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Gu­te Kon­junk­tur­aus­sich­ten we­cken Hoff­nun­gen auf neu­en Job­auf­schwung

Op­ti­mis­ti­sche Un­ter­neh­mer, Ver­brau­cher in bes­ter Kon­sum­lau­ne und die Aus­sicht auf ei­nen Kon­junk­tur­auf­schwung - da­von soll­te auch der Ar­beits­markt pro­fi­tie­ren, glaubt man bei der Bun­des­agen­tur: Dort sieht man be­reits ers­te Licht­bli­cke

31.01.2014. (dpa) - Der wach­sen­de Kon­junk­tur­op­ti­mis­mus in deut­schen Chef­eta­gen hat bei der Bun­des­agen­tur für Ar­beit (BA) Hoff­nun­gen auf ei­nen neu­en Job­auf­schwung ge­weckt.

Ers­te Hin­wei­se da­für lie­fer­ten die jüngs­ten Ar­beits­lo­sen­zah­len.

"Jen­seits sai­so­na­ler Son­der­ef­fek­te, wie sie im Ja­nu­ar üb­lich sind, ent­wi­ckelt sich der Ar­beits­markt po­si­tiv", stell­te das BA-Vor­stands­mit­glied Hein­rich Alt am Don­ners­tag in Nürn­berg fest.

Be­reits im vier­ten Quar­tal 2013 dürf­te es ein et­was stär­ke­res Wirt­schafts­wachs­tum ge­ge­ben ha­ben.

In­zwi­schen ver­bes­ser­ten sich auch die Ex­port­aus­sich­ten, die Bin­nen­nach­fra­ge sei wei­ter gut, zähl­te Alt auf.

Im Ja­nu­ar hat­te al­ler­dings stren­ge Käl­te vor al­lem im Nor­den und Os­ten Deutsch­lands die Ar­beits­lo­sig­keit erst­mals seit ei­nem Drei­vier­tel­jahr wie­der über die Mar­ke von drei Mil­lio­nen stei­gen las­sen. Die Zahl der Job­su­cher klet­ter­te im Ver­gleich zum De­zem­ber um 263 000 auf 3 136 000. Da­mit fiel der An­stieg al­ler­dings schwä­cher aus als in den vor­an­ge­gan­ge­nen Jah­ren. Im Ver­gleich zu 2013 wa­ren im Ja­nu­ar so­gar 2000 Men­schen we­ni­ger er­werbs­los. Die Ar­beits­lo­sen­quo­te leg­te im Ver­gleich zum Vor­mo­nat um 0,6 Punk­te auf 7,3 Pro­zent zu.

Der ver­hält­nis­mä­ßig star­ke An­stieg der Ar­beits­lo­sig­keit im Ja­nu­ar hän­ge da­mit zu­sam­men, dass auf vie­len Bau­stel­len so­wie im Land­schafts- und Gar­ten­bau wit­te­rungs­be­dingt die Ar­beit ru­he, sag­te Alt. Be­schäf­tig­te in den so­ge­nann­ten Au­ßen­be­ru­fen ver­lö­ren da­durch vor­über­ge­hend ih­re Ar­beit.

Sai­son­be­rei­nigt ist die Ar­beits­lo­sig­keit im Ja­nu­ar um 28 000 ge­fal­len - und da­mit so stark wie schon lan­ge nicht mehr. Al­ler­dings ge­he nur rund ein Vier­tel die­ses Ef­fekts auf das Kon­to der all­mäh­lich an­zie­hen­den Kon­junk­tur, räum­te Alt ein. Zu drei Vier­teln sei für die­sen Ent­las­tungs­ef­fekt die ge­stie­ge­ne Zahl von Aus- und Fort­bil­dun­gen ver­ant­wort­lich. Die Bun­des­agen­tur be­müht sich seit ei­ni­gen Mo­na­ten ver­stärkt dar­um, die Job­chan­cen von Ar­beits­lo­sen mit ge­ziel­ten Fort­bil­dun­gen zu ver­bes­sern.

Un­ter­des­sen bleibt die deut­sche Wirt­schaft auch in Zei­ten der Kon­junk­tur­flau­te ei­ne Job­ma­schi­ne. So lag die Zahl der Er­werbs­tä­ti­gen nach An­ga­ben des Sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes zu­letzt im De­zem­ber bei 42,06 Mil­lio­nen; das sind 255 000 mehr als im Jahr da­vor. Die Zahl der so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Be­schäf­tig­ten stieg so­gar um 335 000 auf 29,76 Mil­lio­nen (No­vem­ber­da­ten). Da vie­le Er­werbs­lo­se nicht das not­wen­di­ge Rüst­zeug für die an­ge­bo­te­nen Jobs mit­brach­ten, gin­gen die neu­en Stel­len oft an qua­li­fi­zier­te EU-Zu­wan­de­rer und Müt­ter nach der El­tern­zeit.

Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­rin An­drea Nah­les (SPD) sieht den Ar­beits­markt bei sta­bi­ler Be­schäf­ti­gung in gu­ter Ver­fas­sung. "Er­freu­lich ist, dass der Ein­satz von ar­beits­markt­po­li­ti­schen Maß­nah­men die­se Ent­wick­lung stüt­zen konn­te. Die Schwer­punkt­set­zung auf ge­ziel­te Wei­ter­bil­dung zeigt die ge­wünsch­te Wir­kung", hieß es in ei­ner am Don­ners­tag in Ber­lin ver­öf­fent­lich­ten Stel­lung­nah­me. Auf­ga­be blei­be es, auch je­ne zu er­rei­chen, die bis­her nicht da­von pro­fi­tie­ren konn­ten. Auch die CSU-Lan­des­grup­pe im Bun­des­tag äu­ßer­te sich zu­frie­den: "Die deut­sche Wirt­schaft bleibt auf Wachs­tums­kurs und gibt un­ver­än­dert deut­li­chen Rü­cken­wind für den Ar­beits­markt."

Kri­ti­scher be­ur­teilt die Bun­des­tags-Op­po­si­ti­on die ak­tu­el­le La­ge. Nach Ein­schät­zung der Links­par­tei ist die "Ent­wick­lung des Ar­beits­mark­tes nach wie vor schwach, un­ab­hän­gig vom üb­li­chen An­stieg im Ja­nu­ar". Im­mer deut­li­cher trä­ten struk­tu­rel­le Pro­blem zu­ta­ge. Vor al­lem Lang­zeit­ar­beits­lo­se, Be­hin­der­te und äl­te­re Ar­beits­lo­se be­kä­men im­mer schwie­ri­ger ei­nen Job. Die­se Ein­schät­zung tei­len die Grü­nen weit­ge­hend. In ei­ner Er­klä­rung der Bun­des­tags­frak­ti­on heißt es: Statt vom kon­junk­tu­rel­le Rü­cken­wind zu pro­fi­tie­ren, bla­se Lang­zeit­ar­beits­lo­sen ei­si­ger Ge­gen­wind ins Ge­sicht.

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Letzte Überarbeitung: 30. Juni 2014

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