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Kra­mer neu­er Ar­beit­ge­ber-Prä­si­dent - En­de der Ära Hundt

Ein nord­deut­scher Un­ter­neh­mer führt jetzt die deut­schen Ar­beit­ge­ber: In­go Kra­mer muss so­fort los­le­gen, weil vie­le Ko­ali­ti­ons­pro­jek­te von Uni­on und SPD der Wirt­schaft gar nicht ge­fal­len

19.11.2013. (dpa) - Chef­wech­sel bei den Ar­beit­ge­bern nach der Ära Hundt: Der Un­ter­neh­mer In­go Kra­mer ist neu­er Prä­si­dent der Bun­des­ver­ei­ni­gung der Deut­schen Ar­beit­ge­ber­ver­bän­de (BDA).

Der 60-Jäh­ri­ge wur­de am Mon­tag in Ber­lin ein­stim­mig von der Mit­glie­der­ver­samm­lung zum Nach­fol­ger von Die­ter Hundt ge­wählt.

Kra­mer warn­te Uni­on und SPD vor ei­nem ge­setz­li­chen Min­dest­lohn und mehr Re­gu­lie­rung bei der Zeit­ar­beit.

Die Po­li­tik wer­de dann sehr schnell die Quit­tung be­kom­men.

"Be­stel­len Sie nichts, was sie nicht auch be­zah­len kön­nen."

Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel ver­tei­dig­te die von Uni­on und SPD ge­plan­ten schär­fe­ren Re­geln bei Zeit­ar­beit und Werk­ver­trä­gen. Es ha­be sich ge­zeigt, dass die deut­sche Wirt­schaft je­de Fle­xi­bi­li­sie­rung des Ar­beits­mark­tes letzt­lich auch miss­braucht ha­be: "Je mehr so­was vor­kommt, um­so ge­fähr­li­cher wird es, dass wie­der al­les re­gu­liert wird." Un­ter­neh­men ver­such­ten im­mer wie­der, durch Leih­ar­beit und Werk­ver­trä­ge re­gu­lä­re Be­schäf­ti­gungs­ver­hält­nis­se zu um­ge­hen. Zu den Sor­gen vor teu­ren neu­en Aus­ga­ben mein­te die CDU-Che­fin, sie sei sich der "Ge­fähr­nis­se" be­wusst.

Der 75-jäh­ri­ge Hundt, Mit­in­ha­ber ei­nes Au­to­zu­lie­fe­rers und Ex-Auf­sichts­rats­chef des Fuß­ball-Bun­des­li­gis­ten VfB Stutt­gart, hat­te nicht mehr kan­di­diert. Er war 17 Jah­re lang Stim­me der Un­ter­neh­mer in Deutsch­land und präg­te die Wirt­schafts­po­li­tik ent­schei­dend mit.

Mer­kel wür­dig­te Hundt als glaub­wür­di­gen Ma­na­ger, der un­zäh­li­ge Ta­rif­lö­sun­gen er­mög­licht ha­be. "Sie ha­ben im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes ge­sell­schaft­li­che Ver­ant­wor­tung von Un­ter­neh­men ge­lebt und ein­ge­for­dert." Die so­zia­le Markt­wirt­schaft ha­be vie­le Stür­me über­stan­den. "Wir sind Sta­bi­li­täts­an­ker und Wachs­tums­mo­tor." Nur so sei Deutsch­land in der La­ge, Eu­ro­pa hel­fen zu kön­nen. Es sei ein Irr­tum zu glau­ben, wenn al­le schwach sei­en, wä­re die So­li­da­ri­tät schö­ner, be­ton­te Mer­kel. Auch Alt­kanz­ler Hel­mut Kohl dank­te Hundt vor meh­re­ren hun­dert Gäs­ten aus Po­li­tik und Wirt­schaft für des­sen jah­re­lang er­folg­rei­che Ta­rifar­beit.

Kra­mer, der in Bre­mer­ha­ven als Fa­mi­li­en­un­ter­neh­mer in drit­ter Ge­ne­ra­ti­on ei­nen An­la­gen­bau­er mit rund 260 Mit­ar­bei­tern führt, über­nimmt die BDA in schwie­ri­gen Zei­ten. Zwar hat­te Vor­gän­ger Hundt sich nach der Wahl aus­drück­lich für ei­ne gro­ße Ko­ali­ti­on von Uni­on und SPD aus­ge­spro­chen - vie­le schwarz-ro­te Pro­jek­te be­un­ru­hi­gen jetzt aber die Wirt­schaft.

Da­zu zäh­len ein ge­setz­li­cher Min­dest­lohn, ei­ne Frau­en­quo­te in Füh­rungs­eta­gen oder schär­fe­re Re­geln für Zeit­ar­beit und Werk­ver­trä­ge. Po­si­tiv dürf­te bei den Ar­beit­ge­bern an­kom­men, dass Uni­on und SPD die Macht von Split­ter-Ge­werk­schaf­ten ein­schrän­ken und die Ta­rif­ein­heit stär­ken wol­len. Kra­mer lob­te Kanz­le­rin Mer­kel ganz per­sön­lich: "Wir füh­len uns von ih­nen sehr gut re­giert."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 10. Januar 2014

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