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Schär­fe­re Kon­trol­len der Wirt­schaft für Künst­ler­so­zi­al­kas­se

Für frei­schaf­fen­de Krea­ti­ve ist we­gen ih­rer ma­ge­ren Ein­künf­te die Künst­ler­so­zi­al­kas­se oft le­bens­not­wen­dig: Doch vie­le Un­ter­neh­men ver­wei­ger­ten die Ab­ga­be. Jetzt soll der Zah­lungs­mo­ral nach­ge­hol­fen wer­den

05.07.2014. (dpa) - Die Künst­ler­so­zi­al­kas­se soll durch schär­fe­re Kon­trol­len bei den ab­ga­be­pflich­ti­gen Un­ter­neh­men ge­si­chert wer­den.

Nach jah­re­lan­gen Dis­kus­sio­nen be­schloss der Bun­des­tag in der Nacht zum Frei­tag ei­nen ent­spre­chen­den Ge­setz­ent­wurf von Ar­beits­mi­nis­te­rin An­drea Nah­les (SPD).

Die Wirt­schaft soll da­nach durch ei­ne re­gel­mä­ßi­ge Über­wa­chung zur Zah­lung ih­rer So­zi­al­ab­ga­ben ver­pflich­tet wer­den. Ge­plant sind künf­tig rund 400 000 statt bis­her 70 000 Kon­trol­len pro Jahr. Die Ex­per­ten er­war­ten da­durch Mehr­ein­nah­men von rund 32 Mil­lio­nen Eu­ro.

Das Ab­ga­be­sys­tem er­mög­licht rund 180 000 frei­en Künst­lern und Pu­bli­zis­ten ei­ne Ren­ten-, Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung. Wie an­ge­stell­te Ar­beit­neh­mer zah­len sie nur 50 Pro­zent der Bei­trä­ge. Die an­de­re Hälf­te tra­gen der Bund (20 Pro­zent) und die Un­ter­neh­men, die von der Ar­beit der Krea­ti­ven pro­fi­tie­ren (30 Pro­zent).

Bis­her hat­ten sich vie­le Un­ter­neh­men der Ab­ga­be­pflicht ent­zo­gen. We­gen ih­rer Säu­mig­keit wa­ren die Bei­trä­ge zu­letzt An­fang des Jah­res von 4,1 auf 5,2 Pro­zent ge­stie­gen. Ex­per­ten be­fürch­te­ten lang­fris­tig ei­nen Kol­laps des Sys­tems. Den­noch hat­te die FDP in der ver­gan­ge­nen Le­gis­la­tur­pe­ri­ode die schon lan­ge an­ge­streb­te Re­form ver­hin­dert.

Der Deut­sche Kul­tur­rat, der Spit­zen­ver­band von mehr als 200 Bun­des­kul­tur­ver­bän­den, lob­te den ra­schen Neu­an­lauf von Nah­les. "An­drea Nah­les hat Wort ge­hal­ten, wir sa­gen dan­ke!", er­klär­te Ge­schäfts­füh­rer Olaf Zim­mer­mann. Die Re­form sei ein wich­ti­ger Schritt zu mehr Ab­ga­be­ge­rech­tig­keit.

Die schär­fe­ren Kon­trol­len sol­len künf­tig im Rah­men der min­des­tens al­le vier Jah­re statt­fin­den­den Ar­beit­ge­ber­prü­fun­gen er­fol­gen. Zu­stän­dig bleibt die Deut­sche Ren­ten­ver­si­che­rung. Zu­dem be­kommt die Künst­ler­so­zi­al­kas­se ein ei­ge­nes Prüf­recht.

Sie kann da­mit Kon­trol­len - et­wa bei ei­nem kon­kre­ten Ver­dacht - auch selbst in die Hand neh­men. Au­ßer­dem sol­len ih­re Ex­per­ten die Prü­fer der Ren­ten­ver­si­che­rung durch ihr Fach­wis­sen un­ter­stüt­zen. Für Un­ter­neh­men, die nur sel­ten Auf­trä­ge an Künst­ler ver­ge­ben, wird ei­ne Ba­ga­tell­gren­ze von 450 Eu­ro ein­ge­führt.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 18. November 2015

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