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Ki­ta-Streik ist zu En­de - Sch­lich­ter sol­len Lö­sung fin­den

Spä­tes­tens ab Mon­tag wird nicht mehr ge­streikt: Die Ge­sprä­che zwi­schen Ar­beit­ge­bern und Ge­werk­schaf­ten sind zwar ge­schei­tert, aber nun müs­sen Sch­lich­ter ran. En­de of­fen

05.06.2015. (dpa) - Hun­dert­tau­sen­de El­tern kön­nen erst­mal auf­at­men: Der Ki­ta-Streik geht nach vier Wo­chen zu En­de - spä­tes­tens am Mon­tag sind die Er­zie­her wie­der für die Kin­der da.

Ar­beit­ge­ber und Ge­werk­schaf­ten ver­ein­bar­ten am Don­ners­tag ei­ne Sch­lich­tung, nach­dem die Ta­rif­ver­hand­lun­gen für kom­mu­na­le Ki­ta-Er­zie­her und So­zi­al­ar­bei­ter nach stun­den­lan­gen Ver­hand­lun­gen ge­schei­tert wa­ren.

Für Ver­di schlich­tet der frü­he­re Ober­bür­ger­meis­ter von Han­no­ver, Her­bert Schmal­stieg (SPD), die Ar­beit­ge­ber be­nann­ten den frü­he­ren säch­si­schen Mi­nis­ter­prä­si­den­ten Ge­org Milb­radt (CDU).

Die Sch­lich­ter müs­sen spä­tes­tens bis 11. Ju­ni erst­mals ge­tagt ha­ben und bis 18. Ju­ni ei­nen Vor­schlag auf den Tisch le­gen.

Da­mit grei­fe ei­ne Frie­dens­pflicht, sag­ten die Ver­hand­lungs­füh­rer Tho­mas Böh­le und Frank Bsirs­ke in Ber­lin.

Trotz­dem plant die Ge­werk­schaft Ver­di wei­te­re Pro­tes­te. "Wir wer­den die Aus­ein­an­der­set­zung auf­neh­men, um die Auf­wer­tung der so­zia­len Be­ru­fe zu er­rei­chen", sag­te Ver­di-Chef Bsirs­ke nach ei­ner Ta­gung von rund 300 De­le­gier­ten in Frank­furt. Ge­plant sind Ak­tio­nen au­ßer­halb der Ar­beits­zeit. "Wir ha­ben nicht vor, zu re­si­gnie­ren." Am 13. Ju­ni soll es zu­dem De­mons­tra­tio­nen un­ter Re­gie des Deut­schen Ge­werk­schafts­bun­des (DGB) ge­ben. Die Ge­werk­schaf­ten for­dern für die kom­mu­na­len Be­schäf­tig­ten im So­zi­al- und Er­zie­hungs­dienst im Schnitt zehn Pro­zent mehr Geld.

Bsirs­ke warf den Ar­beit­ge­bern vor, sie sei­en nicht zur Auf­wer­tung des gan­zen Be­rufs­fel­des mit sei­nen rund 240 000 Be­schäf­tig­ten in den Kom­mu­nen be­reit ge­we­sen. Sie hät­ten "ein er­schre­cken­des Maß an Gleich­gül­tig­keit ge­zeigt", sag­te er in Frank­furt. Der Prä­si­dent des kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber­ver­bands VKA, Böh­le, be­ton­te: "Die Ar­beit­ge­ber ha­ben in al­len Be­rufs­fel­dern Ver­bes­se­run­gen vor­ge­schla­gen." Wo Hand­lungs­be­darf be­ste­he, ha­be man sich Ge­dan­ken ge­macht, doch die For­de­run­gen der Ge­werk­schaf­ten sei­en ein­fach zu hoch ge­we­sen. "Zu pau­scha­len Er­hö­hun­gen wa­ren wir nicht be­reit."

Der Sch­lich­ter der Ge­werk­schaf­ten, Schmal­stieg, zeig­te sich op­ti­mis­tisch, ei­ne Ei­ni­gung mit den Ver­tre­tern der Kom­mu­nen zu er­rei­chen. "Da wer­den wir schon was be­we­gen", sag­te er der Deut­schen Pres­se-Agen­tur. "Ich glau­be, dass die Ar­beit­ge­ber wis­sen, wel­che wich­ti­ge Auf­ga­be Er­zie­he­rin­nen und Er­zie­her im Kin­der­ta­ges­stät­ten­be­reich ha­ben." Noch sei of­fen, wann das Sch­lich­tungs­ver­fah­ren be­gin­ne. Den Vor­sitz im Sch­lich­ter­duo hat tur­nus­ge­mäß die Ar­beit­ge­ber­sei­te.

Bei Er­zie­he­rin­nen und So­zi­al­ar­bei­tern stieß die Sch­lich­tung auf Kri­tik. Ei­ne So­zi­al­ar­bei­te­rin aus Lehr­te bei Han­no­ver sag­te bei der Ver­di-Ta­gung in Frank­furt: "Wir wa­ren vier Wo­chen auf der Stra­ße und fra­gen uns jetzt: wo­für?" Auf ei­nem Pla­kat war­fen De­le­gier­te der Ge­werk­schaft "Wort­bruch" vor. Bsirs­ke ver­tei­dig­te das Er­geb­nis: "Die Öf­fent­lich­keit hät­te kein Ver­ständ­nis, wenn wir die Sch­lich­tung nicht an­ge­nom­men hät­ten." Das An­ge­bot sei von den kom­mu­na­len Ar­beit­ge­bern ge­kom­men.

Am 21. April wa­ren die Ta­rif­ver­hand­lun­gen ab­ge­bro­chen wor­den. Seit 8. Mai wur­de ge­streikt. Am Mon­tag ver­han­del­ten Ar­beit­ge­ber und Ge­werk­schaf­ten er­neut - bis zum letz­ten rund 16-stün­di­gen Ver­hand­lungs­ma­ra­thon.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 11. April 2016

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