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Kün­di­gung und Krank­mel­dung

Or­dent­li­che Kün­di­gung we­gen ver­spä­te­ter Krank­mel­dung ist auch nach lan­ger Be­schäf­ti­gungs­dau­er mög­lich: Hes­si­sches Lan­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 18.01.2011, 12 Sa 522/10
31.08.2011. Ar­beit­neh­mer müs­sen dem Ar­beit­ge­ber ei­ne krank­heits­be­ding­te Ar­beits­un­fä­hig­keit und de­ren vor­aus­sicht­li­che Dau­er so schnell wie mög­lich im Rah­men ei­ner Krank­mel­dung mit­tei­len, § 5 Abs.1 Satz 1 Ent­gelt­fort­zah­lungs­ge­setz (Ent­gFG). Denn sonst kann der Ar­beit­ge­ber den be­vor­ste­hen­den Ar­beits­aus­fall nicht ein­pla­nen. Ei­ne Krank­mel­dung ist kei­ne Krank­schrei­bung, d.h. die Krank­mel­dung ist auch oh­ne At­test "aus dem Bauch her­aus" mög­lich - und ge­bo­ten.

Ver­stößt der Ar­beit­neh­mer ge­gen sei­ne Pflicht zur Krank­mel­dung, dro­hen Ab­mah­nung oder ver­hal­tens­be­ding­te Kün­di­gung. Ei­ne ein­zi­ge ver­spä­te­te oder un­ter­las­se­ne Krank­mel­dung ge­nügt zwar noch nicht für ei­ne Kün­di­gung. Doch wenn der Ar­beit­neh­mer ei­ne Krank­mel­dung mehr­fach ver­spä­tet ein­reicht (oder so­gar gar nicht), kann das nach vor­he­ri­ger Ab­mah­nung ei­ne orr­dent­li­che ver­hal­tens­be­ding­te Kün­di­gung sich zie­hen, und zwar auch nach lan­ger Be­schäf­ti­gungs­zeit. Das zeigt ein Ur­teil des Hes­si­schen Lan­des­ar­beits­ge­richts vom 18.01.2011 (12 Sa 522/10).

Ei­ne Rei­ni­gungs­kraft ar­bei­te­te seit 16 Jah­ren bei ei­ner Fir­ma, die Flug­zeu­gin­nen­rei­ni­gun­gen durch­führ­te und da­her en­ge Zeit­plä­ne ein­hal­ten muss­te. In den letz­ten sechs Jah­ren hat­te er sei­ne Krank­heit sie­ben Mal zu spät mit­ge­teilt und war des­we­gen vier Mal ab­ge­mahnt wor­den. Das recht­fer­tig­te zwar kei­ne frist­lo­se Kün­di­gung, aber auf­grund vor­he­ri­ger Ab­mah­nun­gen ei­ne or­dent­li­che Kün­di­gung, mein­te das LAG (an­ders als zu­vor das Ar­beits­ge­richt Frank­furt - Ur­teil vom 25.02.2010, 20 Ca 7651/09).

Fa­zit: Auch lan­ge be­schäf­tig­ten Ar­beit­neh­mern droht nach vor­he­ri­ger Ab­mah­nung ei­ne or­dent­li­che ver­hal­tens­be­ding­te Kün­di­gung, wenn sie ih­re Pflicht zur un­ver­züg­li­chen Krank­mel­dung ver­let­zen. Vie­le Ar­beit­neh­mer mei­nen, ei­ne Krank­mel­dung wä­re erst nach ei­nem vor­he­ri­gen Arzt­be­such mög­lich, aber das ist falsch: Denn dass man krank ist (oder sich zu­min­dest krank fühlt) und da­her zum Arzt muss, weiß man schon vor­her. Und ge­nau das muss man dem Ar­beit­ge­ber mit­tei­len, und zwar schnellst­mög­lich.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 24. August 2016

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