass über den in der Kündi­gung mit­ge­teil­ten Ter­min hin­aus kein Ar­beits­verhält­nis zwi­schen ih­nen be­stan­den hat (BAG 23 Ok­to­ber 2008 - 2 AZR 131/07 - Rn. 18, mwN; AP KSchG 1969 § 23 Nr. 43 = EzA KSchG § 23 Nr. 33). Das schließt ei­ne Ver­ur­tei­lung des Ar­beit­ge­bers zu ei­ner Wie­der­ein­stel­lung aber nicht aus. Ob es sich da­bei um ei­ne Sach­la­ge han­delt, bei der die deut­schen Ge­rich­te, wenn nicht über die res iu­di­ca­ta, so doch über ei­nen Ge­gen­stand zu ent­schei­den ha­ben, zu dem der Eu­ropäische Ge­richts­hof für Men­schen­rech­te ei­nen Kon­ven­ti­ons­ver­s­toß fest­ge­stellt hat (vgl. BVerfG 14. Ok­to­ber 2004 - 2 BvR 1481/04 - zu C I 3 b bb der Gründe, BVerfGE 111, 307), kann nicht für al­le denk­ba­ren Fall­ge­stal­tun­gen im Vor­hin­ein be­ant­wor­tet wer­den. Es er­scheint je­den­falls nicht aus­ge­schlos­sen, im Rah­men ei­nes beim dafür zuständi­gen Ge­richt an­ge­brach­ten Wie­der­ein­stel­lungs­an­trags dem Be­stre­ben, der fest­ge­stell­ten Kon­ven­ti­ons­ver­let­zung auch in na­tu­ra ab­zu­hel­fen, an­ge­mes­sen Rech­nung tra­gen zu können."

Mit bei Ge­richt am 02.09.2013 ein­ge­gan­ge­ner, der Be­klag­ten am 05.09.2013 zu­ge­stell­ter Kla­ge be­gehrt der Kläger die Ver­ur­tei­lung der Be­klag­ten zum Ab­schluss ei­nes Ar­beits­ver­tra­ges ab dem 23.09.2010, hilfs­wei­se ab Zu­stel­lung der Kla­ge, so­wie die Beschäfti­gung als Kir­chen­mu­si­ker.

Der Kläger ist der An­sicht, ihm ste­he ein An­spruch auf Wie­der­ein­stel­lung ge­gen die Be­klag­te zu.

Der Kläger be­an­tragt, 

- die be­klag­te Kir­chen­ge­mein­de zu ver­ur­tei­len, mit ihm ei­nen KA­VO-Ar­beits­ver­trag zu den Be­din­gun­gen des Ar­beits­ver­tra­ges vom 15.11.1983 in sei­ner zu­letzt be­ste­hen­den Fas­sung ein­sch­ließlich des De­ka­nats­kan­to­ren­ver­tra­ges (100 % BU, EG 10 Stu­fe 6) ab dem 23.09.2010 - hilfs­wei­se ab Zu­stel­lung die­ser Kla­ge - ab­zu­sch­ließen,

- die be­klag­te Kir­chen­ge­mein­de zu ver­ur­tei­len, ihn zu den Be­din­gun­gen des vor­ge­nann­ten Ar­beits­ver­tra­ges als Kir­chen­mu­si­ker zu beschäfti­gen.

Die Be­klag­te be­an­tragt, 

- die Kla­ge ab­zu­wei­sen. 

Nach Auf­fas­sung der Be­klag­ten sei der Wie­der­ein­stel­lungs­an­spruch be­reits man­gels Ände­rung der tatsächli­chen Umstände zu ver­nei­nen. Im Übri­gen ha­be der Kläger die Frist zur Gel­tend­ma­chung des Wie­der­ein­stel­lungs­an­spruchs versäumt. Auch ha­be die Be­klag­te nach der Kündi­gung des Klägers Dis­po­si­tio­nen, et­wa durch Neu­ein­stel­lun­gen, ge­trof­fen, die ei­ner Wie­der­ein­stel­lung ent­ge­gen­ste­hen.

We­gen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten wird auf die von den Par­tei­en ge­wech­sel­ten Schriftsätze nebst An­la­gen so­wie die Pro­to­kol­le der münd­li­chen Ver­hand­lun­gen Be­zug ge­nom­men.

E n t s c h e i d u n g s g r ü n d e : 

I. 

Die zulässi­ge Kla­ge ist un­be­gründet. 

1. 

Der Kläger hat kei­nen An­spruch ge­gen die Be­klag­te auf Ab­schluss ei­nes Ar­beits­ver­tra­ges. Er kann sein Be­geh­ren nicht auf ei­nen Wie­der­ein­stel­lungs­an­spruch stützen.

Zwar ist die Exis­tenz ei­nes Wie­der­ein­stel­lungs­an­spruchs an­er­kannt. Die­ser ent­steht, wenn sich nach Aus­spruch ei­ner wirk­sa­men Kündi­gung die tatsächli­chen Umstände der­ge­stalt verändern, dass der Kündi­gungs­grund entfällt. Der Wie­der­ein­stel­lungs­an­spruch ist ein Kor­rek­tiv dafür, dass bei der Prüfung der Wirk­sam­keit ei­ner Kündi­gung aus­sch­ließlich auf die Umstände zum Zeit­punkt des Zu­gangs der Kündi­gung ab­ge­stellt wird (BAG v. 27.02.1997 - 2 AZR 160/96 - NZA 1997, 757). Ei­nen sol­chen An­spruch auf un­veränder­te Fort­set­zung des Ar­beits­verhält­nis­ses hat der Ar­beit­neh­mer al­ler­dings nur, wenn un­ter Berück­sich­ti­gung der Umstände des Ein­zel­falls sei­ne schutz­wer­ten In­ter­es­sen den In­ter­es­sen des Ar­beit­ge­bers über­wie­gen. Ein über­wie­gen­des In­ter­es­se des Ar­beit­ge­bers an der Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses kann an­zu­neh­men sein, wenn der Ar­beit­ge­ber im Hin­blick auf die Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses auf­grund der Kündi­gung be­reits Dis­po­si­tio­nen ge­trof­fen hat, et­wa wenn er bei ei­ner krank­heits­be­ding­ten Kündi­gung in gu­tem Glau­ben an die Wirk­sam­keit der Kündi­gung den Ar­beits­platz be­reits neu be­setzt hat. Eben­so kann bei ei­ner im Kündi­gungs­zeit­punkt be­ab­sich­tig­ten Be­triebs­stil­le­gung die späte­re Chan­ce, den Be­trieb zu veräußern, da­von abhängen, dass der Er­wer­ber den Kauf von der vor­he­ri­gen Durchführung von Ra­tio­na­li­sie­rungs­maßnah­men oder der Ände­rung der Ar­beits­be­din­gun­gen der Ar­beit­neh­mer abhängig macht. In die­sem Fall wird es dem Ar­beit­ge­ber re­gelmäßig un­zu­mut­bar sein, den wirk­sam gekündig­ten Ar­beit­neh­mern die Fort­set­zung des bis­he­ri­gen Ar­beits­verhält­nis­ses zu­min­dest zu den bis­he­ri­gen Ar­beits­be­din­gun­gen an­zu­bie­ten, denn oh­ne die Ra­tio­na­li­sie­rung würde der Ver­kauf schei­tern und es müss­te des­halb zu der von An­fang an ge­plan­ten Be­triebs­stil­le­gung kom­men (BAG v. 27.02.1997, a. a. O.).

Ge­mes­sen an die­sen Grundsätzen hat der Kläger kei­nen Wie­der­ein­stel­lungs­an­spruch. Es fehlt so­wohl an ei­ner taug­li­chen An­spruchs­grund­la­ge und auch die kon­kre­ten Vor­aus­set­zun­gen ei­nes Wie­der­ein­stel­lungs­an­spruchs sind nicht ge­ge­ben.

Aus der bis­he­ri­gen Recht­spre­chung zum Wie­der­ein­stel­lungs­an­spruch er­gibt sich, dass ein sol­cher grundsätz­lich nur in Be­tracht kommt, wenn sich die der Kündi­gung zu­grun­de lie­gen­den Umstände während des Laufs der Kündi­gungs­frist ändern. Darüber hin­aus wird im Be­reich von be­triebs­be­ding­ten Kündi­gun­gen, et­wa beim Be­triebsüber­gang oder aber auch bei ver­hal­tens­be­ding­ten Kündi­gun­gen ein Wie­der­ein­stel­lungs­an­spruch auch bei Verände­run­gen der Umstände nach Ab­lauf der Kündi­gungs­frist un­ter be­stimm­ten Vor­aus­set­zun­gen an­er­kannt. Gleich­wohl ist dies bis­lang nur für Fall­ge­stal­tun­gen an­ge­nom­men wor­den, in wel­chen sich die Umstände in ei­nem sehr en­gen zeit­li­chen Zu­sam­men­hang nach Ab­lauf der Kündi­gungs­frist geändert ha­ben. Das ist aber im kon­kre­ten Fall nicht ge­ge­ben. Bei ei­nem Sach­ver­halt, wie er kon­kret zu­grun­de liegt, kann ein en­ger zeit­li­cher Zu­sam­men­hang und ei­ne da­mit ver­bun­de­ne Verände­rung der tatsächli­chen Umstände während des Laufs der Kündi­gungs­frist oder un­mit­tel­bar da­nach un­ter kei­nen Umständen mehr an­ge­nom­men wer­den. Das rechts­kräfti­ge Ur­teil des LAG Düssel­dorf über die 1. Kündi­gung stammt vom 03.02.2000, die Kündi­gung selbst vom 15.07.1997. Legt man die Ent­schei­dung des EGMR vom 23.09.2010 zu­grun­de, so liegt zwi­schen dem Ab­lauf der Kündi­gungs­frist hin­sicht­lich der 1. Kündi­gung und der Ent­schei­dung des EGMR ein Zeit­raum von 12,5 Jah­ren.

Aus Sicht der Kam­mer ist die bis­lang ent­wi­ckel­te Recht­spre­chung zum Wie­der­ein­stel­lungs­an­spruch auf die hie­si­ge Fall­ge­stal­tung nicht über­trag­bar. Denn der Wie­der­ein­stel­lungs­an­spruch wur­de von der Recht­spre­chung als Kor­rek­tiv dafür ent­wi­ckelt, dass sich die Umstände während des Laufs der Kündi­gungs­frist oder un­mit­tel­bar nach Ab­lauf der­ge­stalt verändern, dass sie nun­mehr ei­ne an­de­re Wer­tung zu­las­sen. An­de­rer­seits wird aber für die Fra­ge der Wirk­sam­keit der Kündi­gung al­lein auf den Zeit­punkt des Aus­spruchs bzw. des Zu­gangs der Kündi­gung ge­schaut. Den Fällen, in de­nen der Wie­der­ein­stel­lungs­an­spruch bis­lang an­er­kannt wur­de, lie­gen gänz­lich an­de­re Sach­ver­hal­te zu­grun­de

Die Ent­schei­dung des EGMR, dass bei der Abwägung des Kündi­gungs­sach­ver­hal­tes nicht al­le Kri­te­ri­en sorgfältig ab­ge­wo­gen wur­den und man bei Berück­sich­ti­gung sämt­li­cher Umstände ggf. zu ei­nem an­de­ren Er­geb­nis ge­kom­men wäre, folgt mehr als 10 Jah­re nach der rechts­kräfti­gen Ent­schei­dung über die Kündi­gung. In die­sem Zeit­rah­men hat der Ar­beit­ge­ber längst Dis­po­si­tio­nen ge­trof­fen. Er muss­te nicht mehr da­mit rech­nen, nach ei­nem sol­chen Zeit­raum ggf. ver­pflich­tet zu wer­den, den Kläger wie­der ein­zu­stel­len. Dies ist ihm nach ei­nem sol­chen Zeit­punkt von mehr als 1 Jahr­zehnt auch schlicht nicht mehr zu­zu­mu­ten. Je­den­falls dann, wenn auch das Re­sti­tu­ti­ons­ver­fah­ren nicht mehr zum Er­folg führen kann, kann das mit dem Re­sti­tu­ti­ons­ver­fah­ren be­gehr­te Er­geb­nis nicht über den Um­weg des Wie­der­ein­stel­lungs­an­spruchs er­reicht wer­den. Das Re­sti­tu­ti­ons­ver­fah­ren ist in die­sem Zu­sam­men­hang das letz­te mögli­che Mit­tel ge­we­sen, das - die Gründe des Schei­terns des Re­sti­tu­ti­ons­ver­fah­rens können aus Sicht der Kam­mer da­hin­ste­hen - im Er­geb­nis je­den­falls nicht zum Er­folg geführt hat.

Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Klägers folgt ein sol­cher Wie­der­ein­stel­lungs­an­spruch auch nicht aus der Rand­num­mer 40 der Ent­schei­dungs­gründe des Ur­teils des BAG v. 22.11.2012 (AZ: 2 AZR 570/11). Das BAG führt le­dig­lich aus, dass ein Wie­der­ein­stel­lungs­an­spruch, den der Kläger be­reits im Re­sti­tu­ti­ons­ver­fah­ren so­wohl vor dem LAG als auch vor dem BAG als hilfs­wei­sen An­trag gel­tend ge­macht hat, nicht von vorn her­ein aus­ge­schlos­sen scheint. Un­ge­ach­tet der Pro­ble­ma­tik, dass ein sol­ches Be­geh­ren zunächst wohl eher am zuständi­gen Ge­richt 1. In­stanz hätte gel­tend ge­macht wer­den müssen, wie es nun­mehr er­folgt ist, lässt das BAG je­den­falls in sei­nen Ausführun­gen in der Rand­num­mer 40 völlig of­fen, un­ter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen ein sol­cher An­spruch in Be­tracht kommt. Eben­so we­nig äußert sich das BAG ge­nau­er zu der Fra­ge, ob in Fällen wie dem vor­lie­gen­den nach mehr als 1 Jahr­zehnt über­haupt ein sol­cher An­spruch in Be­tracht kommt. Die Wort­wahl "von vorn her­ein nicht aus­ge­schlos­sen" lässt je­doch nicht zwin­gend auf ei­nen ein­klag­ba­ren An­spruch schließen. Denn un­ter­stellt es wäre von ei­nem sol­chen An­spruch aus­zu­ge­hen, würde dies ein Hin­weg­set­zen über jeg­li­che Gren­zen, die die Recht­spre­chung bis­her für den Wie­der­ein­stel­lungs­an­spruch ge­zo­gen hat, be­deu­ten. Dem dürf­ten je­den­falls die Ge­sichts­punk­te der Rechts­si­cher­heit und Rechts­klar­heit ein­deu­tig ent­ge­gen­ste­hen.

Da­hin­ste­hen konn­te im Er­geb­nis, ob der Kläger sein Wie­der­ein­stel­lungs­be­geh­ren vor dem in­so­weit zuständi­gen erst­in­stanz­li­chen Ge­richt über­haupt recht­zei­tig gel­tend ge­macht hat, da be­reits die Vor­aus­set­zun­gen ei­nes sol­chen An­spruchs wie dar­ge­legt nicht erfüllt wa­ren.

2. 

Der Kläger hat auch kei­nen An­spruch ge­gen die Be­klag­te, als Kir­chen­mu­si­ker beschäftigt zu wer­den. Un­ge­ach­tet der wei­te­ren Vor­aus­set­zun­gen schei­tert der Beschäfti­gungs­an­spruch be­reits an der Exis­tenz ei­nes zwi­schen den Par­tei­en­be­ste­hen­den Ar­beits­verhält­nis­ses.

II. 

Die Kos­ten­ent­schei­dung folgt aus § 46 Abs. 2 ArbGG iVm. § 91 ZPO. 

III. 

Der Streit­wert ist gem. § 61 Abs. 1 ArbGG, § 3 ZPO im Ur­teil fest­zu­set­zen. 

IV. 

Die Be­ru­fung war nicht ge­son­dert zu­zu­las­sen. Hier­von un­berührt bleibt die Statt­haf­tig­keit der Be­ru­fung nach dem Wert des Be­schwer­de­ge­gen­stan­des.

RECH­TSMIT­TEL­BE­LEH­RUNG 

Ge­gen die­ses Ur­teil kann von der kla­gen­den Par­tei Be­ru­fung ein­ge­legt wer­den. Für die be­klag­te Par­tei ist ge­gen die­ses Ur­teil kein Rechts­mit­tel ge­ge­ben.

Die Be­ru­fung muss in­ner­halb ei­ner Not­frist* von ei­nem Mo­nat schrift­lich oder in elek­tro­ni­scher Form beim

Lan­des­ar­beits­ge­richt Düssel­dorf 

Lud­wig-Er­hard-Al­lee 21

40227 Düssel­dorf 

Fax: 0211-7770 2199 

ein­ge­gan­gen sein. 

Die elek­tro­ni­sche Form wird durch ein qua­li­fi­ziert si­gnier­tes elek­tro­ni­sches Do­ku­ment ge­wahrt, das nach Maßga­be der Ver­ord­nung des Jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums über den elek­tro­ni­schen Rechts­ver­kehr bei den Ar­beits­ge­rich­ten im Lan­de Nord­rhein-West­fa­len (ERV­VO ArbG) vom 2. Mai 2013 in der je­weils gel­ten­den Fas­sung in die elek­tro­ni­sche Post­stel­le zu über­mit­teln ist. Nähe­re Hin­wei­se zum elek­tro­ni­schen Rechts­ver­kehr fin­den Sie auf der In­ter­net­sei­te www.egvp.de.

Die Not­frist be­ginnt mit der Zu­stel­lung des in vollständi­ger Form ab­ge­fass­ten Ur­teils, spätes­tens mit Ab­lauf von fünf Mo­na­ten nach des­sen Verkündung.

Die Be­ru­fungs­schrift muss von ei­nem Be­vollmäch­tig­ten un­ter­zeich­net sein. Als Be­vollmäch­tig­te sind nur zu­ge­las­sen:

1.Rechts­anwälte, 

2.Ge­werk­schaf­ten und Ver­ei­ni­gun­gen von Ar­beit­ge­bern so­wie Zu­sam­men­schlüsse sol­cher Verbände für ih­re Mit­glie­der oder für an­de­re Verbände oder Zu­sam­men­schlüsse mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung und de­ren Mit­glie­der,

3.ju­ris­ti­sche Per­so­nen, de­ren An­tei­le sämt­lich im wirt­schaft­li­chen Ei­gen­tum ei­ner der in Num­mer 2 be­zeich­ne­ten Or­ga­ni­sa­tio­nen ste­hen, wenn die ju­ris­ti­sche Per­son aus­sch­ließlich die Rechts­be­ra­tung und Pro­zess­ver­tre­tung die­ser Or­ga­ni­sa­ti­on und ih­rer Mit­glie­der oder an­de­rer Verbände oder Zu­sam­men­schlüsse mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung und de­ren Mit­glie­der ent­spre­chend de­ren Sat­zung durchführt, und wenn die Or­ga­ni­sa­ti­on für die Tätig­keit der Be­vollmäch­tig­ten haf­tet.

Ei­ne Par­tei, die als Be­vollmäch­tig­te zu­ge­las­sen ist, kann sich selbst ver­tre­ten. 

* Ei­ne Not­frist ist un­abänder­lich und kann nicht verlängert wer­den. 

- gez. Dr. Ha­ge­dorn - 

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