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LH-Pi­lo­ten wol­len drei Ta­ge strei­ken - Kri­tik an Ge­werk­schafts­macht

Jetzt wird es rich­tig hart für Pas­sa­gie­re der Luft­han­sa: Nach den Flug­ha­fen-Be­diens­te­ten wol­len auch die Pi­lo­ten strei­ken. Dies könn­te die Fe­ri­en­plä­ne tau­sen­der Flug­gäs­te aus Nord­deutsch­land durch­kreu­zen. Aus der Uni­on kommt Kri­tik an der Macht klei­ner Ge­werk­schaf­ten

29.03.2014. (dpa) - Für die Flug­gäs­te der Luft­han­sa kommt es knüp­pel­dick: Di­rekt nach rund 600 Flug­aus­fäl­len we­gen ei­nes Ver­di-Warn­streiks an deut­schen Air­ports ha­ben die Luft­han­sa-Pi­lo­ten ei­nen noch weit grö­ße­ren Aus­stand über drei Ta­ge an­ge­kün­digt.

Ab Mitt­woch kom­men­der Wo­che wird da­nach bis ein­schließ­lich Frei­tag kaum noch ein Luft­han­sa-Flug ab­he­ben.

Das Un­ter­neh­men for­der­te die Pi­lo­ten um­ge­hend zur Rück­kehr an den Ver­hand­lungs­tisch auf. "Es sind noch vier­ein­halb Ta­ge Zeit, den Scha­den für un­se­re Kun­den ab­zu­wen­den", er­klär­te Ar­beits­di­rek­to­rin Bet­ti­na Vol­kens am Frei­tag. Man ha­be am Don­ners­tag ein neu­es An­ge­bot vor­ge­legt, das die strit­ti­gen Be­rei­che Ge­häl­ter und Über­gangs­ren­ten ab­de­cke.

Der Streik soll am Mitt­woch (2.4.) um 00.00 Uhr be­gin­nen und am Frei­tag (4.4.) um 23.59 Uhr en­den, kün­dig­te die Pi­lo­ten­ge­werk­schaft Ver­ei­ni­gung Cock­pit (VC) an. Der Ar­beits­kampf trifft da­mit die Os­ter­fe­ri­en in den Län­dern Nie­der­sach­sen und Bre­men, die am Don­ners­tag be­gin­nen. Ur­sprüng­lich hat­te die VC an­ge­kün­digt, in den Os­ter­fe­ri­en nicht strei­ken zu wol­len.

Der stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de der Uni­ons­frak­ti­on im Bun­des­tag, Ar­nold Vaatz, kri­ti­sier­te vor dem Hin­ter­grund des be­vor­ste­hen­den Pi­lo­ten-Aus­stands die Macht klei­ner Ein­zel­ge­werk­schaf­ten. "Ich bin in Sor­ge, wenn klei­ne Ge­werk­schaf­ten in Schlüs­sel­stel­lun­gen auf die­se Wei­se ih­re For­de­run­gen durch­set­zen", sag­te der CDU-Po­li­ti­ker dem "Köl­ner Stadt-An­zei­ger" (Sams­tag). "Wir soll­ten in der Ko­ali­ti­on mal dar­über spre­chen, ob das so wei­ter ge­hen kann und ob die ge­setz­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen noch ver­nünf­tig sind."

VC-Ta­rif­ex­per­tin Ilo­na Rit­ter ver­tei­dig­te die Ent­schei­dung. "Der von uns an­ge­kün­dig­te Ver­zicht, die Os­ter­fe­ri­en nicht mit Ar­beits­kämp­fen zu be­las­ten, wur­de an­schei­nend vom Ma­nage­ment nicht als Zei­chen un­se­res Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­seins ge­gen­über den Ur­laubs­rei­sen­den ver­stan­den. Wir las­sen uns von Luft­han­sa nicht hin­hal­ten", er­klär­te sie. Wei­te­re Streiks bis zum En­de der Os­ter­fe­ri­en sei­en nach der­zei­ti­gem Stand dann aber aus­ge­schlos­sen. Die letz­ten Os­ter­fe­ri­en en­den in die­sem Jahr am 2. Mai in Thü­rin­gen und Schles­wig-Hol­stein.

Be­trof­fen von den Streiks wä­ren die Ge­sell­schaf­ten Luft­han­sa, Luft­han­sa Car­go und Ger­manwings. Die Kon­zern­töch­ter Swiss und Aus­tri­an Air­lines ha­ben ei­ge­ne Ta­rif­ver­trä­ge und wür­den von ei­nem Aus­stand bei der Luft­han­sa nicht be­rührt.

Un­ab­hän­gig von wei­te­ren Ge­sprä­chen be­rei­tet Luft­han­sa ei­nen Not-Flug­plan für den Fall ei­nes Streiks vor. Er soll am Mon­tag­mit­tag auf der Home­page des Un­ter­neh­mens im In­ter­net ver­öf­fent­licht wer­den. Die Ge­sell­schaft fliegt täg­lich rund 1800 Ver­bin­dun­gen. Für in­ner­deut­sche Ver­bin­dun­gen wird bei Streiks re­gel­mä­ßig die Bahn als Al­ter­na­ti­ve ge­nutzt.

Trotz meh­re­rer Tref­fen in den ver­gan­ge­nen Ta­gen ha­be es in dem Ta­rif­kon­flikt kei­ne An­nä­he­rung mit der Luft­han­sa ge­ge­ben, er­klär­te die Ge­werk­schaft. Knack­punkt und Streik­an­lass sei­en die von Luft­han­sa ein­sei­tig ge­kün­dig­ten Über­gangs­ren­ten, die den Pi­lo­ten bis­lang ein vor­zei­ti­ges Aus­schei­den aus dem Be­ruf er­mög­licht hat­ten. In ei­ner Ur­ab­stim­mung hat­ten die rund 5400 Pi­lo­ten zu 99,1 Pro­zent für ei­nen Ar­beits­kampf zu die­sem The­ma ge­stimmt.

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Letzte Überarbeitung: 5. September 2014

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