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Kon­junk­tur und Job­an­ge­bo­te dämp­fen Grün­dungs­boom bei Ar­beits­lo­sen

Sein ei­ge­ner Chef sein - das ist nicht für je­den der rich­ti­ge Weg, war­nen Ex­per­ten. Aber auch we­gen der gu­ten Kon­junk­tur grün­den in­zwi­schen we­ni­ger Er­werbs­lo­se ei­ge­ne Fir­men: Sie wer­den viel­fach als Be­schäf­tig­te ge­sucht

03.03.2014. (dpa) - In Thü­rin­gen wa­gen mitt­ler­wei­le we­ni­ger Ar­beits­lo­se den Schritt in die Selbst­stän­dig­keit als noch vor Jah­ren.

Auf­grund der gu­ten Kon­junk­tur und der de­mo­gra­fi­schen Ent­wick­lung wür­den Ar­beits­kräf­te ge­sucht, sag­te der Chef der Re­gio­nal­di­rek­ti­on der Bun­des­agen­tur für Ar­beit, Kay Se­ni­us.

"Ar­beits­lo­se ent­schei­den sich des­halb heut­zu­ta­ge eher für ei­ne Be­schäf­ti­gung in ei­nem Un­ter­neh­men, an­statt ei­ne ei­ge­ne Exis­tenz zu grün­den."

Wur­den in Thü­rin­gen im De­zem­ber 2009 noch für rund 4200 Exis­tenz­grün­der Zu­schüs­se über die Ar­beits­agen­tu­ren er­mög­licht, wa­ren es im De­zem­ber 2013 et­wa 1000. Dies sei ein Rück­gang von et­wa 70 Pro­zent. "Da lie­gen wir voll im Bun­des­trend", stell­te Se­ni­us fest. Ein wei­te­rer Grund da­für sei, dass sich im Lau­fe der Jah­re die Re­ge­lun­gen für ei­nen staat­li­chen Zu­schuss ge­än­dert hät­ten.

Fir­men such­ten ver­stärkt Mit­ar­bei­ter - vor al­lem Fach­kräf­te mit Er­fah­rung und un­ter­neh­me­ri­schem En­ga­ge­ment. Al­lein im Fe­bru­ar wur­den den Ar­beits­agen­tu­ren in Thü­rin­gen rund 5500 freie Stel­len ge­mel­det. "Wir schau­en aber auch im Vor­feld jetzt noch ge­nau­er hin, ob das je­wei­li­ge Kon­zept ei­nes Exis­tenz­grün­ders auf­ge­hen kann", er­läu­ter­te Se­ni­us.

An­sons­ten be­ste­he die Ge­fahr, dass der Be­trof­fe­ne, der über kei­nen rea­lis­ti­schen und durch­dach­ten Plan ver­fü­ge und sei­ne Selbst­stän­dig­keit über­schät­ze, nicht nur sich selbst son­dern wo­mög­lich auch die Exis­tenz sei­ner Fa­mi­lie ge­fähr­det. Se­ni­us: "Fünf Na­gel­stu­di­os in ei­ner Stra­ße, das kann nicht funk­tio­nie­ren."

"Wer län­ger als zwei Jah­re selbst­stän­dig ist und trotz­dem noch zu­sätz­lich auf staat­lich Hartz-IV-Leis­tun­gen an­ge­wie­sen ist, der soll­te sich dann über­le­gen, ob es nicht bes­ser wä­re in ein ab­hän­gi­ges Be­schäf­ti­gungs­ver­hält­nis zu wech­seln", mein­te Se­ni­us. Die Zei­ten der so­ge­nann­ten Not­grün­dun­gen bei ei­ner schlech­ten Kon­junk­tur sei­en weit­ge­hend vor­bei.

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Letzte Überarbeitung: 1. Februar 2016

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