Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880
Urteile zum Arbeitsrecht
Nach Alphabet
   
Schlag­worte: Anhörung des Betriebsrats, Probezeit, Kündigung: Probezeit, Wartezeit
   
Gericht: Bundesarbeitsgericht
Akten­zeichen: 6 AZR 121/12
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 12.09.2013
   
Leit­sätze:
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Wuppertal, Urteil vom 12.5.2011 - 6 Ca 166/11
Landesarbeitsgericht Düsseldorf, Urteil vom 22.11.2011 - 17 Sa 961/11
   


BUN­DES­AR­BEITS­GERICHT

6 AZR 121/12
17 Sa 961/11
Lan­des­ar­beits­ge­richt

Düssel­dorf

Verkündet am
12. Sep­tem­ber 2013

Gaßmann, Ur­kunds­be­am­tin

der Geschäfts­stel­le 

Im Na­men des Vol­kes!

UR­TEIL

Das Ur­teil wur­de durch Be­schluss des Bun­des­ar­beits­ge­richts vom 13. Ja­nu­ar 2014 - 6 AZR 121/12 - be­rich­tigt. Bun­des­ar­beits­ge­richt Er­furt, 15.1.2014 Batzk, RAF als Ur­kunds­be­am­tin der Geschäfts­stel­le

In Sa­chen

Be­klag­te zu 3., Be­ru­fungs­be­klag­te und Re­vi­si­onskläge­rin,

pp.

Kläge­rin, Be­ru­fungskläge­rin und Re­vi­si­ons­be­klag­te,

hat der Sechs­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf­grund der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 12. Sep­tem­ber 2013 durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Dr. Fi­scher­mei­er, die Rich­te­rin­nen am Bun­des­ar­beits­ge­richt Gall­ner und Spel­ge so­wie den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Dr. Wol­lensak und die eh­ren­amt­li­che Rich­te­rin Lo­renz für Recht er­kannt:
 


- 2 -

1. Auf die Re­vi­si­on der Be­klag­ten wird das Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts Düssel­dorf vom 22. No­vem­ber 2011 - 17 Sa 961/11 - auf­ge­ho­ben.


2. Die Be­ru­fung der Kläge­rin ge­gen das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Wup­per­tal vom 12. Mai 2011 - 6 Ca 166/11 - wird zurück­ge­wie­sen.


3. Die Kläge­rin hat die Kos­ten der Be­ru­fung und der Re­vi­si­on zu tra­gen.

Von Rechts we­gen!

Tat­be­stand

Die Par­tei­en strei­ten noch darüber, ob der Be­triebs­rat vor ei­ner in der ge­setz­li­chen War­te­zeit erklärten or­dent­li­chen Kündi­gung ord­nungs­gemäß an­gehört wor­den ist.


Die Kläge­rin war seit dem 1. Ju­li 2010 bei der Be­klag­ten (vor­mals: Be­klag­te zu 3.) beschäftigt. In § 2 des Ar­beits­ver­trags ist ei­ne Pro­be­zeit bis zum 31. De­zem­ber 2010 mit ei­ner Kündi­gungs­frist von zwei Wo­chen zum 15. des Mo­nats bzw. zum Mo­nats­en­de ver­ein­bart. Die Be­klag­te ist ein Ver­sor­gungs­dienst­leis­ter mit Sitz in P, der Trans­port- und Ser­vice­leis­tun­gen im Ge­sund­heits­we­sen an­bie­tet. Die Kläge­rin wur­de als Mit­ar­bei­te­rin im Be­reich Lo­gis­tik und Haus­ser­vice im Kli­nik­ver­bund der frühe­ren Be­klag­ten zu 1. in W ein­ge­setzt, die den Hol- und Bring­dienst mit Wir­kung zum 1. Ju­li 2010 an die Be­klag­te fremd­ver­ge­ben hat­te, statt ihn wie bis­her im Ver­bund mit der frühe­ren Be­klag­ten zu 2., bei der die Kläge­rin bis zum 30. Ju­ni 2010 beschäftigt war, zu er­brin­gen. Es ist rechts­kräftig fest­ge­stellt bzw. un­strei­tig, dass zwi­schen der frühe­ren Be­klag­ten zu 1. und der Kläge­rin kein Ar­beits­verhält­nis be­stand, kein Be­triebsüber­gang auf die Be­klag­te er­folgt ist und das Ar­beits­verhält­nis der Kläge­rin mit der frühe­ren Be­klag­ten zu 2. zum 30. Ju­ni 2010 wirk­sam be­en­det wor­den ist.


Die Be­klag­te hörte mit Schrei­ben vom 14. De­zem­ber 2010 den an ih­rem Sitz ge­bil­de­ten Be­triebs­rat vor­sorg­lich und „oh­ne ei­ne Präju­di­zie­rung, ob
 


- 3 -

ei­ne Zuständig­keit des Be­triebs­rats für die Be­triebsstätte W vor­liegt“ zur be­ab­sich­tig­ten Kündi­gung der Kläge­rin an. Ne­ben den So­zi­al­da­ten der Kläge­rin, ih­rem Ein­tritts­da­tum und Beschäfti­gungs­ort teil­te die Be­klag­te dem Be­triebs­rat mit, sie be­ab­sich­ti­ge, das Ar­beits­verhält­nis vor Ab­lauf des 31. De­zem­ber 2010 or­dent­lich frist­ge­recht un­ter Ein­hal­tung der Kündi­gungs­frist von 14 Ta­gen zu kündi­gen. Wei­ter heißt es in dem Anhörungs­schrei­ben:


„Auf das Ar­beits­verhält­nis fin­det das KSchG noch kei­ne An­wen­dung, es wur­de zu­dem ei­ne sechs­mo­na­ti­ge Pro­be-zeit ver­ein­bart. Ei­ne Fort­set­zung des Ar­beits­verhält­nis­ses ist nicht in un­se­rem In­ter­es­se.

...“

Mit Schrei­ben vom 22. De­zem­ber 2010 wi­der­sprach der Be­triebs­rat der be­ab­sich­tig­ten Kündi­gung, weil ihm kein Kündi­gungs­grund ge­nannt wor­den sei. Er könne nicht nach­voll­zie­hen, ob es sich um ei­ne be­triebs­be­ding­te, per­so­nen­be­ding­te oder ver­hal­tens­be­ding­te Kündi­gung han­de­le und ob so­zia­le As­pek­te hin­rei­chend berück­sich­tigt wor­den sei­en. Die Be­klag­te kündig­te das Ar­beits­verhält­nis mit Schrei­ben vom 28. De­zem­ber 2010 zum 15. Ja­nu­ar 2011.

Die Kläge­rin hat - so­weit für die Re­vi­si­ons­in­stanz von Be­deu­tung - mit ih­rer am 18. Ja­nu­ar 2011 er­ho­be­nen Kla­ge gel­tend ge­macht, die Be­klag­te ha­be den Be­triebs­rat nicht aus­rei­chend in­for­miert. Die Be­klag­te ha­be im Ver­lauf des Rechts­streits vor­ge­tra­gen, ihr Kündi­gungs­ent­schluss be­ru­he auf der Würdi­gung kon­kre­ter, ob­jek­ti­ver Tat­sa­chen. Die­se ha­be sie dem Be­triebs­rat mit­tei­len müssen.


Die Kläge­rin hat zu­letzt be­an­tragt 


1. fest­zu­stel­len, dass das zwi­schen der Kläge­rin und der Be­klag­ten be­ste­hen­de Ar­beits­verhält­nis durch die Kündi­gung der Be­klag­ten vom 28. De­zem­ber 2010 nicht auf­gelöst wird;


2. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, die Kläge­rin über den 15. Ja­nu­ar 2011 hin­aus ent­spre­chend dem Ar­beits­ver­trag vom 23. Ju­ni 2010 zu un­veränder­ten Be­din­gun­gen als Mit­ar­bei­te­rin für den Be­reich Lo­gis­tik und Haus­ser­vice ge­gen Zah­lung ei­ner Brut­to­mo­nats­vergütung von 1.850,00 Eu­ro, be­zo­gen auf ei­ne 40-St­un­den­wo­che, bis zur rechts­kräfti­gen Ent­schei­dung
 


- 4 -

über den Kündi­gungs­schutz­an­trag wei­ter­zu­beschäfti­gen.


Die Be­klag­te hat ih­ren Kla­ge­ab­wei­sungs­an­trag da­mit be­gründet, dass sich die Kläge­rin in­ner­halb der Pro­be­zeit nicht für die Fort­set­zung des Ar­beits­verhält­nis­ses qua­li­fi­ziert ha­be. Sie hat im Ein­zel­nen an­geführt, wor­auf sie die­se Einschätzung stützt, und dies mit kon­kre­ten Bei­spie­len be­legt. Die­se Wahr­neh­mun­gen sei­en je­doch nur Vorüber­le­gun­gen bei ih­rer Be­ur­tei­lung, ob sich die Kläge­rin bewährt ha­be, ge­we­sen. Im Er­geb­nis ha­be die Be­klag­te das ver­neint. Die­sen Schluss ha­be sie an­sch­ließend ih­rer Abwägung zu­grun­de ge­legt, ob sie das Ri­si­ko ein­ge­hen wol­le, die Kläge­rin nach Ab­lauf der War­te­zeit in ein kündi­gungs­geschütz­tes Ar­beits­verhält­nis zu über­neh­men, und sie sei zu der Ent­schei­dung ge­langt, dass ei­ne Fort­set­zung des Ar­beits­verhält­nis­ses über die War­te­zeit hin­weg nicht ih­rem un­ter­neh­me­ri­schen In­ter­es­se ent­spro­chen ha­be. Mit der Kund­ga­be ih­res Abwägungs­er­geb­nis­ses, die Kläge­rin nicht wei­ter­beschäfti­gen zu wol­len, das sub­jek­tiv das un­mit­tel­ba­re Kündi­gungs­mo­tiv ge­we­sen sei, ha­be sie den Be­triebs­rat ord­nungs­gemäß un­ter­rich­tet.

Das Ar­beits­ge­richt hat - so­weit für das Re­vi­si­ons­ver­fah­ren von In­ter­es­se - die Kla­ge ab­ge­wie­sen. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat auf die Be­ru­fung der Kläge­rin der Kla­ge im noch rechtshängi­gen Um­fang statt­ge­ge­ben. Mit ih­rer vom Lan­des­ar­beits­ge­richt zu­ge­las­se­nen Re­vi­si­on ver­folgt die Be­klag­te ihr Ziel der Kla­ge­ab­wei­sung wei­ter.

Ent­schei­dungs­gründe


Die Re­vi­si­on der Be­klag­ten ist be­gründet. Das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en ist durch die Kündi­gung der Be­klag­ten vom 28. De­zem­ber 2010 mit dem 15. Ja­nu­ar 2011 be­en­det wor­den. Ent­ge­gen der An­sicht des Lan­des­ar­beits­ge­richts ist die Kündi­gung nicht nach § 102 Abs. 1 Satz 3 Be­trVG un­wirk­sam. An­de­re Un­wirk­sam­keits­gründe macht die Kläge­rin nicht mehr gel­tend. Der Wei­ter­beschäfti­gungs­an­trag fällt nicht zur Ent­schei­dung an.
 


- 5 -

I. Die Re­vi­si­on rügt al­ler­dings oh­ne Er­folg, das Lan­des­ar­beits­ge­richt ha­be sei­ne Prüfungs­kom­pe­tenz über­schrit­ten. Es sei nicht be­fugt ge­we­sen, sei­ne Aus­le­gung des un­be­stimm­ten Rechts­be­griffs „ord­nungs­gemäße Anhörung“ an die Stel­le der Aus­le­gung die­ses Be­griffs durch das Ar­beits­ge­richt zu set­zen.

1. Die Re­vi­si­on geht be­reits von ei­nem un­zu­tref­fen­den Aus­gangs­punkt aus, wenn sie an­nimmt, es ge­he bei der Fra­ge, ob der Be­triebs­rat „ord­nungs­gemäß an­gehört“ wor­den sei, um die Aus­le­gung ei­nes un­be­stimm­ten Rechts­be­griffs. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat viel­mehr im We­ge der Rechts­feh­ler­kon­trol­le zu prüfen, ob die Vor­in­stanz die Be­stim­mung des § 102 Be­trVG rechts­feh­ler­frei an­ge­wandt hat. Gemäß § 529 Abs. 2 Satz 2 ZPO un­ter­liegt das mit ei­ner zulässi­gen Be­ru­fung an­ge­foch­te­ne Ur­teil, von den in § 529 Abs. 2 Satz 1 ZPO und § 65 ArbGG ge­nann­ten, hier nicht ein­schlägi­gen Aus­nah­men ab­ge­se­hen, der in­halt­lich un­be­schränk­ten, nicht an die gel­tend ge­mach­ten Be­ru­fungs­gründe ge­bun­de­nen Über­prüfung auf Feh­ler bei der An­wen­dung for­mel­len und ma­te­ri­el­len Rechts durch das Lan­des­ar­beits­ge­richt. Das Be­ru­fungs­ge­richt hat in­so­weit den Pro­zess­stoff selbstständig nach al­len Rich­tun­gen von Neu­em zu prüfen, oh­ne da­bei an die recht­li­chen Ge­sichts­punk­te und Be­ur­tei­lun­gen der Par­tei­en oder der Vor­in­stanz ge­bun­den zu sein. Ins­be­son­de­re hat es al­le in Be­tracht kom­men­den An­spruchs­grund­la­gen zu prüfen (vgl. BGH 25. Ja­nu­ar 2005 - XI ZR 78/04 - zu II 2 der Gründe).

2. Die Re­vi­si­on miss­ver­steht zu­dem die Funk­ti­on des Be­ru­fungs­ver­fah­rens, wenn sie an­nimmt, bei der Über­prüfung der Aus­le­gung un­be­stimm­ter Rechts­be­grif­fe durch das Ar­beits­ge­richt kom­me dem Lan­des­ar­beits­ge­richt nur ei­ne be­grenz­te Prüfungs­kom­pe­tenz zu, die der des Re­vi­si­ons­ge­richts ent­spre­che. Zu Un­recht fol­gert die Re­vi­si­on dies aus dem Ver­weis auf § 546 ZPO in § 513 Abs. 1 ZPO. Bei die­ser Ar­gu­men­ta­ti­on berück­sich­tigt sie nicht, dass das Lan­des­ar­beits­ge­richt wei­ter­hin (auch) Tat­sa­chen­ge­richt ist.


a) Durch das Ge­setz zur Re­form des Zi­vil­pro­zes­ses (Zi­vil­pro­zess-Re­form­ge­setz - ZPO-RG) vom 27. Ju­li 2001 (BGBl. I S. 1887) ist die Be­ru­fungs­in­stanz zwar zu ei­nem In­stru­ment zur Kon­trol­le und Be­sei­ti­gung von Feh­lern der erst­in­stanz­li­chen Ent­schei­dung um­ge­stal­tet wor­den (BGH 14. Ju­li

- 6 -

2004 - VIII ZR 164/03 - zu II 1 der Gründe, BGHZ 160, 83). An­ders als im Re­vi­si­ons­ver­fah­ren ist das an­ge­foch­te­ne Ur­teil im Be­ru­fungs­ver­fah­ren aber nicht nur auf Rechts­feh­ler hin zu über­prüfen. Viel­mehr gehört es gemäß § 513 Abs. 1 Alt. 2 ZPO, der über die Ver­wei­sung in § 64 Abs. 6 Satz 1 ArbGG auch im ar­beits­ge­richt­li­chen Be­ru­fungs­ver­fah­ren An­wen­dung fin­det (ErfK/Koch 13. Aufl. § 66 ArbGG Rn. 26), zu den Auf­ga­ben des Be­ru­fungs­ge­richts, das Ur­teil der Vor­in­stanz auch auf kon­kre­te An­halts­punk­te für Zwei­fel hin­sicht­lich der Rich­tig­keit und Vollständig­keit der ge­trof­fe­nen Tat­sa­chen­fest­stel­lun­gen zu prüfen und et­wai­ge Feh­ler zu be­sei­ti­gen (BGH 12. März 2004 - V ZR 257/03 - zu II 2 b aa (3) der Gründe, BGHZ 158, 269). Es dient in­so­weit auch der Kon­trol­le und Kor­rek­tur feh­ler­haf­ter Tat­sa­chen­fest­stel­lun­gen (BGH 19. März 2004 - V ZR 104/03 - zu II 2 d bb (3) (a) der Gründe, BGHZ 158, 295).

b) Das Be­ru­fungs­ge­richt kann sei­ne mit der Ein­rich­tung ei­ner zwei­ten - wenn auch be­schränk­ten - Tat­sa­chen­in­stanz ver­bun­de­ne Funk­ti­on, die Ein­zel­fall­ge­rech­tig­keit zu gewähr­leis­ten, nur erfüllen, wenn es die recht­li­che Tat­sa­chenwürdi­gung der Vor­in­stanz zu­min­dest im sel­ben Um­fang zu über­prüfen hat, in dem auch die zu­grun­de lie­gen­den Tat­sa­chen­fest­stel­lun­gen über­prüft wer­den dürfen. Des­halb ist un­ge­ach­tet der Be­zug­nah­me in § 513 Abs. 1 ZPO auf die re­vi­si­ons­recht­li­che Be­stim­mung des § 546 ZPO die Prüfungs­be­fug­nis des Be­ru­fungs­ge­richts bezüglich der erst­in­stanz­li­chen Aus­le­gung von In­di­vi­du­al­ver­ein­ba­run­gen und un­be­stimm­ten Rechts­be­grif­fen nicht in glei­chem Um­fang wie die des Re­vi­si­ons­ge­richts be­schränkt (aA Holt­haus/Koch RdA 2002, 140, 154; ErfK/Koch 13. Aufl. § 66 ArbGG Rn. 28). Viel­mehr hat das Be­ru­fungs­ge­richt die erst­in­stanz­li­che Aus­le­gung sol­cher Ver­ein­ba­run­gen und Rechts­be­grif­fe in vol­lem Um­fang dar­auf zu über­prüfen, ob die Aus­le­gung über­zeugt. In­so­weit ha­ben Be­ru­fungs- und Re­vi­si­ons­ge­rich­te auch nach der Re­form des Rechts­mit­tel­rechts wei­ter­hin un­ter­schied­li­che Funk­tio­nen. Die Be­schränkung des re­vi­si­ons­recht­li­chen Prüfungs­um­fangs be­ruht auf der Funk­ti­on der Re­vi­si­on, die Klärung grundsätz­li­cher Rechts­fra­gen, die Fort­bil­dung des Rechts und die Wah­rung der Rechts­ein­heit zu fördern. Auf­grund die­ser sog. „Leit­bild­funk­ti­on“ der re­vi­si­ons­ge­richt­li­chen Ent­schei­dung für zukünf­ti­ge Fälle wer­den nur die ver­all­ge­mei­ne­rungsfähi­gen As­pek­te der Aus­le­gung von In­di­vi­du­al­ver­ein­ba­run­gen


- 7 -

und un­be­stimm­ten Rechts­be­grif­fen in die re­vi­si­ons­ge­richt­li­che Über­prüfung ein­be­zo­gen. Die­se Leit­bild­funk­ti­on und die dar­aus ab­zu­lei­ten­de Recht­fer­ti­gung für die ein­ge­schränk­te Über­prüfung der Aus­le­gung von In­di­vi­du­al­ver­ein­ba­run­gen und un­be­stimm­ten Rechts­be­grif­fen im Re­vi­si­ons­ver­fah­ren sind auf das Be­ru­fungs­ver­fah­ren auch nach des­sen Um­ge­stal­tung nicht zu über­tra­gen (BGH 14. Ju­li 2004 - VIII ZR 164/03 - zu II 1 a bb und II 1 b aa und bb der Gründe, BGHZ 160, 83; Düwell/Lip­ke/Maul-Sar­t­ori ArbGG 3. Aufl. § 64 Rn. 86; im Er­geb­nis wohl auch GMP/Ger­mel­mann 8. Aufl. § 64 Rn. 74, der dar­auf hin­weist, dass im ar­beits­ge­richt­li­chen Be­ru­fungs­ver­fah­ren gemäß § 67 ArbGG im stärke­ren Um­fang als im Zi­vil­ver­fah­ren neue Tat­sa­chen berück­sich­tigt wer­den können).


II. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat zu Un­recht die Kündi­gung vom 28. De­zem­ber 2010 gemäß § 102 Abs. 1 Satz 3 Be­trVG als un­wirk­sam an­ge­se­hen.


1. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat nicht auf­geklärt, ob der am Sitz der Be­klag­ten in P ge­bil­de­te Be­triebs­rat für die in W beschäftig­ten Ar­beit­neh­mer zuständig war. Nur wenn das der Fall ge­we­sen wäre, könn­te die streit­be­fan­ge­ne Kündi­gung we­gen der Ver­let­zung der Pflich­ten der Be­klag­ten aus § 102 Be­trVG un­wirk­sam sein (vgl. BAG 8. Ja­nu­ar 1980 - 6 AZR 659/77 - zu II 1 der Gründe). Es kann je­doch zu­guns­ten der Kläge­rin un­ter­stellt wer­den, dass der Be­triebs­rat am Sitz der Be­klag­ten vor der Kündi­gung der Kläge­rin an­zuhören war.


2. Die Anhörung des Be­triebs­rats vom 14. De­zem­ber 2010 genügt den An­for­de­run­gen des § 102 Abs. 1 Be­trVG.

a) Die Kündi­gung ist un­strei­tig in der ge­setz­li­chen War­te­zeit des § 1 KSchG er­folgt.


b) Auch in der ge­setz­li­chen War­te­zeit ist nach ständi­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts (seit Ur­teil vom 13. Ja­nu­ar 1978 - 2 AZR 717/76 - zu III 1 der Gründe, BA­GE 30, 386) der Be­triebs­rat vor der be­ab­sich­tig­ten Kündi­gung zu hören. Dies folgt schon aus dem Wort­laut des § 102 Abs. 1 Satz 1



- 8 -

Be­trVG, wo­nach der Be­triebs­rat „vor je­der Kündi­gung“ zu hören ist. Auch wenn ein in­di­vi­du­al-recht­li­cher Kündi­gungs­schutz nicht oder noch nicht be­steht, soll der Be­triebs­rat in die La­ge ver­setzt wer­den, auf den Ar­beit­ge­ber ein­zu­wir­ken, um ihn ggf. mit bes­se­ren Ar­gu­men­ten von sei­nem Kündi­gungs­ent­schluss ab­zu­brin­gen. Dafür muss der Be­triebs­rat die Gründe ken­nen, die den Ar­beit­ge­ber zur Kündi­gung ver­an­las­sen (BAG 3. De­zem­ber 1998 - 2 AZR 234/98 - zu II 1 der Gründe).


c) Bei ei­ner Kündi­gung in der War­te­zeit ist die Sub­stan­ti­ie­rungs­pflicht nicht an den ob­jek­ti­ven Merk­ma­len der Kündi­gungs­gründe des noch nicht an­wend­ba­ren § 1 KSchG, son­dern al­lein an den Umständen zu mes­sen, aus de­nen der Ar­beit­ge­ber sub­jek­tiv sei­nen Kündi­gungs­ent­schluss her­lei­tet (BAG 22. April 2010 - 6 AZR 828/08 - Rn. 26). Dies folgt aus dem Grund­satz der sub­jek­ti­ven De­ter­mi­na­ti­on.


aa) Nach die­sem Grund­satz ist der Be­triebs­rat im­mer dann ord­nungs­gemäß an­gehört, wenn der Ar­beit­ge­ber ihm die Gründe mit­ge­teilt hat, die nach sei­ner sub­jek­ti­ven Sicht die Kündi­gung recht­fer­ti­gen und die für sei­nen Kündi­gungs­ent­schluss maßgeb­lich sind. Die­sen Kündi­gungs­ent­schluss hat er re­gelmäßig un­ter An­ga­be von Tat­sa­chen so zu be­schrei­ben, dass der Be­triebs­rat oh­ne zusätz­li­che ei­ge­ne Nach­for­schun­gen die Stich­hal­tig­keit der Kündi­gungs­gründe prüfen kann (BAG 23. Fe­bru­ar 2012 - 2 AZR 773/10 - Rn. 30). Schil­dert der Ar­beit­ge­ber dem Be­triebs­rat den sei­ner Kündi­gungs­ent­schei­dung zu­grun­de lie­gen­den Sach­ver­halt be­wusst ir­reführend, ist die Anhörung un­zu­rei­chend, die Kündi­gung des­halb un­wirk­sam. Ei­ne ver­meid­ba­re oder un­be­wuss­te Fehl­in­for­ma­ti­on macht die Be­triebs­rats­anhörung da­ge­gen noch nicht un­wirk­sam (vgl. BAG 22. Sep­tem­ber 1994 - 2 AZR 31/94 - zu II 3 der Gründe, BA­GE 78, 39).


bb) Hin­sicht­lich der An­for­de­run­gen, die an die In­for­ma­ti­on des Be­triebs­rats durch den Ar­beit­ge­ber bei War­te­zeitkündi­gun­gen zu stel­len sind, ist des­halb zwi­schen Kündi­gun­gen, die auf sub­stan­ti­ier­ba­re Tat­sa­chen gestützt wer­den (vgl. BAG 8. Sep­tem­ber 1988 - 2 AZR 103/88 - zu II 3 b aa der Gründe, BA­GE 59, 295) und Kündi­gun­gen, die auf per­so­nen­be­zo­ge­nen Wert­ur­tei­len be­ru­hen, die sich in vie­len Fällen durch Tat­sa­chen nicht näher be­le­gen las­sen
 


- 9 -

(BAG 18. Mai 1994 - 2 AZR 920/93 - zu II 4 a der Gründe, BA­GE 77, 13), zu dif­fe­ren­zie­ren. In der ers­ten Kon­stel­la­ti­on genügt die Anhörung den An­for­de­run­gen des § 102 Be­trVG nur, wenn dem Be­triebs­rat die zu­grun­de lie­gen­den Tat­sa­chen bzw. Aus­gangs­grund­la­gen mit­ge­teilt wer­den. In der zwei­ten Kon­stel­la­ti­on reicht die Mit­tei­lung al­lein des Wert­ur­teils für ei­ne ord­nungs­gemäße Be­triebs­rats­anhörung aus. Der Ar­beit­ge­ber ist in die­sem Fall nicht ver­pflich­tet, im Rah­men des Anhörungs­ver­fah­rens nach § 102 Be­trVG sein Wert­ur­teil ge­genüber der Ar­beit­neh­mer­ver­tre­tung zu sub­stan­ti­ie­ren oder zu be­gründen. Dar­um genügten die Mit­tei­lun­gen, die Ar­beit­neh­me­rin ha­be sich „während der Pro­be­zeit nicht bewährt“ und sei „nicht ge­eig­net, die ihr über­tra­ge­nen Auf­ga­ben ord­nungs­gemäß zu erfüllen“ (BAG 22. April 2010 - 6 AZR 828/08 - Rn. 26 f.), „nach un­se­rer all­ge­mei­nen, sub­jek­ti­ven Einschätzung genügt die Ar­beit­neh­me­rin un­se­ren An­for­de­run­gen nicht“ (BAG 3. De­zem­ber 1998 - 2 AZR 234/98 -) oder der Ar­beit­neh­mer ha­be die „in ihn ge­setz­ten Er­war­tun­gen nicht erfüllt“ (BAG 18. Mai 1994 - 2 AZR 920/93 - aaO) je­weils den An­for­de­run­gen an ei­ne ord­nungs­gemäße Anhörung des Be­triebs­rats.


d) Lie­gen dem sub­jek­ti­ven Wert­ur­teil des Ar­beit­ge­bers, das Ar­beits­verhält­nis nicht über die War­te­zeit hin­aus fort­set­zen zu wol­len, nach Zeit, Ort und Umständen kon­kre­ti­sier­ba­re Tat­sa­chen­ele­men­te zu­grun­de, muss der Ar­beit­ge­ber den Be­triebs­rat über die­sen Tat­sa­chen­kern bzw. die An­satz­punk­te sei­nes sub­jek­ti­ven Wert­ur­teils nicht in­for­mie­ren. Es genügt für ei­ne ord­nungs­gemäße Anhörung, wenn er al­lein das Wert­ur­teil selbst als das Er­geb­nis sei­nes Ent­schei­dungs­pro­zes­ses mit­teilt. Die­se Aus­le­gung der Pflich­ten des Ar­beit­ge­bers im Anhörungs­ver­fah­ren nach § 102 Be­trVG bei Kündi­gun­gen in­ner­halb der War­te­zeit, die auf sub­jek­ti­ve Wert­ur­tei­le gestützt wer­den, ist Kon­se­quenz des Grund­sat­zes der sub­jek­ti­ven De­ter­mi­na­ti­on. Sie ko­or­di­niert den for­mel­len Kündi­gungs­schutz nach § 102 Be­trVG mit dem ma­te­ri­el­len Kündi­gungs­schutz des Ar­beit­neh­mers während der War­te­zeit in ei­ner Wei­se, die so­wohl den (Grund-)Rech­ten des Ar­beit­neh­mers als auch des Ar­beit­ge­bers so­wie dem Zweck des Anhörungs­ver­fah­rens Rech­nung trägt und die­se wech­sel­sei­ti­gen Rech­te und In­ter­es­sen zum Aus­gleich bringt.


- 10 -

aa) Die War­te­zeit dient der bei­der­sei­ti­gen Über­prüfung der Ar­beits­ver­trags­par­tei­en, ob sie das Ar­beits­verhält­nis über die War­te­zeit hin­aus fort­set­zen wol­len (BAG 22. April 2010 - 6 AZR 828/08 - Rn. 26). In der War­te­zeit be­steht Kündi­gungs­frei­heit auch des Ar­beit­ge­bers. Die­se Frei­heit ist durch Art. 12 Abs. 1 GG bzw. durch die wirt­schaft­li­che Betäti­gungs­frei­heit iSv. Art. 2 Abs. 1 GG geschützt. Die grund­recht­li­che Gewähr­leis­tung er­streckt sich auch auf das In­ter­es­se des Ar­beit­ge­bers, in sei­nem Un­ter­neh­men nur Mit­ar­bei­ter zu beschäfti­gen, die sei­nen Vor­stel­lun­gen ent­spre­chen (BVerfG 27. Ja­nu­ar 1998 - 1 BvL 15/87 - zu B I 3 a der Gründe, BVerfGE 97, 169; vgl. auch 21. Ju­ni 2006 - 1 BvR 1659/04 - Rn. 13, BVerfGK 8, 244). In der ge­setz­li­chen War­te­zeit un­ter­liegt die Bil­dung der Mei­nung des Ar­beit­ge­bers, ob ein Ar­beit­neh­mer sei­nen Vor­stel­lun­gen ent­spricht, von Miss­brauchsfällen ab­ge­se­hen kei­ner Über­prüfung nach ob­jek­ti­ven Maßstäben. Kommt der Ar­beit­ge­ber bei die­ser Prüfung zu ei­nem ne­ga­ti­ven Er­geb­nis, kann er das Ar­beits­verhält­nis grundsätz­lich frei kündi­gen, oh­ne auf ent­ge­gen­ste­hen­de In­ter­es­sen des Ar­beit­neh­mers Rück­sicht neh­men zu müssen (BAG 23. April 2009 - 6 AZR 516/08 - Rn. 23, BA­GE 130, 369). Die während der War­te­zeit grundsätz­lich be­ste­hen­de Kündi­gungs­frei­heit des Ar­beit­ge­bers ist das Ge­gen­ge­wicht zu dem im Gel­tungs­be­reich des Kündi­gungs­schutz­ge­set­zes ent­ste­hen­den ma­te­ri­el­len Kündi­gungs­schutz, der die Kündi­gungs­frei­heit des Ar­beit­ge­bers nicht un­er­heb­lich be­schnei­det.


(1) In­so­weit ist die kündi­gungs­recht­li­che Aus­gangs­si­tua­ti­on ver­gleich­bar mit der frei­en un­ter­neh­me­ri­schen Ent­schei­dung, die ei­ner be­triebs­be­ding­ten Kündi­gung zu­grun­de liegt. Kündi­gungs­grund ist die ge­trof­fe­ne un­ter­neh­me­ri­sche Ent­schei­dung und sind nicht die die­ser Ent­schei­dung zu­grun­de lie­gen­den Erwägun­gen (vgl. Ha­Ko/Näge­le 4. Aufl. § 102 Be­trVG Rn. 105). Be­ruht die­se Ent­schei­dung auf in­ner­be­trieb­li­chen Gründen, müssen dem Be­triebs­rat nur die nach die­ser frei­en un­ter­neh­me­ri­schen Ent­schei­dung be­ab­sich­tig­ten or­ga­ni­sa­to­ri­schen Maßnah­men als der ei­gent­li­che Kündi­gungs­grund so­wie de­ren Aus­wir­kun­gen auf das Beschäfti­gungs­bedürf­nis dar­ge­stellt wer­den (vgl. KR/Et­zel 10. Aufl. § 102 Be­trVG Rn. 62d). Die Erläute­rung der die­ser Ent­schei­dung zu­grun­de lie­gen­den Hin­ter­gründe, Mo­ti­ve oder Vorüber­le­gun­gen ist da­ge­gen nicht



- 11 -

er­for­der­lich (vgl. BAG 21. Sep­tem­ber 2000 - 2 AZR 385/99 - zu B II 3 b der Gründe; APS/Koch 4. Aufl. § 102 Be­trVG Rn. 109a).


(2) Der erst nach Ab­lauf der War­te­zeit ein­tre­ten­de Kündi­gungs­schutz darf durch die An­for­de­run­gen, die an ei­ne Anhörung nach § 102 Be­trVG ge­stellt wer­den, nicht vor­ver­la­gert wer­den. Ei­ne Ver­men­gung der for­mel­len Wirk­sam­keits­vor­aus­set­zun­gen der Anhörung mit der Über­prüfung der Kündi­gungs­gründe auf­grund der Pro­zess­si­tua­ti­on be­zweckt § 102 Be­trVG nicht (BAG 26. Ja­nu­ar 1995 - 2 AZR 386/94 - zu II 2 a der Gründe). Die for­mel­len An­for­de­run­gen an die Un­ter­rich­tung des Be­triebs­rats sind des­halb an dem Schutz­ni­veau des ma­te­ri­ell-recht­li­chen Kündi­gungs­schut­zes des Ar­beit­neh­mers in der War­te­zeit zu mes­sen (vgl. BAG 22. April 2010 - 6 AZR 828/08 - Rn. 26; Ti­ling ZTR 2012, 554, 556 nimmt zu Un­recht an, dass die Feh­ler­anfällig­keit der War­te­zeitkündi­gung ins­be­son­de­re dar­auf be­ru­he, dass das ver­fah­rens­recht­li­che Schutz­ni­veau höher sei als das ma­te­ri­ell-recht­li­che).


(3) Dem­ent­spre­chend ist dem Be­triebs­rat bei ei­ner auf ei­nem sub­jek­ti­ven Wert­ur­teil be­ru­hen­den Kündi­gung in der War­te­zeit nur die­ses Wert­ur­teil als der ei­gent­li­che Kündi­gungs­grund mit­zu­tei­len. Die dem Ur­teil zu­grun­de lie­gen­den Erwägun­gen bzw. An­satz­punk­te müssen auch dann nicht mit­ge­teilt wer­den, wenn sie ei­nen sub­stan­ti­ier­ba­ren Tat­sa­chen­kern ha­ben (vgl. be­reits BAG 18. Mai 1994 - 2 AZR 920/93 - zu II 4 a der Gründe, BA­GE 77, 13). Et­was an­de­res gilt nur dann, wenn in Wirk­lich­keit nicht das Wert­ur­teil, son­dern be­stimm­te kon­kre­te Ver­hal­tens­wei­sen oder Tat­sa­chen den ei­gent­li­chen Kündi­gungs­grund bil­den.


(a) Wert­ur­tei­le sind in ei­ner Viel­zahl von Fällen durch Tat­sa­chen nicht be­leg­bar (vgl. BAG 18. Mai 1994 - 2 AZR 920/93 - zu II 4 a der Gründe, BA­GE 77, 13). Des­halb kann vom Ar­beit­ge­ber nicht ver­langt wer­den, sein Wert­ur­teil ge­genüber dem Be­triebs­rat zu sub­stan­ti­ie­ren oder zu be­gründen, wenn er die Kündi­gungs­ent­schei­dung le­dig­lich auf ein sub­jek­ti­ves, nicht durch ob­jek­ti­vier­ba­re Tat­sa­chen be­gründ­ba­res Wert­ur­teil stützt (vgl. BAG 22. April 2010 - 6 AZR 828/08 - Rn. 26).


- 12 -

(b) Gleich­wohl wer­den Wert­ur­tei­le in al­ler Re­gel nicht aus dem bzw. im luft­lee­ren Raum ge­trof­fen. Sie be­ru­hen viel­fach auf ei­ner Viel­zahl klei­ne­rer Be­ob­ach­tun­gen, Vorfälle oder Ver­hal­tens­wei­sen und da­mit auf mehr oder min­der fun­dier­ten, ob­jek­ti­ven Tat­sa­chen, die der Ar­beit­ge­ber oft nicht ab­sch­ließend re­flek­tie­ren kann und will und die oft auch nicht ob­jek­ti­vier­bar sind. Gleich­wohl ver­mit­teln die­se Umstände in ih­rer Ge­samt­heit dem Ar­beit­ge­ber bzw. dem zuständi­gen Vor­ge­setz­ten das Gefühl, dass ei­ne Fort­set­zung des Ar­beits­verhält­nis­ses nicht sinn­voll er­scheint, son­dern der Ar­beit­ge­ber von sei­ner Kündi­gungs­frei­heit Ge­brauch ma­chen will (auf die­ses Gefühl ab­stel­lend be­reits BAG 3. De­zem­ber 1998 - 2 AZR 234/98 - zu II 1 der Gründe). Die­ses Gefühl ma­ni­fes­tiert sich dann in ei­nem Wert­ur­teil, et­wa „der Ar­beit­neh­mer ist un­ge­eig­net“ oder „der Ar­beit­neh­mer er­bringt kei­ne aus­rei­chen­de Leis­tung“ oder „der Ar­beit­neh­mer hat die Pro­be­zeit nicht be­stan­den“, das dann den Kündi­gungs­grund bil­det.


(c) Wird die Kündi­gung auf ein so ge­won­ne­nes sub­jek­ti­ves Wert­ur­teil gestützt, ist strikt zwi­schen dem Wert­ur­teil selbst als dem ei­gent­li­chen Kündi­gungs­grund und dem die­sem Ur­teil zu­grun­de lie­gen­den Tat­sa­chen­kern zu dif­fe­ren­zie­ren. Dem Be­triebs­rat muss nur der ei­gent­li­che Kündi­gungs­grund, dh. das Wert­ur­teil, nicht aber die Grund­la­ge die­ser sub­jek­ti­ven Einschätzung mit­ge­teilt wer­den.


bb) Die­se Aus­le­gung trägt auch dem be­reits in der War­te­zeit be­ste­hen­den, aus Art. 12 GG (vgl. BVerfG 21. Ju­ni 2006 - 1 BvR 1659/04 - Rn. 13, BVerfGK 8, 244) und den Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­bo­ten des All­ge­mei­nen Gleich­be­hand­lungs­ge­set­zes her­ge­lei­te­ten Kündi­gungs­schutz des Ar­beit­neh­mers hin­rei­chend Rech­nung. Es bleibt ihm un­be­nom­men, im Rah­men der ab­ge­stuf­ten Dar­le­gungs­last zu der Be­triebs­rats­anhörung In­di­zi­en dar­zu­le­gen, die dafür spre­chen, dass der Ar­beit­ge­ber den Be­triebs­rat be­wusst falsch bzw. un­vollständig in­for­miert hat und in Wirk­lich­keit doch we­gen kon­kre­ter Tat­sa­chen gekündigt hat (zu die­ser Möglich­keit der Rechts­ver­tei­di­gung des Ar­beit­neh­mers im Kündi­gungs­schutz­pro­zess be­reits BAG 3. De­zem­ber 1998 - 2 AZR 234/98 - zu II 2 der Gründe). Trägt der Ar­beit­neh­mer der­ar­ti­ge In­di­zi­en vor, muss der Ar­beit­ge-


- 13 -

ber be­wei­sen, dass er den Be­triebs­rat nicht be­wusst ir­reführend in­for­miert hat (vgl. BAG 22. Sep­tem­ber 1994 - 2 AZR 31/94 - zu II 3 c der Gründe, BA­GE 78, 39).


cc) Auch der Zweck der Be­triebs­rats­anhörung ist bei ei­ner sol­chen Dif­fe­ren­zie­rung zwi­schen dem Wert­ur­teil und dem Tat­sa­chen­kern die­ses Ur­teils ge­wahrt. Die Anhörung soll, wie aus­geführt, den Be­triebs­rat in die La­ge ver­set­zen, auf den Ar­beit­ge­ber ein­zu­wir­ken, um ihn ggf. mit bes­se­ren Ar­gu­men­ten von sei­nem Kündi­gungs­ent­schluss ab­zu­brin­gen. Das ist zwar bei ei­nem un­be­stimm­ten Wert­ur­teil schwie­ri­ger als bei ei­ner auf kon­kre­te Tat­sa­chen gestütz­ten Kündi­gung. Gleich­wohl kann der Be­triebs­rat auch bei ei­ner auf ein sol­ches Ur­teil gestütz­ten Kündi­gung auf den Kündi­gungs­ent­schluss des Ar­beit­ge­bers ein­wir­ken. Ins­be­son­de­re kann er ver­su­chen, den Ar­beit­ge­ber mit Sach­ar­gu­men­ten zu ei­ner bes­se­ren Einschätzung des Ar­beit­neh­mers zu be­we­gen. Er kann in­so­weit un­ter Umständen sein mögli­cher­wei­se um­fas­sen­de­res Tat­sa­chen­wis­sen über die Umstände der Leis­tungs­er­brin­gung des Ar­beit­neh­mers ein­brin­gen (vgl. da­zu BAG 13. Ju­li 1978 - 2 AZR 717/76 - zu III 2 a der Gründe, BA­GE 30, 386). Da­bei kann er gemäß § 102 Abs. 2 Satz 4 Be­trVG auch den Ar­beit­neh­mer anhören und sich den Sach­ver­halt aus des­sen Sicht dar­stel­len las­sen (vgl. KR/Et­zel 10. Aufl. § 102 Be­trVG Rn. 94; Thüsing in Ri­char­di Be­trVG 13. Aufl. § 102 Rn. 107; APS/Koch 4. Aufl. § 102 Be­trVG Rn. 137 und KR/Et­zel aaO neh­men in­so­weit ei­ne Pflicht des Be­triebs­rats zur Anhörung des Ar­beit­neh­mers an). So ha­ben sich die Be­triebsräte im Vor­feld der den Ent­schei­dun­gen des Bun­des­ar­beits­ge­richts vom 13. Ju­li 1978 (- 2 AZR 717/76 - BA­GE 30, 386), 18. Mai 1994 (- 2 AZR 920/93 - BA­GE 77, 13) so­wie vom 21. Ju­li 2005 (- 6 AZR 498/04 -) zu­grun­de lie­gen­den Kündi­gun­gen trotz der le­dig­lich mit­ge­teil­ten pau­scha­len Wert­ur­tei­le nicht ge­hin­dert ge­se­hen, um­fang­rei­che und sub­stan­ti­ier­te Stel­lung­nah­men un­ter Nen­nung der Gründe, die aus ih­rer Sicht ge­gen die Kündi­gungs­ab­sicht spra­chen, zu ver­fas­sen.


e) Die Würdi­gung des Lan­des­ar­beits­ge­richts, die von der Be­klag­ten an­ge­stell­ten Vorüber­le­gun­gen sei­en für die Kündi­gungs­ent­schei­dung von Be­deu­tung ge­we­sen und hätten dem Be­triebs­rat mit­ge­teilt wer­den müssen, auch wenn die

- 14 - 


meis­ten Gründe nicht durch Tat­sa­chen kon­kre­ti­siert wer­den könn­ten, son­dern auf sub­jek­ti­ven Wer­tun­gen be­ruh­ten und je­der Grund für sich al­lein nicht aus­schlag­ge­bend für die Kündi­gung ge­we­sen sei, wird vor­ste­hen­den Maßstäben nicht ge­recht.


aa) Die Be­klag­te hat vor­ge­tra­gen, sie ha­be als Re­sul­tat ver­schie­de­ner Wahr­neh­mun­gen, die selbst nicht der ei­gent­li­che Kündi­gungs­grund ge­we­sen sei­en, den Schluss ge­zo­gen, dass sich die Kläge­rin aus ih­rer Sicht in der Pro­be­zeit nicht bewährt ha­be. Die­sen Schluss ha­be sie ih­rer Abwägung zu­grun­de ge­legt, ob sie das Ri­si­ko ein­ge­hen wol­le, die Kläge­rin nach Ab­lauf der War­te­zeit in ein kündi­gungs­geschütz­tes Ar­beits­verhält­nis zu über­neh­men. Sie sei zu der Ent­schei­dung ge­langt, dass ei­ne Fort­set­zung des Ar­beits­verhält­nis­ses über die War­te­zeit hin­weg nicht ih­rem un­ter­neh­me­ri­schen In­ter­es­se ent­spro­chen ha­be. Sub­jek­tiv sei ihr un­mit­tel­ba­res Kündi­gungs­mo­tiv das Abwägungs­er­geb­nis ge­we­sen.

bb) Die­sen Tat­sa­chen­vor­trag hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt sei­ner recht­li­chen Würdi­gung zu­grun­de ge­legt und ihn da­mit für den Se­nat bin­dend fest­ge­stellt (vgl. zur Tat­sa­chen­fest­stel­lung in den Ent­schei­dungs­gründen BAG 24. Fe­bru­ar 2011 - 6 AZR 626/09 - Rn. 59). Die Kläge­rin hat kei­ne Ge­genrügen er­ho­ben.


cc) Die Be­klag­te hat ih­ren nach die­sen bin­den­den Fest­stel­lun­gen maßgeb­li­chen Kündi­gungs­grund, nämlich ih­re sub­jek­ti­ve Ent­schei­dung, als Er­geb­nis ih­rer Abwägun­gen das Ar­beits­verhält­nis nicht über die War­te­zeit hin­aus fort­set­zen zu wol­len, weil dies nicht in ih­rem In­ter­es­se lie­ge, dem Be­triebs­rat vollständig mit­ge­teilt. Auf die ein­zel­nen, im Pro­zess vor­ge­tra­ge­nen Vorfälle und Be­ob­ach­tun­gen hat sie sich zur Recht­fer­ti­gung ih­rer Kündi­gung nicht be­ru­fen. Im Ge­gen­teil hat sie im Kam­mer­ter­min vor dem Lan­des­ar­beits­ge­richt un­wi­der­spro­chen vor­ge­tra­gen, die­se Umstände sei­en je­der für sich ge­nom­men nicht aus­schlag­ge­bend für die Kündi­gung ge­we­sen. Ih­re Vorüber­le­gun­gen, die zu ih­rer Ent­schei­dung geführt ha­ben, das Ar­beits­verhält­nis vor Ab­lauf der War­te­zeit zu kündi­gen, muss­te sie dem Be­triebs­rat des­halb nicht mit­tei­len (vgl. be­reits BAG 22. April 2010 - 6 AZR 828/08 - Rn. 27; 27. Ok­to­ber 2005 - 6 AZR
 


- 15 -

27/05 - Rn. 40). An­ders als die Kläge­rin an­nimmt, hat die Be­klag­te ihr Kündi­gungs­mo­tiv dem Be­triebs­rat auch hin­rei­chend deut­lich erklärt. Mit der An­ga­be, die Fort­set­zung des Ar­beits­verhält­nis­ses lie­ge nicht in ih­rem In­ter­es­se, hat die Be­klag­te zu er­ken­nen ge­ge­ben, dass die Fort­set­zung des Ar­beits­verhält­nis­ses über den Ab­lauf der War­te­zeit nicht ih­re Ab­sicht sei bzw. nicht ih­rem Wil­len ent­spre­che (vgl. Du­den Das Syn­onymwörter­buch 4. Aufl. Stich­wort: „In­ter­es­se“ Nr. 3). In der Zu­sam­men­schau mit dem Hin­weis dar­auf, dass das Kündi­gungs­schutz­ge­setz noch kei­ne An­wen­dung fin­de, ließ die­se Be­gründung nur den Rück­schluss zu, dass die Kündi­gung al­lein von sub­jek­ti­ven Wer­tun­gen ge­tra­gen war. Ge­nau­so gut hätte die Be­klag­te mit­tei­len können, dass sie sich ent­schlos­sen ha­be, von ih­rer Kündi­gungs­frei­heit Ge­brauch zu ma­chen.


f) Mit dem Schrei­ben vom 14. De­zem­ber 2010 hat die Be­klag­te den Be­triebs­rat aus­rei­chend über den Zeit­punkt der be­ab­sich­tig­ten Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses in­for­miert. Sie hat die Kündi­gungs­frist mit­ge­teilt und klar-ge­stellt, dass die Kündi­gung in na­her Zu­kunft, nämlich noch vor dem 31. De­zem­ber 2010, erklärt wer­den soll­te (vgl. BAG 20. Ju­ni 2013 - 6 AZR 805/11 - Rn. 38).


3. Auf die von der Re­vi­si­on auf­ge­wor­fe­ne Fra­ge nach den Rechts­fol­gen ei­ner feh­ler­haf­ten Be­triebs­rats­anhörung (zu die­ser Fra­ge zu­letzt BAG 23. Fe­bru­ar 2012 - 2 AZR 773/10 - Rn. 30) kommt es nicht an.

III. Die an­ge­foch­te­ne Ent­schei­dung stellt sich nicht aus an­de­ren Gründen als rich­tig dar (§ 561 ZPO). Die Kläge­rin macht kei­ne wei­te­ren Un­wirk­sam­keits­gründe der Kündi­gung vom 28. De­zem­ber 2010 mehr gel­tend. Ins­be­son­de­re rügt sie nicht mehr, die Par­tei­en hätten still­schwei­gend ei­ne zeit­li­che Vor­ver­la­ge­rung des Kündi­gungs­schut­zes ver­ein­bart (vgl. zur Zulässig­keit ei­ner sol­chen Ver­ein­ba­rung BAG 24. Ok­to­ber 1996 - 2 AZR 874/95 - zu II 1 a der Gründe). Es ist we­der vor­ge­tra­gen noch er­sicht­lich, dass die Kündi­gung die Kläge­rin dis­kri­mi­nier­te, sit­ten­wid­rig war, ge­gen § 242 BGB ver­stieß oder willkürlich war. Ent­schließt sich der Ar­beit­ge­ber, das Ar­beits­verhält­nis nicht über die War­te­zeit hin­aus fort­zu­set­zen, oh­ne dies auf ob­jek­ti­vier­ba­re Fak­to­ren stützen zu können oder zu wol­len, macht dies die Kündi­gung al­lein noch nicht willkürlich. Ge­ra­de
 


- 16 -

ei­ne sol­che Kündi­gung ist Teil der in der War­te­zeit grundsätz­lich be­ste­hen­den Kündi­gungs­frei­heit, die dem Ar­beit­ge­ber das Recht gibt, von die­ser Frei­heit Ge­brauch zu ma­chen und sich da­bei von sei­nem „Bauch­gefühl“ lei­ten zu las­sen (vgl. BAG 3. De­zem­ber 1998 - 2 AZR 234/98 - zu II 1 der Gründe). Bis zum Ab­lauf der War­te­zeit kann sich der Ar­beit­ge­ber - außer­halb von hier nicht vor­ge­tra­ge­nen und nicht er­sicht­li­chen Miss­brauchs-, ins­be­son­de­re Dis­kri­mi­nie­rungsfällen - frei von sol­chen Ar­beit­neh­mern tren­nen, bei de­nen er während der War­te­zeit den Ein­druck ge­won­nen hat, dass ei­ne wei­te­re Zu­sam­men­ar­beit nicht sinn­voll ist. Von die­ser Kündi­gungs­frei­heit hat die Be­klag­te Ge­brauch ge­macht.


IV. Die Kläge­rin hat gemäß § 92 Abs. 2 Nr. 1, § 91 Abs. 1 ZPO die Kos­ten des Ver­fah­rens zu tra­gen.


Fi­scher­mei­er 

Gall­ner 

Spel­ge

Wol­lensak 

Lo­renz

 


BUN­DES­AR­BEITS­GERICHT


6 AZR 121/12
17 Sa 961/11
Lan­des­ar­beits­ge­richt
Düssel­dorf

BESCHLUSS


In Sa­chen


Be­klag­te zu 3., Be­ru­fungs­be­klag­te und Re­vi­si­onskläge­rin,

pp.

Kläge­rin, Be­ru­fungskläge­rin und Re­vi­si­ons­be­klag­te,

hat der Sechs­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts am 13. Ja­nu­ar 2014 be­schlos­sen:


Das Ur­teil des er­ken­nen­den Se­nats vom 12. Sep­tem­ber 2013 - 6 AZR 121/12 - wird in den Ent­schei­dungs­gründen gemäß § 319 ZPO we­gen of­fen­ba­rer Un­rich­tig­keit von Amts we­gen da­hin ge­hend be­rich­tigt, dass das Da­tum der un­ter Rand­num­mer 19 zi­tier­ten Ent­schei­dung des Zwei­ten Se­nats des Bun­des­ar­beits­ge­richts - 2 AZR 717/76 - nicht „13. Ja­nu­ar 1978“ son­dern rich­tig „13. Ju­li 1978“ lau­tet.

Fi­scher­mei­er 

Spel­ge 

Gall­ner

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 


zur Übersicht 6 AZR 121/12  

Kontakt

Sie erreichen uns jeweils von Montag bis Freitag in der Zeit
von 09:00 bis 19:00 Uhr:

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Berlin

Lützowstraße 32
10785 Berlin

Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499

E-Mail: berlin@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Christoph Hildebrandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rechtsanwältin Nina Wesemann
Fachanwältin für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Frankfurt am Main

Schumannstraße 27
60325 Frankfurt am Main

Telefon: 069 - 71 03 30 04
Telefax: 069 - 71 03 30 05

E-Mail: frankfurt@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwältin Maike Roters
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Fachanwältin für Sozialrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hamburg

Neuer Wall 10
20354 Hamburg

Telefon: 040 - 69 20 68 04
Telefax: 040 - 69 20 68 08

E-Mail: hamburg@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwalt Sebastian Schroeder
Fachanwalt für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hannover

Georgstraße 38
30159 Hannover

Telefon: 0511 - 899 77 01
Telefax: 0511 - 899 77 02

E-Mail: hannover@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Nina Wesemann
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Christoph Hildebrandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Köln

Hohenstaufenring 62
50674 Köln

Telefon: 0221 - 709 07 18
Telefax: 0221 - 709 07 31

E-mail: koeln@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwalt Thomas Becker

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwältin Maike Roters
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Fachanwältin für Sozialrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei München

Ludwigstraße 8
80539 München

Telefon: 089 - 21 56 88 63
Telefax: 089 -21 56 88 67

E-Mail: muenchen@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Nora Schubert

Rechtsanwalt Christoph Hildebrandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Nürnberg

Zeltnerstraße 3
90443 Nürnberg

Telefon: 0911 - 953 32 07
Telefax: 0911 - 953 32 08

E-Mail: nuernberg@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Nora Schubert

Rechtsanwalt Christoph Hildebrandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Stuttgart

Königstraße 10c
70173 Stuttgart

Telefon: 0711 - 470 97 10
Telefax: 0711 - 470 97 96

E-Mail: stuttgart@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Maike Roters
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Fachanwältin für Sozialrecht

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

Presse Karriere Links A bis Z Sitemap Impressum
Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880