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Urteile zum Arbeitsrecht
Nach Jahrgang
   
Schlag­worte: Befristung, Arbeitszeit, Arbeitsbedingungen, Allgemeine Geschäftsbedingungen
   
Gericht: Bundesarbeitsgericht
Akten­zeichen: 7 AZR 828/13
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 07.07.2016
   
Leit­sätze: Die Be­fris­tung ein­zel­ner Ar­beits­ver­trags­be­din­gun­gen un­ter­liegt nicht der Be­fris­tungs­kon­trol­le nach den Vor­schrif­ten des Teil­zeit- und Be­fris­tungs­ge­set­zes, son­dern der In­halts­kon­trol­le nach §§ 305 ff. BGB. Die be­fris­te­te Erhöhung der Ar­beits­zeit in er­heb­li­chem Um­fang er­for­dert je­doch zur An­nah­me ei­ner nicht un­an­ge­mes­se­nen Be­nach­tei­li­gung des Ar­beit­neh­mers iSv. § 307 Abs. 1 BGB Umstände, die die Be­fris­tung ei­nes über das erhöhte Ar­beits­zeit­vo­lu­men ge­son­dert ab­ge­schlos­se­nen Ar­beits­ver­trags nach § 14 Abs. 1 Tz­B­fG recht­fer­ti­gen würden. Ei­ne Ar­beits­zeit­erhöhung in er­heb­li­chem Um­fang liegt in der Re­gel vor, wenn sich das Erhöhungs­vo­lu­men auf min­des­tens 25 % ei­nes ent­spre­chen­den Voll­zeit­ar­beits­verhält­nis­ses beläuft.
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Ulm, Urteil vom 10. 12.2012, 4 Ca 280/12
Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg, Urteil vom 17.06.2013, 1 Sa 2/13
   

Im Na­men des Vol­kes!

UR­TEIL

In Sa­chen

Be­klag­te, Be­ru­fungskläge­rin, An­schluss­be­ru­fungs­be­klag­te, Re­vi­si­onskläge­rin und An­schluss­re­vi­si­ons­be­klag­te,

pp.

Kläger, Be­ru­fungs­be­klag­ter, An­schluss­be­ru­fungskläger, Re­vi­si­ons­be­klag­ter und An­schluss­re­vi­si­onskläger,

hat der Sieb­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf­grund der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 23. März 2016 durch die Vor­sit­zen­de Rich­te­rin am Bun­des­ar­beits­ge­richt Gräfl, die Rich­te­rin am Bun­des­ar­beits­ge­richt Dr. Renn­pferdt und

 

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den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Dr. Nie­mann so­wie den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Vor­bau und die eh­ren­amt­li­che Rich­te­rin Ja­co­bi für Recht er­kannt:

Die Re­vi­si­on der Be­klag­ten und die An­schluss­re­vi­si­on des Klägers ge­gen das Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts Ba­den-Würt­tem­berg vom 17. Ju­ni 2013 - 1 Sa 2/13 - wer­den zurück­ge­wie­sen.

Der Kläger hat 69 %, die Be­klag­te hat 31 % von den Kos­ten des Re­vi­si­ons­ver­fah­rens zu tra­gen.

Von Rechts we­gen!

Tat­be­stand

Die Par­tei­en strei­ten über die Rechts­wirk­sam­keit ei­ner be­fris­te­ten Ar­beits­zeit­erhöhung so­wie über ei­nen An­spruch des Klägers auf Auf­sto­ckung der Ar­beits­zeit.

Die Be­klag­te ist Träge­rin na­he­zu al­ler ka­tho­li­schen wei­ter­bil­den­den Schu­len in der Erz­diöze­se Frei­burg. Der Kläger ist bei der Be­klag­ten in der Heim­schu­le K als Lehr­kraft im Ar­beits­verhält­nis beschäftigt. Er er­teilt Un­ter­richt in den Fächern Bio­lo­gie, Erd­kun­de so­wie Na­tur­wis­sen­schaft und Tech­nik. Darüber hin­aus be­sitzt er die Befähi­gung, das Fach Ma­the­ma­tik in der Un­ter­stu­fe (5. - 7. Klas­se) zu un­ter­rich­ten. Er hat­te nach sei­nem Staats­ex­amen zunächst kei­ne An­stel­lung als Leh­rer ge­fun­den. Nach Ausübung ver­schie­de­ner an­de­rer Tätig­kei­ten be­gann er mit Nach­hil­fe­un­ter­richt bei der Heim­schu­le K. Seit An­fang 1995 schloss er mit der Be­klag­ten be­fris­te­te Ar­beits­verträge mit St­un­den­de­pu­ta­ten zwi­schen drei und elf Un­ter­richts­stun­den pro Wo­che ab. Nach § 2 des Ar­beits­ver­trags vom 29. Ju­li/20. Au­gust 1996 fin­det auf das Ar­beits­verhält­nis die Ar­beits­ver­trags- und Vergütungs­ord­nung für den Kirch­li­chen Dienst in der Erz­diöze­se Frei­burg (AV­VO) vom 14. De­zem­ber 1976 in der je­weils gel­ten­den Fas­sung An­wen­dung. Die­se wur­de mit Wir­kung vom 1. No­vem­ber 2008 durch die Ar­beits­ver­trags­ord­nung für den Kirch­li­chen Dienst in der Erz­diöze­se Frei-

 

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burg (AVO) ab­gelöst. Nach Ab­schluss des Ar­beits­ver­trags vom 29. Ju­li/20. Au­gust 1996 schlos­sen die Par­tei­en ei­ne Viel­zahl sog. Zu­satz­verträge. Mit dem IV. Zu­satz­ver­trag vom 12./16. Au­gust 2000 ver­ein­bar­ten die Par­tei­en ei­ne un­be­fris­te­te Beschäfti­gung des Klägers im Um­fang von zwölf Un­ter­richts­stun­den pro Wo­che. Zum da­ma­li­gen Zeit­punkt be­trug das Un­ter­richts­de­pu­tat für ei­ne Voll­zeit­beschäfti­gung 24 Wo­chen­stun­den, in­zwi­schen beläuft es sich auf 25 Wo­chen­stun­den.

Ab dem Schul­jahr 2001/2002 ver­ein­bar­ten die Par­tei­en je­weils be­fris­tet für ein Schul­jahr die Erhöhung des St­un­den­de­pu­tats des Klägers. Als Grund für die Be­fris­tung ist in den Verträgen über­wie­gend Teil­zeit­beschäfti­gung, De­pu­tats­re­du­zie­rung, Ur­laub oder Er­kran­kung an­de­rer Lehr­kräfte ge­nannt, seit dem Schul­jahr 2010/2011 wird als Be­fris­tungs­grund außer­dem die Um­stel­lung von G9 auf G8 an­ge­ge­ben, dh. die Verkürzung der Schul­zeit bis zum Ab­itur von 13 auf zwölf Jah­re ab Be­ginn des Schul­jah­res 2012/2013. Die Par­tei­en schlos­sen im Ein­zel­nen seit dem Schul­jahr 2001/2002 fol­gen­de be­fris­te­te Auf­sto­ckungs­ver­ein­ba­run­gen:


Zeit­raum  Ver­tragl. Re­ge­lung  De­pu­tat
Ins­ge­samt 
Be­gründung 
Schul­jahr
2001/02 ab
01.09.2001
3 Wo­chen­stun­den
zusätz­lich
15/24 münd­lich
Schul­jahr
2002/03 ab
01.09.2002
7 Wo­chen­stun­den
zusätz­lich
19/24

"Die Be­fris­tung der sie­ben Wo­chen­stun­den er­folgt hin­sicht­lich
der Teil­zeit­beschäfti­gung ei­ner an­de­ren Lehr­kraft und des
Er­zie­hungs­ur­lau­bes ei­ner an­de­ren Lehr­kraft der Heim­schu­le K."

Schul­jahr
2003/04 ab
01.09.2003
7 Wo­chen­stun­den
zusätz­lich
19/25 münd­li­che Verlänge­rung
Schul­jahr
2004/05 ab
8/25 Wo­chen­stun­den
zusätz­lich
20/25 "Die Be­fris­tung er­folgt hin­sicht­lich der

 

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01.09.2004      De­pu­tats­re­du­zie­rung ei­ner an­de­ren Lehr­kraft der
Heim­schu­le." 
Schul­jahr
2005/06 ab
01.09.2005
3/25 Wo­chen­stun­den
zusätz­lich
15/25 "Die Be­fris­tung er­folgt hin­sicht­lich der Be­ur­lau­bung
ei­ner an­de­ren Lehr­kraft der Heim­schu­le K."
Schul­jahr
2006/07 ab
01.09.2006
3/25 Wo­chen­stun­den
zusätz­lich
15/25 "Die Be­fris­tung er­folgt hin­sicht­lich der El­tern­zeit
ei­ner an­de­ren Lehr­kraft der Heim­schu­le K."
Schul­jahr
2007/08 ab
01.09.2007
13/25 Wo­chen­stun­den
zusätz­lich
25/25 "Die Be­fris­tung er­folgt hin­sicht­lich der De­pu­tats­re­du­zie­rung
an­de­rer Lehr­kräfte der Heim­schu­le K."
Schul­jahr
2008/09 ab
01.09.2008
13/25 Wo­chen­stun­den
zusätz­lich
25/25 münd­li­che Verlänge­rung
Schul­jahr
2009/10 ab
01.09.2009
9,32/25 Wo­chen­stun­den
zusätz­lich
21,32/25 "Die Be­fris­tung er­folgt hin­sicht­lich der De­pu­tats­re­du­zie­rung
an­de­rer Lehr­kräfte der Heim­schu­le K."
Schul­jahr
2009/10
01.05.-
31.07.10
2,08/25 Wo­chen­stun­den
zusätz­lich
23,4/25 "Die Be­fris­tung er­folgt als Krank­heits­ver­tre­tung für
ei­ne an­de­re Lehr­kraft der Heim­schu­le K."
Schul­jahr
2010/11 ab
01.09.2010
12,5/25 Wo­chen­stun­den
zusätz­lich
25725 bzgl. 4,16 Wo­chen­stun­den: "Die Be­fris­tung er­folgt hin­sicht­lich
der De­pu­tats­re­du­zie­run­gen an­de­rer Lehr­kräfte an der
Heim­schu­le K und we­gen des be­fris­te­ten Mehr-

 

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    be­darfs an Un­ter­richts­stun­den durch die Um­stel­lung von G9 auf
G8."; bzgl. wei­te­rer 8,32 Wo­chen­stun­den: "Krank­heits­ver­tre­tung"  
 

Für das Schul­jahr 2011/2012, dh. für die Zeit vom 1. Sep­tem­ber 2011 bis zum 31. Au­gust 2012, schlos­sen die Par­tei­en am 12./19. Sep­tem­ber 2011 ei­nen Zu­satz­ver­trag über ein zusätz­li­ches Un­ter­richts­de­pu­tat von vier Wo­chen­stun­den ab. Als Be­fris­tungs­grund ist an­ge­ge­ben:

„Die Be­fris­tung er­folgt hin­sicht­lich der De­pu­tats­re­du­zie­run­gen an­de­rer Lehr­kräfte an der Heim­schu­le K und we­gen des be­fris­te­ten Mehr­be­darfs an Un­ter­richts­stun­den durch die Um­stel­lung von G9 auf G8.“

Be­reits zu­vor hat­te der Kläger in meh­re­ren persönli­chen Gesprächen um die Zu­wei­sung ei­nes un­be­fris­te­ten vol­len Un­ter­richts­de­pu­tats nach­ge­sucht. Bei ei­nem die­ser ca. zwei bis drei Jah­re zu­vor geführ­ten Gespräche wies die Schul­lei­te­rin den Kläger dar­auf hin, dass sei­ner­zeit bei den S-Schu­len in V ei­ne Voll­zeit­stel­le mit der Fächer­kom­bi­na­ti­on des Klägers frei sei. Der Kläger teil­te der Schul­lei­te­rin mit, dass er die­se Stel­le auf­grund des Fahr­auf­wands nicht an­stre­be.

Mit Schrei­ben vom 6. De­zem­ber 2010 bat der Kläger er­neut um ein un­be­fris­te­tes vol­les Un­ter­richts­de­pu­tat. Dies lehn­te die Be­klag­te mit Schrei­ben vom 22. De­zem­ber 2010 man­gels Be­darfs ab. Mit Schrei­ben vom 24. No­vem­ber 2011 äußer­te der Kläger wie­der­um den Wunsch, ihm für das Schul­jahr 2012/2013 ein vol­les De­pu­tat von 25 Wo­chen­stun­den zu über­tra­gen und ei­nen ent­spre­chen­den un­be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trag mit ihm ab­zu­sch­ließen. Die Be­klag­te teil­te dem Kläger mit Schrei­ben vom 13. De­zem­ber 2011 mit, dass sie im Hin­blick auf die Um­stel­lung von G9 auf G8 sei­nem Wunsch nicht ent­spre­chen könne.

 

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Am 13. Ju­li 2012 un­ter­rich­te­te die Schul­lei­te­rin den Kläger darüber, we­ni­ge Ta­ge zu­vor von dem Schul­lei­ter der S-Schu­len in V die Mit­tei­lung er­hal­ten zu ha­ben, dass dort ein Leh­rer für Bio­lo­gie ge­sucht wer­de. Noch am sel­ben Tag über­sand­te der Kläger dem dor­ti­gen Schul­lei­ter sei­ne Be­wer­bungs­un­ter­la­gen. Mit Schrei­ben vom 20. Ju­li 2012 teil­te der Schul­lei­ter der S-Schu­len dem Kläger mit, dass die of­fe­nen St­un­den im Fach Bio­lo­gie kurz zu­vor mit zwei Lehr­kräften be­setzt wor­den sei­en. Die bei­den Lehr­kräfte wur­den be­fris­tet für ein Jahr zur Ver­tre­tung ei­ner er­krank­ten Leh­re­rin mit der Fächer­kom­bi­na­ti­on Bio­lo­gie und Deutsch ein­ge­stellt.

Mit der am 21. Ju­ni 2012 beim Ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­ge­nen Kla­ge hat der Kläger die Auf­fas­sung ver­tre­ten, in ei­nem un­be­fris­te­ten Ar­beits­verhält­nis mit zu­min­dest 16/25 Un­ter­richts­stun­den zu ste­hen. Der in den Zu­satz­verträgen je­weils an­ge­ge­be­ne Be­fris­tungs­grund „De­pu­tats­re­du­zie­rung an­de­rer Lehr­kräfte“ über Jah­re hin­weg be­le­ge, dass während der ge­sam­ten Zeit Be­darf für ei­ne über zwölf Un­ter­richts­stun­den hin­aus­ge­hen­de Beschäfti­gung be­stan­den ha­be. Die Be­klag­te ha­be in den ver­gan­ge­nen Jah­ren auch im­mer wie­der Neu­ein­stel­lun­gen vor­ge­nom­men, an­statt ihn bei der Ver­ga­be zusätz­li­cher St­un­den vor­ran­gig zu berück­sich­ti­gen. Auch die zu­letzt als Be­fris­tungs­grund an­ge­ge­be­ne Um­stel­lung von G9 auf G8 recht­fer­ti­ge die Be­fris­tung nicht. Auf sei­ne Fächer­kom­bi­na­ti­on ha­be sich die Um­stel­lung nicht aus­ge­wirkt. Er wer­de durch die Be­fris­tung der zu­letzt ver­ein­bar­ten Ar­beits­zeit­erhöhung un­an­ge­mes­sen iSv. § 307 Abs. 1 BGB be­nach­tei­ligt. Die­se Be­fris­tung sei da­her un­wirk­sam. Die Be­klag­te sei darüber hin­aus nach § 9 Tz­B­fG so­wie nach § 14 Abs. 3, § 35 Abs. 2 Satz 2 AVO und den Vor­schrif­ten des Lan­des­be­am­ten­ge­set­zes ver­pflich­tet, sei­nem An­trag auf Erhöhung des St­un­den­de­pu­tats auf 25 Wo­chen­stun­den zu­zu­stim­men. Die of­fe­ne Stel­le bei den S-Schu­len in V im Ju­li 2012 sei ihm nicht an­ge­bo­ten wor­den, ob­wohl sein Wunsch nach ei­ner De­pu­tats­erhöhung be­kannt ge­we­sen sei.

Der Kläger hat be­an­tragt

1. fest­zu­stel­len, dass zwi­schen den Par­tei­en über den 31. Au­gust 2012 hin­aus ein un­be­fris­te­tes Ar­beits­verhält­nis mit ei­nem St­un­den­de­pu­tat von Wo­chen­stun­den bei Vergütung von 17,28 Wo­chen­stun­den

 

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(Auf­schlag für an­tei­li­ge Al­tersermäßigung) be­steht,

2. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, sei­nem An­trag auf Erhöhung sei­nes St­un­den­de­pu­tats auf 25 Wo­chen­stun­den zu­zu­stim­men.

Die Be­klag­te hat Kla­ge­ab­wei­sung be­an­tragt. Sie hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, die Be­fris­tung der Ar­beits­zeit­erhöhung um vier Un­ter­richts­stun­den für das Schul­jahr 2011/2012 sei wirk­sam. Der Kläger wer­de durch die Be­fris­tung nicht un­an­ge­mes­sen be­nach­tei­ligt. Auf­grund der Um­stel­lung von G9 auf G8 sei ein Rück­gang des Un­ter­richts­be­darfs zu er­war­ten ge­we­sen. Sie sei auch nicht ver­pflich­tet, dem An­trag des Klägers auf Erhöhung sei­nes Un­ter­richts­de­pu­tats auf 25 Wo­chen­stun­den zu­zu­stim­men. Die Tätig­keit bei den S-Schu­len in V sei dem Kläger auch des­halb nicht an­ge­bo­ten wor­den, weil er in der Ver­gan­gen­heit mit­ge­teilt ha­be, der Fahr­auf­wand nach V sei zu groß.

Das Ar­beits­ge­richt hat dem Kla­ge­an­trag zu 1. ent­spro­chen und fest­ge­stellt, dass zwi­schen den Par­tei­en ein un­be­fris­te­tes Ar­beits­verhält­nis mit ei­nem St­un­den­de­pu­tat von 16 Wo­chen­stun­den bei Vergütung von 17,28 Wo­chen­stun­den be­steht. Im Übri­gen hat es die Kla­ge ab­ge­wie­sen. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die Be­ru­fung der Be­klag­ten und die An­schluss­be­ru­fung des Klägers zurück­ge­wie­sen. Mit der Re­vi­si­on be­gehrt die Be­klag­te die vollständi­ge Kla­ge­ab­wei­sung. Der Kläger ver­folgt mit der An­schluss­re­vi­si­on sei­nen auf Zu­stim­mung der Be­klag­ten zur Erhöhung des St­un­den­de­pu­tats auf 25 Wo­chen­stun­den ge­rich­te­ten Leis­tungs­an­trag wei­ter.

Ent­schei­dungs­gründe

Die Re­vi­si­on und die An­schluss­re­vi­si­on ha­ben kei­nen Er­folg. Die Rechts­mit­tel sind zwar zulässig, aber un­be­gründet.

A. Die Re­vi­si­on und die An­schluss­re­vi­si­on sind zulässig. Der Zulässig­keit der An­schluss­re­vi­si­on steht nicht ent­ge­gen, dass das Lan­des­ar­beits­ge­richt die Re­vi­si­on nur für die Be­klag­te und nicht für den Kläger zu­ge­las­sen hat. Nach

 

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§ 554 Abs. 2 ZPO ist die An­schluss­re­vi­si­on auch dann statt­haft, wenn die Re­vi­si­on für den Re­vi­si­ons­be­klag­ten nicht zu­ge­las­sen wor­den ist. Dem Re­vi­si­ons­be­klag­ten soll da­mit die Möglich­keit eröff­net wer­den, ei­ne Abände­rung des Be­ru­fungs­ur­teils zu sei­nen Guns­ten zu er­rei­chen, wenn das Re­vi­si­ons­ver­fah­ren auf­grund der Re­vi­si­on der Ge­gen­par­tei oh­ne­hin durch­geführt wer­den muss (BAG 3. De­zem­ber 2003 - 10 AZR 124/03 - zu B I der Gründe).

B. Die Re­vi­si­on und die An­schluss­re­vi­si­on sind un­be­gründet. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat den Rechts­streit im Er­geb­nis zu­tref­fend ent­schie­den. Die Kla­ge ist zulässig, aber nur zum Teil be­gründet.

I. Das Kla­ge­be­geh­ren be­darf der Aus­le­gung. Die­se er­gibt, dass der Kla­ge­an­trag zu 2., mit dem der Kläger die Ver­ur­tei­lung der Be­klag­ten zur Er­tei­lung der Zu­stim­mung zur Erhöhung des Un­ter­richts­de­pu­tats auf 25 Wo­chen­stun­den ver­langt, als Haupt­an­trag und der Kla­ge­an­trag zu 1., mit dem der Kläger die Un­wirk­sam­keit der Be­fris­tung der Auf­sto­ckung sei­nes St­un­den­de­pu­tats um vier Un­ter­richts­stun­den wöchent­lich zum 31. Au­gust 2012 gel­tend macht, als Hilfs­an­trag für den Fall des vollständi­gen oder teil­wei­sen Un­ter­lie­gens mit dem An­trag zu 2. zu ver­ste­hen ist.

1. Das Re­vi­si­ons­ge­richt hat pro­zes­sua­le Erklärun­gen selbständig aus­zu­le­gen. Dafür sind die für Wil­lens­erklärun­gen des bürger­li­chen Rechts ent­wi­ckel­ten Grundsätze maßge­bend. Ent­spre­chend § 133 BGB ist nicht am buchstäbli­chen Sinn des in der Pro­zes­serklärung gewähl­ten Aus­drucks zu haf­ten, viel­mehr ist der in der Erklärung verkörper­te Wil­le zu er­mit­teln. Im Zwei­fel sind Pro­zes­serklärun­gen da­hin aus­zu­le­gen, dass das ge­wollt ist, was aus Sicht der Pro­zess­par­tei nach den Maßstäben der Rechts­ord­nung vernünf­tig ist und der wohl­ver­stan­de­nen In­ter­es­sen­la­ge ent­spricht. Da­bei sind die schutzwürdi­gen Be­lan­ge des Pro­zess­geg­ners zu berück­sich­ti­gen (vgl. et­wa BAG 4. No­vem­ber 2015 - 7 AZR 851/13 - Rn. 14; 12. No­vem­ber 2013 - 3 AZR 92/12 - Rn. 27 mwN).

 

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2. Da­nach ste­hen die bei­den Kla­ge­anträge in ei­nem Even­tual­verhält­nis der­ge­stalt, dass der Kla­ge­an­trag zu 2. als Haupt­an­trag und der Kla­ge­an­trag zu 1. als Hilfs­an­trag an­zu­se­hen ist.

Der Kläger be­gehrt mit dem Kla­ge­an­trag zu 1. die Fest­stel­lung, dass zwi­schen den Par­tei­en über den 31. Au­gust 2012 hin­aus ein un­be­fris­te­tes Ar­beits­verhält­nis mit ei­nem St­un­den­de­pu­tat von 16 Un­ter­richts­stun­den wöchent­lich be­steht. Den Kla­ge­an­trag zu 2. hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt da­hin aus­ge­legt, dass die Zu­stim­mung der Be­klag­ten zur Erhöhung des St­un­den­de­pu­tats auf 25 Un­ter­richts­stun­den wöchent­lich zum 1. Sep­tem­ber 2012 er­teilt wer­den soll. Die­se Aus­le­gung ist re­vi­si­ons­recht­lich nicht zu be­an­stan­den. Der Kläger hat zwar in dem Kla­ge­an­trag zu 2. nicht an­ge­ge­ben, zu wel­chem Zeit­punkt die Erhöhung sei­nes Un­ter­richts­de­pu­tats auf 25 St­un­den wöchent­lich er­fol­gen soll. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat je­doch aus dem Schrei­ben vom 24. No­vem­ber 2011, mit dem der Kläger die Be­klag­te um die Über­tra­gung ei­nes Voll­zeit­de­pu­tats ab dem Schul­jahr 2012/2013 ge­be­ten hat­te, zu Recht ge­schlos­sen, dass der Kläger ein Voll­zeit­de­pu­tat ab dem 1. Sep­tem­ber 2012 an­strebt. Ge­gen die­se Aus­le­gung ha­ben sich die Par­tei­en mit der Re­vi­si­on und der An­schluss­re­vi­si­on nicht ge­wandt. Würde bei­den Anträgen statt­ge­ge­ben, wäre un­klar, in wel­chem Um­fang die Un­ter­richts­pflicht des Klägers ab dem 1. Sep­tem­ber 2012 bestünde: mit 16 oder mit 25 Un­ter­richts­stun­den wöchent­lich. Des­halb be­darf es der Be­stim­mung, in wel­chem Verhält­nis die Anträge zu­ein­an­der ste­hen. Die­se Be­stim­mung ist zwar primär Sa­che des Klägers; sie kann grundsätz­lich nicht dem Ge­richt über­las­sen wer­den (vgl. et­wa BGH 27. No­vem­ber 2013 - III ZR 371/12 - Rn. 2). Ei­ne sol­che Be­stim­mung hat der Kläger nicht vor­ge­nom­men. Aus sei­nem ge­sam­ten Vor­brin­gen er­gibt sich al­ler­dings, dass er in ers­ter Li­nie ein un­be­fris­te­tes Voll­zeit­ar­beits­verhält­nis an­strebt, dh. ein un­be­fris­te­tes Un­ter­richts­de­pu­tat von 25 Wo­chen­stun­den. Des­halb ist sein Kla­ge­be­geh­ren trotz der Rei­hen­fol­ge der Kla­ge­anträge, die für Ge­gen­tei­li­ges spre­chen könn­te, so aus­zu­le­gen, dass der Kla­ge­an­trag zu 2. der Haupt­an­trag und der Kla­ge­an­trag zu 1. der Hilfs­an­trag ist. Ein an­de­res Verständ­nis ist ent­ge­gen der von der Be­klag­ten in der Re­vi­si­ons­ver­hand­lung geäußer­ten Auf­fas­sung nicht des­halb ge­bo­ten, weil zunächst das bis zum 31. Au­gust 2012 gel­ten­de un­be­fris­te­te Un­ter­richts-

 

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de­pu­tat (12 oder 16 Wo­chen­stun­den) fest­zu­stel­len und erst an­sch­ließend über die be­gehr­te Erhöhung auf ein Voll­zeit­de­pu­tat zu ent­schei­den wäre. Der Kläger ver­langt mit dem Kla­ge­an­trag zu 2. nicht die Auf­sto­ckung sei­nes Un­ter­richts­de­pu­tats von 16 auf 25 Wo­chen­stun­den. Er er­strebt die Ver­ein­ba­rung ei­nes Un­ter­richts­de­pu­tats von 25 Wo­chen­stun­den ab dem 1. Sep­tem­ber 2012 un­abhängig von dem Um­fang des ihm zu­vor un­be­fris­tet über­tra­ge­nen Un­ter­richts­de­pu­tats. Ei­ne an­de­re Aus­le­gung der Kla­ge­anträge ist auch nicht des­halb an­ge­zeigt, weil dem auf Auf­sto­ckung der Ar­beits­zeit auf 25 Un­ter­richts­stun­den wöchent­lich ge­rich­te­ten An­trag mögli­cher­wei­se nicht zum 1. Sep­tem­ber 2012, son­dern erst zu ei­nem späte­ren Zeit­punkt statt­ge­ge­ben wer­den könn­te, wie der Kläger in der münd­li­chen Ver­hand­lung vor dem Se­nat geäußert hat. Un­ge­ach­tet der Fra­ge, ob dies vom Streit­ge­gen­stand um­fasst wäre, bestünde hier­in ein teil­wei­ses Un­ter­lie­gen mit die­sem An­trag, so dass über den auf Fest­stel­lung der Un­wirk­sam­keit der Be­fris­tung der Ar­beits­zeit­erhöhung zum 31. Au­gust 2012 ge­rich­te­ten An­trag zu ent­schei­den wäre.

II. Der Haupt­an­trag, mit dem der Kläger die Er­tei­lung der Zu­stim­mung der Be­klag­ten zur Erhöhung sei­nes Un­ter­richts­de­pu­tats auf 25 Wo­chen­stun­den ab dem 1. Sep­tem­ber 2012 be­gehrt, ist zulässig, aber nicht be­gründet. Dies hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt zu­tref­fend er­kannt.

1. Der An­trag ist zulässig. Er ist in der vom Lan­des­ar­beits­ge­richt vor­ge­nom­me­nen Aus­le­gung, dass die Erhöhung des St­un­den­de­pu­tats zum 1. Sep­tem­ber 2012 er­fol­gen soll, hin­rei­chend be­stimmt iSv. § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO.

2. Der An­trag ist nicht be­gründet. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat zu Recht er­kannt, dass die Be­klag­te nicht ver­pflich­tet ist, dem An­trag des Klägers auf Erhöhung sei­nes Un­ter­richts­de­pu­tats auf 25 Wo­chen­stun­den ab dem 1. Sep­tem­ber 2012 zu­zu­stim­men.

a) Ein An­spruch des Klägers auf Auf­sto­ckung sei­ner Ar­beits­zeit auf 25 Un­ter­richts­stun­den wöchent­lich er­gibt sich nicht aus § 9 Tz­B­fG.

 

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aa) § 9 Tz­B­fG ver­pflich­tet den Ar­beit­ge­ber, ei­nen teil­zeit­beschäftig­ten Ar­beit­neh­mer, der ihm den Wunsch nach ei­ner Verlänge­rung sei­ner ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Ar­beits­zeit an­ge­zeigt hat, bei der Be­set­zung ei­nes ent­spre­chen­den frei­en Ar­beits­plat­zes bei glei­cher Eig­nung be­vor­zugt zu berück­sich­ti­gen, es sei denn, dass drin­gen­de be­trieb­li­che Gründe oder Ar­beits­zeitwünsche an­de­rer teil­zeit­beschäftig­ter Ar­beit­neh­mer ent­ge­gen­ste­hen. Die Vor­schrift be­gründet - un­ter den näher ge­re­gel­ten Vor­aus­set­zun­gen - ei­nen An­spruch des Ar­beit­neh­mers ge­gen den Ar­beit­ge­ber auf Verlänge­rung der ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Ar­beits­zeit (vgl. BAG 15. Au­gust 2006 - 9 AZR 8/06 - Rn. 18 ff., BA­GE 119, 194). Ein an­ge­zeig­ter Verlänge­rungs­wunsch ver­pflich­tet den Ar­beit­ge­ber nicht schon da­zu, dem Ar­beit­neh­mer bei der Be­set­zung ei­nes frei­en Ar­beits­plat­zes ei­nen Ver­trags­an­trag iSv. § 145 BGB auf Ab­schluss ei­nes Ar­beits­ver­trags mit erhöhter Ar­beits­zeit zu un­ter­brei­ten. Viel­mehr löst die An­zei­ge des Ar­beit­neh­mers die in § 7 Abs. 2 Tz­B­fG be­stimm­ten Pflich­ten des Ar­beit­ge­bers aus. Er hat den Ar­beit­neh­mer über den frei­en Ar­beits­platz zu in­for­mie­ren. Es ist dann der Ent­schei­dung des Ar­beit­neh­mers über­las­sen, ob er sei­ne ver­trag­lich ver­ein­bar­te Ar­beits­zeit zu dem vom Ar­beit­ge­ber vor­ge­se­he­nen Ter­min und im ent­spre­chen­den Um­fang erhöhen will. Ist das der Fall, so hat er ein hier­auf be­zo­ge­nes Ver­trags­an­ge­bot an den Ar­beit­ge­ber zu rich­ten. Aus dem Un­ter­las­sen ei­ner an sich ge­bo­te­nen In­for­ma­ti­on durch den Ar­beit­ge­ber er­ge­ben sich kei­ne an­de­ren Rechts­fol­gen. Auch dann ist es Sa­che des Ar­beit­neh­mers, ein Ver­trags­an­ge­bot zu un­ter­brei­ten und, so­weit kei­ne Ei­ni­gung zu­stan­de kommt, den An­spruch ge­richt­lich zu ver­fol­gen (vgl. BAG 1. Ju­ni 2011 - 7 ABR 117/09 - Rn. 29; 16. Sep­tem­ber 2008 - 9 AZR 781/07 - Rn. 18 f., BA­GE 127, 353; 15. Au­gust 2006 - 9 AZR 8/06 - Rn. 21, aaO).

Der An­spruch nach § 9 Tz­B­fG setzt vor­aus, dass ein „ent­spre­chen­der frei­er Ar­beits­platz“ zu be­set­zen ist. Da­zu muss zu­min­dest ein frei­er und nach dem Wil­len des Ar­beit­ge­bers zu be­set­zen­der Ar­beits­platz vor­han­den sein (BAG 8. Mai 2007 - 9 AZR 874/06 - Rn. 20, BA­GE 122, 235). Der Ar­beit­neh­mer hat re­gelmäßig kei­nen ge­setz­li­chen An­spruch dar­auf, dass der Ar­beit­ge­ber ein­zu­rich­ten­de und zu be­set­zen­de Ar­beitsplätze nach den Ar­beits­zeitwünschen des Ar­beit­neh­mers schafft, zu­schnei­det oder ihm die für ei­nen an­de­ren (Teil-

 

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zeit-)Ar­beits­platz vor­ge­se­he­ne Ar­beits­zeit ganz oder teil­wei­se zu­teilt (BAG 15. Au­gust 2006 - 9 AZR 8/06 - Rn. 23, BA­GE 119, 194). Die Or­ga­ni­sa­ti­ons­frei­heit des Ar­beit­ge­bers darf je­doch nicht zur Um­ge­hung des § 9 Tz­B­fG ge­nutzt wer­den. Wenn der Ar­beit­ge­ber, an­statt die Ar­beits­zei­ten der auf­sto­ckungs­wil­li­gen Teil­zeit­beschäftig­ten zu verlängern, wei­te­re Teil­zeit­ar­beitsplätze oh­ne höhe­re Ar­beits­zeit ein­rich­tet, müssen für die­se Ent­schei­dung ar­beits­platz­be­zo­ge-ne Sach­gründe be­ste­hen (BAG 1. Ju­ni 2011 - 7 ABR 117/09 - Rn. 30; 13. Fe­bru­ar 2007 - 9 AZR 575/05 - Rn. 26, BA­GE 121, 199).

§ 9 Tz­B­fG be­gründet ei­nen ein­klag­ba­ren Rechts­an­spruch des teil­zeit­beschäftig­ten Ar­beit­neh­mers auf Verlänge­rung sei­ner Ar­beits­zeit durch Ver-tragsände­rung, wenn sich kei­ne bes­ser ge­eig­ne­ten Kon­kur­ren­ten be­wer­ben (BAG 16. Sep­tem­ber 2008 - 9 AZR 781/07 - Rn. 41 mwN, BA­GE 127, 353). Die Erfüllung die­ses An­spruchs wird unmöglich, wenn der Ar­beit­ge­ber den ent­spre­chen­den frei­en Ar­beits­platz endgültig mit ei­nem an­de­ren Ar­beit­neh­mer be­setzt. Dies be­gründet ge­ge­be­nen­falls Scha­dens­er­satz­ansprüche des über­g­an­ge­nen teil­zeit­beschäftig­ten Ar­beit­neh­mers (vgl. BAG 1. Ju­ni 2011 - 7 ABR 117/09 - Rn. 31; 16. Sep­tem­ber 2008 - 9 AZR 781/07 - Rn. 14 aaO).

bb) Nach die­sen Grundsätzen hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt ei­nen An­spruch des Klägers auf Auf­sto­ckung sei­ner Ar­beits­zeit auf 25 Un­ter­richts­stun­den wöchent­lich ab dem 1. Sep­tem­ber 2012 zu Recht ver­neint.

§ 9 Tz­B­fG gewährt dem Kläger ent­ge­gen der von ihm ver­tre­te­nen Auf­fas­sung grundsätz­lich kei­nen An­spruch auf Zu­tei­lung wei­te­rer, an­de­ren Ar-beitsplätzen zu­ge­wie­se­ner Un­ter­richts­stun­den zusätz­lich zu dem ihm un­be­fris­tet über­tra­ge­nen Teil­zeit­de­pu­tat. Die Be­klag­te ist da­her nach § 9 Tz­B­fG grundsätz­lich nicht ver­pflich­tet, un­ter Ver­zicht auf Neu­ein­stel­lun­gen von Leh­rern mit an­de­ren Fächer­kom­bi­na­tio­nen als der­je­ni­gen des Klägers Un­ter­richts­stun­den be­reits beschäftig­ter Lehr­kräfte in ei­ner Wei­se um­zu­ver­tei­len, dass dem Kläger Un­ter­richts­stun­den sei­ner Fächer­kom­bi­na­ti­on zu­ge­wie­sen wer­den können. An­halts­punk­te dafür, dass die Be­klag­te ih­re Or­ga­ni­sa­ti­ons­frei­heit zur Um­ge­hung von § 9 Tz­B­fG ge­nutzt hätte, be­ste­hen nicht. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat we­der fest­ge­stellt noch hat der Kläger vor­ge­tra­gen, dass die Be­klag­te wei­te­re

 

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Teil­zeit­ar­beitsplätze mit den Un­ter­richtsfächern des Klägers ein­ge­rich­tet hätte, an­statt die Ar­beits­zeit des Klägers auf­zu­sto­cken.

§ 9 Tz­B­fG be­gründe­te da­her auch kei­nen An­spruch des Klägers dar­auf, dass die Be­klag­te ihm die frei­ge­wor­de­nen Bio­lo­gie­stun­den aus dem Un­ter­richts­de­pu­tat der vorüber­ge­hend er­krank­ten Lehr­kraft an den S-Schu­len in V zusätz­lich zu sei­nem Teil­zeit­de­pu­tat an der Heim­schu­le K zu­wies. Im Übri­gen er­scheint zwei­fel­haft, ob es sich bei der Stel­le der er­krank­ten Lehr­kraft an den S-Schu­len in V um ei­nen ent­spre­chen­den frei­en Ar­beits­platz iSv. § 9 Tz­B­fG ge­han­delt hat. Die er­krank­te Lehr­kraft un­ter­rich­tet die Fächer Bio­lo­gie und Deutsch. Da der Kläger nicht über ei­ne Lehr­befähi­gung für das Fach Deutsch verfügt, hätte er die­sen Teil der Auf­ga­ben der er­krank­ten Lehr­kraft nicht über­neh­men können. Zu­dem war die Stel­le we­gen der Er­kran­kung der Lehr­kraft nur vorüber­ge­hend zu be­set­zen, der Kläger hat­te hin­ge­gen um die un­be­fris­te­te Über­tra­gung ei­nes Voll­zeit­de­pu­tats ge­be­ten. Letzt­lich kann die Fra­ge, ob es sich bei die­ser Stel­le um ei­nen ent­spre­chen­den frei­en Ar­beits­platz iSv. § 9 Tz­B­fG ge­han­delt hat, da­hin­ste­hen, weil die Erfüllung ei­nes et­wai­gen An­spruchs des Klägers nach § 9 Tz­B­fG auf­grund der Be­set­zung der Stel­le mit zwei an­de­ren Ar­beit­neh­mern durch die Be­klag­te unmöglich ge­wor­den ist. Da­bei kommt es nicht dar­auf an, ob die Stel­len­be­set­zung vor oder nach der Be­wer­bung des Klägers um die Stel­le er­folgt ist. Hat der Ar­beit­ge­ber den ent­spre­chen­den frei­en Ar­beits­platz an­der­wei­tig be­setzt, kann der teil­zeit­beschäftig­te Ar­beit­neh­mer bei der Be­set­zung der Stel­le nicht mehr nach § 9 Tz­B­fG be­vor­zugt berück­sich­tigt wer­den.

b) Der Kläger kann sein Be­geh­ren auf Auf­sto­ckung sei­ner Ar­beits­zeit auf 25 Un­ter­richts­stun­den wöchent­lich zum 1. Sep­tem­ber 2012 auch nicht auf an­de­re An­spruchs­grund­la­gen stützen.

aa) Ein An­spruch auf ent­spre­chen­de Auf­sto­ckung der Ar­beits­zeit er­gibt sich nicht aus der nach § 2 des Ar­beits­ver­trags vom 29. Ju­li/20. Au­gust 1996 an­zu­wen­den­den Be­stim­mung in § 14 Abs. 3 AVO. Nach die­ser Re­ge­lung sol­len zu ei­nem frühe­ren Zeit­punkt Voll­beschäftig­te, mit de­nen auf ih­ren Wunsch ei­ne nicht be­fris­te­te Teil­zeit­beschäfti­gung ver­ein­bart wur­de, bei der späte­ren Be­set-

 

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zung ei­nes Voll­zeit­ar­beits­plat­zes bei glei­cher Eig­nung im Rah­men der dienst­li-chen bzw. be­trieb­li­chen Möglich­kei­ten be­vor­zugt berück­sich­tigt wer­den. Hier­aus er­ge­ben sich für den Kläger schon des­halb kei­ne Ansprüche, weil er bei der Be­klag­ten nicht zu ei­nem frühe­ren Zeit­punkt voll­zeit­beschäftigt war und die un­be­fris­te­te Teil­zeit­beschäfti­gung auch nicht auf sei­nen Wunsch ver­ein­bart wur­de.

bb) Der Kläger kann sein Be­geh­ren auch nicht mit Er­folg auf § 35 Abs. 2 AVO stützen. Da­nach sind Beschäftig­te mit ei­nem be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trag bei der Be­set­zung von Dau­er­ar­beitsplätzen be­vor­zugt zu berück­sich­ti­gen, wenn die sach­li­chen und fach­li­chen Vor­aus­set­zun­gen und die persönli­chen Vor­aus­set­zun­gen nach der Grund­ord­nung des Kirch­li­chen Diens­tes im Rah­men kirch­li­cher Ar­beits­verhält­nis­se erfüllt sind.
Der Kläger ist kein Beschäftig­ter mit ei­nem be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trag iSv. § 35 Abs. 2 AVO. Er ist bei der Be­klag­ten un­be­fris­tet (teil­zeit-)beschäftigt. Le­dig­lich die Erhöhung der Ar­beits­zeit im Rah­men der un­be­fris­te­ten Teil­zeit­beschäfti­gung wur­de durch die Zu­satz­verträge je­weils be­fris­tet ver­ein­bart. § 35 Abs. 2 AVO be­trifft die Be­fris­tung des Ar­beits­ver­trags ins­ge­samt, nicht je­doch die Be­fris­tung ein­zel­ner Ver­trags­be­din­gun­gen. Dies er­gibt sich be­reits dar­aus, dass sich die Re­ge­lung in Ab­schn. VI „Be­fris­tung und Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses“ be­fin­det. Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Klägers wur­den durch die Zu­satz­verträge kei­ne ei­genständi­gen, von dem Teil­zeit­ar­beits­verhält­nis mit zwölf Un­ter­richts­stun­den wöchent­lich un­abhängi­gen Ar­beits­verhält­nis­se be-gründet. In den Zu­satz­verträgen ist ge­re­gelt, dass der Kläger in dem be­tref­fen-den Schul­jahr zusätz­lich (zu dem un­be­fris­te­ten St­un­den­de­pu­tat) ei­ne be­stimm­te wei­te­re An­zahl an St­un­den un­ter­rich­tet und im Übri­gen die Be­stim­mun­gen des Ar­beits­ver­trags un­berührt blei­ben. Die Be­fris­tung be­trifft da­her nur die zusätz­li­chen Un­ter­richts­stun­den, nicht den Ar­beits­ver­trag ins­ge­samt.

cc) Ein An­spruch auf Auf­sto­ckung der Ar­beits­zeit auf 25 Un­ter­richts­stun­den wöchent­lich er­gibt sich auch nicht aus der An­la­ge 4d zur AVO und den dar­in in Be­zug ge­nom­me­nen be­am­ten­recht­li­chen Be­stim­mun­gen.

 

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Die An­la­ge 4d zur AVO enthält Son­der­re­ge­lun­gen für Lehr­kräfte. Zu Ab­schn. II AVO, der die Ar­beits­zeit be­trifft, ist ge­re­gelt, dass §§ 8 - 13 grundsätz­lich kei­ne An­wen­dung fin­den, son­dern die Be­stim­mun­gen für die ent­spre­chen­den Be­am­ten des Lan­des Ba­den-Würt­tem­berg gel­ten. Die An­wen­dung von § 14 AVO, der die Ver­rin­ge­rung und Auf­sto­ckung der Ar­beits­zeit Teil­zeit­beschäftig­ter re­gelt, ist für Lehr­kräfte je­doch nicht aus­ge­nom­men, dh. in­so­weit gel­ten die be­am­ten­recht­li­chen Be­stim­mun­gen nicht. Hin­sicht­lich der Ver­rin­ge­rung und Auf­sto­ckung der Ar­beits­zeit ver­bleibt es da­her auch für Lehr­kräfte bei der Re­ge­lung in § 14 AVO.

dd) Der gel­tend ge­mach­te An­spruch folgt auch nicht aus § 4 Abs. 1 Satz 2 des Ar­beits­ver­trags vom 29. Ju­li/20. Au­gust 1996. Da­nach kann der Kläger un­ter be­stimm­ten Vor­aus­set­zun­gen aus dienst­li­chen oder be­trieb­li­chen Gründen ab­ge­ord­net oder ver­setzt wer­den. Die­se Be­stim­mung räumt der Be­klag­ten Be­fug­nis­se ein, sie be­gründet je­doch kei­ne Ansprüche des Klägers auf Auf­sto­ckung sei­ner Ar­beits­zeit.

III. Der Hilfs­an­trag, mit dem sich der Kläger ge­gen die Be­fris­tung der Auf­sto­ckung sei­ner Ar­beits­zeit um vier Un­ter­richts­stun­den wöchent­lich zum 31. Au­gust 2012 wen­det, ist zulässig und be­gründet.

1. Der An­trag ist zulässig. Er erfüllt als Fest­stel­lungs­an­trag die Vor­aus­set­zun­gen des § 256 Abs. 1 ZPO.

a) Der Kla­ge­an­trag ist auf die Fest­stel­lung des Be­ste­hens ei­nes Rechts­verhält­nis­ses iSd. § 256 Abs. 1 ZPO ge­rich­tet. Ei­ne Fest­stel­lungs­kla­ge muss sich nicht auf ein Rechts­verhält­nis im Gan­zen be­zie­hen, son­dern kann sich auch auf ein­zel­ne Be­zie­hun­gen oder Fol­gen aus ei­nem Rechts­verhält­nis, auf be­stimm­te Ansprüche oder Ver­pflich­tun­gen so­wie auf den Um­fang ei­ner Leis­tungs­pflicht be­schränken (BAG 7. Ok­to­ber 2015 - 7 AZR 945/13 - Rn. 20; 10. De­zem­ber 2014 - 7 AZR 1009/12 - Rn. 22). So liegt der Fall hier. Die Par­tei­en strei­ten über den ar­beits­ver­trag­lich dau­er­haft ge­schul­de­ten Um­fang der Leis­tungs­pflicht des Klägers.

 

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b) Das nach § 256 Abs. 1 ZPO er­for­der­li­che In­ter­es­se an der be­gehr­ten Fest­stel­lung liegt vor, da sich die Be­klag­te auf die le­dig­lich be­fris­te­te Über­tra­gung des zusätz­li­chen De­pu­tats von vier Wo­chen­stun­den be­ruft.

2. Der Hilfs­an­trag ist be­gründet. Die in dem Zu­satz­ver­trag vom 2./19. Sep­tem­ber 2011 ver­ein­bar­te Be­fris­tung der Ar­beits­zeit­erhöhung um vier Un­ter­richts­stun­den wöchent­lich für das Schul­jahr 2011/2012 zum 31. Au­gust 2012 ist un­wirk­sam. Sie hält ei­ner In­halts­kon­trol­le nach § 307 Abs. 1 BGB nicht stand.

a) Das Lan­des­ar­beits­ge­richt ist zu­tref­fend da­von aus­ge­gan­gen, dass die Be­fris­tung der Erhöhung des Un­ter­richts­de­pu­tats des Klägers um vier Wo­chen­stun­den ei­ner Ver­trags­in­halts­kon­trol­le nach § 307 Abs. 1 BGB un­ter­liegt.

aa) Die Ver­trags­in­halts­kon­trol­le nach dem Recht der All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen wird nicht durch die für die Be­fris­tung von Ar­beits­verträgen gel­ten­den Be­stim­mun­gen in §§ 14 ff. Tz­B­fG ver­drängt. Die Vor­schrif­ten des Teil­zeit- und Be­fris­tungs­ge­set­zes sind auf die Be­fris­tung ein­zel­ner Ar­beits­ver­trags­be­din­gun­gen nicht - auch nicht ent­spre­chend - an­wend­bar (vgl. BAG 10. De­zem­ber 2014 - 7 AZR 1009/12 - Rn. 29; 15. De­zem­ber 2011 - 7 AZR 394/10 - Rn. 18, BA­GE 140, 191; 18. Ju­ni 2008 - 7 AZR 245/07 - Rn. 19).

bb) Die Ver­trags­in­halts­kon­trol­le er­streckt sich - wie das Lan­des­ar­beits­ge­richt zu­tref­fend er­kannt hat - nur auf die letz­te, in dem Zu­satz­ver­trag vom 12./19. Sep­tem­ber 2011 ver­ein­bar­te Be­fris­tung der Erhöhung der Ar­beits­zeit um vier Un­ter­richts­stun­den wöchent­lich zum 31. Au­gust 2012. Die Kon­trol­le der Be­fris­tung ei­ner Ar­beits­ver­trags­be­din­gung ist nur dann nicht auf die zu­letzt ge­trof­fe­ne Be­fris­tungs­ab­re­de be­schränkt, wenn die Par­tei­en in ei­ner nach­fol­gen­den Ver­ein­ba­rung zur Be­fris­tung der Ar­beits­ver­trags­be­din­gung dem Ar­beit­neh­mer - aus­drück­lich oder kon­klu­dent - das Recht vor­be­hal­ten, die Wirk­sam­keit der vor­an­ge­gan­ge­nen Be­fris­tung über­prüfen zu las­sen (st. Rspr., vgl. et­wa BAG 2. Sep­tem­ber 2009 - 7 AZR 233/08 - Rn. 22, BA­GE 132, 59; 27. Ju­li 2005 - 7 AZR 486/04 - zu B I 1 der Gründe, BA­GE 115, 274). Die­ses Recht ha­ben die

 

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Par­tei­en dem Kläger in dem Zu­satz­ver­trag vom 12./19. Sep­tem­ber 2011 nicht vor­be­hal­ten.

cc) Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat zu Recht an­ge­nom­men, dass es sich bei der in dem Zu­satz­ver­trag vom 12./19. Sep­tem­ber 2011 ver­ein­bar­ten Be­fris­tung um ei­ne All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gung iSv. § 305 Abs. 1 BGB han­delt. Wie das Lan­des­ar­beits­ge­richt zu­tref­fend aus­geführt hat, er­gibt sich be­reits aus dem äußeren Er­schei­nungs­bild und der An­zahl der mit dem Kläger ab­ge­schlos­se­nen Zu­satz­verträge, dass die Be­fris­tungs­ab­re­de ei­ne für ei­ne Viel­zahl von Fällen vor­for­mu­lier­te Ver­trags­klau­sel dar­stellt. Nach den Fest­stel­lun­gen des Lan­des­ar­beits­ge­richts gibt es kei­ne An­halts­punk­te dafür, dass die Be­fris­tungs­ab­re­de iSv. § 305 Abs. 1 Satz 3 BGB „aus­ge­han­delt“ wur­de. Die­se Würdi­gung ha­ben die Par­tei­en mit der Re­vi­si­on und der An­schluss­re­vi­si­on nicht an­ge­grif­fen.

dd) Die In­halts­kon­trol­le nach § 307 Abs. 1 BGB ist nicht nach § 307 Abs. 3 BGB aus­ge­schlos­sen.

(1) Nach § 307 Abs. 3 BGB un­ter­lie­gen Be­stim­mun­gen in All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen nur dann der un­ein­ge­schränk­ten In­halts­kon­trol­le, wenn durch sie von Rechts­vor­schrif­ten ab­wei­chen­de oder die­se ergänzen­de Re­ge-lun­gen ver­ein­bart wer­den. Bei an­de­ren Be­stim­mun­gen ist die In­halts­kon­trol­le auf den Ver­s­toß ge­gen das Trans­pa­renz­ge­bot gemäß § 307 Abs. 1 Satz 2 BGB be­schränkt. Der nur ein­ge­schränk­ten Kon­trol­le un­ter­lie­gen de­kla­ra­to­ri­sche Ver­trags­klau­seln, die in je­der Hin­sicht mit ei­ner be­ste­hen­den ge­setz­li­chen Re­ge­lung übe­rein­stim­men (BAG 7. Ok­to­ber 2015 - 7 AZR 945/13 - Rn. 37; 10. De­zem­ber 2014 - 7 AZR 1009/12 - Rn. 34; 27. Ju­li 2005 - 7 AZR 486/04 - zu B II 1 e aa der Gründe, BA­GE 115, 274). Eben­falls nur ein­ge­schränkt zu kon­trol­lie­ren sind Ab­re­den über den Um­fang der von den Par­tei­en ge­schul­de­ten Haupt­leis­tun­gen, die ih­rer Art nach nicht der Re­ge­lung durch Ge­setz oder an­de­re Rechts­vor­schrif­ten un­ter­lie­gen, son­dern von den Ver­trags­par­tei­en fest­ge­legt wer­den müssen (BAG 31. Au­gust 2005 - 5 AZR 545/04 - zu II 3 a der Gründe, BA­GE 115, 372).

 

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(2) Da­nach ist die Be­fris­tungs­ab­re­de der un­ein­ge­schränk­ten In­halts­kon­trol­le zu un­ter­zie­hen. Sie ist nicht des­halb nur be­schränkt kon­trollfähig, weil sie sich auf die Ar­beits­zeit be­zieht. Ge­gen­stand der In­halts­kon­trol­le ist nicht die ver­ein­bar­te Erhöhung der Ar­beits­zeit und da­mit der Um­fang der von dem Kläger zu er­brin­gen­den Ar­beits­leis­tung als Haupt­leis­tungs­pflicht, son­dern de­ren zeit­li­che Ein­schränkung durch die Be­fris­tung (vgl. BAG 10. De­zem­ber 2014 - 7 AZR 1009/12 - Rn. 36).

b) Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat auch im Er­geb­nis zu­tref­fend er­kannt, dass die Be­fris­tung der Ar­beits­zeit­erhöhung um vier Un­ter­richts­stun­den wö-chent­lich nach § 307 Abs. 1 BGB un­wirk­sam ist.

aa) Nach § 307 Abs. 1 BGB sind Be­stim­mun­gen in All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen un­wirk­sam, wenn sie den Ver­trags­part­ner des Ver­wen­ders ent­ge­gen den Ge­bo­ten von Treu und Glau­ben un­an­ge­mes­sen be­nach­tei­li­gen. Un­an­ge­mes­sen iSv. § 307 Abs. 1 BGB ist je­de Be­ein­träch­ti­gung ei­nes recht­lich an­er­kann­ten In­ter­es­ses des Ar­beit­neh­mers, die nicht durch be­gründe­te und bil­li­gens­wer­te In­ter­es­sen des Ar­beit­ge­bers ge­recht­fer­tigt ist oder durch gleich­wer­ti­ge Vor­tei­le aus­ge­gli­chen wird. Die Fest­stel­lung ei­ner un­an­ge­mes­se­nen Be­nach­tei­li­gung setzt ei­ne wech­sel­sei­ti­ge Berück­sich­ti­gung und Be­wer­tung recht­lich an­zu­er­ken­nen­der In­ter­es­sen der Ver­trags­part­ner vor­aus. Es be­darf ei­ner um­fas­sen­den Würdi­gung der bei­der­sei­ti­gen Po­si­tio­nen un­ter Berück­sich­ti­gung des Grund­sat­zes von Treu und Glau­ben. Bei der Be­ur­tei­lung der Un­an­ge­mes­sen­heit ist ein ge­ne­rel­ler, ty­pi­sie­ren­der, vom Ein­zel­fall los­gelöster Maßstab an­zu­le­gen. Ab­zuwägen sind die In­ter­es­sen des Ver­wen­ders ge­genüber den In­ter­es­sen der ty­pi­scher­wei­se be­tei­lig­ten Ver­trags­part­ner. Im Rah­men der In­halts­kon­trol­le sind da­bei Art und Ge­gen­stand, Zweck und be­son­de­re Ei­gen­art des je­wei­li­gen Geschäfts zu berück­sich­ti­gen. Zu prüfen ist, ob der Klau­sel­in­halt bei der in Re­de ste­hen­den Art des Rechts­geschäfts ge­ne­rell und un­ter Berück­sich­ti­gung der ty­pi­schen In­ter­es­sen der be­tei­lig­ten Ver­kehrs­krei­se ei­ne un­an­ge¬mes­se­ne Be­nach­tei­li­gung des Ver­trags­part­ners er­gibt. Be­trifft die In­halts­kon­trol­le ei­nen Ver­brau­cher­ver­trag, sind nach § 310 Abs. 3 Nr. 3 BGB bei der Be­ur­tei­lung der un­an­ge­mes­se­nen Be­nach­tei­li­gung auch die den Ver­trags­schluss

 

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be­glei­ten­den Umstände zu berück­sich­ti­gen (st. Rspr., vgl. et­wa BAG 7. Ok­to­ber 2015 - 7 AZR 945/13 - Rn. 40; 10. De­zem­ber 2014 - 7 AZR 1009/12 - Rn. 46; 15. De­zem­ber 2011 - 7 AZR 394/10 - Rn. 21, BA­GE 140, 191).

bb) Für die bei der Be­fris­tung ein­zel­ner Ver­trags­be­din­gun­gen vor­zu­neh­men­de In­halts­kon­trol­le nach § 307 Abs. 1 BGB gel­ten da­mit an­de­re Maßstäbe als für die Be­fris­tungs­kon­trol­le nach § 14 Abs. 1 Tz­B­fG. Während die Be­fris­tung des ge­sam­ten Ar­beits­ver­trags - von den Fällen der ge­setz­lich vor­ge­se­he­nen Möglich­keit zur sach­grund­lo­sen Be­fris­tung ab­ge­se­hen - dar­auf­hin zu über­prüfen ist, ob sie durch ei­nen sach­li­chen Grund gemäß § 14 Abs. 1 Tz­B­fG ge­recht­fer­tigt ist, un­ter­liegt die Be­fris­tung ein­zel­ner Ver­trags­be­din­gun­gen nach § 307 Abs. 1 BGB ei­ner An­ge­mes­sen­heits­kon­trol­le, die an­hand ei­ner Berück­sich­ti¬gung und Be­wer­tung recht­lich an­zu­er­ken­nen­der In­ter­es­sen bei­der Ver­trags­par¬tei­en vor­zu­neh­men ist.

Trotz des un­ter­schied­li­chen Prüfungs­maßstabs sind je­doch bei der nach § 307 Abs. 1 BGB vor­zu­neh­men­den In­halts­kon­trol­le der Be­fris­tung ein­zel­ner Ver­trags­be­din­gun­gen Umstände, die die Be­fris­tung ei­nes Ar­beits­ver­trags ins­ge­samt nach § 14 Abs. 1 Tz­B­fG recht­fer­ti­gen könn­ten, nicht oh­ne Be­deu­tung. Sie können sich bei der In­ter­es­sen­abwägung nach § 307 Abs. 1 BGB zu­guns­ten des Ar­beit­ge­bers aus­wir­ken (BAG 15. De­zem­ber 2011 - 7 AZR 394/10 - Rn. 22, BA­GE 140, 191; 2. Sep­tem­ber 2009 - 7 AZR 233/08 - Rn. 30, 38, BA­GE 132, 59). Liegt der Be­fris­tung ein Sach­ver­halt zu­grun­de, der die Be­fris­tung ei­nes Ar­beits­ver­trags ins­ge­samt mit ei­nem Sach­grund iSv. § 14 Abs. 1 Tz­B­fG recht­fer­ti­gen könn­te, über­wiegt in al­ler Re­gel das In­ter­es­se des Ar­beit­ge­bers an der nur be­fris­te­ten Ver­ein­ba­rung der Ver­trags­be­din­gung das In­ter­es­se des Ar­beit­neh­mers an de­ren un­be­fris­te­ter Ver­ein­ba­rung. Dies er­gibt sich aus den im Teil­zeit- und Be­fris­tungs­ge­setz zum Aus­druck kom­men­den ge­setz­li­chen Wer­tungs­maßstäben. Nur bei Vor­lie­gen außer­gewöhn­li­cher Umstände auf Sei­ten des Ar­beit­neh­mers kann in Aus­nah­mefällen ei­ne an­de­re Be­ur­tei­lung in Be­tracht kom­men (BAG 2. Sep­tem­ber 2009 - 7 AZR 233/08 - Rn. 30, 38, aaO).

Nach der Recht­spre­chung des Se­nats können aus­nahms­wei­se zur An­nah­me ei­ner nicht un­an­ge­mes­se­nen Be­nach­tei­li­gung durch die Be­fris­tung ei­ner

 

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Ver­trags­be­din­gung Umstände er­for­der­lich sein, die die Be­fris­tung ei­nes Ar­beits­ver­trags ins­ge­samt nach § 14 Abs. 1 Tz­B­fG recht­fer­ti­gen würden. Dies ist der Fall bei der Be­fris­tung ei­ner Auf­sto­ckung der Ar­beits­zeit in er­heb­li­chem Um­fang (BAG 7. Ok­to­ber 2015 - 7 AZR 945/13 - Rn. 43; 15. De­zem­ber 2011 - 7 AZR 394/10 - Rn. 24, BA­GE 140, 191). Die dem Teil­zeit- und Be­fris­tungs­ge­setz zu­grun­de lie­gen­de Wer­tung, dass der un­be­fris­te­te Ar­beits­ver­trag der Nor­mal­fall und der be­fris­te­te Ver­trag die Aus­nah­me ist (vgl. BT-Drs. 14/4374 S. 1 und S. 12), gilt auch für die Ver­ein­ba­rung des Um­fangs der Ar­beits­zeit. Das so­zi­al­po­li­tisch erwünsch­te - auch sei­nem In­halt nach - un­be­fris­te­te Ar­beits­verhält­nis soll dem Ar­beit­neh­mer ein dau­er­haf­tes Aus­kom­men si­chern und zu ei­ner länger­fris­ti­gen Le­bens­pla­nung bei­tra­gen. Für die Le­bens­pla­nung des Ar-beit­neh­mers ist re­gelmäßig auch die Höhe des von ihm er­ziel­ten Ein­kom­mens maßge­bend. Die­se hängt ua. vom Um­fang sei­ner Ar­beits­zeit ab. Ei­ne länger­fris­ti­ge Pla­nungs­si­cher­heit wird dem Ar­beit­neh­mer da­her nicht schon al­lein durch den Ab­schluss ei­nes un­be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trags ermöglicht, son­dern nur dann, wenn auch der Um­fang der Ar­beits­zeit un­be­fris­tet ver­ein­bart wird (vgl. BAG 27. Ju­li 2005 - 7 AZR 486/04 - zu B II 2 b bb (1) der Gründe, BA­GE 115, 274). Das schützens­wer­te In­ter­es­se des Ar­beit­neh­mers an der un-be­fris­te­ten Ver­ein­ba­rung des Um­fangs sei­ner Ar­beits­zeit wird um­so mehr be­ein­träch­tigt, des­to größer - aus­ge­hend von ei­ner zeit­lich un­be­grenz­ten Teil­zeit­beschäfti­gung - der Um­fang der vorüber­ge­hen­den Ar­beits­zeit­auf­sto­ckung ist. Bei ei­ner sol­chen Ver­trags­ge­stal­tung kann der Ar­beit­neh­mer, des­sen Ar­beits­zeit be­fris­tet erhöht wird, sei­nen Le­bens­stan­dard nicht an ei­nem mit weit­ge­hen­der Si­cher­heit kal­ku­lier­ba­ren, in et­wa gleich­blei­ben­den Ein­kom­men aus­rich­ten. Auch lässt sich ei­ne be­fris­te­te Auf­sto­ckung der Ar­beits­zeit - je­den­falls ab ei­nem er­heb­li­chen Um­fang - der Sa­che nach kaum noch un­ter­schei­den vom Ab­schluss ei­nes zusätz­li­chen be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trags, der un­mit­tel­bar der Be­fris­tungs­kon­trol­le nach dem Teil­zeit- und Be­fris­tungs­ge­setz un­terfällt. Da­her be­darf die Be­fris­tung der Ar­beits­zeit­erhöhung je­den­falls bei ei­nem er­heb­li­chen Um­fang be­son­de­rer be­rech­tig­ter Be­lan­ge auf Ar­beit­ge­ber­sei­te. Sie lie­gen nicht vor, wenn nicht auch ein ge­son­der­ter Ver­trag über die Ar­beits­zeit­auf­sto­ckung

 

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ins­ge­samt hätte zulässig be­fris­tet wer­den können (BAG 7. Ok­to­ber 2015 - 7 AZR 945/13 - Rn. 43; 15. De­zem­ber 2011 - 7 AZR 394/10 - Rn. 24, aaO).

cc) Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat un­ter Zu­grun­de­le­gung die­ser Grundsätze die Auf­fas­sung ver­tre­ten, zur An­nah­me ei­ner nicht un­an­ge­mes­se­nen Be­nach­tei­li­gung des Klägers durch die Be­fris­tung der Ar­beits­zeit­erhöhung um vier Un­ter­richts­stun­den wöchent­lich sei­en Umstände er­for­der­lich, die die Be­fris­tung ei­nes ge­son­dert über die­ses Ar­beits­zeit­vo­lu­men ge­schlos­se­nen Ar­beits­ver­trags nach § 14 Abs. 1 Tz­B­fG sach­lich recht­fer­ti­gen würden, da es sich um ei­ne Ar­beits­zeit­erhöhung in er­heb­li­chem Um­fang im Sin­ne der Recht­spre­chung des Se­nats han­de­le. Die Be­fris­tung ei­nes ge­son­dert ab­ge­schlos­se­nen Ar­beits­ver­trags über die­ses St­un­den­de­pu­tat wäre durch den Sach­grund des vorüber­ge­hen­den Be­darfs an der Ar­beits­leis­tung nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 Tz­B­fG ge­recht­fer­tigt, da auf­grund der Um­stel­lung von G9 auf G8 zu Be­ginn des Schul­jah­res 2012/2013 mit ei­ner Ver­rin­ge­rung der zu er­tei­len­den Un­ter­richts­stun­den zu rech­nen ge­we­sen sei. Gleich­wohl wäre die Be­fris­tung ei­nes Ar­beits­ver­trags ins­ge­samt we­gen der Viel­zahl und der Ge­samt­dau­er der mit dem Kläger in der Ver­gan­gen­heit ab­ge­schlos­se­nen Zu­satz­verträge nach den Grundsätzen des in­sti­tu­tio­nel­len Rechts­miss­brauchs un­wirk­sam. Die­se Grundsätze sei­en auch auf die Be­fris­tung der Erhöhung der Ar­beits­zeit in er­heb­li­chem Um­fang an­zu­wen­den.

dd) Die­se Be­ur­tei­lung hält der re­vi­si­ons­recht­li­chen Über­prüfung nicht stand. Es kann da­hin­ste­hen, ob die Be­fris­tung ei­nes ge­son­dert ab­ge­schlos­se­nen Ar-beits­ver­trags über ein Un­ter­richts­de­pu­tat von vier Wo­chen­stun­den für das Schul­jahr 2011/2012 nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 Tz­B­fG sach­lich ge­recht­fer­tigt wäre und ob die Grundsätze des in­sti­tu­tio­nel­len Rechts­miss­brauchs auch bei der Über­prüfung der Wirk­sam­keit der Be­fris­tung ei­ner Ar­beits­zeit­erhöhung in er­heb­li­chem Um­fang an­zu­wen­den sind. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat zu Un­recht an­ge­nom­men, dass es sich bei der Auf­sto­ckung der Ar­beits­zeit des Klägers um vier Un­ter­richts­stun­den wöchent­lich um ei­ne Erhöhung der Ar­beits­zeit in er­heb­li­chem Um­fang im Sin­ne der Recht­spre­chung des Se­nats han­delt und des­halb zur An­nah­me ei­ner nicht un­an­ge­mes­se­nen Be­nach­tei­li­gung iSv. § 307

 

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Abs. 1 BGB durch die Be­fris­tung Umstände er­for­der­lich sind, die die Be­fris­tung ei­nes Ar­beits­ver­trags ins­ge­samt nach § 14 Abs. 1 Tz­B­fG recht­fer­ti­gen würden. Ei­ne Ar­beits­zeit­erhöhung in er­heb­li­chem Um­fang liegt in der Re­gel nur vor, wenn sich das Auf­sto­ckungs­vo­lu­men auf min­des­tens 25 % ei­ner ent­spre­chen­den Voll­zeit­beschäfti­gung beläuft. Dies ist hier nicht der Fall.

(1) Die Recht­spre­chung des Se­nats, wo­nach für die Be­fris­tung ei­ner Ar­beits­zeit­erhöhung in er­heb­li­chem Um­fang Umstände vor­lie­gen müssen, die die Be­fris­tung ei­nes Ar­beits­ver­trags ins­ge­samt nach § 14 Abs. 1 Tz­B­fG recht­fer­ti­gen würden, be­ruht maßgeb­lich auf der Erwägung, dass auch ein ge­son­dert ab­ge­schlos­se­ner be­fris­te­ter Ar­beits­ver­trag über das erhöhte Ar­beits­zeit­vo­lu­men ei­nes Sach­grunds iSv. § 14 Abs. 1 Tz­B­fG bedürf­te. Ein an­de­rer Prüfungs­maßstab könn­te in die­sen Fällen zu Wer­tungs­wi­dersprüchen führen. Ei­ne Auf­sto­ckung der Ar­beits­zeit in er­heb­li­chem Um­fang kann des­halb nur an­ge­nom­men wer­den, wenn die Ar­beits­zeit­erhöhung ein Vo­lu­men er­reicht, bei dem übli­cher­wei­se auch der Ab­schluss ei­nes ge­son­der­ten be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trags über ei­ne Teil­zeit­beschäfti­gung in Be­tracht ge­zo­gen wer­den könn­te. Das ist im Re­gel­fall an­zu­neh­men, wenn die Auf­sto­ckung zu­min­dest die in § 12 Abs. 1 Satz 3 Tz­B­fG ge­nann­te Gren­ze von zehn St­un­den wöchent­lich er­reicht. § 12 Abs. 1 Satz 3 Tz­B­fG be­stimmt für die Ar­beit auf Ab­ruf, dass ei­ne Ar­beits­zeit von zehn St­un­den als ver­ein­bart gilt, wenn die Ar­beits­ver­trags­par­tei­en die Dau­er der wöchent­li­chen Ar­beits­zeit nicht fest­ge­legt ha­ben. Mit die­ser Re­ge­lung gibt der Ge­setz­ge­ber zu er­ken­nen, dass er ei­ne wöchent­li­che Ar­beits­zeit von zehn St­un­den im Re­gel­fall als bei­der­seits in­ter­es­sen­ge­rech­tes zeit­li­ches Mi­ni­mum für ei­ne Beschäfti­gung an­sieht (vgl. BAG 9. De­zem­ber 2008 - 1 ABR 74/07 - Rn. 19, BA­GE 128, 351; 15. Mai 2007 - 1 ABR 32/06 - Rn. 55, BA­GE 122, 280). Ein Ar­beits­zeit­vo­lu­men von zehn Wo­chen­stun­den kommt ty­pi­sie­rend als Teil­zeit­ar­beits­verhält­nis ernst­haft in Be­tracht (vgl. BAG 9. De­zem­ber 2008 - 1 ABR 74/07 - aaO zu der Fra­ge, ob und ge­ge­be­nen­falls ab wel­chem Um­fang ei­ne Erhöhung der Ar­beits­zeit als ei­ne nach § 99 Abs. 1 Satz 1 Be­trVG mit­be­stim­mungs­pflich­ti­ge Ein­stel­lung an­zu­se­hen ist). Aus­ge­hend da­von, dass un­ter ei­nem Voll­zeit­ar­beits­verhält­nis übli­cher­wei­se ein Ar­beits­verhält­nis mit ei­ner wöchent­li­chen Ar­beits­zeit von 40 St­un­den ver­stan­den wird, liegt ei­ne Auf­sto­ckung

 

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der Ar­beits­zeit in er­heb­li­chem Um­fang vor, wenn sich das Auf­sto­ckungs­vo­lu­men zu­min­dest auf 25 % ei­nes Voll­zeit­ar­beits­verhält­nis­ses beläuft.

(2) Da­nach han­delt es sich im vor­lie­gen­den Fall nicht um ei­ne Auf­sto­ckung der Ar­beits­zeit in er­heb­li­chem Um­fang. Die Ar­beits­zeit des Klägers wur­de be­fris­tet für die Dau­er des Schul­jah­res 2011/2012 um vier Un­ter­richts­stun­den wöchent­lich erhöht. Ein Voll­zeit­de­pu­tat um­fasst ei­ne Un­ter­richts­ver­pflich­tung von 25 Wo­chen­stun­den. Das mit dem Kläger ver­ein­bar­te Auf­sto­ckungs­vo­lu­men beläuft sich da­her auf 16 % ei­nes Voll­zeit­de­pu­tats. Ein der­ar­ti­ges Ar­beits­zeit­vo­lu­men kommt ty­pi­sie­rend als Teil­zeit­ar­beits­platz nicht ernst­haft in Be­tracht. Für die Be­fris­tung der mit dem Kläger ver­ein­bar­ten Ar­beits­zeit­erhöhung sind des­halb ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Lan­des­ar­beits­ge­richts kei­ne Umstände er­for­der­lich, die die Be­fris­tung ei­nes Ar­beits­ver­trags ins­ge­samt über das erhöhte Ar­beits­zeit­vo­lu­men nach § 14 Abs. 1 Tz­B­fG recht­fer­ti­gen könn­ten, um ei­ne un­an­ge­mes­se­ne Be­nach­tei­li­gung nach § 307 Abs. 1 BGB aus­zu­sch­ließen. Viel­mehr ist an­hand ei­ner Abwägung der wech­sel­sei­ti­gen In­ter­es­sen der Par­tei­en zu prüfen, ob der Kläger durch die Be­fris­tung un­an­ge­mes­sen be­nach­tei­ligt wird. Bei die­ser In­ter­es­sen­abwägung ist al­ler­dings auch der Um­stand von Be­deu­tung, dass die Be­klag­te mit dem Kläger seit Jah­ren für je­des Schul­jahr be­fris­tet Ver­ein­ba­run­gen über die Auf­sto­ckung der Ar­beits­zeit, wenn auch in un­ter­schied­li­chem Um­fang zwi­schen drei und 13 Un­ter­richts­stun­den wöchent­lich, ge­trof­fen hat. Ei­ner Miss­brauchs­kon­trol­le nach den Grundsätzen des in­sti­tu­tio­nel­len Rechts­miss­brauchs be­darf es da­zu nicht, viel­mehr kann dies als ein Ge-sichts­punkt im Rah­men der In­ter­es­sen­abwägung berück­sich­tigt wer­den.

ee) Das Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts ist da­her in­so­weit rechts­feh­ler­haft, als das Lan­des­ar­beits­ge­richt die An­ge­mes­sen­heits­prüfung nach § 307 Abs. 1 BGB nach ei­nem un­zu­tref­fen­den Prüfungs­maßstab vor­ge­nom­men hat. Die­ser Rechts­feh­ler führt je­doch nicht zur Zurück­ver­wei­sung der Sa­che an das Lan-des­ar­beits­ge­richt. Viel­mehr kann der Se­nat die An­ge­mes­sen­heits­prüfung selbst vor­neh­men.

(1) Ei­ne ei­ge­ne Sach­ent­schei­dung des Re­vi­si­ons­ge­richts schei­det zwar re­gelmäßig aus, wenn es auf die Sub­sum­ti­on des fest­ge­stell­ten Sach­ver­halts

 

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un­ter ei­nen un­be­stimm­ten Rechts­be­griff an­kommt, da dem Ge­richt der Tat­sa­chen­in­stanz in­so­weit ein Be­ur­tei­lungs­spiel­raum zu­steht. Bei dem Be­griff der un­an­ge­mes­se­nen Be­nach­tei­li­gung in § 307 Abs. 1 BGB han­delt es sich um ei­nen un­be­stimm­ten Rechts­be­griff. Sind in ei­nem sol­chen Fall je­doch die für die Be­ur­tei­lung maßgeb­li­chen Tat­sa­chen fest­ge­stellt, kann das Re­vi­si­ons­ge­richt die Schluss­fol­ge­run­gen hier­aus selbst zie­hen (vgl. et­wa GMP/Müller-Glöge 8. Aufl. § 74 Rn. 136), zB ei­ne not­wen­di­ge In­ter­es­sen­abwägung vor­neh­men (BAG 27. Ja­nu­ar 2011 - 2 AZR 825/09 - Rn. 38, BA­GE 137, 54).

(2) Im Streit­fall sind die für die er­for­der­li­che Abwägung der bei­der­sei­ti­gen In­ter­es­sen maßgeb­li­chen Tat­sa­chen fest­ge­stellt, so dass der Se­nat die Abwägung selbst vor­neh­men kann. Die­se Abwägung er­gibt, dass der Kläger durch die Be­fris­tung der Ar­beits­zeit­erhöhung un­an­ge­mes­sen be­nach­tei­ligt wird.

Die Be­klag­te hat zwar grundsätz­lich ein be­rech­tig­tes In­ter­es­se dar­an, im Hin­blick auf im­mer wie­der auf­tre­ten­de länger­fris­ti­ge Ausfälle von Lehr­kräften oder Ände­run­gen in de­ren Un­ter­richts­de­pu­tat die Ar­beits­zeit an­de­rer Lehr­kräfte vorüber­ge­hend schul­jah­res­be­zo­gen auf­sto­cken zu können. Dem steht das be­rech­tig­te In­ter­es­se des Klägers an der un­be­fris­te­ten Ver­ein­ba­rung des Um­fangs der Ar­beits­zeit ge­genüber, da vom Um­fang der Ar­beits­zeit die Höhe sei­nes Ein­kom­mens abhängt und ei­ne länger­fris­ti­ge Le­bens­pla­nung bei ei­ner nur be­fris­te­ten Ver­ein­ba­rung des Ar­beits­zeit­vo­lu­mens nicht oder je­den­falls nur ein­ge­schränkt möglich ist. Bei der Erhöhung des Un­ter­richts­de­pu­tats von zwölf auf 16 Wo­chen­stun­den han­delt es sich nicht um ei­ne gänz­lich un­be­deu­ten­de Auf­sto­ckung, auch wenn sie nicht den Um­fang er­reicht, dass für de­ren Be­fris­tung Umstände vom Ge­wicht ei­nes Sach­grunds iSv. § 14 Abs. 1 Tz­B­fG er­for­der­lich wären. Das In­ter­es­se des Ar­beit­neh­mers an der un­be­fris­te­ten Ver­ein­ba­rung des Um­fangs der Ar­beits­zeit muss zwar in der Re­gel dem In­ter­es­se des Ar­beit­ge­bers an der nur be­fris­te­ten Auf­sto­ckung der Ar­beits­zeit wei­chen, wenn der Ar­beit­ge­ber durch die be­fris­te­te Erhöhung der Ar­beits­zeit die zeit­wei­li­ge Ar­beits­ver­hin­de­rung von Stamm­per­so­nal oder die vorüber­ge­hen­de Re­du­zie­rung von de­ren Ar­beits­zeit über­brücken will. Im vor­lie­gen­den Fall ist al­ler­dings zu berück­sich­ti­gen, dass die Be­klag­te mit dem Kläger seit dem Schul-

 

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jahr 2001/2002 für je­des Schul­jahr be­fris­te­te Auf­sto­ckungs­ver­ein­ba­run­gen im Um­fang zwi­schen drei und 13 Un­ter­richts­stun­den wöchent­lich ge­trof­fen hat. Dar­aus ist zu schließen, dass über das mit dem Kläger un­be­fris­tet ver­ein­bar­te St­un­den­de­pu­tat von zwölf Un­ter­richts­stun­den wöchent­lich hin­aus ein dau­er­haf­ter Beschäfti­gungs­be­darf für den Kläger be­steht, seit dem Schul­jahr 2007/2008 min­des­tens im Um­fang von vier und mehr zusätz­li­chen Un­ter­richts­stun­den. Die streit­ge­genständ­li­che Auf­sto­ckungs­ver­ein­ba­rung für das Schul­jahr 2011/2012 wur­de zwar mit der be­vor­ste­hen­den Um­stel­lung von G9 auf G8 be­gründet. Zu­guns­ten der Be­klag­ten kann un­ter­stellt wer­den, dass bei Ab­schluss des Zu­satz­ver­trags am 12./19. Sep­tem­ber 2011 pro­gnos­ti­ziert wer­den konn­te, dass mit der Um­stel­lung von G9 auf G8 zu Be­ginn des Schul­jah­res 2012/2013 ei­ne Ver­rin­ge­rung des Un­ter­richts­be­darfs ein­her­ge­hen würde. Die Be­fris­tung der Ar­beits­zeit­erhöhung er­folg­te je­doch nicht nur we­gen die­ser Um­stel­lung, son­dern nach den An­ga­ben in dem Zu­satz­ver­trag auch we­gen der De­pu­tats­re­du­zie­rung an­de­rer Lehr­kräfte. Da die Be­klag­te we­gen der De­pu­tats­re­du­zie­rung oder Ar­beits­ver­hin­de­rung an­de­rer Lehr­kräfte seit dem Schul­jahr 2001/2002 ei­nen ständi­gen Be­darf an der Auf­sto­ckung der Ar­beits­zeit des Klägers im Um­fang von min­des­tens drei Un­ter­richts­stun­den wöchent­lich, seit dem Schul­jahr 2007/2008 in zum Teil er­heb­lich höhe­rem Um­fang, hat­te, kann der Be­klag­ten ein be­rech­tig­tes In­ter­es­se dar­an, auch für das Schul­jahr 2011/2012 wie­der­um ei­ne nur be­fris­te­te Auf­sto­ckung der Ar­beits­zeit im Um­fang von vier Un­ter­richts­stun­den vor­zu­neh­men, nicht mehr zu­ge­bil­ligt wer­den. Bei der zeit­wei­li­gen Ar­beits­ver­hin­de­rung und De­pu­tats­re­du­zie­rung von Stamm­per­so­nal han­delt es sich je­den­falls seit dem Schul­jahr 2001/2002 um ei­nen Dau­er­tat­be­stand. Der Wunsch der Be­klag­ten, auf der­ar­ti­ge Ar­beits­ver­hin­de­run­gen und De­pu­tats­re­du­zie­run­gen fle­xi­bel re­agie­ren zu können, recht­fer­tigt es nicht, die Ar­beits­zeit ei­ner teil­zeit­beschäftig­ten Lehr­kraft über Jah­re hin­weg je­weils nur be­fris­tet auf­zu­sto­cken, wenn ein dau­er­haf­ter Be­darf an der zusätz­li­chen Ar­beits­leis­tung be­steht. Für die Be­fris­tung der Ar­beits­zeit­erhöhung für das Schul­jahr 2011/2012 war zwar zusätz­lich die be­vor­ste­hen­de Um­stel­lung von G9 auf G8 maßgeb­lich. Es kann je­doch nicht da­von aus­ge­gan­gen wer­den, dass auf­grund die­ser Um­stel­lung künf­tig nicht mehr mit Ar­beits­ver­hin­de­run­gen und De­pu­tats­re­du­zie­run-

 

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gen von Lehr­kräften und sich dar­aus er­ge­ben­dem zusätz­li­chen Beschäfti-gungs­be­darf für den Kläger zu rech­nen ist.

C. Die Kos­ten­ent­schei­dung be­ruht auf § 97 Abs. 1, § 92 Abs. 1 Satz 1 ZPO.

Gräfl

Nie­mann

M. Renn­pferdt

Rein­hard

Vor­bau

Ja­co­bi

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