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Ko­ali­ti­on ent­schärft Ge­set­zes­plä­ne für Hartz-IV-Be­zie­her

Die Re­geln für den Be­zug von Hartz IV sol­len ein­fa­cher wer­den: Doch Kri­ti­ker se­hen in den Plä­nen der Re­gie­rung vor al­lem neue Be­nach­tei­li­gun­gen. Nun rückt die Ko­ali­ti­on qua­si im letz­ten Mo­ment von ei­ni­gen Punk­ten wie­der ab

21.06.2016. (dpa) - Kurz vor der ab­schlie­ßen­den Be­ra­tung im Bun­des­tag hat die Ko­ali­ti­on ih­re Plä­ne für Hartz-IV-Be­zie­her an meh­re­ren Stel­len ent­schärft.

Das geht aus ei­nem 24-sei­ti­gen Ent­wurf her­vor, der der Deut­schen Pres­se-Agen­tur in Ber­lin vor­liegt.

Ge­stri­chen oder ge­än­dert wur­den Re­ge­lun­gen, die aus Sicht von Kri­ti­kern zu Ver­schlech­te­run­gen für Al­lein­er­zie­hen­de und Äl­te­re ge­führt hät­ten.

Die Ge­set­zes­plä­ne für Rechts­ver­ein­fa­chun­gen bei Hartz IV sol­len an die­sem Don­ners­tag im Bun­des­tag be­schlos­sen wer­den.

In dem neu­en Ent­wurf feh­len sämt­li­che Pas­sa­gen zu Hartz IV für Kin­der von ge­trenn­ten El­tern. Hier war vor­ge­se­hen ge­we­sen, dass die Job­cen­ter fra­gen, bei wel­chem El­tern­teil das Kin­der ta­ge­wei­se ist, und ent­spre­chend die Leis­tun­gen be­rech­nen. Ge­dacht war das als Ver­ein­fa­chung, weil der je­wei­li­ge Auf­ent­halt des Kin­des bis­her oft kom­pli­ziert er­mit­telt wird. Doch in der Pra­xis er­he­ben vie­le Job­cen­ter wech­seln­de Auf­ent­hal­te bis­her gar nicht. Die Neu­re­ge­lung hät­te für vie­le Al­lein­er­zie­hen­de ei­ne Ver­schlech­te­rung ge­bracht, hat­ten zahl­rei­che So­zi­al­ver­bän­de ge­warnt.

Neu auf­ge­nom­men wur­de ei­ne Klar­stel­lung zur Zwangs­ver­ren­tung von äl­te­ren Hartz-IV-Be­zie­hern. Es soll nun doch kei­ne Sank­tio­nen ge­ben, wenn Be­trof­fe­ne kei­ne Un­ter­la­gen vor­le­gen, die für die zwangs­wei­se Früh­ver­ren­tung nö­tig sind. Hin­ter­grund ist, dass jähr­lich Tau­sen­de Hartz-IV-Emp­fän­ger auf­ge­for­dert wer­den, vor­zei­tig mit 63 in Ren­te zu ge­hen, ob­wohl sie da­bei Ab­schlä­ge hin­neh­men müs­sen.

Kom­men Hartz-IV-Be­zie­her in be­stimm­ten Fäl­len der Pflicht zur Vor­la­ge von Un­ter­la­gen nicht nach, sol­len die Job­cen­ter ih­nen Leis­tun­gen ent­zie­hen, bis sie die­sen Pflich­ten nach­kom­men. Neu ist hier­bei nun die Fest­stel­lung: "Die­se Re­ge­lung gilt nicht bei der Be­an­tra­gung von vor­ge­zo­ge­nen Al­ters­ren­ten."

Auch an an­de­ren Stel­len soll der Ge­setz­ent­wurf ge­än­dert wer­den - et­wa hin­sicht­lich Ein-Eu­ro-Jobs wie der Sau­ber­hal­tung von Parks. Hartz-IV-Be­zie­hern dür­fen sol­che Ar­beits­ge­le­gen­hei­ten bis­her bin­nen fünf Jah­ren nicht län­ger als 24 Mo­na­te zu­ge­wie­sen wer­den. Künf­tig soll die För­der­dau­er für wei­te­re 12 Mo­na­te ver­län­gert wer­den kön­nen. "Hier­von sol­len vor­ran­gig äl­te­re Per­so­nen und Leis­tungs­be­rech­tig­te mit min­der­jäh­ri­gen Kin­dern pro­fi­tie­ren", heißt es im Ent­wurf.

Die ge­sam­ten Ge­set­zes­plä­ne für ver­schie­de­ne Neu­re­ge­lun­gen bei Hartz IV wa­ren in ei­ner Bun­des­tags­an­hö­rung bei Ex­per­ten auf Lob, aber auch auf reich­lich Kri­tik ge­sto­ßen. Das Ziel des Ge­set­zes­vor­ha­bens ist es, Job­cen­ter von Bü­ro­kra­tie zu ent­las­ten und ih­nen mehr Zeit zur Ver­mitt­lung von Ar­beits­lo­sen zu ge­ben.

Per Än­de­rungs­an­trag woll­ten Uni­on und SPD die­se Ge­set­zes­plä­ne im par­la­men­ta­ri­schen Ver­fah­ren noch er­wei­tern. Neu ist nun ein nach Pro­tes­ten kor­ri­gier­ter Ent­wurf die­ses Än­de­rungs­an­trags. Die we­sent­li­chen In­hal­te der Kor­rek­tur wa­ren schon in den ver­gan­ge­nen Ta­gen be­kannt ge­wor­den. Am Mon­tag wur­de die ent­spre­chen­de For­mu­lie­rungs­hil­fe des Bun­des­so­zi­al­mi­nis­te­ri­ums für den kor­ri­gier­ten Än­de­rungs­an­trag an die Ab­ge­ord­ne­ten ver­schickt. Es wird er­war­tet, dass dies nun so be­schlos­sen wird.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 29. Juli 2016

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