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Ko­ali­ti­on lo­tet An­rei­ze für Aus­bil­dung Lang­zeit­ar­beits­lo­ser aus

Der "har­te Kern" der Lang­zeit­ar­beits­lo­sen hat we­gen feh­len­der Ab­schlüs­se kaum Chan­cen auf dau­er­haf­te Jobs: Die Ko­ali­ti­on prüft nun Prä­mi­en, da­mit Be­trof­fe­ne ei­ne Aus­bil­dung nicht ab­bre­chen. Kri­ti­ker spre­chen von Durch­hal­te­prä­mi­en

26.04.2014. (dpa) - Die Bun­des­re­gie­rung lo­tet fi­nan­zi­el­le An­rei­ze aus, um Lang­zeit­ar­beits­lo­se in Wei­ter­bil­dungs­maß­nah­men zu hal­ten und so ih­re Job­chan­cen zu er­hö­hen.

Er­wo­gen wür­den ein­ma­li­ge Prä­mi­en als zu­sätz­li­che Mo­ti­va­ti­on, da­mit Be­trof­fe­ne ei­ne Wei­ter­bil­dung durch­zö­gen, auch wenn sie da­von mög­li­cher­wei­se fi­nan­zi­el­le Nach­tei­le hät­ten, sag­te ein Spre­cher des Ar­beits­mi­nis­te­ri­ums am Frei­tag in Ber­lin.

Es ge­he um Be­loh­nun­gen und ei­nen Aus­gleich even­tu­el­ler fi­nan­zi­el­ler Ein­bu­ßen.

Ziel sei grund­sätz­lich, dass vor al­lem der "har­te Kern" von Lang­zeit­ar­beits­lo­sen nach ei­ner Aus­bil­dung wie­der lang­fris­tig auf dem Ar­beits­markt Fuß fas­se. Fehl­an­rei­ze für die­je­ni­gen, die sich mit Hilfs­ar­bei­ter­jobs und Auf­sto­cker-So­zi­al­leis­tun­gen durch­schla­gen, sol­len ver­mie­den wer­den. Dau­er­haf­te Prä­mi­en oder Zu­schlä­ge sei­en je­doch recht­lich schwie­rig: "Da sind wir eher skep­tisch."

Kri­tik an den Plä­nen kommt aus der CSU: "Statt Lang­zeit­ar­beits­lo­se mit Prä­mi­en ab­zu­spei­sen, müs­sen wir sie bei der nach­hal­ti­gen Wie­der­ein­glie­de­rung in den Ar­beits­markt in­di­vi­du­ell un­ter­stüt­zen", for­der­te Bay­erns Ar­beits­mi­nis­te­rin Emi­lia Mül­ler (CSU). Ei­ne Fort­bil­dungs­prä­mie sei der völ­lig fal­sche An­satz. Ei­ne dau­er­haf­te Ein­glie­de­rung in den Ar­beits­markt kön­ne man so nicht er­rei­chen.

Die Lang­zeit­ar­beits­lo­sig­keit hat sich in Deutsch­land ver­fes­tigt: Im Schnitt sind trotz gu­ter Be­schäf­ti­gungs­ent­wick­lung ei­ne Mil­li­on er­werbs­fä­hi­ge Men­schen ein Jahr oder län­ger oh­ne Ar­beit. Rund 400 000 da­von gel­ten auf­grund per­sön­li­cher Ein­schrän­kun­gen als schwer ver­mit­tel­bar. För­der­mit­tel wur­den ge­kürzt.

30 000 von ih­nen sol­len durch ein neu­es Bun­des­pro­gramm Ar­beit fin­den, wie be­reits frü­her be­kannt­ge­ge­ben wor­den war. Star­ten soll es An­fang 2015. Ge­dacht ist es für Hartz-IV-Be­zie­her oh­ne Be­rufs­ab­schluss. Wer sie ein­stellt, soll 18 Mo­na­te lang Lohn­kos­ten­zu­schüs­se er­hal­ten, die Be­trof­fe­nen sel­ber sol­len von Fach­leu­ten be­treut wer­den.

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Letzte Überarbeitung: 10. Juni 2016

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