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Urteile zum Arbeitsrecht
Nach Jahrgang
   
Schlag­worte: Kündigung: Außerordentlich, Beleidigung
   
Gericht: Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein
Akten­zeichen: 6 Sa 72/06
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 29.08.2006
   
Leit­sätze:

 

Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Neumünster, Urteil vom 15.12.2005, 2 Ca 1290 a/05
   

Lan­des­ar­beits­ge­richt Schles­wig-Hol­stein

 

Ak­ten­zei­chen: 6 Sa 72/06
2 Ca 1290 a/05 ArbG Ne­umüns­ter

(Bit­te bei al­len Schrei­ben an­ge­ben!)

 

Verkündet am 29.08.2006

gez. K...
als Ur­kunds­be­am­tin der Geschäfts­stel­le

 

Ur­teil

Im Na­men des Vol­kes

In dem Rechts­streit

pp.

hat die 5. Kam­mer des Lan­des­ar­beits­ge­richts Schles­wig-Hol­stein auf die münd­li­che Ver­hand­lung vom 23.05.2006 durch die Vor­sit­zen­de Rich­te­rin am Lan­des­ar­beits­ge­richt O...-E... als Vor­sit­zen­de und die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter V... und M... als Bei­sit­zer

für Recht er­kannt:

 

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1. Auf die Be­ru­fung der Be­klag­ten wird das Ur­teil des Ar­beits­ge­rich­tes Ne­umüns­ter vom 15. De­zem­ber 2005, Ak­ten­zei­chen 2 Ca 1290 a/05, ab­geändert und die Kla­ge ab­ge­wie­sen.

2. Die Kos­ten des Rechts­streits ers­ter und zwei­ter In­stanz trägt der Kläger.

3. Die Re­vi­si­on wird nicht zu­ge­las­sen.

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Rechts­mit­tel­be­leh­rung

Ge­gen die­ses Ur­teil ist das Rechts­mit­tel der Re­vi­si­on nicht ge­ge­ben; im Übri­gen wird auf § 72 a ArbGG ver­wie­sen.

Nr. 46

 

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T a t b e s t a n d :

Streit­ge­genständ­lich ist ei­ne außer­or­dent­li­che Kündi­gung der Be­klag­ten.

Der am 14.02.1948 ge­bo­re­ne Kläger türki­scher Her­kunft ist bei der Be­klag­ten als an­ge­lern­ter Che­mie­hel­fer zu ei­nem durch­schnitt­li­chen Brut­to­mo­nats­lohn von € 2.500,-- beschäftigt.

Die Be­klag­te stützt die streit­ge­genständ­li­che außer­or­dent­li­che Kündi­gung vom 15.07.2005, dem Kläger zu­ge­gan­gen am 18.07.2005, auf ei­ne gro­be Be­lei­di­gung des Klägers im Zu­sam­men­hang mit der Aushändi­gung ei­ner Ab­mah­nung. Dem liegt fol­gen­der Sach­ver­halt zu­grun­de:

Nach ei­nem be­wil­lig­ten Türkei­ur­laub vom 20.06. bis 24.06.2005 war der Kläger für den 27.06.2005, um 13:25 Uhr zur Ar­beit ein­ge­teilt. Auf­grund ei­ner Pan­ne ver­pass­te er am 27.06.2005 sei­nen ge­plan­ten Rück­rei­se­flug und konn­te sei­nen Dienst nicht ter­min­ge­recht an­tre­ten. Hier­von un­ter­rich­te­te er die Li­ni­en­ko­or­di­na­to­rin, die Zeu­gin S..., te­le­fo­nisch um 18:30 Uhr. Es ist zwi­schen den Par­tei­en strei­tig, ob die Zeu­gin S... dar­auf­hin erklärte, dass er an die­sem Tag nicht mehr zu kom­men brau­che.

Die Be­klag­te ver­fass­te dar­auf­hin das Ab­mah­nungs­schrei­ben vom 28.06.2006 fol­gen­den In­halts:

„Sie hat­ten Ur­laub vom 20.06.2005 bis zum 24.06.2005. Am Mon­tag, den 27.06.2005 er­war­te­ten wir Sie um 13:25 Uhr zur Ar­beits­auf­nah­me. Um 18:30 Uhr mel­de­ten Sie sich te­le­fo­nisch bei Frau S... und teil­ten mit, dass Sie nicht zur Ar­beit kom­men können, da der Flug aus der Türkei nach Deutsch­land Ver­spätung hat.

Wenn Sie aus dem Ur­laub zurück er­war­tet wer­den und Ih­re Ar­beits­auf­nah­me ein­ge­plant ist, ist es Ih­re Pflicht, sich un­verzüglich und recht­zei­tig vor der Ar­beits­auf­nah­me bei ei­ner Ar­beits­ver­hin­de­rung mit Ih­rem Vor­ge­setz­ten in Ver­bin­dung zu set­zen.


Um ei­ne op­ti­ma­le Per­so­nal­ein­satz­pla­nung durchführen zu können und ei­ne ver­trau­ens­vol­le Zu­sam­men­ar­beit zu gewähr­leis­ten, ist ei­ne recht­zei­ti­ge Ab­mel­dung vor Ar­beits­be­ginn er­for­der­lich.

Auf­grund Ih­rer ver­späte­ten Mel­dung mah­nen wir Sie ab. Soll­ten Sie sich wei­te­re glei­che oder gleich­ar­ti­ge ar­beits­ver­trag­li­che Pflicht­ver­let­zun­gen zu Schul­den kom­men las­sen, müssen Sie mit ernst­haf­ten Kon­se­quen­zen für Ihr Ar­beits­verhält­nis rech­nen.“

 

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Am 30.06.2005 such­ten der Li­ni­en­lei­ter, der Zeu­ge L..., und die Zeu­gin S... den Kläger an des­sen Ar­beits­platz auf, um ihm die Ab­mah­nung aus­zuhändi­gen. Der Kläger be­an­stan­de­te, dass sich aus dem In­halt der Ab­mah­nung nicht er­ge­be, dass er ge­genüber der Zeu­gin S... aus­drück­lich an­ge­bo­ten ha­be, den Rest der Schicht noch zu ar­bei­ten, was die Zeu­gin S... je­doch ab­ge­lehnt ha­be. Auf Wunsch des Klägers wur­de das Gespräch im Bei­sein des Be­triebs­rats­mit­glieds F... in des­sen Büro fort­ge­setzt. Im Ver­lauf des Gesprächs schob der Zeu­ge L... schließlich dem Kläger das Ab­mah­nungs­schrei­ben über den Tisch hin­weg mit ei­ner en­er­gi­schen Be­we­gung zurück. Dar­auf­hin erklärte der Kläger sinn­gemäß „Ist das hier Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger oder was?“ Hier­von un­ter­rich­te­te der Zeu­ge L... den Fer­ti­gungs­lei­ter, den Zeu­gen Sch..., per E-Mail am 30.06.2005 und noch­mals persönlich am Frei­tag, den 01.07.2005. Am 01.07.2005 hörte der Zeu­ge Sch... zu­dem das Be­triebs­rats­mit­glied F... zu dem strit­ti­gen Per­so­nal­gespräch vom 30.06.2005 an. Dar­auf­hin lud er den Kläger un­ter Hin­weis auf das Erörte­rungs­the­ma zu ei­nem Per­so­nal­gespräch am 05.07.2005 ein, an wel­chem eben­falls die Zeu­gen Sch..., L... und S... teil­nah­men. Auf Wunsch des Klägers nahm zu­dem der Mit­ar­bei­ter Y... als Über­set­zer teil. Auf Nach­fra­ge bestätig­te der Kläger, dass er die strit­ti­ge Erklärung ab­ge­ge­ben ha­be. Nach ei­ner kur­zen Zeit des Schwei­gens wies der Zeu­ge Sch... den Kläger laut und en­er­gisch auf den Be­deu­tungs­ge­halt des Wor­tes Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger und die Trag­wei­te sei­ner Äußerung hin. Er erklärte, dass die Be­klag­te ei­ne be­son­de­re, wertschätzen­de Ver­pflich­tung ge­genüber ih­ren Mit­ar­bei­tern als Fir­men­phi­lo­so­phie (Cre­do, Bl. 66 d.GA.) ha­be und dass des­sen Äußerung auch und ge­ra­de vor dem Hin­ter­grund der na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Herr­schaft des Drit­ten Reichs völlig in­ak­zep­ta­bel sei. Der Zeu­ge Y... über­setz­te für den Kläger. Nach ei­ner kur­zen Pau­se ant­wor­te­te der Kläger, dass er es so nicht ge­meint ha­be. Er ha­be sich viel­mehr un­ge­recht be­han­delt gefühlt. Es ist zwi­schen den Par­tei­en strei­tig, ob sich der Kläger bei den An­we­sen­den für die strit­ti­ge Äußerung vom 30.06.2005 ent­schul­dig­te.

Am 06.07.2005 leg­te die Zeu­gin S... dem Kläger ei­nen Ände­rungs­ver­trag vom 01.07.2005 zum Zwe­cke der Ände­rung der Ar­beits­zei­ten zur Un­ter­schrift vor. Der Kläger in­for­mier­te sich zunächst bei dem Be­triebs­rat und letz­te­rer bemängel­te die feh­len­de Be­triebs­rats­be­tei­li­gung. Die Be­klag­te be­schloss dar­auf­hin, zunächst das Be­triebs­rats-Anhörungs­ver­fah­ren durch­zuführen. Noch am glei­chen Ta­ge er­litt der

 

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Kläger während des Diens­tes ei­nen Zu­sam­men­bruch und muss­te vom Not­arzt in ei­ne Kli­nik ein­ge­wie­sen wer­den, wo er drei Ta­ge sta­ti­onär be­han­delt wur­de. Im An­schluss dar­an war er ar­beits­unfähig krank­ge­schrie­ben.

Am 12.07.2005 hörte die Be­klag­te den Be­triebs­rat zur be­ab­sich­tig­ten außer­or­dent­li­chen Kündi­gung des Klägers an (Bl. 10 f. d.GA.), wor­auf der Be­triebs­rat am 15.07.2005 erklärte, dass er kei­ne Stel­lung­nah­me ab­ge­be. Dar­auf­hin sprach die Be­klag­te die außer­or­dent­li­che Kündi­gung vom 15.07.2005 (Bl. 4 d.GA.), die dem Kläger am 18.07.2006 zu­ging, aus.

Hier­ge­gen hat der Kläger am 22.07.2005 vor dem Ar­beits­ge­richt Ne­umüns­ter Kündi­gungs­fest­stel­lungs­kla­ge er­ho­ben.

We­gen des wei­te­ren Sach- und Streit­stands in ers­ter In­stanz, ins­be­son­de­re des strei­ti­gen Par­tei­vor­brin­gens, so­wie der erst­in­stanz­li­chen Anträge wird auf den Tat­be­stand des an­ge­foch­te­nen Ur­teils ein­sch­ließlich der In­be­zug­nah­men ver­wie­sen, § 69 Abs. 2 ArbGG.

Mit Ur­teil vom 15.12.2005 hat das Ar­beits­ge­richt der Kla­ge in vol­lem Um­fang statt­ge­ge­ben. Mit der vom Kläger ein­geräum­ten Erklärung „Ist das Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger oder was?“ ha­be er die Be­klag­te und de­ren in Führungs­ver­ant­wor­tung ste­hen­den Mit­ar­bei­ter ver­un­glimpft. Gleich­wohl sei die außer­or­dent­li­che Kündi­gung vor­lie­gend nach den Grundsätzen der Verhält­nismäßig­keit nicht ge­recht­fer­tigt ge­we­sen. Nach­dem der Zeu­ge Sch... den Be­griff des Kon­zen­tra­ti­ons­la­gers erläutert hat­te, ha­be der Kläger die strit­ti­ge Äußerung nicht wie­der­holt, son­dern durch sei­ne Äußerung, dass er das so nicht ge­meint ha­be, Ein­sicht ge­zeigt, dass sein Ver­hal­ten nicht in Ord­nung ge­we­sen sei. Die­se Ein­sicht stel­le zwar kei­ne Ent­schul­di­gung dar und be­sei­ti­ge da­mit nicht die Schwe­re der von ihm aus­ge­gan­ge­nen Ver­un­glimp­fung der Be­klag­ten, wie­ge aber an­ge­sichts der lan­gen Beschäfti­gungs­zeit auch nicht so schwer, dass sie zur frist­lo­sen Kündi­gung recht­fer­ti­ge. Viel­mehr ha­be der Kläger durch sei­ne Ein­sicht deut­lich ge­macht, dass die strit­ti­ge Äußerung nur auf­grund sei­ner Verärge­rung er­folgt sei, was er in­halt­lich aber gar nicht ge­meint ha­be. Die bei der Be­klag­ten gel­ten­den Ethik­richt­li­ni­en (Fir­men­cre­do) sei­en vom Kläger je­doch nicht in ei­ner Art und Wei­se ver­letzt wor­den, dass die wei­te­re Zu­sam­men­ar­beit der Par­tei­en un­zu­mut­bar

 

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ge­wor­den sei. Dies gel­te auch im Hin­blick dar­auf, dass der Kläger kei­ner­lei Vor­bild­funk­ti­on ge­genüber an­de­ren Mit­ar­bei­tern ausübe. Auch könn­ten von ei­nem Mit­ar­bei­ter der ein­fachs­ten Lohn­grup­pe nicht stets ab­ge­wo­ge­ne For­mu­lie­run­gen er­war­tet wer­den.

Ge­gen die­ses ihr am 18.01.2006 zu­ge­stell­te Ur­teil hat die Be­klag­te am 17.02.2006 beim Lan­des­ar­beits­ge­richt Schles­wig-Hol­stein Be­ru­fung ein­ge­legt und die­se am Mon­tag, den 20.03.2006 be­gründet.

Die Be­klag­te trägt vor,

durch die strit­ti­ge Äußerung des Klägers sei das Ver­trau­ens­verhält­nis er­heb­lich gestört. Der Kläger ha­be hier­durch die in Führungs­ver­ant­wor­tung ste­hen­den Mit­ar­bei­ter be­zich­tigt, ei­ne men­schen­ver­ach­ten­de zy­ni­sche Ein­stel­lung ge­genüber ih­nen un­ter­stell­ten Mit­ar­bei­tern zu ha­ben und das ih­nen zu­ste­hen­de Di­rek­ti­ons­recht in ekla­tant miss­bräuch­li­cher Art und Wei­se zu nut­zen. Der­ar­ti­ge Äußerun­gen sei­en un­ent­schuld­bar und zeig­ten ei­ne er­heb­li­che Miss­ach­tung des Klägers ge­genüber den Führungs­kräften. Ge­ra­de weil bei ihr, der Be­klag­ten, Mit­ar­bei­ter 44 un­ter­schied­li­cher Na­tio­na­litäten und Glau­bens­rich­tun­gen beschäftigt sei­en, be­ste­he ei­ne be­son­de­re Sen­si­bi­lität ge­genüber die­sem The­ma. Dies kom­me auch in dem sog. Fir­men­cre­do zum Aus­druck. Der Kläger ha­be die strit­ti­ge Äußerung be­wusst getätigt und sich ge­ra­de nicht aus ei­ge­nem An­trieb hierfür ent­schul­digt.

Die Be­klag­te be­an­tragt,

un­ter Auf­he­bung des Ur­teils des Ar­beits­ge­richts Ne­umüns­ter vom 15.12.2005, Az.: 2 Ca 1290 a/05, die Kla­ge ab­zu­wei­sen.

Der Kläger be­an­tragt,

die Be­ru­fung zurück­zu­wei­sen.

 

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Der Kläger ver­tei­digt

das an­ge­foch­te­ne Ur­teil. Ent­ge­gen der Be­haup­tung der Be­klag­ten ha­be er sich für sei­ne Äußerung am 05.07.2005 aus­drück­lich ge­genüber dem Zeu­gen Sch... ent­schul­digt, nach­dem der Zeu­ge Y... ihm den Be­griff des Kon­zen­tra­ti­ons­la­gers noch­mals über­setzt hat­te. Dar­auf­hin ha­be der Zeu­ge Sch... erklärt, dass die­se Sa­che nun­mehr er­le­digt sei, er, der Kläger, in­des­sen beim nächs­ten Mal ei­ne frist­lo­se Kündi­gung bekäme. Des Wei­te­ren rügt der Kläger die Ein­hal­tung der Zwei­wo­chen­frist nach § 626 Abs. 2 BGB.

Das Be­ru­fungs­ge­richt hat über die Be­haup­tung des Klägers, dass er sich bei dem Fer­ti­gungs­lei­ter Sch... am 05.07.2005 für die Äußerung „Ist das hier Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger, oder was?“ ent­schul­dig­te und dass die­ser die Ent­schul­di­gung an­ge­nom­men ha­be, Be­weis er­ho­ben durch die vom Kläger be­nann­ten Zeu­gen Sch..., L... und Y.... We­gen des In­halts der Be­weis­auf­nah­me wird auf die Ver­neh­mungs­pro­to­kol­le vom 29.08.2006 ver­wie­sen (Bl. 90 ff. d.GA.).

We­gen des wei­te­ren Vor­brin­gens der Par­tei­en im Be­ru­fungs­ver­fah­ren wird auf den münd­lich vor­ge­tra­ge­nen In­halt der zwi­schen ih­nen ge­wech­sel­ten Schriftsätze nebst An­la­gen so­wie den In­halt des Sit­zungs­pro­to­kolls vom 29.08.2006 ver­wie­sen.

E n t s c h e i d u n g s g r ü n d e :

Die Be­ru­fung der Be­klag­ten ist zulässig. Sie ist dem Be­schwer­de­wert nach statt­haft so­wie form- und frist­ge­recht ein­ge­legt und be­gründet wor­den, §§ 64 Abs. 2 lit. c; 66 Abs. 1 ArbGG; § 519 ZPO.

Die Be­ru­fung war auch in der Sa­che be­gründet.

Das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en en­de­te auf­grund der außer­or­dent­li­chen Kündi­gung vom 15.07.2005 der Be­klag­ten frist­los mit de­ren Zu­gang am 18.07.2005. Nach dem Er­geb­nis der Be­weis­auf­nah­me stellt das Ver­hal­ten des Klägers un­ter Berück­sich­ti­gung al­ler Umstände der bei­der­sei­ti­gen In­ter­es­sen ei­nen wich­ti­gen Grund zur außer­or­dent­li­chen Kündi­gung i. S. v. § 626 Abs. 1 BGB dar (I.) dar. Die außer­or­dent-

 

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li­che Kündi­gung war auch nicht ver­fris­tet nach § 626 Abs. 2 BGB (II.). Die In­ter­es­sen­abwägung fiel zu­las­ten des Klägers aus (III.)

I. Ei­ne außer­or­dent­li­che Kündi­gung nach § 626 Abs. 1 BGB ist be­rech­tigt, wenn sie auf­grund ei­nes wich­ti­gen Grun­des aus­ge­spro­chen wird, auf­grund des­sen es dem Ar­beit­ge­ber un­zu­mut­bar ist, den Ar­beit­neh­mer auch nur bis zum Ab­lauf der gel­ten­den Kündi­gungs­frist wei­ter­zu­beschäfti­gen. Ein wich­ti­ger Grund ist dann ge­ge­ben, wenn Tat­sa­chen vor­lie­gen, die un­ter Berück­sich­ti­gung al­ler Umstände und un­ter Berück­sich­ti­gung der In­ter­es­sen bei­der Ver­trags­tei­le dem Kündi­gen­den die Fort­set­zung des Ver­trags­verhält­nis­ses un­zu­mut­bar ma­chen. Im Rah­men der außer­or­dent­li­chen Kündi­gung ist mit­hin zunächst in ei­ner ers­ten Stu­fe zu prüfen, ob ein ar­beits­ver­trag­li­cher Pflicht­ver­s­toß bzw. der Kündi­gungs­sach­ver­halt un­abhängig von den Be­son­der­hei­ten des Ein­zel­fal­les an sich ge­eig­net ist, ei­nen wich­ti­gen Grund zur frist­lo­sen Kündi­gung ab­zu­ge­ben. In der zwei­ten Prüfungs­stu­fe ist so­dann zu klären, ob es dem Ar­beit­ge­ber im kon­kre­ten Fall un­ter Berück­sich­ti­gung al­ler in Be­tracht kom­men­den Umstände des Ein­zel­fal­les und der bei­der­sei­ti­gen In­ter­es­sen un­zu­mut­bar ist, den Ar­beit­neh­mer auch nur für die Dau­er der or­dent­li­chen Kündi­gungs­frist wei­ter­zu­beschäfti­gen (BAG, Urt. v. 11.12.2003 – 2 AZR 36/03 -, AP Nr. 179 zu § 626 BGB; BAG, Urt. v. 27.03.2003 – 2 AZR 51/02 -, AP Nr. 36 zu § 87 Be­trVG 1972 ‚Über­wa­chung’; BAG, Urt. v. 20.01.1994 – 2 AZR 521/93 -, AP Nr. 115 zu § 626 BGB; LAG Düssel­dorf, Urt. v. 11.05.2005 – 12 (11) Sa 115/05 -, zit. n. Ju­ris).

1. Die strit­ti­ge Äußerung des Klägers ist an sich ge­eig­net, ei­nen frist­lo­sen Kündi­gungs­grund dar­zu­stel­len.

a) Gro­be Be­lei­di­gun­gen des Ar­beit­ge­bers und/oder sei­ner Ver­tre­ter oder Re­präsen­tan­ten ei­ner­seits oder von Ar­beits­kol­le­gen an­de­rer­seits, die nach Form und In­halt ei­ne er­heb­li­che Ehr­ver­let­zung für den bzw. die Be­trof­fe­nen be­deu­ten, können ei­nen er­heb­li­chen Ver­s­toß des Ar­beit­neh­mers ge­gen sei­ne Pflich­ten aus dem Ar­beits­verhält­nis dar­stel­len und ei­ne außer­or­dent­li­che frist­lo­se Kündi­gung an sich recht­fer­ti­gen. Der Ar­beit­neh­mer kann sich dann nicht er­folg­reich auf sein Recht auf freie Mei­nungsäußerung (Art. 5 Abs. 1 GG) be­ru­fen. Ent­spre­chen­des gilt für be­wusst wahr­heits­wid­rig auf­ge­stell­te Tat­sa­chen­be­haup­tun­gen, et­wa wenn sie den Tat­be­stand der üblen Nach­re­de erfüllen (BAG, Urt. v. 26.05.1977 - 2 AZR 632/76 -, BA­GE 29, 195;

 

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Urt. v. 06.02.1997 - 2 AZR 38/96 -, zit n. Ju­ris; 21.01.1999 - 2 AZR 665/98 -, BA­GE 90, 367; 17.02.2000 - 2 AZR 927/98 -, zit. n. Ju­ris). Das Grund­recht der Mei­nungs­frei­heit schützt zum ei­nen we­der For­mal­be­lei­di­gun­gen und bloße Schmähun­gen noch be­wusst un­wah­re Tat­sa­chen­be­haup­tun­gen (BVerfG, Be­schl. v. 10.10.1995 - 1 BvR 1476/91 -, BVerfGE 93, 266; 10.11.1998 - 1 BvR 1531/96 -, BVerfGE 99, 185). Zum an­de­ren ist die­ses Grund­recht nicht schran­ken­los gewährt, son­dern wird ins­be­son­de­re durch das Recht der persönli­chen Eh­re gemäß Art. 5 Abs. 2 GG be­schränkt und muss in ein aus­ge­gli­che­nes Verhält­nis mit die­sem ge­bracht wer­den (BVerfG, Be­schl. v. 10.10.1995 - 1 BvR 1476/91 -, a.a.O.). Zwar können die Ar­beit­neh­mer un­ter­neh­mensöffent­lich Kri­tik am Ar­beit­ge­ber und den be­trieb­li­chen Verhält­nis­sen, ggf. auch über­spitzt oder po­le­misch, äußern. Im gro­ben Maße un­sach­li­che An­grif­fe, die u. a. zur Un­ter­gra­bung der Po­si­ti­on ei­nes Vor­ge­setz­ten führen können, muss der Ar­beit­ge­ber da­ge­gen nicht hin­neh­men (BAG, Urt. v. 02.04.1987 - 2 AZR 418/86 -, AP Nr. 96, zu § 626 BGB; v. 17.02.2000 - 2 AZR 927/98 -, zit. n. Ju­ris). Da­bei ist die straf­recht­li­che Be­ur­tei­lung kündi­gungs­recht­lich nicht aus­schlag­ge­bend (BAG, Urt. v. 01.07.1999 - 2 AZR 676/98 -, AP Nr. 11 zu § 15 BBiG). Auch ei­ne ein­ma­li­ge Ehr­ver­let­zung ist kündi­gungs­re­le­vant und um­so schwer­wie­gen­der, je un­verhält­nismäßiger und je über­leg­ter sie er­folg­te (BAG, Urt. v. 17.02.2000 - 2 AZR 927/98 –, zit. n. Ju­ris).

b) Hier­von aus­ge­hend ist das Ver­hal­ten bzw. die strit­ti­ge Äußerung des Klägers in dem Per­so­nal­gespräch vom 30.06.2005 an sich ge­eig­net, ei­nen wich­ti­gen Grund zur außer­or­dent­li­chen Kündi­gung zu bie­ten. Da­bei kommt es letzt­lich nicht dar­auf an, ob der Kläger tatsächlich – wie die Be­klag­te be­haup­tet – ge­sagt hat „Das ist hier wie in ei­nem Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger!“ oder nur die vom Kläger ein­geräum­te Äußerung „Ist das hier Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger oder was?“ ge­fal­len ist. Auch durch die vom Kläger ein­geräum­te pro­vo­kan­te Fra­ge­stel­lung hat der Kläger die von sei­nen Vor­ge­setz­ten ge­trof­fe­nen Maßnah­men (Aus­spruch und Aushändi­gung ei­ner Ab­mah­nung) er­kenn­bar mit den un­rechtmäßigen und willkürli­chen Ter­ror­verhält­nis­sen in den Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern ver­gli­chen.

aa) Der Ver­gleich be­trieb­li­cher Verhält­nis­se und Vor­ge­hens­wei­sen mit dem na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Ter­ror­sys­tem und erst recht mit den in Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern be­gan­ge­nen Ver­bre­chen bil­det in der Re­gel ei­nen wich­ti­gen Grund zur Kündi­gung. Die

 

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Gleich­set­zung noch so um­strit­te­ner be­trieb­li­cher Vorgänge und der Ver­gleich des Ar­beit­ge­bers oder der für ihn han­deln­den Men­schen mit den vom Na­tio­nal­so­zia­lis­mus geförder­ten Ver­bre­chen und den Men­schen, die die­se Ver­bre­chen be­gin­gen, stellt ei­ne gro­be Be­lei­di­gung der da­mit an­ge­spro­che­nen Per­so­nen und zu­gleich ei­ne Ver­harm­lo­sung des in der Zeit des Fa­schis­mus be­gan­ge­nen Un­rechts und ei­ne Verhöhnung sei­ner Op­fer dar (BAG, Ur. V. 24.11.2005 – 2 AZR 584/05 -, NZA 2006, 650 ff.; Urt. v. 09.08.1990 – 2 AZR 623/89 -, zit. n. Ju­ris).

bb) Un­ter Zu­grund­le­gung die­ser Grundsätze hat der Kläger die Be­klag­te bzw. de­ren han­deln­den Führungs­per­so­nen grob be­lei­digt. Durch die ver­all­ge­mei­nern­de Äußerung „Ist das hier Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger oder was?“ hat der Kläger nicht nur sei­ne an dem Gespräch teil­neh­men­den Vor­ge­setz­ten be­zich­tigt, die ver­bre­che­ri­schen Me­tho­den in Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern an­zu­wen­den, son­dern gleich­sam den ge­sam­ten Be­trieb der Be­klag­ten mit dem Ter­ror­sys­tem des NS-Re­gimes gleich­ge­setzt. Hier­bei han­delt es sich um ei­ne der­ar­tig gro­be Be­lei­di­gung, die nach Auf­fas­sung der Kam­mer den Be­lei­di­gungs­cha­rak­ter des Vor­wurfs „Arsch­loch“ so­wie des so ge­nann­ten „Götz­zi­tats“ (= Leck mich am Arsch) noch bei wei­tem über­trifft. Der­ar­ti­ge Be­lei­di­gun­gen ge­genüber dem Ar­beit­ge­ber oder den Vor­ge­setz­ten be­rech­ti­gen in al­ler Re­gel auch oh­ne vor­he­ri­ge Ab­mah­nung zum Aus­spruch ei­ner außer­or­dent­li­chen Kündi­gung (LAG Köln, Urt. v. 18.04.2006 – 9 Sa 1623/05 -, zit. n. Ju­ris; LAG Nie­der­sa­chen, Be­schl. v. 25.10.2004 – 5 TaBV 96/03 -, NZA-RR 2005, 530 ff.; LAG Rhein­land-Pfalz, Urt. v. 08.11.2000 – 9 Sa 967/00 -, zit. n. Ju­ris; Hes­si­sches LAG, Urt. v. 13.02.1984 – 11 Sa 1509/83 -, NZA 1984, 200).

2. Die gro­be Be­lei­di­gung der Be­klag­ten bzw. der Führungs­per­so­nen durch den Kläger ist auch un­ter Berück­sich­ti­gung des Ver­laufs des Per­so­nal­gesprächs am 30.06.2005 nicht zu ent­schul­di­gen. Ins­be­son­de­re ha­ben die Vor­ge­setz­ten des Klägers ihn nicht zu ei­ner der­ar­tig gro­ben Be­lei­di­gung pro­vo­ziert. We­der der In­halt der Ab­mah­nung noch das Ver­hal­ten der an dem Gespräch be­tei­lig­ten Vor­ge­setz­ten des Klägers ga­ben in ir­gend­ei­ner Wei­se An­lass für die­se Re­ak­ti­on des Klägers. Mit der dem Kläger aus­gehändig­ten Ab­mah­nung hat die Be­klag­te gerügt, dass der Kläger sei­ne Ver­spätung bzw. sei­ne Ar­beits­ver­hin­de­rung am 27.06.2005 nicht un­verzüglich bei Dienst­be­ginn te­le­fo­nisch an­ge­zeigt hat­te. Ihm wur­de ge­ra­de nicht zum Vor­wurf ge­macht, dass er nicht zur Ar­beit er­schie­nen war, son­dern dass er das Nich­t­er­sch­ei-

 

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nen nicht recht­zei­tig an­ge­zeigt hat­te. In­so­weit kam es auch gar nicht dar­auf an, dass der Kläger – wie die­ser stets ein­wand­te – der Zeu­gin S... am 27.06.2005 te­le­fo­nisch an­ge­bo­ten hat­te, für den Rest der Schicht noch zur Ar­beit zu kom­men, die­se das Ar­beits­an­ge­bot aber auf­grund des lan­gen Flu­ges des Klägers ab­ge­lehnt hat­te. Auch die Dik­ti­on der Ab­mah­nung ist nicht zu be­an­stan­den. Sie ist sach­lich und oh­ne be­son­de­re Schärfe ge­fasst. Zu­dem ha­ben die Vor­ge­setz­ten des Klägers auf des­sen Wunsch hin zu dem Per­so­nal­gespräch ein Be­triebs­rats­mit­glied hin­zu­ge­zo­gen. Die Rech­te des Klägers auf­grund der Fürsor­ge­pflicht des Ar­beit­ge­bers wa­ren da­mit ge­wahrt.

3. Der Kläger ist auch nicht in dem Maße durch den Zeu­gen L... pro­vo­ziert wor­den, dass die strit­ti­ge Be­lei­di­gung ent­schul­digt wer­den könn­te. Auch wenn der Zeu­ge L... – der Vor­trag des Klägers als wahr un­ter­stellt – ihm, dem Kläger, am En­de des Per­so­nal­gespräches das Ab­mah­nungs­schrei­ben über den Tisch hin­weg barsch zu­ge­wor­fen hat, ent­schul­digt dies die gro­be Be­lei­di­gung nicht. Die­ses Ver­hal­ten des Vor­ge­setz­ten des Klägers ist zwar ei­ne un­sach­li­che Re­ak­ti­on auf die Wei­ge­rung des Klägers, die schrift­li­che Ab­mah­nung ent­ge­gen­zu­neh­men und de­ren Er­halt zu quit­tie­ren, kann letzt­lich aber als Schluss­punkt ei­ner „End­los­dis­kus­si­on“ über die Be­rech­ti­gung der Ab­mah­nung an­ge­se­hen wer­den. Der Kläger ver­kennt an die­ser Stel­le, dass es sich bei ei­ner Ab­mah­nung um ei­ne ein­sei­ti­ge, nicht form­bedürf­ti­ge Wil­lens­erklärung han­delt. Die Ab­mah­nung war be­reits (münd­lich) aus­ge­spro­chen wor­den. Le­dig­lich aus Be­weis- und Do­ku­men­ta­ti­ons­gründen wird ei­ne Ab­mah­nung häufig schrift­lich er­stellt. So­fern der Kläger mit der Ab­mah­nung nicht ein­ver­stan­den war, hätte er die Möglich­keit ge­habt, ei­ne Ge­gen­vor­stel­lung zur Per­so­nal­ak­te ein­zu­rei­chen oder die Ent­fer­nung der Ab­mah­nung aus der Per­so­nal­ak­te ggf. auch ge­richt­lich gel­tend zu ma­chen. Über die­se Rech­te hätte er sich auch bei dem an­we­sen­den Be­triebs­rats­mit­glied in­for­mie­ren können. Ei­ne gro­be Be­lei­di­gung der vor­lie­gen­den Art war in­des­sen un­ter kei­nen recht­li­chen Ge­sichts­punk­ten ge­recht­fer­tigt.

4. Der Kläger kann sich auch nicht mit Er­folg dar­auf be­ru­fen, dass er den Be­deu­tungs­ge­halt des Wor­tes „Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger“ nicht kann­te. Nach dem Er­geb­nis der Be­weis­auf­nah­me steht zur Über­zeu­gung der Kam­mer zwei­fels­frei fest, dass er trotz sei­ner ein­ge­schränk­ten Deutsch­kennt­nis­se ge­nau wuss­te, dass ein Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger im Na­tio­nal­so­zia­lis­mus ein Zwangs­ar­bei­ter- und Mas­sen­ver­nich­tungs­la­ger ins-

 

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be­son­de­re für Ju­den und po­li­ti­sche Geg­ner war. Dies hat der Zeu­ge Y... ein­deu­tig aus­ge­sagt. Die­ser hat in sich schlüssig und wi­der­spruchs­los bestätigt, dass der Kläger den Be­deu­tungs­ge­halt des Wor­tes „Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger“ kann­te. Der Kläger fühl­te sich von der Be­klag­ten bzw. sei­nen Vor­ge­set­zen we­gen des Aus­spruchs der Ab­mah­nung un­ge­recht be­han­delt und hat des­halb aus Wut und Verärge­rung de­ren Ver­hal­ten mit den ver­bre­che­ri­schen Hand­lun­gen der Scher­gen des SS-Re­gimes in Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern ver­gli­chen. Da­bei kommt es nicht dar­auf an, dass er sich in dem Mo­ment mögli­cher­wei­se nicht be­wusst war, dass das von ihm gerügte Ver­hal­ten des Zeu­gen L... (Zu­wer­fen der Ab­mah­nung) bzw. der Be­klag­ten (Aus­spruch ei­ner Ab­mah­nung) vom sub­jek­tiv gefühl­ten Un­rechts­ge­halt in kei­ner Wei­se mit den Ver­bre­chen in Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern zu ver­glei­chen war. Der Kläger kann sich mit­hin nicht auf ei­nen Erklärungs­irr­tum da­hin­ge­hend be­ru­fen, dass er gar nicht ge­wusst ha­be, was das Wort „Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger“ be­deu­tet.

5. Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Klägers ist ein wich­ti­ger Grund für die außer­or­dent­li­che Kündi­gung nicht des­halb zu ver­nei­nen, weil die Be­klag­te bzw. der Fer­ti­gungs­lei­ter und Pro­ku­rist Sch... ihm am 05.07.2005 ver­zie­hen und le­dig­lich im Wie­der­ho­lungs­fal­le ei­ne frist­lo­se Kündi­gung an­ge­droht ha­be.

Es ist zwar an­er­kannt, dass in dem Fal­le, dass der Ar­beit­ge­ber ein be­stimm­tes Ver­hal­ten des Ar­beit­neh­mers zum An­lass für ei­ne Ab­mah­nung nimmt, gleich­zei­tig zu er­ken­nen gibt, dass er die­ses Ver­hal­ten noch nicht als für ei­ne Kündi­gung aus­rei­chend an­sieht, son­dern le­dig­lich für den Wie­der­ho­lungs­fall in Aus­sicht stellt. Al­lein auf den glei­chen Sach­ver­halt kann er so­dann kei­ne nach­fol­gen­de Kündi­gung stützen (Be­cker­le, Die Ab­mah­nung, 9. Auf­la­ge, Rn. 296). An­de­ren­falls würde er sich wi­dersprüchlich ver­hal­ten (ve­ni­re con­tra fac­tum pro­pri­um). Glei­ches gilt zu­min­dest auch dann, wenn der Ar­beit­ge­ber ei­ne Ent­schul­di­gung des Ar­beit­neh­mers an­nimmt und gleich­zei­tig zu er­ken­nen gibt, dass er den Vor­fall nicht zum An­lass ei­ner Kündi­gung neh­men wird. Das Vor­lie­gen die­ser Vor­aus­set­zun­gen hat der Kläger in­des­sen nicht be­wie­sen.

a) Am 30.06.2005 hat sich der Kläger un­strei­tig nicht bei den an­we­sen­den Gesprächs­teil­neh­mern für sei­ne Äußerung in Zu­sam­men­hang mit den Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern ent­schul­digt. An­ge­sichts der nach der strit­ti­gen Äußerung am 30.06.2005 un-

 

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strei­tig herr­schen­den Be­trof­fen­heit der An­we­sen­den, was die­se durch das be­tre­ten­de Schwei­gen er­kenn­bar zum Aus­druck ge­bracht ha­ben, hätte sich der Kläger so­gleich von sei­ner Äußerung dis­tan­zie­ren und sich ent­schul­di­gen müssen. Dies hat er un­strei­tig nicht ge­tan.

b) Viel­mehr hat der Kläger erst un­ter dem Druck ei­nes wei­te­ren Per­so­nal­gesprächs am 05.07.2005 und der deut­li­chen Wor­te des Pro­duk­ti­ons­lei­ters Sch... erklärt, dass er das so nicht ge­meint ha­be. Hier­bei han­delt es sich nicht um ei­ne Ent­schul­di­gung. Mit der Bit­te um Ent­schul­di­gung ge­steht je­mand ein, dass ei­ne Tat von ihm, die er be­wusst oder un­be­wusst be­gan­gen hat, ein Feh­ler war. Das Op­fer der Tat kann die Ent­schul­di­gung an­neh­men oder ab­leh­nen (zit. n. wi­ki­pe­dia). Die An­nah­me ei­ner Ent­schul­di­gung durch das Op­fer ist gleich­zei­tig die Ver­ge­bung der Tat. Die Erklärung des Klägers „Das ha­be ich so nicht ge­meint“ ist in­des­sen nur ein Erklärungs­ver­such für die ob­jek­tiv ge­se­he­ne Be­lei­di­gung, in­des­sen kein Ein­ge­ste­hen ei­ner Schuld, die ihm sei­tens der Be­klag­ten bzw. der Zeu­gen Sch..., L... und S... hätte ver­ge­ben wer­den können. Un­ge­ach­tet des­sen hat er die Erklärung, dass er das nicht so ge­meint ha­be, auch nur un­ter dem Druck der ihm vor Au­gen geführ­ten Bri­sanz ei­nes Ver­gleichs mit ei­nem Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger ab­ge­ge­ben. Die hier­in mögli­cher­wei­se ge­zeig­te Ein­sicht, dass sein Ver­hal­ten nicht kor­rekt war, kam nach Auf­fas­sung der Kam­mer zu spät und nur auf Druck sei­ner Vor­ge­setz­ten.

c) Der Kläger hat auch nicht be­wie­sen, dass er sich ne­ben der Äußerung, dass er das so nicht ge­meint ha­be, auch noch aus­drück­lich bei dem Zeu­gen Sch... für sei­ne Be­lei­di­gung am 05.07.2005 ent­schul­digt hat. Das Er­geb­nis der Be­weis­auf­nah­me hat die­se Be­haup­tung des Klägers nicht bestätigt. Al­le drei Zeu­gen ha­ben übe­rein­stim­mend aus­ge­sagt, dass der Kläger sich ge­ra­de nicht bei dem Zeu­gen Sch... für die strit­ti­ge Äußerung ent­schul­digt hat. Auch auf mehr­fa­che Nach­fra­gen sind die Zeu­gen bei die­ser Aus­sa­ge ge­blie­ben. Der Glaub­haf­tig­keit der Aus­sa­ge steht auch nicht ent­ge­gen, dass die Zeu­gin S... dem Kläger ei­nen Tag später ei­nen Ände­rungs­ver­trag zur Un­ter­schrift vor­ge­legt hat. Hier­zu hat der Zeu­ge Sch... plau­si­bel aus­ge­sagt, dass die be­ab­sich­tig­te Ver­tragsände­rung mit dem hier zu­grun­de lie­gen­den Vor­fall nichts zu tun ge­habt ha­be und be­reits vor dem 30.06.2005 von der Per­so­nal­ab­tei­lung in die We­ge ge­lei­tet wor­den sei. Die Ände­rung des Ar­beits­ver­tra­ges sei am 05.07.2005 be­reits von der Per­so­nal­ab­tei­lung vor­be­rei­tet ge­we­sen und dem Kläger so­dann am

 

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06.07.2005 aus­gehändigt wor­den. Die Per­so­nal­ab­tei­lung war – so­weit er­sicht­lich – am 05.07.2005 auch noch gar nicht über die strit­ti­ge Äußerung des Klägers und die dar­auf­hin mögli­cher­wei­se zu tref­fen­den ar­beits­ver­trag­li­chen Maßnah­men in­for­miert wor­den. Sie hat­te mit­hin auch kei­nen An­lass, den Ände­rungs­ver­trag noch vor dem 06.07.2005 zurück­zu­zie­hen. Hier ha­ben sich of­fen­bar die Er­mitt­lun­gen hin­sicht­lich des Vor­fal­les vom 30.06.2005 und die ein­ge­lei­te­te Ver­tragsände­rung über­schnit­ten. Je­den­falls ist die Aushändi­gung der Ver­tragsände­rung kein zwin­gen­des In­diz dafür, dass der Fer­ti­gungs­lei­ter Sch... ei­ne Ent­schul­di­gung des Klägers am 05.07.2005 an­ge­nom­men hat.

Es sind auch kei­ne An­halts­punk­te dafür er­sicht­lich, dass die Zeu­gen vor­lie­gend die Un­wahr­heit ge­sagt ha­ben. Al­lein der Um­stand, dass die Zeu­gen al­le Mit­ar­bei­ter der Be­klag­ten und zu­gleich auch Vor­ge­setz­te des Klägers wa­ren, spricht nicht per se ge­gen de­ren Glaubwürdig­keit. Dies gilt ins­be­son­de­re in Be­zug auf den Zeu­gen Y..., der ge­ra­de nicht un­mit­tel­ba­rer Vor­ge­setz­ter des Klägers ist und zu­dem auch auf Wunsch des Klägers an dem Per­so­nal­gespräch teil­ge­nom­men hat­te. Als Lands­mann hat er die wech­sel­sei­ti­gen Erklärun­gen vom Deut­schen ins Türki­sche bzw. um­ge­kehrt über­setzt. Es ist über­haupt kein Grund er­sicht­lich, war­um ge­ra­de die­ser „neu­tra­le“ Zeu­ge zu­las­ten des Klägers ge­lo­gen ha­ben soll. Die Zeu­gen ha­ben sich auch nicht in Wi­dersprüche ver­strickt oder be­wusst zöger­lich aus­ge­sagt.

Der Kläger hat mit­hin die strei­ti­ge Be­haup­tung ei­ner an­ge­nom­me­nen Ent­schul­di­gung durch den Zeu­gen Sch... nicht be­wie­sen.

II. Die außer­or­dent­li­che Kündi­gung ist auch nicht we­gen Über­schrei­tung der Zwei­wo­chen­frist nach § 626 Abs. 2 BGB un­wirk­sam.

a) Nach die­ser Vor­schrift greift die un­wi­der­leg­ba­re ge­setz­li­che Ver­mu­tung ein, dass auch ein mögli­cher­wei­se er­heb­li­cher wich­ti­ger Grund nicht mehr ge­eig­net ist, die Fort­set­zung des Ar­beits­verhält­nis­ses un­zu­mut­bar zu ma­chen. Die Zwei­wo­chen­frist be­ginnt mit dem Zeit­punkt, in dem der Kündi­gungs­be­rech­tig­te von den für die Kündi­gung maßge­ben­den Tat­sa­chen Kennt­nis er­langt. Er­for­der­lich ist ei­ne zu­verlässi­ge und möglichst vollständi­ge Kennt­nis der maßgeb­li­chen Umstände (BAG, Urt. v. 05.12.2002 – 2 AZR 478/01 -, AP Nr. 63 zu § 123 BGB). Um die vollständi­ge Kennt-

 

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nis vom mögli­chen Kündi­gungs­sach­ver­halt zu er­lan­gen, ist es dem Ar­beit­ge­ber zu­zu­ge­ste­hen, Er­mitt­lun­gen zur Sach­ver­halts­aufklärung an­zu­stel­len, ins­be­son­de­re den be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer an­zuhören. So­lan­ge der Ar­beit­ge­ber die­se zur Sach­ver­halts­aufklärung nach pflicht­gemäßem Er­mes­sen not­wen­dig er­schei­nen­den Maßnah­men durchführt, kann die Aus­schluss­frist nicht be­gin­nen. Die Hem­mung des Frist­ab­laufs setzt aber vor­aus, dass die vom Ar­beit­ge­ber er­grif­fe­nen Maßnah­men vom Stand­punkt ei­nes verständi­gen Ver­trags­part­ners zur ge­naue­ren Sach­ver­halts­er­mitt­lung auch tatsächlich er­for­der­lich wa­ren (ASP/ Dörner, 2. Aufl., Rn. 127 zu § 626 BGB). Die zügi­ge Anhörung des zu kündi­gen­den Ar­beit­neh­mers muss schon un­ter dem Ge­sichts­punkt der Fürsor­ge­pflicht in der Re­gel als er­for­der­lich an­ge­se­hen wer­den.

b) Hier­an ge­mes­sen hat die Be­klag­te die Aus­schluss­frist zur Erklärung der außer­or­dent­li­chen Kündi­gung ge­wahrt. Die Frist be­gann erst nach der Anhörung des Klägers zu lau­fen, d.h. am 05.07.2005. Die Anhörung des Klägers war er­for­der­lich. Die Be­klag­te muss­te sich ein Bild da­von ma­chen, ob der Kläger sich des Be­deu­tungs­ge­halts des Wor­tes „Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger“ auch tatsächlich be­wusst war. Die Be­klag­te hat die Sach­ver­halts­er­mitt­lung in An­be­tracht des zwi­schen dem Vor­fall (Don­ners­tag, 30.06.2005) und der Anhörung des Klägers (Diens­tag, 05.07.2005) lie­gen­den Wo­chen­en­des auch zügig durch­geführt.

III. Auch die ge­bo­te­ne In­ter­es­sen­abwägung fällt vor­lie­gend zu­las­ten des Klägers aus. Zwar hat der Kläger auf­grund sei­ner langjähri­gen Beschäfti­gungs­zeit be­reits ein ho­hes Maß an Be­stands­schutz er­wor­ben. Auch sein fort­ge­schrit­te­nes Al­ter und der da­durch be­ding­ten schwie­ri­gen Ver­mit­tel­bar­keit auf dem Ar­beits­markt stärkt das In­ter­es­se des Klägers am Er­halt sei­nes Ar­beits­plat­zes. In­des­sen sind ei­ne langjähri­ge Beschäfti­gungs­zeit und ein ho­hes Le­bens­al­ter nicht stets Ga­ran­ten für ei­nen be­son­de­ren Kündi­gungs­schutz und schon gar nicht ein Recht­fer­ti­gungs­grund für ar­beits­ver­trag­li­che Pflicht­ver­let­zun­gen der vor­lie­gen­den Art, die in er­heb­li­chem Maße den Ver­trau­ens­be­reich tan­gie­ren (vgl. ASP/ Dörner, aaO., Rn. 96 zu § 626 BGB). Der Kläger lebt seit lan­gem in Deutsch­land, so­dass ihm der ge­schicht­li­che Hin­ter­grund des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus und die Ver­bre­chen in den Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern auch be­kannt wa­ren, zu­min­dest hätten be­kannt sein müssen. Er hätte mit­hin wis­sen müssen,

 

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dass ein Ver­gleich der be­trieb­li­chen Verhält­nis­se der Be­klag­ten mit den Ver­bre­chen in den Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern ei­ne gro­be Be­lei­di­gung dar­stellt. Er war seit 15 Jah­ren bei der Be­klag­ten beschäftigt und kann­te de­ren Fir­men­cre­do. Mit dem Fir­men­cre­do hat die Be­klag­te für sich und ih­re Führungs­mit­ar­bei­ter Ethik­richt­li­ni­en auf­ge­stellt, um ei­ner Ver­un­glimp­fung der bei ihr beschäftig­ten Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter zu ver­hin­dern. Der Kläger wuss­te mit­hin, dass die Be­klag­te auf­grund ih­rer Fir­men­phi­lo­so­phie auf ge­rech­ten und ethisch ein­wand­frei­en Um­gang mit­ein­an­der al­ler­größten Wert legt. Mit der strit­ti­gen Äußerung hat der Kläger nicht nur die An­we­sen­den in gro­ber Wei­se be­lei­digt, son­dern die ge­sam­ten be­trieb­li­chen Verhält­nis­se auf die Stu­fe mit den Ver­bre­chen des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus ge­stellt. Bild­lich ge­spro­chen hat er da­mit das Fir­men­cre­do mit „Füßen ge­tre­ten“. Ei­ne der­ar­ti­ge Ver­let­zung der Treue­pflicht war für die Be­klag­te nicht hin­nehm­bar. Das In­ter­es­se der Be­klag­ten an der so­for­ti­gen Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses – auch un­ter Präven­ti­ons­ge­sichts­punk­ten – über­wog mit­hin das In­ter­es­se des Klägers an der Fort­set­zung des Ar­beits­verhält­nis­ses.

IV. Nach al­le­dem war die Kla­ge un­ter Abände­rung des erst­in­stanz­li­chen Ur­teils ab­zu­wei­sen.

Die Kos­ten­ent­schei­dung folgt aus §§ 91 Abs. 1 ZPO; 64 Abs. 6 ArbGG.

Die Re­vi­si­on war nach § 72 Abs. 2 ArbGG nicht zu­zu­las­sen; es han­del­te sich um ei­ne rei­ne Ein­zel­fall­ent­schei­dung oh­ne rechts­grundsätz­li­che Be­deu­tung.

 

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