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15/080a Er­neut tre­ten tau­sen­de Lan­des­an­ge­stell­te in den Warn­streik

Die Ge­werk­schaf­ten po­chen auf ein or­dent­li­ches Lohn­plus - was die Ar­beit­ge­ber als un­be­zahl­bar ab­leh­nen: Am Sams­tag geht das Tau­zie­hen im öf­fent­li­chen Dienst der Län­der wei­ter. Ge­lingt in Pots­dam der Durch­bruch?

27.03.2015. (dpa) - Kurz vor der vier­ten Ver­hand­lungs­run­de im öf­fent­li­chen Dienst der Län­der un­ter­strei­chen die Ge­werk­schaf­ten ih­re Ta­rif­for­de­run­gen.

An die­sem Frei­tag sind noch­mals in meh­re­ren Län­dern Warn­streiks ge­plant.

"Die Ver­hand­lungs­füh­rung der Ar­beit­ge­ber braucht ein Si­gnal, da­mit sie bei der nächs­ten Run­de am Sams­tag ein An­ge­bot vor­le­gen kann", sag­te der Vi­ze­vor­sit­zen­de des Be­am­ten­bun­des (dbb), Wil­li Russ, den "Ruhr Nach­rich­ten" (Frei­tag).

Die Ge­werk­schaf­ten for­dern für die rund 800 000 An­ge­stell­ten der Län­der 5,5 Pro­zent mehr Ge­halt, min­des­tens je­doch 175 Eu­ro, so­wie hö­he­re Aus­bil­dungs­ver­gü­tun­gen. Die Ta­rif­ge­mein­schaft der Län­der lehnt das als un­be­zahl­bar ab. Ein Streit­punkt ist auch die be­trieb­li­che Al­ters­ver­sor­gung. Au­ßer­dem gibt es Streit über ei­nen Ta­rif­ver­trag für bun­des­weit 200 000 an­ge­stell­te Leh­rer.

Der Vor­sit­zen­de der Ta­rif­ge­mein­schaft der Län­der (TdL), Jens Bul­ler­jahn, sag­te der "Neu­en Os­na­brü­cker Zei­tung": "Ei­ne Ei­ni­gung und an­stän­di­ge Ta­rif­an­he­bun­gen sind mög­lich - al­ler­dings nur, wenn wir uns auf ein Ge­samt­pa­ket ver­stän­di­gen." Es müs­se al­so auch Zu­ge­ständ­nis­se in der Fra­ge der Be­triebs­ren­ten ge­ben. Der Fi­nanz­mi­nis­ter von Sach­sen-An­halt warn­te: "Wenn in der Al­ters­vor­sor­ge al­le Leis­tun­gen und Bei­trä­ge so blei­ben wie bis­her, wer­den wir im Jahr 2030 ei­ne Fi­nan­zie­rungs­lü­cke von 20 Mil­li­ar­den Eu­ro ha­ben." Lau­fen­de Ren­ten und be­ste­hen­de An­wart­schaf­ten soll­ten aber un­an­ge­tas­tet blei­ben, ver­si­cher­te er. Die von den Ge­werk­schaf­ten ge­for­der­te An­he­bung der Ent­gel­te um 5,5 Pro­zent be­zeich­ne­te Bul­ler­jahn als völ­lig un­rea­lis­tisch.

Ver­di-Chef Frank Bsirs­ke be­klag­te: "Die Ar­beit­ge­ber ha­ben im­mer­hin ei­ne Ost-West-An­glei­chung an­ge­bo­ten, ver­wei­gern aber wei­ter ka­te­go­risch ei­ne Ein­grup­pie­rung an­ge­stell­ter Leh­rer auf dem Ni­veau ih­rer ver­be­am­te­ten Kol­le­gen." Ge­lin­ge nicht we­nigs­tens ein Ein­stieg in die An­glei­chung, wer­de Ver­di nicht lo­cker las­sen, sag­te er dem "Han­dels­blatt".

Am Don­ners­tag hat­ten rund 38 000 Be­schäf­tig­te nach An­ga­ben von Ver­di in meh­re­ren Bun­des­län­dern ih­re Ar­beit nie­der­ge­legt. Dar­un­ter wa­ren an­ge­stell­te Leh­rer, Po­li­zis­ten, Be­hör­den­mit­ar­bei­ter und Be­schäf­tig­te von Uni­ver­si­täts­kli­ni­ken, Thea­tern und Ge­rich­ten.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 12. April 2016

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