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Kret­sch­mann wirbt in Spa­ni­en um Fach­kräf­te

Deut­sche Fir­men su­chen Ar­beits­kräf­te - spa­ni­sche Ar­beits­kräf­te su­chen Jobs: Mi­nis­ter­prä­si­dent Kret­sch­mann will bei­de Sei­ten nun zu­sam­men­brin­gen. Am Mon­tag reist er da­für nach Ma­drid

26.05.2014. (dpa) - Der Fach­kräf­te­be­darf deut­scher Un­ter­neh­men steht von Mon­tag an im Mit­tel­punkt ei­ner Rei­se von Mi­nis­ter­prä­si­dent Win­fried Kret­sch­mann (Grü­ne) nach Spa­ni­en.

Auf dem Pro­gramm der 40-köp­fi­gen De­le­ga­ti­on steht ei­ne Ver­an­stal­tung der Deut­schen Han­dels­kam­mer für Spa­ni­en.

Dort will sich der Re­gie­rungs­chef mit Be­schäf­ti­gungs­chan­cen für Spa­nier im Süd­wes­ten be­schäf­ti­gen.

Die Zahl der spa­ni­schen Ar­beit­neh­mer in Ba­den-Würt­tem­berg ist zu­letzt im­mer wei­ter ge­stie­gen. Im ver­gan­ge­nen Jahr ar­bei­te­ten hier 12 833 Spa­nier, von de­nen vie­le we­gen der Mas­sen­ar­beits­lo­sig­keit in ih­rer Hei­mat hier­her ge­kom­men sind. Über­all im Süd­wes­ten gibt es Pro­jek­te zur An­wer­bung von Fach­kräf­ten aus Sü­d­eu­ro­pa, et­wa in der Re­gi­on Schwarz­wald-Baar-Heu­berg, in Ulm, Stutt­gart oder Heil­bronn.

Die Ar­beits­lo­sen­zah­len in Spa­ni­en sei­en "er­schre­ckend hoch", sag­te Kret­sch­mann am Sonn­tag laut Mit­tei­lung. "Vor al­lem die ex­trem ho­he Ju­gend­ar­beits­lo­sig­keit be­rei­tet gro­ße Sor­gen." Des­halb ge­he es dar­um, "die grenz­über­schrei­ten­de Ar­beits- und Aus­bil­dungs­mo­bi­li­tät zwi­schen Spa­ni­en und Ba­den-Würt­tem­berg aus­bau­en."

Ba­den-Würt­tem­berg will vor al­lem das dua­le Aus­bil­dungs­sys­tem nach Spa­ni­en ex­por­tie­ren. Der Zei­tung "El Pais" sag­te Kret­sch­mann, die deut­sche Aus­bil­dung sei pra­xis­ge­recht und markt­nah. Im Kampf ge­gen Fach­kräf­te­man­gel bei In­for­ma­ti­kern, In­ge­nieu­ren und Pfle­ge­kräf­ten wer­be der Süd­wes­ten bei spa­ni­schen Ju­gend­li­chen für ei­ne Aus­bil­dung in Deutsch­land. Der Aus­tausch sei wich­tig. Des­halb wird in Ma­drid ei­ne Part­ner­schaft zwi­schen ei­ner kauf­män­ni­schen Schu­le aus Stutt­gart und dem Aus­bil­dungs­zen­trum für be­trieb­li­che Aus­bil­dun­gen FE­DA (For­maci­on Em­pre­sa­ri­al Du­al Ale­ma­na) ge­schmie­det. "Die Dua­le Aus­bil­dung ist ein Er­folgs­mo­dell, sie ist für Ba­den-Würt­tem­berg ei­ne wich­ti­ge Ba­sis un­se­rer Wirt­schafts­stär­ke und bie­tet auch für Spa­ni­en gro­ße Chan­cen", füg­te er am Sonn­tag hin­zu.

Er­fah­run­gen mit Lehr­lin­gen hat be­reits die Hand­werks­kam­mer Ulm ge­sam­melt. Fast ein Jahr nach dem Start des Pro­jekts "Azu­bis aus Spa­ni­en" zeigt sie sich zu­frie­den - und das ob­wohl mehr als die Hälf­te der jun­gen Män­ner das Land schon wie­der ver­las­sen hat. Nur vier von an­fangs neun Spa­ni­ern wer­den noch in Deutsch­land aus­ge­bil­det.

"Hier se­he ich auch die Un­wäg­bar­kei­ten des Le­bens von Men­schen in jun­gem Al­ter plus der Tat­sa­che, dass die 2000 Ki­lo­me­ter Dis­tanz nicht weg­zu­dis­ku­tie­ren sind", sag­te To­bi­as Meh­lich, Haupt­ge­schäfts­füh­rer der Ul­mer Hand­werks­kam­mer. Sprach­pro­ble­me in der Be­rufs­schu­le, der Um­stieg auf ein Stu­di­um oder die Rück­kehr zur Freun­din in Spa­ni­en wa­ren Grün­de für die Heim­kehr.

In Kret­sch­mann De­le­ga­ti­on sind un­ter an­de­rem Wis­sen­schafts­mi­nis­te­rin The­re­sia Bau­er (Grü­ne) und In­te­gra­ti­ons­mi­nis­te­rin Bil­kay Öney (SPD). Auch Ver­tre­ter des Land­tags, der Wirt­schaft so­wie von Hoch­schu­len, Wis­sen­schafts- und For­schungs­in­sti­tu­tio­nen sind da­bei.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 4. Juli 2015

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