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14/399a In­ter­na­tio­na­le Kri­sen be­las­ten Kon­junk­tur - ver­hal­te­ner Op­ti­mis­mus

Die deut­sche Wirt­schaft schwä­chelt, aber sie schrumpft nicht: Die Che­mie-In­dus­trie er­war­tet 2015 ein klei­nes Plus, und auch die Stim­mung im Mit­tel­stand hellt sich wie­der et­was auf. Al­ler­dings wer­den die Mit­tel­ständ­ler wohl we­ni­ger neue Jobs schaf­fen als 2014

09.12.2014. (dpa) - Nach dem schwa­chen Som­mer scheint sich die Kon­junk­tur in Deutsch­land all­mäh­lich zu sta­bi­li­sie­ren.

Ein kräf­ti­ger Auf­schwung dürf­te 2015 je­doch auch we­gen der Kri­sen in al­ler Welt und der nur zö­ger­li­chen Ent­wick­lung im Eu­ro­raum aus­blei­ben.

So rech­net die deut­sche Che­mie-In­dus­trie zwar auch für das kom­men­de Jahr mit ei­nem ste­ti­gen Wachs­tum.

Dies wer­de mit ei­nem Um­satz­plus von rund 1,5 Pro­zent aber ver­hal­ten aus­fal­len, be­rich­te­te der Ver­band der Che­mi­schen In­dus­trie (VCI) am Mon­tag in Frank­furt.

Im­mer­hin: Weil der Um­satz 2014 dank des star­ken Schluss­quar­tals eben­falls um 1,5 Pro­zent auf den Höchst­wert von 193,6 Mil­li­ar­den Eu­ro klet­ter­te, wür­de die Bran­che 2015 dann den sechs­ten Er­lös­re­kord in Fol­ge er­zie­len. Da­bei hof­fen die Un­ter­neh­men auf die wirt­schaft­li­che Sta­bi­li­sie­rung der Eu­ro­zo­ne und wei­ter­hin gu­te Ge­schäf­te in den USA.

Auch im Mit­tel­stand hat sich die Stim­mung zu­letzt et­was auf­ge­hellt. Erst­mals seit neun Mo­na­ten bli­cken die deut­schen Mit­tel­ständ­ler wie­der et­was op­ti­mis­ti­scher in die Zu­kunft, wie die KfW-Ban­ken­grup­pe bei der Vor­la­ge des KfW-ifo-Mit­tel­stands­ba­ro­me­ters mit­teil­te. Die bes­se­ren Ge­schäfts­er­war­tun­gen zeig­ten, dass die Fir­men im kom­men­den Früh­jahr mit ei­ner et­was leb­haf­te­ren Nach­fra­ge rech­ne­ten als zur­zeit.

Da­mit se­he er sich in der Er­war­tung be­stä­tigt, dass «nach ei­nem kraft­lo­sen Win­ter» im Lau­fe des Jah­res 2015 mit ei­ner Er­ho­lung zu rech­nen sei, sag­te KfW-Chef­volks­wirt Jörg Zeu­ner: "Vor­aus­set­zung ist, dass es auch in der Eu­ro­zo­ne kon­junk­tu­rell zu­min­dest ein we­nig auf­wärts­geht und dass sich das Ver­hält­nis zu Russ­land sta­bi­li­siert."

Al­ler­dings wer­den die mit­tel­stän­di­schen Un­ter­neh­men 2015 nach Ein­schät­zung des Deut­schen In­dus­trie- und Han­dels­kam­mer­tags (DIHK) deut­lich we­ni­ger neue Jobs schaf­fen als in den Vor­jah­ren. Man rech­ne mit rund 100 000 zu­sätz­li­chen Ar­beits­plät­zen im Mit­tel­stand, sag­te DIHK-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Mar­tin Wans­le­ben der "Welt" (Mon­tag). Zu­letzt sei­en es je­doch "im­mer min­des­tens 200 000" ge­we­sen.

Als Grund hät­ten vie­le klei­ne­re und mit­tel­gro­ße Be­trie­be wach­sen­de Un­si­cher­hei­ten we­gen der in­ter­na­tio­na­len Kri­sen oder der hei­mi­schen Wirt­schafts­po­li­tik ge­nannt, sag­te Wans­le­ben. Ins­ge­samt be­tei­lig­ten sich an der jüngs­ten DIHK-Kon­junk­tur­um­fra­ge 28 000 Fir­men.

Der an­hal­ten­de Ukrai­ne-Kon­flikt dürf­te die Ex­por­te nach Russ­land laut DIHK um bis zu ein Fünf­tel ver­rin­gern. In der Eu­ro­zo­ne hin­ter­las­se au­ßer­dem die schwa­che Ent­wick­lung in Frank­reich und Ita­li­en Spu­ren.

Auch mit Blick auf die La­ge in Deutsch­land wür­den die Un­ter­neh­men bei Neu­ein­stel­lun­gen vor­sich­ti­ger, sag­te Wans­le­ben: "Zu den be­reits be­schlos­se­nen Be­las­tun­gen aus dem Ko­ali­ti­ons­ver­trag wie ge­setz­li­cher Min­dest­lohn und Ren­ten­pa­ket kommt die Sor­ge um ei­ne Ver­schär­fung der Erb­schaft­steu­er."

Et­was ge­trübt wird der ver­hal­te­ne Op­ti­mis­mus zu­dem von Zah­len des Sta­tis­ti­schen Bun­des­amts. Dem­nach ist das pro­du­zie­ren­de Ge­wer­be schwä­cher als er­war­tet ins Schluss­quar­tal 2014 ge­star­tet. Im Ok­to­ber wuchs die Pro­duk­ti­on im Ver­gleich zum Vor­mo­nat nur um 0,2 Pro­zent. Ex­per­ten hat­ten mit plus 0,4 Pro­zent ge­rech­net.

Aus Sicht des Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums in Ber­lin könn­te nach dem schwa­chen Som­mer­halb­jahr nun aber die Tal­soh­le er­reicht sein: "Die Pro­duk­ti­on im pro­du­zie­ren­den Ge­wer­be sta­bi­li­siert sich."

Auch ING-Di­ba-Chef­volks­wirt Cars­ten Brze­ski wer­te­te die Da­ten der Sta­tis­ti­ker po­si­tiv. Sie zeig­ten, dass die schwa­chen Som­mer­mo­na­te den spä­ten Fe­ri­en ge­schul­det wa­ren: "Jetzt, wo al­le Deut­schen wie­der ar­bei­ten, rollt auch die In­dus­trie wie­der." In den kom­men­den Mo­na­ten er­war­tet Brze­ski zu­dem Im­pul­se von den nied­ri­gen En­er­gie­prei­sen und dem schwä­che­ren Eu­ro.

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Letzte Überarbeitung: 24. März 2015

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