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17/192a Kul­tus­mi­nis­te­ri­um re­agiert auf Eng­pass bei Lehr­kräf­ten

In Ba­den-Würt­tem­berg hat die Prä­si­den­tin der Kul­tus­mi­nis­ter­kon­fe­renz als Ant­wort auf den ak­tu­el­len Leh­rer­man­gel ein Maß­nah­men­pa­ket vor­ge­stellt.
Unterrichtsausfall an Schulen, Lehrermangel

18.07.2017. (dpa/wie) - In der ver­gan­ge­nen Wo­che warn­te ei­ne Stu­die der Ber­tels­mann Stif­tung vor wach­sen­der Per­so­nal­not an deut­schen Schu­len durch ei­nen "Schü­ler-Boom" in den nächs­ten 13 Jah­ren (wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 17/189 Leh­rer­man­gel in Deutsch­land - Schü­ler­zah­len stei­gen).

Tat­säch­lich ist die­ses Pro­blem in vie­len Tei­len Deutsch­lands ein sehr ge­gen­wär­ti­ges. In Ba­den-Würt­tem­berg hat sich die Prä­si­den­tin der Kul­tus­mi­nis­ter­kon­fe­renz, Su­san­ne Ei­sen­mann (CDU), zu den ak­tu­ell feh­len­den Lehr­kräf­ten so­wie zu den Grün­den für und Maß­nah­men ge­gen den Leh­rer­man­gel ge­äu­ßert.

"Ge­gen­wär­tig be­steht die Her­aus­for­de­rung dar­in, un­ter den Be­din­gun­gen ei­nes Be­wer­ber­man­gels ei­ner­seits und neu­er bil­dungs­po­li­ti­scher Her­aus­for­de­run­gen an­de­rer­seits ei­ne sta­bi­le Un­ter­richts­ver­sor­gung zu ge­währ­leis­ten", er­klär­te Ei­sen­mann. Der­zeit sei­en für das kom­men­de Schul­jahr 700 Leh­rer­stel­len zu be­set­zen, dar­un­ter al­lein 400 bis 500 Stel­len an Grund­schu­len.

Ei­ner der Haupt­grün­de für die Si­tua­ti­on sei­en aus­blei­ben­de Be­wer­bun­gen. Das lie­ge teil­wei­se dar­an, dass ein kom­plet­ter Jahr­gang von 400 Grund­schul­leh­rern weg­fal­le, da das Stu­di­um auf acht Se­mes­ter ver­län­gert wur­de. In den un­ter­ver­sorg­ten Ge­bie­ten Ba­den-Würt­tem­bergs kom­me auf zwei Stel­len nicht ein­mal ein Be­wer­ber. "Wir ha­ben kein Res­sour­cen­pro­blem, wir ha­ben ein Be­wer­ber­pro­blem", so die Prä­si­den­tin der Kul­tus­mi­nis­ter­kon­fe­renz.

Fer­ner be­grün­det Ei­sen­mann den Eng­pass mit ei­ner über­durch­schnitt­lich ho­hen Pen­sio­nie­rungs­wel­le, stei­gen­den Schü­ler­zah­len, dem Aus­bau von Ganz­tags­an­ge­bo­ten und der In­te­gra­ti­on von be­hin­der­ten Schü­lern.

Um den Pflicht­un­ter­richt zum neu­en Schul­jahr si­cher­zu­stel­len, sol­len bei­spiels­wei­se Teil­zeit­kräf­te aus dienst­li­chen Grün­den zu ei­ner Min­dest­un­ter­richts­ver­pflich­tung von 65 Pro­zent be­wegt wer­den. Au­ßer­dem sol­len Lehr­kräf­te in schlech­ter be­setz­te Re­gio­nen ver­setzt wer­den, um die Res­sour­cen bes­ser zu ver­tei­len. Da­zu wer­de es "zum Teil un­an­ge­neh­me Ge­sprä­che" ge­ben, so Ei­sen­mann. Ins­ge­samt müss­ten sich die Leh­rer auf ei­ne här­te­re An­spra­che ein­stel­len.

Au­ßer­dem sol­le ab­ge­lehn­ten Be­wer­bern für ein Gym­na­si­al­lehr­amt ei­ne Stel­le an Grund­schu­len an­ge­bo­ten wer­den. Zu­sätz­lich wür­den be­ur­laub­te Leh­rer ge­be­ten, vor­zei­tig zu­rück­zu­keh­ren und die Mög­lich­keit des Quer­ein­stiegs sol­le stär­ker be­wor­ben wer­den.

Die Ge­werk­schaft Er­zie­hung und Wis­sen­schaft (GEW) äu­ßer­te sich kri­tisch zu den Vor­ha­ben. "Es macht den Be­ruf auch nicht at­trak­ti­ver, wenn jetzt Druck auf Teil­zeit­kräf­te aus­ge­übt wird und Be­ur­lau­bun­gen und Ver­set­zun­gen er­schwert wer­den", sag­te GEW-Lan­des­che­fin Do­ro Mo­ritz.


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Letzte Überarbeitung: 25. August 2017

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