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Urteile zum Arbeitsrecht
Nach Alphabet
   
Schlag­worte: Freistellungserklärung
   
Gericht: Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein
Akten­zeichen: 5 Sa 297/11
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 22.12.2011
   
Leit­sätze: 1. Die ver­trag­li­che Ar­beits­pflicht ei­nes Ar­beit­neh­mers er­lischt nur durch den Ab­schluss ei­nes Er­lass­ver­tra­ges i. S. v. § 397 Abs. 1 ZPO oder durch den Ab­schluss ei­nes Ände­rungs­ver­tra­ges (BAG, Ur­teil vom 19.03.2002 - 9 AZR 16/01 -, BB 2002, 1703 f.).
2. Die Frei­stel­lung ei­nes Ar­beit­neh­mers von der Ar­beits­pflicht be­deu­tet als sol­che nur ei­nen Ver­zicht auf das An­ge­bot der Ar­beits­leis­tung. Mit der Frei­stel­lung tritt mit­hin re­gelmäßig An­nah­me­ver­zug des Ar­beit­ge­bers mit den Rechts­fol­gen des § 615 BGB ein. Will der Ar­beit­ge­ber den Ar­beit­neh­mer hin­ge­gen un­ter Fort­zah­lung der Vergütung und oh­ne An­rech­nung an­der­wei­ti­gen Ver­diens­tes von der Ar­beit frei­stel­len, muss die­se Re­ge­lung der Frei­stel­lungs­erklärung ein­deu­tig zu ent­neh­men sein (BAG, Ur­teil vom 23.09.2009 - 5 AZR 518/08 -, NZA 2010, 781 ff.).
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Lübeck, Urteil vom 14.06.2011, 3 Ca 751/11
   

Lan­des­ar­beits­ge­richt Schles­wig-Hol­stein

 

Ak­ten­zei­chen: 5 Sa 297/11
3 Ca 751/11 ArbG Lübeck (Bit­te bei al­len Schrei­ben an­ge­ben!)

 

Verkündet am 22.12.2011

Gez. ...
als Ur­kunds­be­am­tin der Geschäfts­stel­le

 

Ur­teil

Im Na­men des Vol­kes

In dem Rechts­streit

pp.

hat die 5. Kam­mer des Lan­des­ar­beits­ge­richts Schles­wig-Hol­stein auf die münd­li­che Ver­hand­lung vom 22.12.2011 durch die Vor­sit­zen­de Rich­te­rin am Lan­des­ar­beits­ge­richt ... als Vor­sit­zen­de und die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter ... und ... als Bei­sit­zer

für Recht er­kannt:

 

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1. Die Be­ru­fung des Klägers ge­gen das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Lübeck vom 14. Ju­ni 2011, Az.: 3 Ca 751/11, wird zurück­ge­wie­sen.

2. Der Kläger trägt die Kos­ten des Be­ru­fungs­ver­fah­rens.

3. Die Re­vi­si­on wird nicht zu­ge­las­sen.

.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.

Rechts­mit­tel­be­leh­rung

Ge­gen die­ses Ur­teil ist das Rechts­mit­tel der Re­vi­si­on nicht ge­ge­ben; im Übri­gen wird auf § 72 a ArbGG ver­wie­sen.

 

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Tat­be­stand

Die Par­tei­en strei­ten über Ge­halts­ansprüche des Klägers aus ei­nem be­en­de­ten Ar­beits­verhält­nis.

Der 54-jähri­ge Kläger war bei der Be­klag­ten seit dem 01.08.1994 als Ver­si­che­rungs­kauf­mann zu ei­nem mo­nat­li­chen Ge­halt von zu­letzt € 2.311,47 brut­to beschäftigt. Mit­te 2010 be­schlos­sen die Ge­sell­schaf­ter der Be­klag­ten, die Geschäftstätig­keit zum 31.12.2010 vollständig ein­zu­stel­len. Auf der Be­triebs­ver­samm­lung vom 29.07.2010 un­ter­rich­te­te die Be­klag­te ih­re Be­leg­schaft hier­von und teil­te zu­gleich mit, dass vier Mit­ar­bei­ter von der Fa. M. As­se­ku­ranz­kon­tor GmbH (im Fol­gen­den: M.) über­nom­men wer­den könn­ten.

Eben­falls am 29.07.2010 hörte die Be­klag­te den Be­triebs­rat zu den be­ab­sich­tig­ten Kündi­gun­gen an. In dem Anhörungs­schrei­ben wies die Be­klag­te u. a. auf Fol­gen­des hin (vgl. Bl. 82 d. A.):

„... Die be­ab­sich­tig­te Kündi­gung ist aus drin­gen­den be­triebs­be­ding­ten Gründen ver­an­lasst. Die Fir­ma Dr. E. GmbH & Co. KG wird die bei ihr beschäftig­ten Mit­ar­bei­ter über die­sen Ter­min hin­aus nicht wei­ter beschäfti­gen können, un­abhängig et­wa darüber hin­aus zu leis­ten­der Vergütung als Fol­ge länge­rer Kündi­gungs­fris­ten. Das Geschäft wird er­satz­los ein­ge­stellt. Die Ge­sell­schaf­ter wie auch die Geschäftsführung be­dau­ern die­sen Schritt, se­hen aber auf­grund der ge­ge­be­nen Ge­samt­umstände kei­ne Fortführungs­per­spek­ti­ven.“

Mit Schrei­ben vom 26.08.2010 kündig­te die Be­klag­te dem Kläger frist­ge­recht zum 28.02.2011. Zur Be­gründung führ­te sie u. a. aus (Bl. 81 d. A.):

„... Wie wir Ih­nen und Ih­ren Kol­le­gen schon mit­ge­teilt ha­ben, wer­den wir den Be­trieb der Fir­ma Dr. E. GmbH & Co KG spätes­tens zum 31.12.2010 vollständig ein­stel­len. Der Geschäfts­be­trieb wird still­ge­legt. Ei­ne Beschäfti­gungsmöglich­keit über den 31.12.2010 hin­aus be­steht da­her nicht. Wir be­dau­ern da­her, das mit Ih­nen be­ste­hen­de Ar­beits­verhält­nis aus drin­gen­den be­trieb­li­chen Gründen or­dent­lich mit Wir­kung zum 28.02.2011, hilfs­wei­se or­dent­lich zum nächst­zulässi­gen Ter­min zu kündi­gen.

So­fern Sie vor Ab­lauf der Frist aus dem Ar­beits­verhält­nis aus­schei­den wol­len, um an­der­wei­tig ei­ne neue Auf­ga­be zu über­neh­men, wer­den wir Ih­nen selbst­verständ­lich nicht im We­ge ste­hen.“

 

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Bis zum Jah­res­en­de 2010 erfüll­te der Kläger sei­ne Ar­beits­pflicht ge­genüber der Be­klag­ten und er­hielt bis ein­sch­ließlich De­zem­ber 2010 die ihm ver­trag­lich zu­ste­hen­de Vergütung.

Auf Ver­mitt­lung der Be­klag­ten wur­de der Kläger von der Fa. M. zum 01.01.2011 ein­ge­stellt. Der Kläger nahm am 02.01.2011 sei­ne Tätig­keit bei der Fa. M. auf und er­zielt dort ein Mo­nats­ge­halt in zu­min­dest glei­cher Höhe wie zu­vor bei der Be­klag­ten. Vor die­sem Hin­ter­grund reg­te die Be­klag­te mit Schrei­ben vom 23.01.2011 ge­genüber dem Kläger an, das zwi­schen den Par­tei­en be­ste­hen­de Ar­beits­verhält­nis mit Wir­kung zum 31.12.2010 auf­zu­he­ben. Da­mit war der Kläger nicht ein­ver­stan­den. Die Be­klag­te zahl­te an den Kläger für die Mo­na­te Ja­nu­ar und Fe­bru­ar 2011 kein Ge­halt.

Mit An­walts­schrei­ben vom 01.03.2011 be­an­spruch­te der Kläger letzt­end­lich er­folg­los Ab­rech­nung und Zah­lung von An­nah­me­ver­zugs­lohn für die Mo­na­te Ja­nu­ar und Fe­bru­ar 2011 (Bl. 7 - 9 d. A.).

Mit der am 25.03.2011 vor dem Ar­beits­ge­richt er­ho­be­nen Kla­ge hat der Kläger sei­ne dies­bezügli­chen Zah­lungs­ansprüche wei­ter­ver­folgt.

Er hat vor­ge­tra­gen,

die Be­klag­te ha­be ihn aus­weis­lich des Kündi­gungs­schrei­bens mit Wir­kung ab dem 01.01.2011 von der Ver­pflich­tung zur Ar­beits­leis­tung frei­ge­stellt. Sie ha­be da­mit auf die Erfüllung der Ar­beits­pflicht un­wi­der­ruf­lich ver­zich­tet mit der Fol­ge, dass er, der Kläger, auch für die Mo­na­te Ja­nu­ar und Fe­bru­ar 2011 An­spruch auf die ver­ein­bar­te Ar­beits­vergütung ha­be, oh­ne dass sei­ne bei der Fa. M. er­hal­te­ne Vergütung an­ge­rech­net wer­den könne. Der Kläger be­ruft sich auf die Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts vom 19.03.2002 – 9 AZR 16/01 -. Die ge­trof­fe­ne Frei­stel­lungs­ver­ein­ba­rung er­ge­be sich auch aus der Be­triebs­rats­anhörung. Die Be­klag­te hätte den Kläger auch gar nicht wei­ter beschäfti­gen können, da sie den Be­trieb zum 31.12.2010 ge­schlos­sen ha­be.

Der Kläger hat be­an­tragt,

 

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die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an den Kläger € 4.622,95 brut­to zuzüglich Zin­sen in Höhe von 5 %-Punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz auf € 2.311,47 seit dem 01.02.2011 so­wie auf wei­te­re € 2.311,47 seit dem 01.03.2011 zu zah­len.

Die Be­klag­te hat be­an­tragt,

die Kla­ge ab­zu­wei­sen.

Die Be­klag­te hat be­strit­ten,

den Kläger frei­ge­stellt und auf sei­ne Ar­beits­leis­tung ver­zich­tet zu ha­ben. Das er­ge­be sich auch nicht aus dem Kündi­gungs­schrei­ben. Dort ha­be sie le­dig­lich zur Be­gründung der Kündi­gung auf die Still­le­gung des Geschäfts­be­trie­bes und die dar­aus re­sul­tie­ren­de feh­len­de Beschäfti­gungsmöglich­keit über den 31.12.2010 hin­aus hin­ge­wie­sen. Nichts an­de­res gel­te für die Stel­lung­nah­me ge­genüber dem Be­triebs­rat. Im Übri­gen sei das Anhörungs­schrei­ben nicht an den Kläger ge­rich­tet und sei in­so­weit für das Ver­trags­verhält­nis der Par­tei­en un­er­heb­lich. Zu­dem ha­be sie, die Be­klag­te, zum 31.12.2010 nur das ope­ra­ti­ve Geschäft endgültig ein­ge­stellt. In­ter­ne Ver­wal­tungs­ar­bei­ten sei­en noch an­ge­fal­len. Da­zu ha­be sie auch Mit­ar­bei­ter auf­ge­for­dert. Auch das sei un­er­heb­lich, weil sie je­der­zeit von ih­rer Un­ter­neh­mer­ent­schei­dung hätte abrücken können. Al­le Mit­ar­bei­ter wären dann man­gels Frei­stel­lung zur Ar­beits­leis­tung bis zum En­de der Kündi­gungs­frist ver­pflich­tet ge­we­sen.

Das Ar­beits­ge­richt hat die Kla­ge mit Ur­teil vom 14.06.2011 in vol­lem Um­fang ab­ge­wie­sen. Die Be­klag­te ha­be den Kläger mit dem Kündi­gungs­schrei­ben nicht mit der Fol­ge von der Ar­beits­pflicht ent­bun­den, dass die Re­geln des An­nah­me­ver­zu­ges und da­mit die An­rech­nung des Zwi­schen­ver­diens­tes bei der Fa. M. nicht an­wend­bar sei­en. Die Be­klag­te ha­be hier­in kei­ne auf ei­ne Frei­stel­lung ge­rich­te­te Wil­lens­erklärung ab­ge­ge­ben, son­dern den Ver­such un­ter­nom­men, die Kündi­gungs­gründe zu um­reißen. Ge­gen ei­ne Frei­stel­lungs­erklärung spre­che auch der letz­te Ab­satz des Kündi­gungs­schrei­bens. Das dem Kläger in Kennt­nis von den Ver­trags­ver­hand­lun­gen mit der Fa. M. un­ter­brei­te­te An­ge­bot, ihn ggf. im Fal­le des Ab­schlus­ses ei­nes neu­en Ar­beits­ver­tra­ges vor­zei­tig aus dem Ar­beits­verhält­nis zu ent­las­sen, ste­he der An­nah­me ei­ner Frei­stel­lung ab Jah­res­be­ginn 2011 deut­lich ent­ge­gen. Die Be­triebs­rats­anhörung ent­hal­te kei­ne rechts­geschäft­li­chen Erklärun­gen ge­genüber dem Kläger. Zwar ha­be die Be­klag­te zur Jah­res­wen­de 2010/2011 durch ih­re Ver­mitt­lung zum Ab-

 

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schluss des Ar­beits­ver­tra­ges mit der Fa. M. kon­klu­dent auf die Ar­beits­leis­tung des Klägers ab 01.01.2011 ver­zich­tet. Die­sen Ver­zicht ha­be der Kläger auch an­ge­nom­men, so­dass zwi­schen den Par­tei­en ein Ände­rungs­ver­trag im Sin­ne der Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts vom 09.11.1999, Az. 9 AZR 922/98, zu­stan­de ge­kom­men sei. Die­se Ver­ein­ba­rung be­inhal­te zu­gleich auch den kon­klu­dent erklärten ver­trag­li­chen Ver­zicht des Klägers auf die Ar­beits­vergütung ab dem 01.01.2011. Nach dem ob­jek­ti­ven Empfänger­ho­ri­zont wäre es ge­ra­de­zu ab­we­gig ge­we­sen, dass die Be­klag­te dem Kläger ei­nen neu­en Ar­beits­platz ver­mit­telt und so­mit ih­rer­seits auf die Ar­beits­leis­tung ver­zich­tet, aber dem Kläger trotz­dem in Kennt­nis des naht­lo­sen Über­g­an­ges in ein neu­es und min­des­tens eben­so gut be­zahl­tes Ar­beits­verhält­nis die Gehälter wei­ter zah­len woll­te. Das ge­sam­te Ver­hal­ten der Be­klag­ten sei aus Sicht ei­nes ob­jek­ti­ven Erklärungs­empfängers nur so zu ver­ste­hen, dass die­se selbst­verständ­lich gleich­zei­tig von der Pflicht zur Ge­halts­zah­lung be­freit wer­den woll­te. Dar­in ha­be der Kläger mit dem Wech­sel zu der Fa. M. ein­ge­wil­ligt. Bei­de Ver­trags­part­ner hätten mit Wir­kung ab dem 01.01.2011 auf die wech­sel­sei­ti­ge Erfüllung der Haupt­leis­tungs­pflich­ten ver­zich­tet.

Ge­gen die­ses ihm am 08.07.2011 zu­ge­stell­te Ur­teil hat der Kläger am 04.08.2011 beim Lan­des­ar­beits­ge­richt Schles­wig-Hol­stein Be­ru­fung ein­ge­legt und die­se am 30.08.2011 be­gründet.

Der Kläger wie­der­holt und ver­tieft

sei­nen erst­in­stanz­li­chen Vor­trag. Die Be­klag­te ha­be so­wohl im Rah­men der Be­triebs­rats­anhörung als auch in dem Kündi­gungs­schrei­ben aus­drück­lich erklärt, dass über den 31.12.2010 hin­aus kei­ne Beschäfti­gungsmöglich­keit mehr bestünde. Hier­bei han­de­le es sich ex­pli­zit um ei­ne Frei­stel­lungs­erklärung für den Zeit­raum ab dem 01.01.2011 bis zum En­de der Kündi­gungs­frist. Aus der Be­triebs­rats­anhörung fol­ge auch, dass sich die Be­klag­te im Kla­ren darüber ge­we­sen sei, dass sie trotz der Frei­stel­lung ge­genüber dem Kläger vergütungs­pflich­tig blei­ben wer­de. Er, der Kläger, ha­be sich mit­hin ab dem 01.01.2011 bis zum 28.02.2011 nicht sei­ner­seits in An­nah­me­ver­zug be­fun­den, da er der Be­klag­ten auf­grund der Frei­stel­lung kei­ne Ar­beits­leis­tung ge­schul­det ha­be. Ei­ne An­rech­nung an­der­wei­ti­gen Ver­diens­tes gemäß § 615 Satz 1 BGB kom­me mit­hin nicht in Fra­ge.

 

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Der Kläger be­an­tragt,

das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Lübeck vom 14.06.2011 ab­zuändern und die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn € 4.622,95 brut­to zuzüglich Zin­sen in Höhe von 5 %Punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz auf € 2.311,47 seit dem 01.02.2011 so­wie auf wei­te­re € 2.311,47 seit dem 01.03.2011 zu zah­len.

Die Be­klag­te be­an­tragt,

die Be­ru­fung zurück­zu­wei­sen.

Die Be­klag­te ver­tei­digt das an­ge­foch­te­ne Ur­teil.

We­gen des wei­te­ren Vor­brin­gens der Par­tei­en im Be­ru­fungs­ver­fah­ren wird auf den münd­lich vor­ge­tra­ge­nen In­halt der zwi­schen ih­nen ge­wech­sel­ten Schriftsätze nebst An­la­gen so­wie den In­halt des Sit­zungs­pro­to­kolls vom 22.12.2011 ver­wie­sen.

Ent­schei­dungs­gründe

Die Be­ru­fung des Klägers ist zulässig. Sie ist dem Be­schwer­de­wert nach statt­haft so­wie form- und frist­ge­recht ein­ge­legt und be­gründet wor­den, §§ 64 Abs. 2 lit. b; 66 Abs. 1 ArbGG; §§ 519, 520 ZPO.

In der Sa­che selbst hat die Be­ru­fung in­des­sen kei­nen Er­folg, da sie un­be­gründet ist.

Das Ar­beits­ge­richt hat die Kla­ge so­wohl im Er­geb­nis als auch über­wie­gend in der Be­gründung zu Recht ab­ge­wie­sen. Die hier­ge­gen mit der Be­ru­fungs­be­gründung er­ho­be­nen Einwände des Klägers recht­fer­ti­gen kein an­de­res Er­geb­nis. Zur Ver­mei­dung unnöti­ger Wie­der­ho­lun­gen kann im We­sent­li­chen auf die Ent­schei­dungs­gründe des an­ge­foch­te­nen Ur­teils ver­wie­sen wer­den. Le­dig­lich ergänzend wird auf Fol­gen­des hin­ge­wie­sen:

Der Kläger hat ge­genüber der Be­klag­ten für die streit­ge­genständ­li­chen Mo­na­te Ja­nu­ar und Fe­bru­ar 2011 kei­nen An­spruch auf Zah­lung von Ar­beits­vergütung in Höhe von ins­ge­samt € 4.622,94 brut­to. Ihm steht we­der ein ver­trag­li­cher An­spruch auf Ar-

 

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beits­vergütung gemäß § 611Abs. 1 Hbs. 2 BGB i. V. m. mit ei­ner ge­trof­fe­nen Frei­stel­lungs­ver­ein­ba­rung (1.) noch ein ge­setz­li­cher An­spruch auf Ver­zugs­lohn gemäß § 615 Satz 1 BGB i. V. m. dem Ar­beits­ver­trag zu (2.).

1. Der Kläger hat ge­genüber der Be­klag­ten kei­nen An­spruch auf Ar­beits­ent­gelt in der be­gehr­ten Höhe.

a) Ein im Sy­nal­lag­ma ste­hen­der An­spruch auf Ar­beits­vergütung für er­brach­te Ar­beits­leis­tung steht dem Kläger gemäß § 611 Abs. 1 Hbs. 2 BGB un­strei­tig nicht zu. Der Kläger hat un­strei­tig we­der im Ja­nu­ar noch im Fe­bru­ar 2011 für die Be­klag­te ge­ar­bei­tet.

b) Der Klag­an­spruch er­gibt sich aber auch nicht aus ei­ner ver­trag­li­chen Frei­stel­lungs­ver­ein­ba­rung der Par­tei­en.

aa) Die ver­trag­li­che Ar­beits­pflicht er­lischt nur durch den Ab­schluss ei­nes Er­lass­ver­tra­ges i. S. v. § 397 Abs. 1 BGB oder durch den Ab­schluss ei­nes Ände­rungs­ver­tra­ges (BAG, Urt. v. 19.03.1002 – 9 AZR 16/01 -, BB 2002, 1703 ff.). Der Er­lass­ver­trag nach § 397 BGB setzt eben­so wie ei­ne abändern­de Ver­ein­ba­rung des Ar­beits­ver­tra­ges ei­nen Ver­trag vor­aus, d. h. zwei kor­re­spon­die­ren­de Wil­lens­erklärun­gen in Form von An­ge­bot und An­nah­me gemäß §§ 145 ff. BGB. Das An­ge­bot auf un­wi­der­ruf­li­chen Ver­zicht auf die Ar­beits­leis­tung kann auch kon­klu­dent an­ge­nom­men wer­den.

bb) Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Klägers hat die Be­klag­te dem Kläger mit der Kündi­gungs­erklärung nicht zu­gleich das An­ge­bot ei­ner ein­ver­nehm­li­chen un­wi­der­ruf­li­chen Frei­stel­lung von der Ar­beits­pflicht un­ter gleich­zei­ti­ger be­din­gungs­lo­ser Fort­zah­lung des Ent­gelts un­ter­brei­tet, wel­ches er, der Kläger, kon­klu­dent hätte an­neh­men können. Den Ab­schluss ei­nes der­ar­ti­gen Er­lass­ver­tra­ges in Form ei­ner Frei­stel­lungs­ver­ein­ba­rung hat die Be­klag­te dem Kläger ge­ra­de nicht an­ge­bo­ten. Den Erklärun­gen in dem Kündi­gungs­schrei­ben ist kein da­hin­ge­hen­der Rechts­bin­dungs­wil­len der Be­klag­ten zu ent­neh­men. Dies er­gibt sich auch nicht durch Aus­le­gung der ab­ge­ge­be­nen Erklärun­gen in dem Kündi­gungs­schrei­ben.

 

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(1) Bei den strit­ti­gen Erklärun­gen der Be­klag­ten han­delt es sich um nicht­ty­pi­sche Wil­lens­erklärun­gen. Der In­halt ei­ner nicht­ty­pi­schen ver­trag­li­chen Re­ge­lung ist nach den §§ 133, 157 BGB durch Aus­le­gung zu er­mit­teln. Nach die­sen Vor­schrif­ten ist der maßgeb­li­che Wil­le der Par­tei­en zu er­mit­teln. Lässt sich da­bei ein übe­rein­stim­men­der Wil­le der Par­tei­en fest­stel­len, ist die­ser al­lein maßgeb­lich, auch wenn er in dem Ver­trag nur ei­nen un­voll­kom­me­nen oder gar kei­nen Aus­druck ge­fun­den hat. Ist dies in­des­sen nicht der Fall, sind die Erklärun­gen der Ver­trags­par­tei­en je­weils aus der Sicht des Erklärungs­empfängers so aus­zu­le­gen, wie die­ser sie nach Treu und Glau­ben un­ter Berück­sich­ti­gung der Ver­kehrs­sit­te ver­ste­hen durf­te und muss­te. Aus­ge­hend vom Wort­laut der Klau­sel ist de­ren ob­jek­ti­ver Be­deu­tungs­ge­halt zu er­mit­teln. Maßge­bend ist da­bei der all­ge­mei­ne Sprach­ge­brauch un­ter Berück­sich­ti­gung des ver­trag­li­chen Re­ge­lungs­zu­sam­men­hangs. Von Be­deu­tung für das Aus­le­gungs­er­geb­nis sind auch der von den Ver­trags­par­tei­en ver­folg­te Re­ge­lungs­zweck und die In­ter­es­sen­la­ge der Be­tei­lig­ten so­wie die Be­gleit­umstände der Erklärung, so­weit sie ei­nen Schluss auf den Sinn­ge­halt der Erklärung zu­las­sen. Die tatsächli­che Hand­ha­bung des Ver­trags­verhält­nis­ses kann eben­falls Rück­schlüsse auf des­sen In­halt ermögli­chen (BAG, Urt. v. 15.06.2011 – 10 AZR 62/09 -, ZTR 2011, 694; BAG Urt. v. 23.02.2011 - 4 AZR 536/09 -, BB 2011, 1725; BAG Urt. v. 19.11.2003 – 10 AZR 174/03 -, NZA 2004, 554 ff.).

(2) Hier­von aus­ge­hend hat die Be­klag­te dem Kläger kein rechts­ver­bind­li­ches An­ge­bot auf Ab­schluss ei­nes Er­lass­ver­tra­ges oder ei­nes Ände­rungs­ver­tra­ges un­ter­brei­tet. Viel­mehr be­inhal­tet das Kündi­gungs­schrei­ben die rechts­ge­stal­ten­de ein­sei­ti­ge Wil­lens­erklärung der Be­klag­ten, das Ar­beits­verhält­nis mit dem Kläger zum 28.02.2011 auflösen zu wol­len. Ei­ne darüber­hin­aus­ge­hen­de rechts­geschäft­li­che Wil­lens­erklärung ist dem Schrei­ben vom 26.08.2010 nicht zu ent­neh­men.

Aus­ge­hend vom Wort­laut der ers­ten drei Sätze des Kündi­gungs­schrei­bens hat die Be­klag­te den Kläger schlicht noch­mals da­von in Kennt­nis ge­setzt, dass der Be­trieb zum 31.12.2010 endgültig still­ge­legt wird und dass des­halb über den 31.12.2010 für ihn kei­ne wei­te­re Beschäfti­gungsmöglich­keit mehr be­steht. Hier­bei han­delt es sich le­dig­lich um die Mit­tei­lung von Fak­ten, um die im vier­ten Satz fol­gen­de Kündi­gungs­erklärung ge­genüber dem Kläger zu be­gründen bzw. zu recht­fer­ti­gen. Der schlich­te

 

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Recht­fer­ti­gungs­cha­rak­ter der strit­ti­gen Erklärung folgt aus dem die Kündi­gungs­erklärung ein­lei­ten­den Wort „da­her“. Die ers­ten drei Sätze dien­ten mit­hin zur Be­gründung und Recht­fer­ti­gung der Kündi­gung und ent­hal­ten kein rechts­ver­bind­li­ches An­ge­bot auf Ab­schluss ei­nes Frei­stel­lungs- bzw. Er­lass­ver­tra­ges. Mit den das Kündi­gungs­schrei­ben ein­lei­ten­den Sätzen hat die Be­klag­te kei­ne rechts­ver­bind­li­che Wil­lens­erklärung, son­dern nur ei­ne schlich­te Wis­sens­be­kun­dung ab­ge­ge­ben. Die Be­klag­te hat nicht ein­mal das Wort „Frei­stel­lung“ oder gar „un­wi­der­ruf­li­che Frei­stel­lung“ in dem Kündi­gungs­schrei­ben ver­wandt.

Aber auch aus dem zwei­ten Ab­satz des Kündi­gungs­schrei­bens folgt, dass die Be­klag­te dem Kläger mit­nich­ten das An­ge­bot ei­ner Frei­stel­lungs­ver­ein­ba­rung un­ter­brei­ten woll­te bzw. un­ter­brei­tet hat. Das Ge­gen­teilt ist der Fall. Die Be­klag­te hat dem Kläger ex­pres­sis ver­bis an­ge­bo­ten, ihn vor­zei­tig aus dem Ar­beits­verhält­nis zu ent­las­sen, falls er vor Ab­lauf der Kündi­gungs­frist an­der­wei­tig ei­ne neue Auf­ga­be über­neh­men kann. Die­ses An­ge­bots bedürf­te es in­des­sen nicht, wenn die Be­klag­te be­reits un­wi­der­ruf­lich und be­din­gungs­los auf die Ar­beits­leis­tung des Klägers ver­zich­tet hätte. Aus dem zwei­ten Ab­satz des Kündi­gungs­schrei­bens er­gibt sich ein­deu­tig, dass die Be­klag­te den Kläger ge­ra­de nicht un­ter Fort­zah­lung des Ge­halts frei­stel­len woll­te, da­mit die­ser bei ei­nem an­de­ren Ar­beit­ge­ber ar­bei­ten und Geld ver­die­nen kann. Der Kläger muss sich auch vor­hal­ten las­sen, dass er nur durch Ver­mitt­lung der Be­klag­ten den neu­en Ar­beits­platz bei der Fa. M. er­hal­ten hat. Er hätte oh­ne Ein­verständ­nis der Be­klag­te bei der Fa. M. gar nicht am 01.01.2011 die Ar­beit auf­neh­men dürfen, da es sich in­so­weit um ein Kon­kur­renz­un­ter­neh­men zur Be­klag­ten han­delt. Während des Be­stands des Ar­beits­verhält­nis­ses un­ter­liegt der Ar­beit­neh­mer dem ver­trag­li­chen Wett­be­werbs­ver­bot. Dies gilt auch während der Frei­stel­lungs­pha­se in­ner­halb der Kündi­gungs­frist. Es ver­wun­dert die Kam­mer, dass der Kläger aus dem Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein und der Fürsor­ge der Be­klag­ten ge­genüber ih­ren ent­las­se­nen Mit­ar­bei­tern sei­ner­seits im Nach­hin­ein auch noch zu de­ren Las­ten durch die un­be­rech­tig­te Be­haup­tung ei­ner Frei­stel­lungs­ver­ein­ba­rung „Ka­pi­tal schla­gen“ will.

Ein et­wai­ges An­ge­bot zum Ab­schluss ei­ner Frei­stel­lungs­erklärung er­sch­ließt sich auch nicht aus dem an den Be­triebs­rat ge­rich­te­ten Anhörungs­schrei­ben der Be­klag­ten. Adres­sat des Anhörungs­schrei­bens ist der Be­triebs­rat und nicht die Kläge­rin.

 

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Aber auch in die­sem Schrei­ben hat die Be­klag­te nicht die Ab­sicht be­kun­det, al­le ent­las­se­nen Mit­ar­bei­ter und so­mit auch den Kläger ab dem 01.01.2011 un­wi­der­ruf­lich und be­din­gungs­los un­ter Fort­zah­lung der Vergütung von der Ar­beits­pflicht frei­stel­len zu wol­len. Viel­mehr hat die Be­klag­te in dem Anhörungs­bo­gen le­dig­lich gemäß § 102 Be­trVG dem Be­triebs­rat die Kündi­gungs­gründe (Weg­falls der Beschäfti­gungsmöglich­keit we­gen Be­triebs­still­le­gung) mit­ge­teilt.

c) Aber selbst wenn die ers­ten drei Sätze des Kündi­gungs­schrei­bens aus Sicht des Klägers ei­ne Frei­stel­lung von der Ar­beits­pflicht mit Wir­kung ab dem 01.01.2011 be­inhal­ten, so be­deu­tet dies nicht zu­gleich das An­ge­bot auf Ab­schluss ei­ner Frei­stel­lungs­ver­ein­ba­rung in Form ei­nes Er­lass­ver­tra­ges bzw. ei­nes Ände­rungs­ver­tra­ges im oben ge­nann­ten Sin­ne. Denn der Kläger ver­kennt, dass al­lein durch ei­ne Frei­stel­lung von der Ar­beits­pflicht des Ar­beit­neh­mers der Ar­beit­ge­ber re­gelmäßig nur auf das aus­drück­li­che oder wört­li­che Ar­beits­an­ge­bot des Ar­beit­neh­mers ver­zich­tet. Die Auf­he­bung der Ar­beits­pflicht be­deu­tet re­gelmäßig nur ei­nen Ver­zicht auf das An­ge­bot der Ar­beits­leis­tung, so­dass der An­nah­me­ver­zug des Ar­beit­ge­bers auch oh­ne tatsächli­ches oder wört­li­ches Ar­beits­an­ge­bot des Ar­beit­neh­mers gemäß §§ 294, 295 BGB ein­tritt (BAG, Urt. v. 23.09.2009 – 5 AZR 518/08 -, NZA 2010, 781 ff.; BAG, Urt. v. 23.01.2008 – 5 AZR 393/07 -, NZA 2008, 595 f.). Will der Ar­beit­ge­ber den Ar­beit­neh­mer hin­ge­gen un­ter Fort­zah­lung sei­ner Vergütung und oh­ne An­rech­nung an­der­wei­ti­gen Ver­diens­tes gemäß § 615 BGB von der Ar­beit frei­stel­len, so muss die­ses der Frei­stel­lungs­erklärung ein­deu­tig zu ent­neh­men sein. Soll ei­ne Frei­stel­lungs­ver­ein­ba­rung ei­nen Ent­gelt­an­spruch un­abhängig von den ge­setz­li­chen, ta­rif­ver­trag­li­chen oder ar­beits­ver­trag­li­chen Vor­aus­set­zun­gen be­gründen, be­darf dies ei­ner be­son­de­ren Re­ge­lung. Die Fort­zah­lung des Ge­hal­tes während der Frei­stel­lungs­pha­se setzt da­her vor­aus, dass der Ar­beit­neh­mer die ge­setz­li­chen, ta­rif­ver­trag­li­chen oder ar­beits­ver­trag­li­chen Vor­aus­set­zun­gen ei­nes Vergütungs­an­spruchs oh­ne Ar­beits­leis­tung erfüllt (§§ 616 BGB, 615 Satz 2 BGB). Von ei­nem Fort­be­ste­hen des An­spruchs auf Ar­beits­vergütung trotz während des Frei­stel­lungs­zeit­raums an­der­wei­tig er­ziel­ten Ver­diens­tes in zu­min­dest glei­cher Höhe kann auch bei ei­ner un­wi­der­ruf­li­chen Frei­stel­lung von der Ar­beits­pflicht nur dann aus­ge­gan­gen wer­den, wenn die Par­tei­en dies aus­drück­lich ver­ein­bart ha­ben (vgl. BAG, Urt. v. 23.01.2008 – 5 AZR 393/07-, a.a.O.).

 

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Ei­ne der­ar­ti­ge aus­drück­li­che Ver­ein­ba­rung über den Ver­zicht auf die An­rech­nungsmöglich­keit an­der­wei­ti­gen Ver­diens­tes während der Frei­stel­lungs­erklärung lässt sich dem Kündi­gungs­schrei­ben in­des­sen nicht an­satz­wei­se ent­neh­men. Aus dem zwei­ten Ab­satz des Kündi­gungs­schrei­bens er­gibt sich viel­mehr das glat­te Ge­gen­teil. Aus Sicht ei­nes ob­jek­ti­ven Erklärungs­empfängers kann dem ge­sam­ten In­halt des Kündi­gungs­schrei­bens al­len­falls ent­nom­men wer­den, dass die Be­klag­te den Kläger mit Wir­kung ab dem 01.01.2011 we­gen der Be­triebs­still­le­gung von der Ar­beits­pflicht un­wi­der­ruf­lich frei­stellt und da­mit auf das für den Ver­zugs­lohn er­for­der­li­che tatsächli­che oder münd­li­che Ar­beits­an­ge­bot des Klägers ver­zich­tet. Auf die übri­gen Vor­aus­set­zun­gen zur Fort­zah­lung der Vergütung oh­ne Ar­beits­leis­tung gemäß des § 615 BGB hat die Be­klag­te ge­ra­de nicht ver­zich­tet.

2. Der Kläger hat aber auch kei­nen An­spruch auf Ver­zugs­lohn gemäß §§ 611, 615 Satz 1 BGB. Ein Ar­beit­neh­mer hat nur dann ei­nen un­gekürz­ten An­spruch auf Ver­zugs­lohn, wenn er in­fol­ge des Ar­beits­aus­falls nicht für ei­nen an­de­ren Ar­beit­ge­ber ge­gen Vergütung ar­bei­tet, § 615 Satz 2 BGB. Nach die­ser Vor­schrift muss sich der Ar­beit­neh­mer das­je­ni­ge Ar­beits­ent­gelt auf den Ver­zugs­lohn­an­spruch an­rech­nen las­sen, was er durch an­der­wei­ti­ge Ver­wen­dung sei­ner Diens­te er­wirbt oder zu er­wer­ben böswil­lig un­ter­las­sen hat.

Die­se An­rech­nungs­vor­aus­set­zun­gen lie­gen hier un­strei­tig vor. Der Kläger hat während des streit­ge­genständ­li­chen Zeit­raums für die Fa. M. ge­ar­bei­tet und von die­ser Ge­halt zu­min­dest in Höhe des gel­tend ge­mach­ten Ver­zugs­lohns be­zo­gen. Da­mit lie­gen die Vor­aus­set­zun­gen zur Zah­lung von Ver­zugs­lohn nicht vor.

3. Nach al­le­dem war die Be­ru­fung zurück­zu­wei­sen.

Die Kos­ten­ent­schei­dung folgt aus § 91 ZPO i. V. m. § 64 Abs. 6 ArbGG.

Gründe für die Zu­las­sung der Re­vi­si­on nach § 72 Abs. 2 ArbGG sind nicht er­sicht­lich.

 

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