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Urteile zum Arbeitsrecht
Nach Jahrgang
   
Schlag­worte: Kündigung
   
Gericht: Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz
Akten­zeichen: 2 Sa 705/10
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 09.06.2011
   
Leit­sätze:
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Trier, Urteil vom 10.11.2010, 1 Ca 1094/09
   

Ak­ten­zei­chen:
2 Sa 705/10
1 Ca 1094/09
ArbG Trier
Ent­schei­dung vom 09.06.2011

Die Be­ru­fung des Klägers ge­gen das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Trier vom 10. Nov. 2011 - 1 Ca 1094/09 - wird auf sei­ne Kos­ten zurück­ge­wie­sen.
Die Re­vi­si­on wird zu­ge­las­sen.

Tat­be­stand:
Ge­gen­stand des Rechts­streits ist die Wirk­sam­keit der außer­or­dent­li­chen Kündi­gung des Vor­ru­he­stands­verhält­nis­ses des Klägers durch die Be­klag­te so­wie die sich aus dem Fort­be­stand des Vor­ru­he­stands­verhält­nis­ses er­ge­ben­den Zah­lungs­ansprüche des Klägers.

Die Be­klag­te ist ein in T.ansässi­ges Un­ter­neh­men des welt­weit täti­gen Zi­ga­ret­ten­her­stel­lers A.

Der Kläger ist im Jahr 1952 ge­bo­ren, ei­ner stu­die­ren­den Toch­ter zum Un­ter­halt ver­pflich­tet und ist seit 01.12.1984 bei der Be­klag­ten bzw. de­ren Rechts­vorgänge­rin zu­letzt in T. beschäftigt ge­we­sen. Im Jah­re 2000 über­trug ihm die Be­klag­te die Lei­tung des Lo­gis­tik­be­reichs Ta­bak­wa­ren als "Di­rec­tor Glo­bal Lo­gis­tics". Die Zuständig­keit für die Ver­ga­be der Trans­port­aufträge für die in den deut­schen Wer­ken des A.-Kon­zerns her­ge­stell­ten Zi­ga­ret­ten wur­de zu ei­nem zwi­schen den Par­tei­en um­strit­te­nen Zeit­punkt spätes­tens 2003 von der Be­klag­ten auf die Kon­zern­mut­ter mit Sitz in G. ver­la­gert.

Auf­grund wie­der­hol­ter er­heb­li­cher Diebstähle von Zi­ga­ret­ten bei Trans­por­ten in den 90er Jah­ren wur­de un­ter maßgeb­li­cher Be­tei­li­gung des Klägers u. a. im Zu­sam­men­hang mit der be­reits seit länge­rer Zeit für die Be­klag­te täti­ge Fir­ma. B. GmbH (nach­fol­gend Fir­ma B.) ein neu­es Si­cher­heits­sys­tem ent­wi­ckelt. In ei­nem Drei­jah­res­ver­trag ver­pflich­te­te sich die Be­klag­te En­de 2001 al­le Zi­ga­ret­ten­trans­por­te von der Fir­ma B. durchführen zu las­sen, als Ge­gen­leis­tung für die Aus­stat­tung ei­ner be­stimm­ten An­zahl von de­ren LKW´s mit der neu­en Tech­no­lo­gie. Die LKW´s wur­den spe­zi­ell aus­gerüstet, ein GPS ba­sie­ren­des Stand­ort­be­stim­mungs­sys­tem stellt si­cher, dass die Türen der LKW´s nur noch von der zen­tra­len Ein­satz­stel­le durch ein Funk­si­gnal geöff­net wer­den können.

In der Zeit von Ja­nu­ar 2002 bis März 2006 zahl­te die Fir­ma B. aus ei­ner "schwar­zen Kas­se" an den Kläger ins­ge­samt 179.000,00 EUR, zu­letzt seit Ok­to­ber 2003 in Teil­beträgen von ca. 10.000,00 EUR pro Quar­tal. Die­se Beträge hat der Kläger nicht ver­steu­ert.

Die Par­tei­en schlos­sen am 02.05.2006 in An­leh­nung an § 14 des MTV für die Ar­beit­neh­mer der Zi­ga­ret­ten­in­dus­trie ei­ne schrift­li­che Vor­ru­he­stands­ver­ein­ba­rung. Da­nach en­de­te das Ar­beits­verhält­nis des Klägers bei der Be­klag­ten am 30.06.2006. Ab 01.07.2006 trat er in den Vor­ru­he­stand ein. Die Be­klag­te ver­pflich­te­te sich zur Zah­lung ei­nes mo­nat­li­chen Vor­ru­he­stands­gel­des bis zur Ent­ste­hung des Al­ters­ru­he­geld­an­spruchs, längs­tens bis zum 31.08.2015, in Höhe von 70 % des zu­letzt be­zo­ge­nen Jah­res­ar­beits­ent­gel­tes un­ter Berück­sich­ti­gung von Erhöhun­gen ent­spre­chend des Durch­schnitts der für die ak­ti­ven Ar­beit­neh­mer ver­ein­bar­ten Ge­halts­stei­ge­run­gen zuzüglich ei­ner Jah­res­son­der­zah­lung in Höhe von 2/12 des mo­nat­li­chen Vor­ru­he­stands­gel­des. Nach den ver­trag­li­chen Ver­ein­ba­run­gen ist für die be­trieb­li­che Al­ters­ver­sor­gung die Zeit des Vor­ru­he­stan­des als Be­triebs­zu­gehörig­keit an­zu­rech­nen. We­gen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten wird auf Blatt 4 - 8 der Ge­richts­ak­ten ver­wie­sen.

Zu­letzt be­zog der Kläger ein mo­nat­li­ches Vor­ru­he­stands­geld von 8.960,00 EUR brut­to. Die­ser Ver­ein­ba­rung vor­aus­ge­gan­gen war das An­ge­bot der Be­klag­ten, das Ar­beits­verhält­nis zum En­de des Jah­res 2007 ge­gen Ab­fin­dungs­zah­lung in Höhe von 540.000,00 EUR zu be­en­den. Der Kläger woll­te je­doch wei­ter­hin re­gelmäßige Vergütun­gen er­hal­ten.

In ei­nem Straf­ver­fah­ren ver­ur­teil­te das Land­ge­richt Ko­blenz am 08.07.2009 den Kläger rechts­kräftig we­gen Be­stech­lich­keit im geschäft­li­chen Rechts­ver­kehr in elf Fällen im Hin­blick auf die vor­be­zeich­ne­ten Bar­zah­lun­gen seit Ok­to­ber 2003 zu ei­ner Ge­samt­frei­heits­stra­fe von ei­nem Jahr und zehn Mo­na­ten. Die Frei­heits­stra­fe wur­de zur Bewährung aus­ge­setzt. Die in der An­kla­ge­schrift er­ho­be­nen Vorwürfe räum­te der Kläger erst­mals in der Haupt­ver­hand­lung ein, nach­dem ihm im Rah­men ei­ner Ab­spra­che die Ver­ur­tei­lung zu ei­ner Bewährungs­stra­fe in Aus­sicht ge­stellt wor­den war. Über die Ver­ur­tei­lun­gen be­rich­te­te die ört­li­che Pres­se, so der T..

Nach der Ver­ur­tei­lung hörte die Be­klag­te den Be­triebs­rat vor­sorg­lich mit Schrei­ben vom 14.07.2009 zur be­ab­sich­tig­ten Kündi­gung des Vor­ru­he­stands­verhält­nis­ses mit dem Kläger an. Der Be­triebs­rat erklärte am 16.07.2009 es bestünden kei­ne Be­den­ken.

Mit Schrei­ben vom glei­chen Da­tum, wel­ches dem Kläger auch am 16.07.2009 zu­ging, kündig­te die Be­klag­te die Vor­ru­he­stands­ver­ein­ba­rung frist­los und stel­le die Zah­lung des mo­nat­li­chen Vor­ru­he­stands­gel­des ein.

Der Kläger hat vor­ge­tra­gen, ein wich­ti­ger Grund läge nicht vor. Die Fir­ma B. ha­be die Geld­beträge für Be­ra­tungs­dienst­leis­tun­gen ge­zahlt. Da die­se Be­ra­tung den In­ter­es­sen der Be­klag­ten ge­dient ha­be, ver­s­toße sie auch nicht ge­gen den "Code of Con­duct". Der Be­klag­ten sei auch kein Scha­den ent­stan­den.

Das Auf­trags­ver­ga­be­ver­fah­ren sei nach Über­tra­gung auf die Kon­zern­mut­ter durch al­lein von die­ser be­stimm­te ob­jek­ti­ve Kri­te­ri­en ge­prägt ge­we­sen, auf die­se ha­be er kei­nen Ein­fluss neh­men können.

Sein pau­scha­les Geständ­nis vor dem Land­ge­richt Ko­blenz sei nur vor dem Hin­ter­grund der we­gen der Steu­er­hin­ter­zie­hung oh­ne­hin zu er­war­ten­den Be­stra­fung er­folgt und weil er nach der Un­ter­su­chungs­haft ei­ne wei­te­re In­haf­tie­rung un­ter al­len Umständen ha­be ver­mei­den wol­len. Das Geständ­nis ha­be kei­nen Be­weis­wert für die Fra­ge der Be­stech­lich­keit.

Die Be­klag­te ha­be auch die Zwei-Wo­chen-Frist nicht ein­ge­hal­ten, der Be­klag­ten sei be­reits seit April 2006 in Per­son der Per­so­nal­che­fin B. be­kannt ge­we­sen, dass er für die Fir­ma B.ent­gelt­li­che Be­ra­tungs­leis­tun­gen durch­geführt ha­be. Dies er­ge­be sich dar­aus, dass im Vor­ru­he­stands­ver­trag ei­ne Ne­bentätig­keits­ge­neh­mi­gung eben für sol­che Be­ra­tungs­leis­tun­gen er­teilt wor­den sei.

Die Anhörung des Be­triebs­ra­tes sei feh­ler­haft er­folgt.

Der Kläger hat be­an­tragt,
fest­zu­stel­len, dass das zwi­schen den Par­tei­en be­ste­hen­de Vor­ru­he­stands­verhält­nis nicht durch die außer­or­dent­li­che Kündi­gung vom 16.07.2009 auf­gelöst wor­den ist;
fest­zu­stel­len, dass das Vor­ru­he­stands­verhält­nis auch nicht durch ei­ne in der Kündi­gung vom 16.07.2009 lie­gen­de or­dent­li­che Kündi­gung auf­gelöst wird;
fest­zu­stel­len, dass das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en auch nicht durch die Kündi­gung der Be­klag­ten vom 16.07.2009 auf­gelöst wor­den ist;
die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len,an den Kläger 49.280,00 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem je­weils gülti­gen Ba­sis­zins­satz aus 4.480,00 € seit 01.08.2009, aus 8.960,00 € seit 01.09.2009, aus wei­te­ren 8.960,00 € seit 01.10.2009, aus wei­te­ren 8.960,00 € seit 01.11.2009, aus wei­te­ren 8.960,00 € seit 01.12.2009 und aus wei­te­ren 8.960,00 € seit 01.01.2010 zu zah­len;
die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an den Kläger 17.920,00 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem je­weils gülti­gen Ba­sis­zins­satz seit dem 31.12.2009 zu zah­len.

Die Be­klag­te hat be­an­tragt,
die Kla­ge ab­zu­wei­sen.

Sie hat vor­ge­tra­gen, ihr sei die Fort­set­zung des Vor­ru­he­stands­verhält­nis­ses we­gen des Ver­hal­tens des Klägers nicht zu­mut­bar. Die­ses Vor­ru­he­stands­verhält­nis sei ei­nem Ar­beits­verhält­nis gleich­zu­set­zen. Der Kläger ha­be Be­ste­chungs­gel­der an­ge­nom­men und so­gar auch ge­for­dert. Ihm ha­be bis zu­letzt die Auf­ga­be der Vor­aus­wahl der Trans­port­un­ter­neh­men ob­le­gen. Ins­be­son­de­re sei die erst seit 2003 zuständi­ge Ab­tei­lung bei der Kon­zern­mut­ter auf­grund des feh­len­den tatsächli­chen Be­zugs zur ope­ra­ti­ven Ab­wick­lung der Trans­port­aufträge auf die Vo­ten der Ab­tei­lung vor Ort an­ge­wie­sen ge­we­sen. Im Übri­gen lie­ge selbst bei un­ter­stell­ter vom Kläger vor­ge­nom­me­ner in­te­ge­rer Be­ra­tungs­leis­tun­gen ein Ver­s­toß ge­gen die Pflicht zur An­zei­ge und Ein­ho­lung ei­ner Ge­neh­mi­gung zur Ausübung der Ne­bentätig­keit vor.

We­gen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten des Sach- und Streit­stan­des ers­ter In­stanz wird auf den Tat­be­stand des Ur­teils des Ar­beits­ge­richts Trier vom 10.11.2010 ver­wie­sen.

Das Ar­beits­ge­richt hat Be­weis er­ho­ben durch Ver­neh­mung der Zeu­gen G. und K. Zu­dem hat es den In­halt der bei­ge­zo­ge­nen Er­mitt­lungs­ak­te der Staats­an­walt­schaft Ko­blenz - JS XXXXXX - in Form des Pro­to­kolls der Haupt­ver­hand­lung vor dem Land­ge­richt Ko­blenz nebst den An­la­gen 2 und 3 zum Ge­gen­stand der münd­li­chen Ver­hand­lung ge­macht.

We­gen der Ein­zel­hei­ten wird auf das Sit­zungs­pro­to­koll vom 10.11.2010 des Ar­beits­ge­richts Trier ver­wie­sen.

Im Ur­teil vom 10.11.2010 hat das Ar­beits­ge­richt die Kla­ge ab­ge­wie­sen. Es hat im We­sent­li­chen aus­geführt, das zwi­schen den Par­tei­en be­ste­hen­de Vor­ru­he­stands­verhält­nis sei durch die außer­or­dent­li­che Kündi­gung vom 16.07.2009 auf­gelöst wor­den. Die Kündi­gung sei nicht man­gels ord­nungs­gemäßer Be­triebs­rats­anhörung un­wirk­sam, die­se sei im vor­lie­gen­den Fall oh­ne­hin ent­behr­lich, weil der Kläger nicht als Ar­beit­neh­mer an­zu­se­hen sei, da er während des Vor­ru­he­stands­verhält­nis­ses von der Be­klag­ten nicht beschäftigt wur­de und auch nicht mehr im Be­trieb ein­ge­glie­dert war. Zu­dem sei er während des Be­ste­hens des Ar­beits­verhält­nis­ses lei­ten­der An­ge­stell­ter ge­we­sen.

Die Be­klag­te ha­be auch den Be­triebs­rat vor­sorg­lich an­gehört und erst nach Mit­tei­lung des Be­triebs­ra­tes, es bestünden kei­ne Be­den­ken, das Vor­ru­he­stands­verhält­nis gekündigt.

Das vor­lie­gen­de Vor­ru­he­stands­verhält­nis könne un­ter den Vor­aus­set­zun­gen des § 626 BGB gekündigt wer­den. Das Ver­trags­verhält­nis sei mit ei­nem Ar­beits­verhält­nis bzw. Dienst­verhält­nis im Sin­ne des § 611 BGB gleich­zu­set­zen und ent­spre­chend § 626 BGB außer­or­dent­lich künd­bar. Der An­spruch auf das Vor­ru­he­stands­geld sei auch ge­ne­rell nicht eben­so schutzwürdig wie der auf ei­ne un­ver­fall­ba­re Ver­sor­gungs­an­wart­schaft. Die Be­klag­te wei­se zu Recht dar­auf hin, dass die ho­hen An­for­de­run­gen an den Wi­der­ruf ei­ner Ver­sor­gungs­zu­sa­ge dar­auf gründen, dass der Ar­beit­neh­mer un­ver­fall­ba­re und ge­setz­lich geschütz­te Ren­ten­an­wart­schaf­ten als Ge­gen­leis­tung für sei­ne Be­triebs­treue ver­dient ha­be. Es sei auch zu berück­sich­ti­gen, dass ge­gen die Ver­gleich­bar­keit mit der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung spre­che, dass die Par­tei­en in den von ihm ab­ge­schlos­se­nen Vor­ru­he­stands­ver­trag den Kläger durch­ge­hend als Ar­beit­neh­mer be­zeich­nen und für ein Ar­beits­verhält­nis ty­pi­sche Re­ge­lun­gen vor­ge­se­hen ha­ben wie die Ver­pflich­tung zur Abführung von Steu­ern und So­zi­al­ver­si­che­rungs­beiträgen, die Pflicht des Klägers zur Ein­ho­lung ei­ner Zu­stim­mung zur Auf­nah­me ei­ner Ne­bentätig­keit und die Pflicht zur Of­fen­le­gung der Einkünf­te aus an­de­ren Tätig­kei­ten, Mit­tei­lungs­pflich­ten bezüglich der Ände­run­gen sei­ner persönli­chen Verhält­nis­se und nicht zu­letzt die An­rech­nung der Zeit des Vor­ru­he­stan­des im Hin­blick auf die Höhe der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung. Das vor­lie­gen­de Vor­ru­he­stands­verhält­nis sei da­her mit der Frei­stel­lungs­pha­se der Al­ters­teil­zeit ver­gleich­bar.

Die Be­klag­te ha­be die Aus­schluss­frist des § 626 Abs. 2 BGB ge­wahrt. Sie ha­be den Aus- und Fort­gang ei­nes Strafer­mitt­lungs- bzw. Straf­ver­fah­rens ab­war­ten und den Kündi­gungs­ent­schluss da­von abhängig ma­chen dürfen. Dies gel­te ins­be­son­de­re, da der Kläger bis zur Haupt­ver­hand­lung im Straf­ver­fah­ren das straf­ba­re Ver­hal­ten der Be­stech­lich­keit nicht ein­geräumt ha­be. Die Be­klag­te ha­be die Kündi­gung ge­ra­de auf den zur rechts­kräfti­gen Ver­ur­tei­lung im Straf­ver­fah­ren aus­rei­chen­den Tat­sa­chen­stand gestützt und die­se rechts­kräfti­ge Ver­ur­tei­lung eben­so wie das erst­mals am 08.07.2009 ab­ge­ge­be­ne Geständ­nis als ei­ge­nes kündi­gungs­re­le­van­tes Fak­tum an­ge­se­hen. Dem ste­he nicht ent­ge­gen, dass der Kläger vor­tra­ge,bei Ab­schluss des Vor­ru­he­stands­ver­tra­ges im Jah­re 2006 ge­genüber der da­ma­li­gen Per­so­nal­che­finB. erklärt zu ha­ben, dass er wei­ter­hin für die Fir­ma B. Be­ra­tungstätig­kei­ten durchführen woll­te wie auch in den ver­gan­ge­nen Jah­ren. Die­ser von der Be­klag­ten be­strit­te­ne Vor­trag könne als rich­tig un­ter­stellt wer­den, oh­ne dass da­von aus­zu­ge­hen wäre, dass die Zwei-Wo­chen-Frist be­reits bei Ab­schluss des Vor­ru­he­stands­verhält­nis­ses zu lau­fen be­gon­nen ha­be oder das Kündi­gungs­recht auf­grund der Kennt­nis­se des Be­klag­ten be­reits bei Ab­schluss des Vor­ru­he­stands­verhält­nis­ses in an­de­rer Wei­se ver­wirkt wäre. Die Be­klag­te stütze die Kündi­gung auf die An­nah­me bzw. das For­dern von Be­ste­chungs­gel­dern von der Fir­ma B. und nur hilfs­wei­se auf die Vor­nah­me nicht ge­neh­mig­ter Be­ra­tungs­leis­tun­gen. Im Übri­gen er­ge­be sich aus dem sich ei­ner pau­scha­len Be­haup­tung erschöpfen­den Vor­trag des Klägers nicht, dass die Be­klag­te von der Dau­er und der Höhe der Zah­lun­gen durch die Fir­ma B. an den Kläger Kennt­nis hat­te. Selbst wenn man un­ter­stel­le, dass die Be­klag­te bei Ab­schluss des Vor­ru­he­stands­ver­tra­ges den Ver­dacht ge­habt ha­ben soll­te, dass der Kläger Be­ste­chungs­gel­der an­ge­nom­men ha­be, ha­be es ihr als Ar­beit­ge­be­rin frei­ge­stan­den, den Aus­gang ei­nes straf­recht­li­chen Er­mitt­lungs­ver­fah­rens ab­zu­war­ten.

Ein wich­ti­ger Grund lie­ge eben­falls vor. Straf­ba­re Hand­lun­gen, die sich ge­gen den Ar­beit­ge­ber rich­te­ten, wie ins­be­son­de­re Ei­gen­tums- und Vermögens­de­lik­te, be­gründe­ten re­gelmäßig das Recht zur außer­or­dent­li­chen Kündi­gung. Dies gel­te auch bei Vor­lie­gen ei­ner Straf­tat wie Be­stech­lich­keit im geschäft­li­chen Ver­kehr in ei­nem be­son­ders schwe­ren Fall. Hier­bei sei un­er­heb­lich, ob dem Ar­beit­ge­ber ein wirt­schaft­li­cher Scha­den ent­stan­den sei, da die­ser zwar für den Straf­tat­be­stand der Un­treue von Be­deu­tung sei, nicht je­doch für den Tat­be­stand der Be­stech­lich­keit und die dem Ar­beit­neh­mer vor­zu­wer­fen­de Loya­litäts­pflicht­ver­let­zung. Ent­schei­dend sei, dass die An­nah­me der Gel­der all­ge­mein die Ge­fahr be­gründet, der Ar­beit­neh­mer wer­de in sei­nem dienst­li­chen Ver­hal­ten zu Las­ten des Ar­beit­ge­bers be­ein­flusst und er wer­de sich nicht mehr al­lein des­sen In­ter­es­sen an­neh­men. Auf die straf­ba­re Be­wer­tung des Fehl­ver­hal­tens kom­me es ent­schei­dend nicht an, son­dern auf die ein­ge­tre­te­ne Be­las­tung des ver­trag­li­chen Ver­trau­ens­verhält­nis­ses bzw. dar­auf, ob dem Ar­beit­ge­ber nach dem ge­sam­ten Sach­ver­halt die Fort­set­zung des Ar­beits­verhält­nis­ses noch zu­zu­mu­ten sei. Da­bei fal­le er­schwe­rend ins Ge­wicht, wenn die Tat mit der ver­trag­lich ge­schul­de­ten Tätig­keit des Ar­beit­neh­mers zu­sam­menhänge.

Un­ter Berück­sich­ti­gung des In­hal­tes der münd­li­chen Ver­hand­lung, ins­be­son­de­re des Er­geb­nis­ses der Be­weis­auf­nah­me durch Ver­neh­mung der Zeu­gen G. und K., ste­he zur Über­zeu­gung der Kam­mer fest, dass es sich bei den von der Fir­ma B.in der Zeit von Ja­nu­ar 2002 bis März 2008 an den Kläger ge­leis­te­ten Bar­zah­lun­gen um Be­ste­chungs­geld han­de­le. Der Kläger ha­be die Straf­tat der Be­stech­lich­keit im geschäft­li­chen Ver­kehr und da­mit zu­gleich ei­ne schwe­re Ver­trags­pflicht­ver­let­zung in Form des Ver­s­toßes ge­gen das sog. Schmier­geld­ver­bot ge­genüber der Be­klag­ten be­gan­gen. Die­se Fest­stel­lung wer­de nicht al­lein auf­grund des Geständ­nis­ses des Klägers im Straf­ver­fah­ren ge­trof­fen son­dern auch auf­grund der durch­geführ­ten Be­weis­auf­nah­me. Der Kläger ha­be im Straf­ver­fah­ren im Rah­men ei­ner Ab­stra­fe den Tat­vor­wurf der Be­stech­lich­keit im geschäft­li­chen Ver­kehr im be­son­ders schwe­ren Fall ein­geräumt und die Ver­ur­tei­lung zu ei­ner Frei­heits­stra­fe durch Rechts­mit­tel­ver­zicht ak­zep­tiert. Im vor­lie­gen­den Ver­fah­ren be­haup­te er, der Tat­vor­wurf der Be­stech­lich­keit sei un­rich­tig, er ha­be das Geld für er­brach­te Be­ra­tungs­leis­tun­gen er­hal­ten. Dem Kläger sei im Straf­ver­fah­ren die Trag­wei­te sei­nes Geständ­nis­ses voll und ganz be­wusst ge­we­sen. Aus dem Pro­to­koll der Haupt­ver­hand­lung er­ge­be sich, dass der Mit­an­ge­klag­te G. ihn durch sei­ne geständi­ge schrift­li­che Ein­las­sung schwer be­las­te­te, so dass der Kläger mit ei­ner Ver­ur­tei­lung we­gen Be­stech­lich­keit rech­nen muss­te. Das Geständ­nis sei so­mit nicht nur im Hin­blick auf die Steu­er­hin­ter­zie­hung ab­ge­legt wor­den. Das Geständ­nis sei im Rah­men der frei­en Be­weiswürdi­gung vor­lie­gend als wich­ti­ges In­diz für die An­nah­me der zu­ge­stan­de­nen Tat­sa­che, nämlich der Be­stech­lich­keit durch An­nah­me der Zah­lun­gen der Fir­ma B. als Ge­gen­leis­tung für ei­ne un­lau­te­re Be­vor­zu­gung bei der Ver­ga­be von Trans­port­aufträgen an­zu­se­hen. Das Ar­beits­ge­richt stellt fest, dass die Aus­sa­gen der Zeu­gen G. und K. im hie­si­gen Ver­fah­ren glaub­haft er­schie­nen, als die Zeu­gen nicht wortwört­lich je­doch sinn­gemäß die glei­chen An­ga­ben mach­ten. Da­nach trat der Klägers erst­mals im Jah­re 2001 mit der Fra­ge an sie her­an, ob die Fir­ma B. Zah­lun­gen an ihn leis­ten würde.

Auf­grund der nach­voll­zieh­ba­ren in sich stim­mi­gen Aus­sa­ge des Zeu­gen G. im Straf­ver­fah­ren übe­rein­stim­men­den und doch nicht ab­ge­spro­che­nen wir­ken­den Aus­sa­gen der Zeu­gen G. und K. ist das Ar­beits­ge­richt da­von über­zeugt, dass der Kläger von den bei­den Zeu­gen erst­mals 2001 und so­dann nach­drück­lich im Jah­re 2002 Zah­lun­gen for­der­te und je­den­falls im Jah­re 2002 da­mit droh­te, dass die Fir­ma A. an­de­re Frachtführer be­auf­tra­gen wer­de, wenn die Fir­ma B. die­se Zah­lun­gen an ihn nicht er­brin­ge.

Darüber hin­aus ha­be der Kläger den Zeu­gen un­abhängig von sei­ner tatsächli­chen Ein­fluss­nah­memöglich­keit je­den­falls den Ein­druck ver­mit­telt, dass er selbst auf die Ver­ga­be der Auf­träge Ein­fluss neh­men könne. Im Rah­men der zu­sam­menhängen­den Schil­de­rung ha­ben bei­de Zeu­gen übe­rein­stim­mend aus­ge­sagt, dass sie dem Kläger zunächst vor­schlu­gen, ei­nen Be­ra­ter­ver­trag ab­zu­sch­ließen bzw. die Zah­lun­gen auf Rech­nun­gen des Klägers für Be­ra­tungs­leis­tun­gen zu er­brin­gen. Dies ha­be der Kläger je­doch ab­ge­lehnt, da er das Geld in bar benöti­ge. Der Zeu­ge G. ha­be auf Nach­fra­ge ver­neint, dass die Zah­lun­gen als Ge­gen­leis­tun­gen für ei­ne Be­ra­tungstätig­keit er­bracht wor­den sei­en. Er ha­be den Kläger im­mer in sei­ner Po­si­ti­on als Pro­jekt­lei­ter für die Fir­ma A. ge­se­hen und die Ide­en als An­for­de­run­gen durch den Kun­den A. ver­stan­den, wenn Mee­tings zu Si­cher­heits­sys­te­men statt­ge­fun­den ha­ben. Auf­grund die­ser Be­weis­auf­nah­me hat das Ar­beits­ge­richt die Über­zeu­gung ge­fun­den, dass der Kläger von den Zeu­gen Zah­lun­gen ge­for­dert ha­be un­ter An­dro­hung des Auf­trags­ent­zu­ges. Die dar­auf­hin ge­leis­te­ten Zah­lun­gen stell­ten kei­ne Ge­gen­leis­tung für ei­ne von die­sem er­brach­te Be­ra­tungs­leis­tung dar. Zu­min­dest sei in die­sem Ver­hal­ten ei­ne schwe­re Ar­beits­ver­trags­pflicht­ver­let­zung we­gen Ver­s­toß ge­gen das sog. Schmier­geld­ver­bot an­zu­neh­men. Die straf­recht­li­che Be­wer­tung könne letzt­lich da­hin ste­hen. Die er­for­der­li­che Un­rechts­ver­ein­ba­rung, d. h. For­dern des Vor­teils ge­ra­de als Ge­gen­leis­tung für ei­ne künf­ti­ge un­lau­te­re Be­vor­zu­gung sei er­wie­sen. Hier­un­ter fal­le auch die Ab­wen­dung ei­nes dro­hen­den Nach­teils wie et­wa ei­ner Ver­tragskündi­gung. Es genüge, wenn nach der Vor­stel­lung der zukünf­ti­ge Wett­be­werb stark be­ein­flusst oder der Ver­lust der Stel­lung als Lie­fe­rant ab­ge­wen­det wer­den soll. Ei­ne Mo­no­pol­stel­lung der Fir­ma B.als Frachtführer ha­be nicht vor­ge­le­gen. Auch un­ter Zu­grun­de­le­gung des un­strei­ti­gen Drei­jah­res­ver­tra­ges, wo­nach sich die Fir­ma A. ver­pflich­tet hat­te, al­le Trans­por­te von der Fir­ma B.durchführen zu las­sen, sei ei­ne Kündi­gung die­ses Ver­tra­ges bei Ver­let­zung der sich hier­aus er­ge­be­nen Pflich­ten der Fir­ma B. möglich. Die Zeu­gen G. und K. hätten bestätigt, dass die Fir­ma A. die Möglich­keit hat­te, Trans­port­aufträge zu ent­zie­hen, dass sie hier­mit auf­grund der ent­spre­chen­den Dro­hung des Klägers im Fal­le der Nicht­zah­lung an die­se rech­ne­ten. So­mit sei es bei der zwi­schen dem Kläger und den Zeu­gen G. und K. ge­trof­fe­nen Ver­ein­ba­rung ge­ra­de um die Ab­wen­dung des dro­hen­den Nach­teils des Auf­trags­ver­lus­tes bzw. der Ver­tragskündi­gung ge­gan­gen. Ob der Kläger trotz Ver­ga­be der Trans­port­aufträge durch die Ab­tei­lung in G. tatsächli­chen Ein­fluss hier­auf ausüben konn­te, könn­te da­hin­ste­hen. Selbst wenn dies für die Erfüllung des Straf­tat­be­stan­des der Be­stech­lich­keit er­for­der­lich sein soll­te, genüge es je­den­falls für die ar­beits­ver­trag­li­che Pflicht­ver­let­zung in Form des Ver­s­toßes ge­gen das sog. Schmier­geld­ver­bot, wenn der die Zu­wen­dung For­dern­de dem An­de­ren die Gewährung ei­nes Vor­teils in Aus­sicht stellt, selbst wenn er die­sen tatsächlich nicht er­brin­gen kann. Ein Ar­beit­ge­ber könne vor al­lem von Führungs­mit­ar­bei­tern er­war­ten, dass ge­genüber Geschäfts­part­nern auch nur der An­schein ver­mie­den wird, mit der Zah­lung von Schmier­geld könne die Geschäfts­be­zie­hung po­si­tiv be­ein­flusst wer­den oder bei Nicht­zah­lung müss­ten ne­ga­ti­ve Aus­wir­kun­gen befürch­tet wer­den. Der Kläger ha­be den Ein­druck ver­mit­telt, er ha­be maßge­bend Ein­fluss auf die Fra­ge, ob die Fir­ma B.die Trans­port­aufträge be­hal­te oder nicht.

Die von der Fir­ma B.er­brach­ten Zah­lun­gen stell­ten kei­ne Ge­gen­leis­tung für Be­ra­tungstätig­kei­ten des Klägers dar. Der Vor­trag des Klägers zu den von ihm er­brach­ten Be­ra­tungs­leis­tun­gen be­inhal­te pau­scha­le stich­wort­ar­ti­ge An­ga­ben oh­ne Kon­kre­ti­sie­rung hin­sicht­lich des Zeit­punk­tes, des Or­tes, der be­tei­lig­ten Per­so­nen, der In­halt der Be­ra­tungs­gespräche etc.. Vom Kläger ex­pli­zit ge­nann­ten Emp­feh­lun­gen und For­de­run­gen ge­genüber der Fir­ma B. sei­en sol­che, die auch von ei­nem Kun­den geäußert wer­den können. Die Ver­mitt­lung ei­ner Un­ter­neh­mens­be­ra­tungs­fir­ma stel­le je­den­falls oh­ne nähe­re Be­gründung kei­ne ei­genständi­ge zu ho­no­rie­ren­de Be­ra­tungs­leis­tung dar, zu­mal die­se ein­ma­li­ge Emp­feh­lung auch als Kun­den­wunsch auf­ge­fasst wer­den könne. Darüber hin­aus ha­be der Zeu­ge G. glaub­haft ver­si­chert, dass der Kläger kei­ner­lei Be­ra­tungs­leis­tun­gen er­bracht hat. Er bestätig­te kei­ne Ver­mitt­lung von Kon­tak­ten zu an­de­ren Kun­den für die Fir­ma B.. Im Hin­blick auf die bestätig­ten um­fas­sen­den An­for­de­run­gen des Klägers an die Fir­ma B. ha­be der Zeu­ge G.plau­si­bel erläutert, dass man die­se als For­de­run­gen des Kun­den A. auf­ge­fasst ha­be.

Die Fra­ge der Schädi­gung der Be­klag­ten sei kei­ne Vor­aus­set­zung der Be­stech­lich­keit bzw. des Ver­s­toßes ge­gen das Schmier­geld­ver­bot. Der Be­klag­ten sei in je­dem Fall ein er­heb­li­cher An­se­hens­scha­den durch das Ver­hal­ten des Klägers ent­stan­den.

Die Fort­set­zung des Rechts­verhält­nis­ses sei für die Be­klag­te un­ter Berück­sich­ti­gung al­ler Umstände des Ein­zel­fal­les und un­ter Abwägung der In­ter­es­sen bei­der Ver­trags­tei­le nicht zu­mut­bar. Ei­ne Ab­mah­nung sei ent­behr­lich. Die­se kom­me als mil­de­res Mit­tel nach den kon­kre­ten Umständen des vor­lie­gen­den Fal­les nicht in Be­tracht. Es läge ei­ne schwer­wie­gen­de Pflicht­ver­let­zung des Klägers vor bei der ihm oh­ne Wei­te­res er­kenn­bar war, dass ei­ne Hin­nah­me durch die Be­klag­te aus­ge­schlos­sen sei. Der Kläger ha­be die vor­lie­gen­de Pflicht­ver­let­zung noch während des Be­ste­hens des Ar­beits­verhält­nis­ses un­ter Aus­nut­zung sei­ner Stel­lung als Führungs­kraft der Be­klag­ten be­gan­gen. Da­bei muss­te er sich der Un­kor­rekt­heit sei­nes Han­dels be­wusst sein, zu­mal be­reits die tatsächli­che Ausübung ei­ner et­wai­gen Be­ra­tungstätig­keit zu Guns­ten der Fa. B. im Hin­blick auf sei­ne Stel­lung bei A. grob pflicht­wid­rig ge­we­sen wäre. Nach dem Code of Con­duct sei­en jeg­li­che In­ter­es­sen­kon­flik­te wie ins­be­son­de­re ei­ne Tätig­keit für den Ver­trags­part­ner von A. zu ver­mei­den. Dass im Hin­blick hier­auf die For­de­rung von Schmier­gel­dern erst Recht ei­ne ganz er­heb­li­che Pflicht­ver­let­zung dar­stel­le muss­te dem Kläger klar sein. Es müsse da­von aus­ge­gan­gen wer­den, dass er die Fa. B. er­heb­lich un­ter Druck ge­setzt ha­be. Da­mit ha­be er das Ver­trau­en der Be­klag­ten in sei­ne Zu­verlässig­keit und Red­lich­keit zerstört. Die­ses Ver­trau­en könne durch Ab­mah­nung nicht wie­der her­ge­stellt wer­den. Das Ver­trau­ens­verhält­nis sei not­wen­di­ges Be­stand­teil die­ses Ver­trags­verhält­nis­ses, da ehe­ma­li­ge Mit­ar­bei­ter oft in Be­trie­be kom­men, mit ih­ren al­ten Kol­le­gen spre­chen, Zu­gang zu Be­triebs­tei­len er­hal­ten und noch ei­nen Be­kannt­heits­grad im Be­trieb ha­ben. Es sei­en auch ge­ne­ral­präven­ti­ve In­ter­es­sen des Ar­beit­ge­bers auf Grund der Wahr­neh­mung in­ner­halb des Be­trie­bes so­wie wirt­schaft­li­che In­ter­es­sen zu berück­sich­ti­gen. Die Re­ak­ti­on der Be­klag­ten müsse Si­gnal­wir­kung für an­de­re Ar­beit­neh­mer ha­ben. Auch dro­he der Be­klag­ten im Fal­le der Fort­set­zung des Vor­ru­he­stands­verhält­nis­ses ein wei­te­rer An­se­hens­ver­lust bei ih­ren Ver­trags­part­nern. Sie ha­be zu­dem ein ganz er­heb­li­ches wirt­schaft­li­ches In­ter­es­se dar­an, das Vor­ru­he­stands­verhält­nis nicht bis zum Ein­tritt von des­sen Al­ters­ren­te am 31.08.2015 fort­zu­set­zen. Zu Guns­ten des Klägers sei zwar zu berück­sich­ti­gen, dass mit dem Ab­schluss des Vor­ru­he­stands­ver­tra­ges des­sen Er­werbstätig­keit auf­ge­ge­ben und sein Aus­kom­men bis zum Be­ginn der Al­ters­ren­te ge­si­chert wer­den soll­te. Es dürf­te dem Kläger auch trotz sei­ner be­ruf­li­chen Er­fah­run­gen und Qua­li­fi­ka­tio­nen schwer fal­len, ei­ne adäqua­te Beschäfti­gung bis zum Er­rei­chen der Al­ters­gren­ze auf dem frei­en Ar­beits­markt zu fin­den. Darüber hin­aus sei­en auch mögli­che Un­ter­halts­pflich­ten ge­genüber sei­ner Ehe­frau und der sich im Stu­di­um be­find­li­chen Toch­ter zu berück­sich­ti­gen, das streit­ge­genständ­li­che Fehl­ver­hal­ten lie­ge be­reits Jah­re zurück und stünde im Zu­sam­men­hang mit sei­ner Ar­beits­pflicht im ak­ti­ven Ar­beits­verhält­nis. Zu Guns­ten des Klägers spre­che sei­ne lan­ge Be­triebs­zu­gehörig­keit und der be­an­stan­dungs­freie Ver­lauf des Ar­beits­verhält­nis­ses bis zu den streit­ge­genständ­li­chen Pflicht­ver­let­zun­gen. Den­noch sei der Be­klag­ten die Fort­set­zung des Vor­ru­he­stands­verhält­nis­ses bis zur Er­lan­gung ei­nes an­der­wei­ti­gen An­spruchs wie ins­be­son­de­re der Al­ters­ren­te bis längs­tens 31.08.2015 nicht zu­mut­bar. Dies er­ge­be sich zum Ei­nen aus der Dau­er des Vor­ru­he­stands­verhält­nis­ses und der Höhe der an ihn zu leis­ten­den Zah­lun­gen, zum An­de­ren aus der Schwe­re der Pflicht­ver­let­zun­gen, die Ausnützung der Führungs­po­si­ti­on durch den Kläger, die Höhe und die Dau­er der ent­ge­gen­ge­nom­me­nen Schmier­geld­zah­lun­gen, dem ak­ti­ven Ein­for­dern die­ser Zah­lung un­ter An­dro­hung von Nach­tei­len, dem ho­hen An­se­hens­scha­den, wel­cher der Be­klag­ten durch die­ses Ver­hal­ten des Klägers ent­stan­den ist und ge­ne­ral­präven­ti­ve Ge­sichts­punk­te. Die außer­or­dent­li­che Kündi­gung des Vor­ru­he­stands­verhält­nis­ses sei wirk­sam, die auf Fort­be­ste­hen des Vor­ru­he­stands­verhält­nis­ses ge­rich­te­ten Anträge des Klägers sei­en un­be­gründet, eben­falls die sich aus dem evtl. Fort­be­stand er­ge­ben­den Zah­lungs­ansprüche.

We­gen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten der Ur­teils­be­gründung wird auf die vor­be­zeich­ne­te Ent­schei­dung des Ar­beits­ge­richts Trier ver­wie­sen.

Das Ur­teil wur­de dem Kläger am 06.12.2010 zu­ge­stellt. Er hat am 23.12.2010 Be­ru­fung ein­ge­legt und sei­ne Be­ru­fung, nach dem die Frist zur Be­gründung bis ein­sch­ließlich 07.03.2011 verlängert wor­den war, mit an die­sem Tag ein­ge­gan­ge­nem Schrift­satz be­gründet.

Der Kläger greift das ar­beits­ge­richt­li­che Ur­teil aus tatsächli­chen und recht­li­chen Gründen an. Das Ar­beits­ge­richt ha­be nicht oh­ne wei­te­re Sach­ver­halts­aufklärun­gen an­neh­men dürfen, der Kläger ha­be Schmier­gel­der an­ge­nom­men und hätte den Vor­satz ge­habt, sei­ne "Macht­stel­lung" in­ner­halb der Or­ga­ni­sa­ti­on der Be­klag­ten ge­genüber der Fa. B. aus­zu­nut­zen. Er selbst ha­be Be­weis durch Ver­neh­mung von Zeu­gen an­ge­bo­ten, die die­se Be­haup­tun­gen über die Macht­stel­lung in­ner­halb der Struk­tu­ren der Be­klag­ten wi­der­legt hätten. Ei­ne noch­ma­li­ge Ein­ver­nah­me der Zeu­gen G. und K. sei er­for­der­lich. Das Ar­beits­ge­richt ha­be die ab­wei­chen­den Aus­sa­gen der Zeu­gen G. und K. und des Zeu­gen H. im Straf­ver­fah­ren nicht aus­rei­chend berück­sich­tigt. Außer­dem sei die Be­weis­fra­ge vom 10.11.2010 nicht be­ant­wor­tet wor­den. Die Be­klag­te sei be­reits seit April 2006 über sei­ne Tätig­keit für die Fa. B. in­for­miert ge­we­sen. Das Kündi­gungs­recht sei da­her ver­wirkt. Er wol­le sein Ver­hal­ten in Be­zug auf die An­nah­me von Schwarz­geld nicht her­un­ter­spie­len, ha­be hierfür die straf­recht­li­che Kon­se­quenz zie­hen müssen. Ihm ge­he es ar­beits­recht­lich um die Rich­tig­stel­lung, den Vor­wurf der Be­stech­lich­keit bzw. der An­nah­me von Schmier­geld zu ent­kräften. Die Be­klag­te ha­be al­lein den wirt­schaft­li­chen Be­las­tun­gen aus dem Vor­ru­he­stands­ver­trag ent­ge­hen wol­len.

Ei­ne Anhörung der In­ter­es­sen­ver­tre­tung sei er­for­der­lich ge­we­sen, zu­min­dest sei der Spre­cher­aus­schuss für lei­ten­de An­ge­stell­te nicht be­tei­ligt ge­we­sen. Das Vor­ru­he­stands­verhält­nis sei nicht künd­bar. Der vor­lie­gen­de Fall las­se sich nicht mit der Al­ters­teil­zeit ver­glei­chen. Sein Ar­beits­verhält­nis sei durch das Vor­ru­he­stands­verhält­nis für endgültig be­en­det erklärt wor­den. Tatsächlich sei an die ursprüng­lich an­ge­dach­te Ver­ein­ba­rung ei­ner Ab­fin­dungs­re­gel die Ab­re­de ei­nes aty­pi­schen Vor­ru­he­stands­ver­tra­ges ge­tre­ten. Der für die Kündi­gungs­be­gründung her­an­ge­zo­ge­ne Sach­ver­halt re­sul­tie­re aus der Zeit der ak­ti­ven Beschäfti­gung des Klägers. Im Zeit­punkt der Kündi­gung ha­be kein Ver­trau­ens­verhält­nis mehr zwi­schen den Par­tei­en be­ste­hen müssen.

Das Ar­beits­ge­richt setz­te feh­ler­haft den Tat­be­stand der Be­stech­lich­keit im geschäft­li­chen Ver­kehr vor­aus. Der ob­jek­ti­ve Tat­be­stand der Be­ste­chung bzw. Be­stech­lich­keit for­de­re ei­ne Ab­spra­che der Be­tei­lig­ten. Dem Täter müsse es dar­auf an­kom­men die Zu­wen­dun­gen im Hin­blick auf die Be­vor­zu­gung zu er­hal­ten. Die An­for­de­run­gen an den sub­jek­ti­ven Tat­be­stand des § 299 StGB ha­be das Ar­beits­ge­richt nicht ge­prüft. Auch die Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts ge­he vom Er­for­der­nis ei­ner Be­ein­flus­sungsmöglich­keit im geschäft­li­chen Ver­hal­ten aus. Ei­ne sol­che Si­tua­ti­on ha­be nicht vor­ge­le­gen. Dies er­ge­be sich an Hand der um­fang­rei­chen nicht im Zu­sam­men­hang mit der Beschäfti­gung bei der Be­klag­ten ste­hen­den kon­kret vom Kläger er­brach­ten Be­ra­tungs­leis­tun­gen. Der Kläger führt die­se Be­ra­tungs­leis­tun­gen in sei­ner Be­ru­fungs­be­gründung ins Ein­zel­ne ge­hend aus. Die­se Be­ra­tungs­leis­tun­gen könn­ten klar von sei­nen Auf­ga­ben für die Be­klag­te ge­trennt wer­den.

Die Glaubwürdig­keit der Zeu­gen G. und K. sei nicht wie vom Ar­beits­ge­richt be­wer­tet zu würdi­gen. Das an­geb­li­che Abhängig­keits­verhält­nis der Fa. B. zur Be­klag­ten sei erst­in­stanz­lich we­der kri­tisch hin­ter­fragt noch rich­tig er­kannt ge­schwei­ge denn über­haupt auf­geklärt wor­den. Das Ar­beits­ge­richt ha­be die Ent­schei­dung aus­sch­ließlich auf die fragwürdi­gen Aus­sa­gen der Zeu­gen G. und K. gestützt. Die­se sei­en in mehr­fa­cher Hin­sicht of­fen­kun­dig feh­ler­haft. Das Be­weisthe­ma sei nicht aus­rei­chend be­ant­wor­tet wor­den. Die Aus­sa­ge des Zeu­gen G., der Um­satz mit der Fir­ma der Be­klag­ten ha­be 70 bis 80 Pro­zent des Ge­samt­um­sat­zes aus­ge­macht, sei nach­weis­lich falsch. An­ge­sichts der kon­kre­ten vom Kläger ge­schil­der­ten be­son­de­ren Umstände sei die Be­haup­tung der Zeu­gen G. und K., sie hätten kei­nen An­sprech­part­ner außer dem Kläger ge­habt, ei­ne dreis­te Lüge und die Be­haup­tung man ha­be Schmier­geld zah­len müssen um die Geschäfte nicht zu ver­lie­ren die nächs­te Lüge. Die Per­son des Zeu­gen G. könne nur als schil­lernd be­zeich­net wer­den. Er sei nicht nur zu ei­ner Frei­heits­stra­fe auf Bewährung von 1 Jahr und 3 Mo­na­ten ver­ur­teilt wor­den. Ge­gen ihn lie­fen auch noch an­de­re Ver­fah­ren. Sei­ne Aus­sa­ge sei da­von ge­prägt, ei­ne Ge­samt­frei­heits­stra­fe zu ver­mei­den. Der Zeu­ge K. ha­be in ei­ner gleich­ge­la­ger­ten In­ter­es­sen­kol­li­si­on ge­stan­den. Bei sei­ner Aus­sa­ge ha­be er un­ter ei­nem enor­men Druck straf­recht­li­cher Ver­fol­gung ge­stan­den. Nicht berück­sich­tigt sei wei­ter, dass die Fa. B. nicht nur Zi­ga­ret­ten für die Be­klag­te trans­por­tiert ha­be son­dern auch sons­ti­ges Ma­te­ri­al. Die­ser Teil der geschäft­li­chen Be­zie­hun­gen sei nicht wei­ter the­ma­ti­siert wor­den. Die Fa. B. ha­be für die­sen Teil der Lie­fer­be­zie­hun­gen di­rekt mit dem Werk T. Ab­tei­lung Ein­kauf in ständi­ger Ver­bin­dung ge­stan­den. Dort ha­be es Ent­schei­dungs­be­fug­nis­se bezüglich der Aus­wahl ei­nes be­stimm­ten Frachtführers völlig un­abhängig von der Per­son des Klägers ge­ge­ben. Ei­ne an­geb­li­che Exis­tenz­be­dro­hung bei Ent­zug des Zi­ga­ret­ten­trans­por­tes hätte zu kei­nem Um­satz­ver­lust von 70 bis 80 Pro­zent geführt. Der Kläger deu­tet an, dass bei ei­nem Dieb­stahl im Jah­re 2002 der Zeu­ge G. an die­ser Tat selbst be­tei­ligt ge­we­sen sei. Es sei er­staun­lich, dass die Fir­ma der Be­klag­ten nach die­sem schwe­ren Zwi­schen­fall wei­ter das Si­cher­heits­sys­tem ent­wi­ckelt ha­be. Trotz des er­heb­li­chen Ver­trau­ens­ver­lus­tes sei es zu kei­ner Ver­tragskündi­gung ge­kom­men. Dies läge al­lei­ne dar­an, dass es kei­nen sons­ti­gen Spe­di­teur gab, der die Auf­ga­ben der Fa. B. hätte über­neh­men können. Auf Grund des­sen be­stand viel­mehr ei­ne star­ke Abhängig­keit der Be­klag­ten im Verhält­nis zu B.. Ein Auf­trag hätte da­her gar nicht ent­zo­gen wer­den können weil die Be­klag­te zu eng mit der Fa. B. ver­wo­ben ge­we­sen sei. Völlig un­erklärlich sei, dass der Zeu­ge K. als Ge­sell­schaf­ter und Geschäftsführer der Fa. B. den In­halt des Drei­jah­res­ver­tra­ges nach ei­ge­ner Aus­sa­ge nicht ken­nen konn­te. Wenn es ei­ne Abhängig­keit der Fa. B. von der Be­klag­ten auf Grund der ver­trag­li­chen Si­tua­ti­on ge­ge­ben ha­ben sol­le er­stau­ne es doch sehr, wie es sein könne, dass der Ei­gentümer der Fir­ma Ah­nungs­lo­sig­keit vortäusche. Auch hier hätte das Ar­beits­ge­richt näher aufklären müssen. Die An­nah­me des Ar­beits­ge­richts, das Aus­sa­ge­ver­hal­ten der Zeu­gen sei­en in bei­den Ver­fah­ren übe­rein­stim­mend ge­we­sen, sei nicht halt­bar. Übe­rein­stim­mung ha­be es erst vor dem Ar­beits­ge­richt ge­ge­ben, nach dem die Zeu­gen lan­ge Zeit ge­nug ge­habt hätten, die Aus­sa­gen auf­ein­an­der ab­zu­stim­men. Die Zeu­gen und der Kläger hätten über ei­nen Be­ra­ter­ver­trag ge­spro­chen. Der Kläger blei­be da­bei, dass er die­sen Vor­schlag un­ter­brei­tet ha­be und da­bei auch kon­kre­te wie oben auf­geführ­te Be­ra­tungs­leis­tun­gen er­brin­gen woll­te und soll­te. Nach sei­nem Verständ­nis sei dies ein zulässi­ger Vor­gang ge­we­sen. Ge­schen­ke ha­be es nicht ge­ben sol­len. Wenn aber über ei­nen Be­ra­ter­ver­trag ge­spro­chen wur­de und der Kläger an­sch­ließend meh­re­re Jah­re außer­gewöhn­li­che nicht mit der Fir­ma der Be­klag­ten zu­sam­menhängen­de Dienst­leis­tun­gen zu Guns­ten der Fa.B. er­bracht ha­be, sei es mehr als un­glaub­haft, wenn die un­ter­schied­lichs­ten zum Teil sehr um­fang­rei­chen Un­terstützungs­leis­tun­gen des Klägers im Diens­te der Be­klag­ten er­folgt sein soll­ten. Es sei nicht nach­voll­zieh­bar, wie­so die Zeu­gen ha­ben glau­ben wol­len, dass sämt­li­che Leis­tun­gen des Klägers im Auf­trag der Be­klag­ten er­folg­ten. Der Zeu­ge G. ha­be in sei­ner straf­recht­li­chen Ver­neh­mung da­von ge­spro­chen, dass mit dem Kläger über ei­ne Um­satz­be­tei­li­gung ge­spro­chen wor­den sein soll. Wenn das so rich­tig wäre, würde dies aus der Sicht des Klägers dafür spre­chen, dass er nicht ir­gend­ei­ne ge­gen­leis­tungs­freie Zah­lung woll­te, son­dern ei­ne Be­tei­li­gung am wirt­schaft­li­chen Er­folg der Fa. B. den er über sei­ne Be­ra­tungs­leis­tun­gen un­terstützen und her­beiführen woll­te. Außer­dem ha­be der Zeu­ge G. ein­geräumt, es sei nur sei­ne Mei­nung ge­we­sen, dass die Zah­lun­gen als Ge­gen­leis­tung für die Si­cher­stel­lung der Geschäfts­be­zie­hun­gen zur Be­klag­ten ge­for­dert wur­den. Es ha­be al­so mit­nich­ten ei­ne Ab­spra­che ge­ge­ben, die den Kor­rup­ti­ons­vor­wurf ge­gen den Kläger hätten be­le­gen können. Die Zeu­gen hätten so­gar ei­nen Großteil der vom Kläger an­ge­ge­be­nen Be­ra­tungs­leis­tun­gen dem Grun­de nach ein­geräumt. Sie hätten bestätigt, dass ih­re Fir­ma ent­spre­chen­de Leis­tun­gen er­hal­ten hat je­doch woll­ten sie die­se stets als Leis­tun­gen der Be­klag­ten ver­stan­den ha­ben. Dies sei ei­ne durch nichts ob­jek­ti­vier­ba­re Schutz­be­haup­tung. Es sei auch nicht berück­sich­tigt wor­den, dass die Fa. B. nach Aus­lau­fen des Drei­jah­res­ver­tra­ges Trans­port­aufträge der Be­klag­ten ver­lo­ren hat und den­noch wei­ter­hin Zah­lun­gen an den Kläger ge­leis­tet hat. Dies spre­che dafür, dass auch den bei­den Zeu­gen be­wusst war, dass sie die fort­lau­fen­den Be­ra­tungs­leis­tun­gen des Klägers in An­spruch ge­nom­men und dies nichts mit der Be­klag­ten zu tun hat­te. Der Auf­trags­ver­lust er­gab sich un­abhängig vom Kläger, da die Fa. B. zwar an dem Aus­schrei­bungs­ver­fah­ren in G. teil­ge­nom­men hat­te, je­doch ei­nem Wett­be­wer­ber der Zu­schlag er­teilt wur­de. Der Zeu­ge G. ha­be bestätigt, dass der Um­satz des Be­klag­ten nach dem Aus­schei­den des Klägers eher noch ge­stie­gen sei. Dies be­kräfti­ge aus hie­si­ger Sicht wie­der ein­mal, dass der Kläger über­haupt kei­nen Ein­fluss auf die Auf­trags­ver­ga­be hat­te. Der Kläger ha­be auch kein Ve­to­recht ge­habt. Er ha­be viel­mehr die Fa. B. so­gar als Frachtführer emp­foh­len, nach dem er dies be­triebs­wirt­schaft­lich mit ent­spre­chen­dem Zah­len­werk un­ter­mau­ert ha­be. Wenn sich dann trotz des fi­nan­zi­ell güns­ti­ge­ren An­ge­bots der Fa. B. die Zen­tra­le inG ge­gen die­se Fir­ma ent­schei­de, spre­che dies ein wei­te­res Mal dafür, dass die bei­den Zeu­gen ei­ne kon­stru­ier­te Sach­ver­halts­si­tua­ti­on be­schrie­ben ha­ben, die an der Rea­lität vor­bei lau­fe. Dies hätte das Ar­beits­ge­richt aufklären müssen. Das Ar­beits­ge­richt hätte sich nicht mit den Aus­sa­gen der bei­den Zeu­gen zu­frie­den ge­ben dürfen. Es ha­be nicht zwei­fels­frei fest­ge­stellt wer­den können, dass es ei­ne Auf­for­de­rung des Klägers als Ge­gen­for­de­rung für den Aus­bau der geschäft­li­chen Be­zie­hun­gen mit der Be­klag­ten ge­ge­ben ha­be und dass der Kläger ei­ne Dro­hung mit ei­nem Auf­trags­ent­zug aus­ge­spro­chen ha­be. Die Be­weiswürdi­gung des Ar­beits­ge­richts lei­de un­ter er­heb­li­chen Rechts­feh­lern.

Das Ar­beits­ge­richt ha­be des Wei­te­ren die In­ter­es­sen­abwägun­gen nicht zu­tref­fend vor­ge­nom­men. Die wech­sel­sei­tig in die Abwägung ein­zu­stel­len­den In­ter­es­sen würden nicht aus­ge­wo­gen berück­sich­tigt.

Nach dem der Kläger in der münd­li­chen Ver­hand­lung erklärt hat, er ver­fol­ge den Be­ru­fungs­an­trag zu 3.) nicht wei­ter, hat er be­an­tragt,
1.) es wird fest­ge­stellt, dass das zwi­schen den Par­tei­en be­ste­hen­de Vor­ru­he­stands­verhält­nis nicht durch die außer­or­dent­li­che Kündi­gung vom 16.07.2009 auf­gelöst wor­den ist;

2.) es wird fest­ge­stellt, dass das Vor­ru­he­stands­verhält­nis auch nicht durch ei­ne in der Kündi­gung vom 16.07.2009 lie­gen­de or­dent­li­che Kündi­gung auf­gelöst wird;

4.) die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an den Kläger 49.280,00 EUR brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem je­weils gülti­gen Ba­sis­zins­satz aus 4.480,00 EUR seit 01.08.2009, aus wei­te­ren 8.960,00 EUR seit 01.09.2009, aus wei­te­ren 8.960,00 EUR seit 01.10.2009, aus wei­te­ren 8.960,00 EUR seit 01.11.2009, aus wei­te­ren 8.960,00 EUR seit 01.12.2009 und aus wei­te­ren 8.960,00 EUR seit 01.01.2010 zu zah­len;

5.) die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an den Kläger 17.920,00 EUR brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem je­weils gülti­gen Ba­sis­zins­satz seit dem 31.12.2009 zu zah­len.

Die Be­klag­te be­an­tragt,
die Be­ru­fung kos­ten­pflich­tig zurück­zu­wei­sen.

Sie ver­tei­digt das an­ge­foch­te­ne Ur­teil in vol­lem Um­fang, legt dar, dass aus ih­rer Sicht ei­ne er­neu­te Be­weis­auf­nah­me nicht er­for­der­lich ist und weist noch­mals dar­auf hin, dass die In­dizwir­kung des Geständ­nis­ses des Klägers auch zu be­ach­ten sei.

We­gen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten des um­fang­rei­chen Sach- und Streit­stan­des im Be­ru­fungs­ver­fah­ren wird auf den vor­ge­tra­ge­nen In­halt der Schriftsätze der Par­tei­en, die Ge­gen­stand der münd­li­chen Ver­hand­lung wa­ren, ver­wie­sen. Wei­ter wird ver­wie­sen auf die Fest­stel­lun­gen zum Sit­zungs­pro­to­koll vom 09.06.2011.

Ent­schei­dungs­gründe:
I.
Die Be­ru­fung des Klägers ist zulässig, sie ist ins­be­son­de­re form- und frist­ge­recht ein­ge­legt und be­gründet wor­den (§§ 64 Abs. 6, 66 Abs. 1 ArbGG i.V.m. § 520 ZPO).

Das Rechts­mit­tel hat je­doch in der Sa­che kei­nen Er­folg. Das Ar­beits­ge­richt hat im Er­geb­nis und in der Be­gründung voll­kom­men zu­tref­fend die Kla­ge des Klägers ab­ge­wie­sen.

II. Auf Grund der pro­zes­sua­len Vor­ga­ben der Zi­vil­pro­zess­ord­nung geht die Be­ru­fungs­kam­mer von dem Sach­ver­halt aus, den das Ar­beits­ge­richt sei­ner Ent­schei­dung zu Grun­de ge­legt hat. Es be­ste­hen kei­ne An­halts­punk­te, die Zwei­fel an der Vollständig­keit und Rich­tig­keit der Tat­sa­chen­fest­stel­lun­gen des Erst­ge­richts be­gründen können. Auch gibt es kei­nen An­lass, die vom Ar­beits­ge­richt durch­geführ­te Be­weis­auf­nah­me zu wie­der­ho­len oder durch Ver­neh­mung wei­te­rer Zeu­gen zu ergänzen. Es be­ste­hen nämlich kei­ne An­halts­punk­te für Zwei­fel an der Rich­tig­keit und Vollständig­keit der ent­schei­dungs­er­heb­li­chen Fest­stel­lun­gen, die ei­ne er­neu­te Fest­stel­lung ge­bie­ten würden (§ 64 Abs. 6 ArbGG, § 529 Abs. 1 Nr. 1 ZPO).

Ins­be­son­de­re die zahl­rei­chen ge­gen die Be­weiswürdi­gung des Ar­beits­ge­richts in der Be­ru­fungs­be­gründung ge­rich­te­ten An­grif­fe des Klägers ge­ben kei­ne Ver­an­las­sung von den tatsächli­chen Fest­stel­lun­gen des Ar­beits­ge­richts ab­zu­wei­chen bzw. die vom Ar­beits­ge­richt durch­geführ­te Be­weis­auf­nah­me un­ter et­wai­ger Ergänzung wei­te­rer Er­he­bung von Be­weis­mit­teln zu wie­der­ho­len. Die Be­weiswürdi­gung des erst­in­stanz­li­chen Ur­teils genügt den An­for­de­run­gen, die von der Recht­spre­chung zu § 286 Abs. 1 ZPO ent­wi­ckelt wor­den sind. Die Be­weiswürdi­gung ist nicht un­vollständig, nicht wi­dersprüchlich und verstößt auch nicht ge­gen Denk­ge­set­ze oder Er­fah­rungssätze.

Die vom Kläger im Be­ru­fungs­ver­fah­ren auf­geführ­ten Umstände be­le­gen kei­ne Feh­ler in der vom Ar­beits­ge­richt vor­ge­nom­me­nen Be­weiswürdi­gung und ge­ben auch kei­nen An­lass zu Zwei­feln an dem ge­won­ne­nen Be­wei­s­er­geb­nis. Übe­rein­stim­mend ha­ben die Zeu­gen G. und K. aus­ge­sagt, dass der Kläger im Jahr 2001 an sie her­an­ge­tre­ten ist mit der For­de­rung nach ei­ner pro­zen­tua­len Be­tei­li­gung am Um­satz der Tans­ports­par­te der Fa. B. und in Aus­sicht ge­stellt ha­be, der Fa. B. den Ver­trag bzw. die Auf­träge zu ent­zie­hen, wenn kei­ne Zah­lun­gen an ihn fließen würden. Der Kläger selbst hat be­reits erst­in­stanz­lich ein­geräumt, dass er von der Fa. B. schließlich Bar­zah­lun­gen in Höhe von ca. 179.000,-- € er­hal­ten hat.

Die Rechts­ver­tei­di­gung des Klägers zielt nun im Be­ru­fungs­ver­fah­ren wie­der­holt dar­auf dar­zu­le­gen, dass die­se Zah­lun­gen als Ge­gen­leis­tung für ei­ne an­geb­li­che Er­brin­gung von Be­ra­tungs­leis­tun­gen an­zu­se­hen sind. Dem Ar­beits­ge­richt ist dar­in zu fol­gen, dass die­se Be­haup­tung nicht zu­tref­fend ist. Dem steht nicht nur ent­ge­gen, dass die übe­rein­stim­men­den Aus­sa­gen der Zeu­gen G. und K. zum In­halt ha­ben, dass der Kläger die­se Geld­leis­tun­gen, die sei­tens der Fa. B. ge­flos­sen sind (zunächst als Um­satz­be­tei­li­gung, später als pau­scha­lier­te quar­talsmäßige Zah­lun­gen ent­rich­tet) da­mit die Fa. B. wei­ter im "Geschäft" mit der Be­klag­ten blie­be.

Die vom Kläger im Be­ru­fungs­ver­fah­ren erst­mals präzi­sier­ten an­geb­li­chen Be­ra­tungs­leis­tun­gen zu Guns­ten der Fa. B., de­ren Rich­tig­keit die Be­klag­te mit Nicht­wis­sen be­strit­ten hat, vermögen ei­ne ab­wei­chen­de Be­ur­tei­lung nicht zu recht­fer­ti­gen. Zum ei­nen ist den Be­ra­tungs­leis­tun­gen al­le­samt ge­mein­sam, dass sie ei­nen Be­zug zur Tätig­keit des Klägers im Be­trieb der Be­klag­ten ha­ben. Dies be­ginnt mit dem Präsen­ta­ti­ons­film der sich aus­weis­lich der Dar­stel­lung des Klägers so­gar in ei­nem In­for­ma­ti­ons­film des Wer­kes T. der Be­klag­ten ori­en­tiert hat. Die Be­auf­tra­gung der Un­er­neh­mens Be­ra­tung R. L. war nach Dar­stel­lung des Klägers im Zu­sam­men­hang mit der Ana­ly­se ei­ner völli­gen In­trans­pa­renz der Kos­ten Erlöse- und Ge­winn­si­tua­ti­on des Un­ter­neh­mens B. ge­we­sen. Als Ver­trags­part­ner der Be­klag­ten hat­te die­se natürlich auch ein In­ter­es­se an ei­ner Se­rio­sität der Kun­den und ei­ner Ana­ly­se et­wa an­ste­hen­der Kos­ten, so dass ei­ne Mit­hil­fe des Klägers bei die­ser Ana­ly­se durch­aus als An­for­de­rung an den Kun­den ver­stan­den wer­den konn­te. Glei­ches gilt für die Un­ter­neh­mens­be­ra­tung H. und Part­ner in H., die La­ger­su­che der Fa.B. in T. 2004 die im Zu­sam­men­hang mit den Ver­trags­be­zie­hun­gen zu der Be­klag­ten stan­den, die Kun­den­su­che und Emp­feh­lun­gen in A., Leis­tun­gen im Zu­sam­men­hang mit A. Ser­vices und mit C.auf ei­ne Aus­wei­tung der Si­cher­heits­lo­gis­tik auf an­de­re Re­gio­nen und Kun­den hier ins­be­son­de­re für West­eu­ro­pa weil auch ein Kun­de in West­eu­ro­pa die Be­klag­te war. Be­zug zu Trans­port­leis­tun­gen der Fa. B. be­stand auch für an­geb­li­che Be­ra­tungs­leis­tun­gen Luft­fracht in T.

Gänz­lich wi­der­legt wird die Be­haup­tung des Klägers, die Geld­leis­tun­gen sei­en Ho­no­rar für die Be­ra­tungs­leis­tun­gen ge­we­sen, nicht nur durch die in­so­weit übe­rein­stim­men­den Be­kun­dun­gen der Zeu­gen G. und K. son­dern auch durch das Geständ­nis des Klägers im Haupt­ver­hand­lungs­ver­fah­ren vor dem Land­ge­richt Ko­blenz am 8. Ju­li 2009.

Der Kläger setzt sich in sei­ner Be­ru­fungs­be­gründung nicht ver­tieft mit der Ar­gu­men­ta­ti­on des Ar­beits­ge­richts aus­ein­an­der, dass auch die Ein­las­sung des Klägers im Straf­ver­fah­ren ei­ne star­ke In­dizwir­kung für die Rich­tig­keit der dies­bezügli­chen Be­haup­tun­gen dar­stellt. Das be­reits vom Kläger in der Haupt­ver­hand­lung des Straf­pro­zes­ses ab­ge­leg­te Geständ­nis hat für die ar­beits­recht­li­che Aus­ein­an­der­set­zung ent­schei­den­de In­dizwir­kung. So hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt Rhein­land-Pfalz be­reits zu­tref­fend fest­ge­stellt, dass ein Geständ­nis in ei­nem Straf­pro­zess im Rah­men der frei­en rich­ter­li­chen Be­weiswürdi­gung in ei­nem an­sch­ließen­den Ar­beits­ge­richts­pro­zess ei­ne so große Be­weis­kraft ent­fal­ten kann, dass es zur rich­ter­li­chen Über­zeu­gungs­bil­dung aus­reicht, auch wenn es von der be­tref­fen­den Par­tei mitt­ler­wei­le wi­der­ru­fen wor­den ist (vgl. LAG Rhein­land-Pfalz, Ur­teil vom 15.05.2008 10 Sa 70/08).

Nun mag zwar das Geständ­nis in der Haupt­ver­hand­lung aus dem Grun­de er­folgt sein, um ei­ne möglichst ge­rin­ge Stra­fe bzw. ei­ne Bewährungs­stra­fe zu er­hal­ten. Dies schließt aber die Ver­wer­tung zur Über­zeu­gungs­bil­dung des Ge­richts nicht aus. Wenn der Kläger wie­der­holt dar­auf hin­weist, dass er die­ses Geständ­nis nur ab­ge­legt hat, weil ihm die Straf­bar­keit sei­nes Ver­hal­tens im Be­zug auf Steu­er­hin­ter­zie­hung be­wusst war und er dies­bezüglich ei­ne Stra­fe er­war­ten muss­te, ist dies al­lein schon des­we­gen nicht nach­voll­zieh­bar, weil die Steu­er­hin­ter­zie­hung in der An­kla­ge­schrift der Staats­an­walt­schaft Ko­blenz vom 12.03.2009 gar nicht an­ge­klagt war, viel­mehr ge­genüber dem Kläger die Ver­ge­hen gemäß §§ 299 Abs. 1, 300 Nr. 1 und 2, 302, 53, 73 d StGB Ge­gen­stand der An­kla­ge wa­ren.

So­weit der Kläger die Glaubwürdig­keit des Zeu­gen G. da­durch in Zwei­fel zu zie­hen sucht, dass er ihm "ei­ne schil­lern­de Persönlich­keit" vorhält und un­ter an­de­rem auch auf die straf­ge­richt­li­che Ver­ur­tei­lung zur Bewährung hin­weist, er­staunt dies doch um so mehr, als der Kläger im Zu­sam­men­hang mit dem Ver­ge­hen, we­gen des­sen der Zeu­ge G. ver­ur­teilt wor­den ist, zu ei­ner noch höhe­ren Frei­heits­stra­fe auf Bewährung ver­ur­teilt wur­de.

Die vom Kläger ge­mach­ten Hin­wei­se, die bei­den Zeu­gen G. und K. hätten im Hin­blick auf wei­te­re ge­gen sie anhängi­ge Straf­ver­fah­ren, die zu ei­ner Fest­set­zung ei­ner Ge­samt­frei­heits­stra­fe führen würden un­wah­re Aus­sa­gen ge­macht, ist nicht durch­schla­gend. Im Ge­gen­teil spricht für die Glaubwürdig­keit der Zeu­gen G. und K., dass bei­de übe­rein­stim­mend den Schmier­geld­vor­wurf ein­geräumt ha­ben und die Straf­bar­keit ih­res Han­delns nicht in Fra­ge ge­stellt und an­ders als der Kläger die Ver­ant­wor­tung für ihr Han­deln über­nom­men und nicht ver­sucht ha­ben, sich hin­ter Aus­flüch­ten zu ver­ste­cken. An­ge­sichts der Tat­sa­che, dass bei­de Zeu­gen sich mit den ih­nen ein­geräum­ten Schmier­geld­zah­lun­gen selbst straf­ba­rer Hand­lun­gen be­zich­tigt ha­ben, spricht es ent­schei­dend für die Rich­tig­keit die­ser Aus­sa­ge, dass die Zeu­gen die be­haup­te­ten Be­ra­tungs­leis­tun­gen und die Geld­zah­lun­gen als Ge­gen­leis­tung hierfür aus­drück­lich in Ab­re­de ge­stellt ha­ben. Hätte es sich bei den Zah­lun­gen um Ho­no­ra­re für Be­ra­tungs­leis­tun­gen ge­han­delt, wäre es für die Zeu­gen ein leich­tes ge­we­sen dies auch zu be­kun­den oh­ne sich oh­ne Not ei­ge­ne straf­ba­re Hand­lun­gen zu­zu­ge­ben. Dass sie die Be­haup­tung des Klägers über Be­ra­tungs­leis­tun­gen in Ab­re­de ge­stellt ha­ben un­ter­streicht da­her um­so mehr die Glaubwürdig­keit und die Glaub­haf­tig­keit ih­rer Aus­sa­gen. Im Übri­gen ist an die­ser Stel­le noch­mals dar­auf zurück­zu­kom­men, dass der Kläger die dies­bezügli­chen Be­haup­tun­gen der Be­klag­ten, er ha­be die 179.000,-- € als Schmier­geld­zah­lun­gen ent­ge­gen ge­nom­men, im Straf­ver­fah­ren zu­ge­stan­den hat und die­ses Geständ­nis ei­ne er­heb­li­che In­dizwir­kung für die Rich­tig­keit der Be­haup­tun­gen dar­stellt.

III. Die recht­li­che Be­wer­tung die­ser Fest­stel­lun­gen führt da­zu, dass die Be­klag­te be­rech­tigt war, das Vor­ru­he­stands­verhält­nis des Klägers außer­or­dent­lich aus wich­ti­gem Grund zu kündi­gen.

Ent­schei­dend kommt es in­so­weit nicht auf die straf­recht­li­che Be­wer­tung des Fehl­ver­hal­tens an. Maßge­bend ist die ein­ge­tre­te­ne Be­las­tung des ar­beits­ver­trag­li­chen Ver­trau­ens­verhält­nis­ses bzw. die Prüfung, ob dem Ar­beit­ge­ber nach dem ge­sam­ten Sach­ver­halt die Fort­set­zung des Vor­ru­he­stands­verhält­nis­ses noch zu­zu­mu­ten ist. Wer als Ar­beit­neh­mer bei der Ausführung von ver­trag­li­chen Auf­ga­ben sich Vor­tei­le ver­spre­chen lässt oder ent­ge­gen­nimmt, die da­zu be­stimmt oder auch nur ge­eig­net sind, ihn in sei­nem geschäft­li­chen Ver­hal­ten zu Guns­ten Drit­ter und zum Nach­teil sei­nes Ar­beit­ge­bers zu be­ein­flus­sen und da­mit ge­gen das so­ge­nann­te Schmier­geld­ver­bot verstößt, han­delt den In­ter­es­sen des Ar­beit­ge­bers zu­wi­der und gibt da­mit re­gelmäßig ei­nen Grund zur außer­or­dent­li­chen Kündi­gung. In Fällen die­ser Art liegt die ei­gent­li­che Ur­sa­che dafür, dass ein sol­ches Ver­hal­ten die außer­or­dent­li­che Kündi­gung recht­fer­tigt, nicht so sehr in der Ver­let­zung ver­trag­li­cher Pflich­ten son­dern in der da­mit zu Ta­ge tre­ten­den Ein­stel­lung des Ar­beit­neh­mers, un­be­denk­lich ei­ge­ne Vor­tei­le bei der Erfüllung von Auf­ga­ben wahr­zu­neh­men zu wol­len, ob­wohl er sie al­lein im In­ter­es­se des Ar­beit­ge­bers durch­zuführen hat. Durch sein ge­zeig­tes Ver­hal­ten zerstört er das Ver­trau­en in sei­ne Zu­verlässig­keit und Red­lich­keit (vgl. BAG Ur­teil vom 21.06.2001 2 AZR 30/00).

IV. Die im Be­ru­fungs­ver­fah­ren ge­rich­te­ten An­grif­fe des Klägers ge­gen das ar­beits­ge­richt­li­che Ur­teil, der sub­jek­ti­ve Tat­be­stand des § 299 StGB sei nicht fest­ge­stellt wor­den, ge­hen so­mit ins Lee­re. Das Ar­beits­ge­richt hat aus­drück­lich in sei­ner Ent­schei­dungs­be­gründung dar­auf ab­ge­stellt, dass es auf den straf­recht­li­chen Vor­wurf nicht an­kommt. Ob ne­ben der Täter­ei­gen­schaft ei­ne Tat­hand­lung beim Tat­be­stand der Be­stech­lich­keit im geschäft­li­chen Ver­kehr vor­liegt, kann letzt­lich of­fen blei­ben, weil es aus­reicht, dass der gewähr­te Vor­teil all­ge­mein die Ge­fahr be­gründet, der An­neh­men­de wer­de nicht mehr al­lein die In­ter­es­sen sei­nes Ar­beit­ge­bers wahr­neh­men (vgl. BAG Ur­teil vom 15.11.1995 2 AZR 973/94, BAG Ur­teil vom 17.08.1972 2 AZR 415/71).

Sch­ließlich ist es auch für den sub­jek­ti­ven Tat­be­stand der Be­stech­lich­keit aus­rei­chend, dass es dem Kläger dar­auf an­kommt, dass der ins Au­ge ge­fass­te Vor­teils­ge­ber den Vor­teil als Ge­gen­leis­tung für die Be­vor­zu­gung im Wett­be­werb be­greift. Die Fa. B. als ins Au­ge ge­fass­ter Vor­teils­ge­ber hat den Vor­teil, al­so die Schmier­geld­zah­lun­gen ge­leis­tet, um Trans­port­aufträge mit der Be­klag­ten zu er­hal­ten bzw. be­ste­hen­de Trans­port­aufträge auf­recht zu er­hal­ten, um hier­mit ge­genüber Mit­be­wer­bern be­vor­zugt zu wer­den. In die­sem Zu­sam­men­hang ist es un­er­heb­lich, dass die Be­weis­auf­nah­me mögli­cher­wei­se nicht den Vor­trag der Be­klag­ten bestätigt hat, die Auf­träge der Fa. B. bei der Be­klag­ten soll­ten durch die Schmier­geld­zah­lun­gen aus­ge­baut wer­den, es reicht für die An­nah­me ei­nes schwe­ren Ver­trags­ver­s­toßes aus, dass die­se Be­zie­hun­gen über­haupt auf­recht­er­hal­ten wer­den soll­ten.

In die­sem Zu­sam­men­hang ist es auch un­er­heb­lich, ob der Kläger tatsächlich Ein­fluss auf die Auf­trags­ver­ga­be hat­te. Die Zeu­gen ha­ben übe­rein­stim­mend be­kun­det, dass der Kläger je­den­falls ge­genüber ih­nen den Ein­druck ver­mit­tel­te, als sei er an der Auf­trags­ver­ga­be be­tei­ligt. Der Be­haup­tung der Be­klag­ten, ein Wi­der­spruch des Klägers ge­gen wei­te­re ver­trag­li­che Be­zie­hun­gen mit der Fir­ma B.hätte die­ser gar nicht die Möglich­keit der Teil­nah­me an Ver­ga­be­ver­fah­ren ge­ge­ben, ist der Kläger sub­stan­ti­iert nicht ent­ge­gen ge­tre­ten. Da­ge­gen spricht auch nicht der Um­stand, dass der Kläger ei­ne wei­te­re Trans­port­leis­tung der Fir­ma B.nach Ab­lauf des Drei­jah­res­ver­tra­ges emp­foh­len hat, ge­gen die­se Fest­stel­lung. Da­mit wur­de nur deut­lich, dass sich der Kläger ent­spre­chend sei­ner Ver­ab­re­dung zu Schmier­geld­zah­lun­gen mit Re­präsen­tan­ten der Fir­ma B. für wei­te­re ver­trag­li­che Be­zie­hun­gen ein­ge­setzt hat. Dafür, dass sich der Kläger ge­genüber den Zeu­gen ei­ner Po­si­ti­on berühmt hat, die ihm gar nicht zu­steht, und er sei­ne Ein­flussmöglich­kei­ten evi­dent falsch dar­ge­stellt hat, be­ste­hen kei­ner­lei tatsächli­che An­halts­punk­te. Bei­de Zeu­gen ha­ben übe­rein­stim­mend aus­ge­sagt, dies wird auch durch das Geständ­nis des Klägers be­legt, dass er ih­nen ge­genüber sei­ne tatsächli­che Ein­flussmöglich­keit auf wei­te­re Be­vor­zu­gun­gen im Ver­trags­verhält­nis mit der Be­klag­ten dar­ge­stellt hat.

Letzt­end­lich kommt es wie dar­ge­stellt nicht auf die straf­recht­li­che Be­wer­tung des Fehl­ver­hal­tens an. Mit der An­nah­me von Schmier­gel­dern hat der Kläger ge­gen das dem Ar­beits­verhält­nis in­nen woh­nen­de Loya­litäts­verhält­nis schwer­wie­gend ver­s­toßen. Da­bei fällt er­schwe­rend ins Ge­wicht, dass die Tat mit der ver­trag­lich ge­schul­de­ten Tätig­keit des Ar­beit­neh­mers zu­sam­menhängt. Er hat ei­ne sich aus dem Ar­beits­verhält­nis er­ge­ben­de Ob­hut- und Auf­sichts­pflicht ver­letzt und die Tat nicht nur bei Ge­le­gen­heit der Ar­beits­leis­tung außer­halb des kon­kre­ten Auf­ga­ben­ge­bie­tes verübt. Un­ter die­sem As­pekt ist re­le­vant, dass der Kläger ei­ne Führungs­po­si­ti­on in­ne hat und des­halb die Be­klag­te in be­son­de­rem Maße auf die Loya­lität, Ehr­lich­keit und Kor­rekt­heit an­ge­wie­sen ist.

V. Das vor­lie­gen­de Vor­ru­he­stands­verhält­nis konn­te un­ter den Vor­aus­set­zun­gen des § 626 BGB gekündigt wer­den. Es han­delt sich hier­bei zwar nicht um ein Ar­beits­verhält­nis im ei­gent­li­chen Sin­ne, da die Ver­pflich­tung zur Er­brin­gung der Ar­beits­leis­tung als Haupt­leis­tungs­pflicht des Ar­beit­neh­mers fehlt. Das Ver­trags­verhält­nis ist je­doch mit ei­nem Ar­beits- bzw. Dienst­verhält­nis gleich­zu­set­zen und ent­spre­chend § 626 BGB außer­or­dent­lich künd­bar. Un­ter dem Gel­tungs­be­reich des Vor­ru­he­stands­ge­set­zes (VRG), wel­ches En­de 1988 aus­ge­lau­fen und durch das Al­ters­teil­zeit­ge­setz ab­gelöst wur­de, be­stand in der Recht­spre­chung Ei­nig­keit, dass das Vor­ru­he­stands­verhält­nis als Ar­beits­verhält­nis zu qua­li­fi­zie­ren ist (vgl. BAG Ur­teil vom 10.10.1989 - 3 AZR 200/88).

An die Kündi­gungsmöglich­keit des Vor­ru­he­stands­verhält­nis­ses sind kei­ne ab­wei­chen­den An­for­de­run­gen zu § 626 Abs. 1 BGB zu stel­len, ins­be­son­de­re nicht, wie im Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts München vom 14.12.1988 - 5 Sa 967/87 - aus­geführt, dass die An­for­de­run­gen an die glei­chen Vor­aus­set­zun­gen ge­knüpft wer­den müssen wie an den Wi­der­ruf ei­ner be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung. Es be­ste­hen we­sent­li­che Un­ter­schie­de zu ei­ner be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung un­ter dem Gel­tungs­be­reich des Be­trAVG. Der Ge­sichts­punkt der Be­triebs­treue fin­det bei Vor­ru­he­stands­leis­tun­gen im Un­ter­schied zu der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung nur nach­ge­ord­ne­te Be­deu­tung. Die In­ter­es­sen­la­ge ist mit ei­ner be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung nicht ver­gleich­bar. Zwar schied der Kläger aus dem ak­ti­ven Be­rufs­le­ben im Ar­beits­verhält­nis mit der Be­klag­ten aus, war aber auf­grund des Ein­tritts in den Vor­ru­he­stand auf­grund sei­ner um­fas­sen­den Fach­kennt­nis­se und be­ruf­li­chen Er­fah­run­gen durch­aus in der La­ge, sei­nen Le­bens­un­ter­halt an­der­wei­tig als durch Zah­lung der Vor­ru­he­stands­bezüge zu si­chern. Dies er­gibt sich be­reits dar­aus, dass die Par­tei­en in der Vor­ru­he­stands­re­ge­lung aus­drück­lich die Möglich­keit vor­ge­se­hen ha­ben, dass der Kläger ei­ne selbständi­ge Tätig­keit im Be­reich Lo­gis­tik auf­nimmt. Der An­spruch auf das Vor­ru­he­stands­geld ist ge­ne­rell nicht so schutzwürdig wie der auf ei­ne un­ver­fall­ba­re Ver­sor­gungs­an­wart­schaft. Die ho­hen An­for­de­run­gen an den Wi­der­ruf ei­ner Ver­sor­gungs­zu­sa­ge gründen dar­auf, dass der Ar­beit­neh­mer un­ver­fall­ba­re und nach den Re­ge­lun­gen des Be­triebs­ren­ten­ge­set­zes ge­setz­lich geschütz­te Ren­ten­an­wart­schaf­ten als Ge­gen­leis­tung für sei­ne Be­triebs­treue ver­dient hat.

Zu­dem ist zu berück­sich­ti­gen, dass ge­gen die Ver­gleich­bar­keit mit der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung und für das Vor­lie­gen ei­nes Dienst­verhält­nis­ses spricht, dass die Par­tei­en im Vor­ru­he­stands­ver­trag den Kläger durch­ge­hend als Ar­beit­neh­mer be­zeich­nen und für ein Ar­beits­verhält­nis ty­pi­sche Re­ge­lun­gen vor­se­hen. So wer­den Steu­ern und So­zi­al­ver­si­che­run­gen durch die Be­klag­te ab­geführt, die Pflicht des Klägers zur vor­he­ri­gen Ein­ho­lung ei­ner Zu­stim­mung der Be­klag­ten zur Auf­nah­me ei­ner Ne­bentätig­keit be­gründet, was für die Ein­ord­nung ei­ner ar­beit­neh­merähn­li­chen Po­si­ti­on spricht, ei­ne Pflicht zur Of­fen­le­gung der Einkünf­te aus an­de­ren Tätig­kei­ten, Mit­tei­lungs­pflich­ten bezüglich der Ände­rung der persönli­chen Verhält­nis­se und nicht zu­letzt der Um­stand, dass die Zei­ten des Vor­ru­he­stands­verhält­nis­ses als Be­triebs­zu­gehörig­keits­zei­ten für die Be­mes­sung der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung ver­ein­bart wur­den.

Das vor­lie­gen­de Vor­ru­he­stands­verhält­nis ist da­her nicht mit ei­nem Ren­ten­be­zug, son­dern mit der Frei­stel­lungs­pha­se der Al­ters­teil­zeit ver­gleich­bar.

Während der Frei­stel­lungs­pha­se im Block­mo­dell ist ei­ne außer­or­dent­li­che Kündi­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses, was in ei­ner Frei­stel­lungs­pha­se im Block­mo­dell un­zwei­fel­haft vor­liegt, möglich. Auch oh­ne Er­brin­gung ei­ner Ar­beits­leis­tung durch den Ar­beit­neh­mer ist noch ein Ver­trau­ens­verhält­nis zwi­schen den Par­tei­en er­for­der­lich.

Mit dem Ar­beits­ge­richt ist da­her da­von aus­zu­ge­hen, dass die In­ter­es­sen­la­ge die Glei­che ist wie in der Frei­stel­lungs­pha­se der Al­ters­teil­zeit, zu­mal auch bei der Ver­ein­ba­rung von Al­ters­teil­zeit im Block­mo­dell die Par­tei­en da­von aus­ge­hen, dass der Ar­beit­neh­mer nach der Frei­stel­lungs­pha­se naht­los Al­ters­ru­he­geld be­zieht.

Bei der Prüfung der Fra­ge, ob das Rechts­verhält­nis der Par­tei­en durch außer­or­dent­li­che Kündi­gung be­en­det wer­den konn­te, ist dar­auf ab­zu­stel­len, ob Tat­sa­chen vor­lie­gen, auf­grund de­rer dem Kündi­gen­den un­ter Berück­sich­ti­gung al­ler Umstände des Ein­zel­fal­les und un­ter Abwägung der In­ter­es­sen bei­der Ver­trags­tei­le die Fort­set­zung des Rechts­verhält­nis­ses bis zum Ab­lauf der Kündi­gungs­frist oder bis zu der ver­ein­bar­ten Be­en­di­gung des Dienst­verhält­nis­ses nicht zu­ge­mu­tet wer­den kann.

Ei­ne or­dent­li­che Kündi­gungsmöglich­keit sieht der Vor­ru­he­stands­ver­trag nicht vor. Da­her ist zu über­prüfen, ob der Be­klag­ten die Fort­set­zung des Rechts­verhält­nis­ses bis zu der ver­ein­bar­ten Be­en­di­gung zu­ge­mu­tet wer­den kann.

Da­bei ist die Fra­ge der Schädi­gung der Be­klag­ten durch das Han­deln des Klägers nicht re­le­vant. Bei ei­nem Ver­s­toß ge­gen das sog. Schmier­geld­ver­bot kommt es grundsätz­lich nicht dar­auf an, ob es zu ei­ner für den Ar­beit­ge­ber schädi­gen­den Hand­lung ge­kom­men ist, es reicht viel­mehr aus, dass der gewähr­te Vor­teil all­ge­mein die Ge­fahr be­gründet, der An­neh­men­de wer­de nicht mehr al­lein die In­ter­es­sen des Geschäfts­herrn wahr­neh­men (vgl. BAG Ur­teil vom 21.06.2001 aaO.). Hier ist es wi­dersprüchlich, wenn der Kläger be­haup­tet, mit Be­ra­tungs­leis­tun­gen ei­ner­seits zum Vor­teil der Fir­ma B.ge­han­delt zu ha­ben, gleich­zei­tig dem In­ter­es­se der Be­klag­ten ge­dient zu ha­ben, da die In­ter­es­sen bei­der je­den­falls in den ver­trag­li­chen Be­zie­hun­gen nie voll­kom­men übe­rein­stim­men können. Der Be­klag­ten ist in je­dem Fall ein er­heb­li­cher An­se­hens­scha­den durch das Ver­hal­ten des Klägers ent­stan­den. Der Kläger kann sich nicht dar­auf be­ru­fen, dass er nach dem En­de sei­ner ak­ti­ven Tätig­keit kei­nen Kon­takt mehr zu ehe­ma­li­gen Kol­le­gen ha­be, und dass zum Zeit­punkt der Kündi­gung an­geb­lich auch kein Ver­trau­ens­verhält­nis mehr zwi­schen den Par­tei­en be­stan­den hat. Die ak­ti­ve Beschäfti­gung bei der Be­klag­ten liegt be­reits drei Jah­re zurück. Im Be­trieb und in der Öffent­lich­keit ist das be­kannt ge­wor­de­ne kri­mi­nel­le Ver­hal­ten zwangsläufig mit dem Na­men der Be­klag­ten in Ver­bin­dung ge­bracht. Über das Straf­ver­fah­ren wur­de im T. be­rich­tet.

Die Be­klag­te muss­te das Vor­ru­he­stands­verhält­nis außer­or­dent­lich kündi­gen. Von je­der an­de­ren Re­ak­ti­on als der außer­or­dent­li­chen Kündi­gung wäre ei­ne nicht mehr ver­mit­tel­ba­re Si­gnal­wir­kung für al­le Mit­ar­bei­ter der Be­klag­ten und die Öffent­lich­keit aus­ge­gan­gen. Es würde der fal­sche Ein­druck er­weckt wer­den, die Be­klag­te würde der­ar­ti­ge Schmier­geld­prak­ti­ken nicht nur dul­den son­dern so­gar gut­heißen. Die Re­ak­ti­on der Be­klag­ten hat Si­gnal­wir­kung für an­de­re Ar­beit­neh­mer. Auch droht im Fal­le der Fort­set­zung des Vor­ru­he­stands­verhält­nis­ses mit ei­ner nicht un­er­heb­li­chen wei­te­ren mo­nat­li­chen Zah­lung an den Kläger in Höhe von zu­letzt 8.960,00 EUR brut­to ein wei­te­rer An­se­hens­ver­lust bei ih­ren Ver­trags­part­nern. Die Be­klag­te hat auch ein ganz er­heb­li­ches wirt­schaft­li­ches In­ter­es­se dar­an, das Vor­ru­he­stands­verhält­nis des Klägers nicht bis zum Ein­tritt von des­sen Al­ters­ren­te bis 31.08.2015 fort­zu­set­zen. Da­her ist die außer­or­dent­li­che Kündi­gung auch un­ter Berück­sich­ti­gung der dau­er­haf­ten Frei­stel­lung des Klägers bzw. das Vor­lie­gen ei­nes Vor­ru­he­stands­verhält­nis­ses er­for­der­lich.

Dass ei­ne Ab­mah­nung ent­behr­lich war, hat das Ar­beits­ge­richt zu­tref­fend her­aus­ge­ar­bei­tet, auf die Ausführun­gen auf Blatt 31 ff. der ar­beits­ge­richt­li­chen Ent­schei­dung wird Be­zug ge­nom­men.

Bei der Abwägung der In­ter­es­sen der Par­tei­en im Rah­men der Prüfung der Verhält­nismäßig­keit im en­ge­ren Sin­ne un­ter Berück­sich­ti­gung der be­son­de­ren Umstände des Ein­zel­fal­les ist die außer­or­dent­li­che Kündi­gung als ge­recht­fer­tigt an­zu­se­hen. Das In­ter­es­se der Be­klag­ten an der so­for­ti­gen Be­en­di­gung über­wiegt das In­ter­es­se des Klägers an des­sen Fort­be­stand bis zum 31.08.2015.

Da­bei ist zu­guns­ten des Klägers zu berück­sich­ti­gen, dass er mit dem Ab­schluss des Vor­ru­he­stand­verhält­nis­ses sei­ne Er­werbstätig­keit bei der Be­klag­ten auf­ge­ge­ben hat und Einkünf­te bis zum Be­ginn der Al­ters­ren­te in nicht un­er­heb­li­cher Höhe ge­si­chert wer­den soll­ten. Ge­gen die­ses In­ter­es­se spricht die Möglich­keit des Klägers, die ihm auch ver­trag­lich ein­geräumt war, durch selbstständi­ge Be­ra­tungstätig­kei­ten ei­ge­ne Einkünf­te zu er­zie­len.

Auf­grund des Al­ters und des be­reits ei­ni­ge Jah­re zurück­lie­gen­den Aus­schei­dens aus dem Be­ru­fungs­le­ben dürf­te es dem Kläger auch trotz sei­ner be­ruf­li­chen Er­fah­run­gen und Qua­li­fi­ka­tio­nen schwer fal­len, ei­ne adäquat be­zahl­te Beschäfti­gung bis zum Er­rei­chen der Al­ters­gren­ze auf dem frei­en Ar­beits­markt zu fin­den. Darüber hin­aus sind auch die mögli­chen Un­ter­halts­pflich­ten des Klägers ge­genüber sei­ner Ehe­frau und der sich im Stu­di­um be­find­li­chen Toch­ter zu berück­sich­ti­gen.

Auch liegt das streit­ge­genständ­li­che Fehl­ver­hal­ten ei­ni­ge Jah­re zurück und stand im Zu­sam­men­hang mit sei­ner jetzt nicht mehr be­ste­hen­den Ar­beits­pflicht im ak­ti­ven Ar­beits­verhält­nis.

Zu­guns­ten des Klägers spricht auch die lan­ge Be­triebs­zu­gehörig­keit seit 1984 und der be­an­stan­dungs­freie Ver­lauf des Ar­beits­verhält­nis­ses bis zu den streit­ge­genständ­li­chen er­heb­li­chen Pflicht­ver­let­zun­gen.

Den­noch ist der Be­klag­ten die Fort­set­zung des Vor­ru­he­stands­verhält­nis­ses bis längs­tens 31.08.2015 nicht zu­mut­bar. Dies er­gibt sich zum ei­nen aus der Dau­er des Vor­ru­he­stands­verhält­nis­ses und der Höhe der an den Kläger zu leis­ten­den Zah­lun­gen und zum an­de­ren aus der Schwe­re der Pflicht­ver­let­zung, der Aus­nut­zung der Führungs­po­si­ti­on durch den Kläger, der Höhe und der Dau­er der ent­ge­gen­ge­nom­me­nen Schmier­geld­zah­lun­gen, dem ak­ti­ven Ein­for­de­run­gen die­ser Zah­lun­gen un­ter An­dro­hung von Nach­tei­len an Ver­trags­part­ner, dem ho­hen An­se­hens­scha­den, wel­cher der Be­klag­ten durch die­ses Ver­hal­ten des Klägers ent­stan­den ist, und ge­ne­ral­präven­ti­ven Zwe­cken im Hin­blick auf ver­blie­be­ne Ar­beit­neh­mer der Be­klag­ten.

VI. Die­sem Er­geb­nis steht nicht ent­ge­gen, dass die Be­klag­te dem Kläger zunächst die Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses ge­gen Zah­lung ei­ner Ab­fin­dung in Höhe von 540.000,00 EUR an­ge­bo­ten hat.

Un­strei­tig hat sich der Kläger be­wusst für die Zah­lung von Vor­ru­he­stands­geld und da­mit für die Auf­recht­er­hal­tung ei­nes Ver­trags­verhält­nis­ses mit der Be­klag­ten ent­schie­den. Die­se Fort­set­zung des Ver­trags­verhält­nis­ses er­for­dert wei­ter­hin fort­ge­setz­tes ge­gen­sei­ti­ges Ver­trau­en, wel­ches durch das Ver­hal­ten des Klägers nach­hal­tig zerstört wur­de.

VII. Die sons­ti­gen vom Kläger vor­ge­brach­ten Ein­wen­dun­gen ge­gen die Wirk­sam­keit der Kündi­gung sind nicht durch­schla­gend.

So­weit der Kläger die Be­tei­li­gung von Be­triebs­rat bzw. von Spre­cher­aus­schuss für not­wen­dig er­ach­tet, ver­kennt er, dass er nicht mehr als Ar­beit­neh­mer im Be­trieb der Be­klag­ten beschäftigt ist. Das Ar­beits­verhält­nis mit der Be­klag­ten ist be­en­det. Als tatsächlich in den Be­trieb ein­ge­glie­der­ter Ar­beit­neh­mer, für den Ver­tre­tungs­or­ga­ne gewählt und zuständig sind, kann der Kläger nicht mehr an­ge­se­hen wer­den.

Da­mit kommt es ent­schei­dungs­er­heb­lich nicht dar­auf an, ob der Kläger lei­ten­der An­ge­stell­ter war, ob ein Spre­cher­aus­schuss für lei­ten­de An­ge­stell­te ge­bil­det war oder ob die von der Be­klag­ten vor­sorg­lich vor­ge­nom­me­ne Be­triebs­rats­anhörung ord­nungs­gemäß ein­ge­lei­tet und ab­ge­schlos­sen war.

Das Kündi­gungs­recht der Be­klag­ten ist auch nicht we­gen Versäum­ung der Aus­schluss­frist im Sin­ne des § 626 Abs. 2 BGB aus­ge­schlos­sen.

Die Be­klag­te hat die Aus­schluss­frist ge­wahrt. Die Kündi­gung kann nur in­ner­halb von zwei Wo­chen nach dem Zeit­punkt er­fol­gen, in dem der Kündi­gungs­be­rech­tig­te von den für die Kündi­gung maßge­ben­den Tat­sa­chen Kennt­nis er­langt hat.

Oh­ne um­fas­sen­de Kennt­nis des Kündi­gungs­be­rech­tig­ten vom Kündi­gungs­sach­ver­halt kann sein Kündi­gungs­recht nicht ver­wir­ken. Ein Kündi­gungs­be­rech­tig­ter darf den Aus­gang ei­nes Straf­ver­fah­rens ab­war­ten und sei­nen Kündi­gungs­ent­schluss da­von abhängig ma­chen (vgl. BAG Ur­teil vom 05.06.2008 2 AZR 25/07). Das Ab­war­ten ei­ner rechts­kräfti­gen straf­recht­li­chen Ver­ur­tei­lung stellt ein an­ge­mes­se­nes Vor­ge­hen des Ar­beit­ge­bers dar. Der Ar­beit­ge­ber gibt da­mit zu er­ken­nen, dass der die Kündi­gung nur auf ei­nen zur rechts­kräfti­gen Ver­ur­tei­lung im Straf­ver­fah­ren aus­rei­chen­den Tat­sa­chen­grund stützen will und die rechts­kräfti­ge Ver­ur­tei­lung aus sei­ner Sicht ein ei­ge­nes Ge­wicht hat, wel­ches sie zum Ele­ment des Kündi­gungs­grun­des macht. Da­mit be­kann die Zwei­wo­chen­frist erst mit der rechts­kräfti­gen straf­recht­li­chen Ver­ur­tei­lung des Klägers we­gen Be­stech­lich­keit vom 08.07.2009 zu lau­fen. Dem steht nicht ent­ge­gen, dass der Kläger vorträgt, bei Ab­schluss des Vor­ru­he­stands­ver­tra­ges ge­genüber der da­ma­li­gen Per­so­nal­che­fin B. erklärt zu ha­ben, dass er wei­ter­hin für die Fir­ma B.Be­ra­tungs­leis­tun­gen durchführen wol­le, wie auch in den vor­an­ge­gan­ge­nen Jah­ren.

Die­se Be­haup­tung kann als wahr un­ter­stellt wer­den. Die Be­klag­te stützt die An­nah­me bzw. das For­dern von Be­ste­chungs­gel­dern oder Schmier­gel­dern von der Fir­ma B.durch den Kläger auch nur hilfs­wei­se auf die Vor­nah­me nicht ge­neh­mig­ter Ne­bentätig­kei­ten.

Das Ar­beits­ge­richt hat auch zu­tref­fend dar­auf ab­ge­stellt, dass sich aus der pau­scha­len Be­haup­tung des Klägers nicht er­gibt, dass die Be­klag­te von der Dau­er und der Höhe der Zah­lun­gen durch die Fir­ma B. an den Kläger Kennt­nis hat­te.

Selbst wenn un­ter­stellt wird, dass be­reits bei Ab­schluss des Vor­ru­he­stands­ver­tra­ges ein Ver­dacht be­stan­den ha­ben soll­te, dass der Kläger Be­ste­chungs­gel­der an­ge­nom­men hat, konn­te die Be­klag­ten den Aus­gang ei­nes straf­recht­li­chen Er­mitt­lungs­ver­fah­rens ab­war­ten, bzw. nur auf­grund ei­ner rechts­kräfti­gen Ver­ur­tei­lung die Kündi­gung aus­spre­chen.

Dem Ein­wand in der Be­ru­fung, durch die Kennt­nis der Per­so­nal­che­fin B. sei der Kündi­gungs­grund ver­braucht bzw. das Recht zur Kündi­gung ver­wirkt, ist aus den glei­chen Gründen nicht durch­schla­gend. Der Kläger macht kei­ner­lei tatsächli­che An­ga­ben, ob und in wel­chem Um­fang er Be­ra­tungs­leis­tun­gen für die Fir­ma B.ge­genüber FrauB.dar­ge­stellt hat und ob und in wel­chem Um­fang er sie ins­be­son­de­re darüber in­for­miert hat, wel­che Zah­lun­gen er hierfür er­hal­ten ha­ben soll.

Da die Frist des § 626 Abs. 2 BGB so­mit erst am 08.07.2009 in Lauf ge­setzt wur­de, ist sie durch den Zu­gang der Kündi­gung am 16.07.2009 ge­wahrt.

VIII. Für den Fall, dass das Vor­ru­he­stands­verhält­nis des Klägers nicht als Ar­beits­verhält­nis qua­li­fi­ziert wird, für das die An­for­de­run­gen an ei­nen wich­ti­gen Grund nach § 626 Abs. 1 und 2 BGB zu rich­ten sind, wäre die glei­che Ent­schei­dung zu tref­fen ge­we­sen. Dau­er­schuld­verhält­nis­se können von je­dem Ver­trags­teil aus wich­ti­gem Grund oh­ne Ein­hal­tung ei­ner Kündi­gungs­frist gekündigt wer­den (§ 314 Abs. 1 S. 1 BGB). Nach § 314 Abs. 1 S. 2 BGB liegt ein wich­ti­ger Grund vor, wenn dem kündi­gen­den Teil un­ter Berück­sich­ti­gung al­ler Umstände des Ein­zel­fal­les und un­ter Abwägung der bei­der­sei­ti­gen In­ter­es­sen die Fort­set­zung des Ver­trags­verhält­nis­ses bis zur ver­ein­bar­ten Be­en­di­gung oder bis zum Ab­lauf ei­ner Kündi­gungs­frist nicht zu­ge­mu­tet wer­den kann.

Das in § 314 Abs. 2 BGB nor­mier­te Ab­mahn­er­forder­nis wäre aus­nahms­wei­se ent­behr­lich, weil die Vor­aus­set­zun­gen des § 323 Abs. 2 Nr. 3 BGB vor­lie­gen.

Auch die nach § 314 Abs. 3 BGB er­for­der­li­che Kündi­gungs­erklärungs­frist hätte die Be­klag­te ein­ge­hal­ten.

IX. Weil die Kündi­gung des Vor­ru­he­stands­verhält­nis­ses wirk­sam war, be­steht kei­ne Ver­pflich­tung der Be­klag­ten zur Zah­lung von Vergütung, die sich aus dem Fort­be­stand des Vor­ru­he­stands­verhält­nis­ses er­ge­ben hätten.

X. Die Kos­ten­ent­schei­dung folgt § 97 Abs. 1 ZPO.

Die Kam­mer hat die Re­vi­si­on we­gen grundsätz­li­cher Be­deu­tung we­gen der An­for­de­run­gen des Kündi­gungs­grun­des in ei­nem Vor­ru­he­stands­verhält­nis­ses und we­gen mögli­cher Di­ver­genz zur Ent­schei­dung des Lan­des­ar­beits­ge­richts München vom 14.12.1988 - 5 Sa 967/87 - zu­ge­las­sen.

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