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Land­tag macht sich für Bür­ger­ar­beit stark

Bür­ger­ar­beit soll Lang­zeit­ar­beits­lo­sen den Weg zum fes­ten Job eb­nen - der Land­tag for­dert mit gro­ßer Mehr­heit ei­ne Ver­län­ge­rung: Doch es gibt auch kri­ti­sche Stim­men

14.12.2013. (dpa) - Der Land­tag von Sach­sen-An­halt macht sich für die Bür­ger­ar­beit stark.

Das Ple­num for­der­te am Frei­tag das Land mit gro­ßer Mehr­heit auf, sich im Bund für ein Nach­fol­ge­pro­gramm des aus­lau­fen­den Kon­zepts ein­zu­set­zen.

"Wir wer­den noch et­li­che Jah­re so ein Pro­gramm brau­chen", sag­te Sach­sen-An­halts Ar­beits­mi­nis­ter Nor­bert Bi­sch­off (SPD).

Mit dem Pro­gramm sol­len Ar­beits­lo­se in den ers­ten Ar­beits­markt in­te­griert wer­den.

CDU, SPD und Grü­ne stimm­ten für den An­trag, die Links­frak­ti­on ent­hielt sich, nach­dem ein ei­ge­ner Än­de­rungs­an­trag ab­ge­lehnt wor­den war.

Zu­letzt hat­te es in Sach­sen-An­halt laut Re­gio­nal­di­rek­ti­on für Ar­beit 4300 Bür­ger­ar­bei­ter ge­ge­ben. Un­ter­neh­mens­ver­bän­de hat­ten al­ler­dings kri­ti­siert, da­mit wür­den re­gu­lä­re Ar­beits­plät­ze ver­drängt. In dem Be­schluss des Land­tags heißt es da­zu, die­se Skep­sis ha­be sich als un­be­grün­det er­wie­sen.

Bei der Bun­des­agen­tur für Ar­beit (BA) ist die Bür­ger­ar­beit durch­aus um­strit­ten. Der Chef der Re­gio­nal­di­rek­ti­on Sach­sen-An­halt-Thü­rin­gen, Kay Se­ni­us, hat­te von ei­ner in Deutsch­land ak­zep­tier­ten Form der öf­fent­lich ge­för­der­ten Be­schäf­ti­gung ge­spro­chen. Da­ge­gen hat­te das BA-Vor­stands­mit­glied Hein­rich Alt er­klärt, we­der Bür­ger­ar­beit noch Ein-Eu­ro-Jobs sei­en er­folg­rei­che Stra­te­gi­en bei der Be­kämp­fung der Lang­zeit­ar­beits­lo­sig­keit.

Uni­on und SPD im Bund hat­ten in ih­rem Ent­wurf für ei­nen Ko­ali­ti­ons­ver­trag ver­ein­bart, mehr für Lang­zeit­ar­beits­lo­se zu tun. Das Wort Bür­ger­ar­beit taucht dort al­ler­dings nicht auf. Bi­sch­off hat­te be­reits an­ge­kün­digt, in Sach­sen-An­halt als Nach­fol­ge für die Bür­ger­ar­beit ein neu­es Pro­gramm auf­zu­le­gen. Für 1100 Stel­len lie­ge be­reits die Ge­neh­mi­gung der EU vor, er hof­fe nun auf ei­ne Aus­wei­tung auf 2000 Stel­len, sag­te er im Land­tag.

Mit Bür­ger­ar­beit wer­den Er­werbs­lo­se ge­för­dert, die zu­vor trotz al­ler Be­mü­hun­gen auf dem re­gu­lä­ren Ar­beits­markt kei­ne An­stel­lung be­kom­men ha­ben, weil sie ein Jahr und län­ger oh­ne Ar­beit, äl­ter als 50 Jah­re und oh­ne Be­rufs­er­fah­rung chan­cen­los wa­ren. Ih­re Ver­gü­tung aus dem Bun­des­pro­gramm liegt laut Ar­beits­agen­tur bei ma­xi­mal 900 Eu­ro brut­to im Mo­nat, bei ei­ner wö­chent­li­chen Ar­beits­zeit von ma­xi­mal 30 St­un­den und höchs­tens 36 Mo­na­ten Dau­er.

Im Un­ter­schied zu frü­he­ren "Ein-Eu­ro-Jobs" ist ein Bür­ger­ar­bei­ter so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig be­schäf­tigt. Er er­le­digt aber eben­so zu­sätz­li­che, ge­mein­nüt­zi­ge Tä­tig­kei­ten. Re­gu­lä­re Ar­beits­plät­ze dür­fen laut Ar­beits­agen­tur durch Bür­ger­ar­beit nicht ge­fähr­det wer­den. Fi­nan­ziert wird Bür­ger­ar­beit aus Mit­teln des Bun­des und des Eu­ro­päi­schen So­zi­al­fonds. Die Bür­ger­ar­beit in Deutsch­land geht auf ein Mo­dell­pro­jekt in Sach­sen-An­halt zu­rück.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 26. April 2014

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