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An­ge­stell­te Leh­rer in Ber­lin sol­len an zwei Ta­gen Ar­beit nie­der­le­gen

Seit Jah­ren kämpft die GEW für ei­ne bes­se­re Be­zah­lung der an­ge­stell­ten Leh­rer in Ber­lin: Doch sie beißt bei je­dem Fi­nanz­se­na­tor auf Gra­nit - we­gen Ber­lins gro­ßem Schul­den­berg. Nun steht der drit­te Warn­streik vor der Tür

09.06.2016. (dpa) - Ber­lins an­ge­stell­te Leh­rer sol­len am 20. und 21. Ju­ni gleich an zwei Ta­gen für ei­ne bes­se­re Be­zah­lung auf die Stra­ße ge­hen.

Das ist der drit­te gro­ße Warn­streik in die­sem Jahr, zu dem die Ge­werk­schaft Er­zie­hung und Wis­sen­schaft (GEW) die nicht ver­be­am­te­ten Leh­rer auf­ruft.

"Es bleibt uns gar nichts an­de­res üb­rig", sag­te der GEW-Ta­rif­ex­per­te Udo Mer­tens am Mitt­woch.

"Aus dem Ge­spräch mit Fi­nanz­se­na­tor Mat­thi­as Kol­latz-Ah­nen ist gar nichts raus­ge­kom­men", kri­ti­sier­te der Ge­werk­schaf­ter.

Je­weils rund 3000 der knapp 13.000 an­ge­stell­ten Leh­rer hat­ten be­reits am 17. März und am 12. Mai die Ar­beit nie­der­ge­legt.

Die GEW for­dert, dass die an­ge­stell­ten Leh­rer in Ber­lin ge­nau­so be­zahlt wer­den wie ih­re ver­be­am­te­ten Kol­le­gen. Das Land Ber­lin lehnt das ab, weil Kol­latz-Ah­nen bei ei­nem Al­lein­gang der Haupt­stadt den Aus­schluss aus der Ta­rif­ge­mein­schaft der Län­der be­fürch­tet. We­gen sei­nes gro­ßen Schul­den­bergs von knapp un­ter 60 Mil­li­ar­den Eu­ro ver­be­am­tet Ber­lin seit Jah­ren sei­ne Leh­rer nicht mehr, um die Pen­si­ons-Ver­pflich­tun­gen des Lan­des nicht noch wei­ter an­wach­sen zu las­sen. In­zwi­schen sind rund 45 Pro­zent der Ber­li­ner Leh­rer an­ge­stellt.

Die GEW ha­be Vor­schlä­ge ge­macht, wie das Land Ber­lin über Zu­la­gen das Pro­blem hät­te lö­sen kön­nen, so Mer­tens. "Aber die Ver­wal­tung will nicht." Ber­lin hät­te mit den Zu­la­gen sein Ge­sicht in der Ta­rif­ge­mein­schaft wah­ren kön­nen, so Mer­tens.

Kol­latz-Ah­nen (SPD) ver­wies da­ge­gen er­neut dar­auf, dass Ber­lin sich an den Ta­rif­ver­trag der Län­der hal­ten müs­se. Er ap­pel­lier­te an die GEW, sich "kon­struk­tiv in Ver­hand­lun­gen auf Bun­des­ebe­ne ein­zu­brin­gen, an­statt un­rea­lis­ti­sche Son­der­we­ge auf Lan­des­ebe­ne ein­zu­for­dern". Die Sat­zung der Ge­mein­schaft reg­le, dass ge­ne­rel­le über­ta­rif­li­che Maß­nah­men von den an­de­ren Mit­glie­der er­mäch­tigt wer­den müss­ten.

Dem wi­der­sprach Mer­tens. Kol­latz-Ah­nen ver­ste­cke sich hin­ter der Ta­rif­ge­mein­schaft. Der Ta­rif­ver­trag der Län­der se­he Zu­la­gen für al­le Lehr­kräf­te vor, wenn die Si­tua­ti­on im Land dies er­for­de­re. "In Ber­lin gibt es ei­nen im­men­sen Leh­rer­man­gel", sag­te Mer­tens. Der­zeit wür­den hän­de­rin­gend Grund­schul­leh­rer in gro­ßem Stil ge­sucht.

Die For­de­rung der GEW, die Grund­schul­leh­rer von Ent­gelt­grup­pe 11 künf­tig nach Ent­gelt­grup­pe 13 zu be­zah­len, kön­ne Ber­lin als ein­zi­ges Bun­des­land nicht er­fül­len. Selbst das gro­ße Land Nord­rhein-West­fa­len, in dem die Grund­schul­leh­rer auch bes­ser und län­ger aus­ge­bil­det sei­en wie in Ber­lin, ge­he die­sen Schritt nicht, sag­te der Fi­nanz­se­na­tor. Dann kön­ne Ber­lin mit sei­nen ho­hen Schul­den dies auch nicht tun. Die Dif­fe­renz zwi­schen bei­den Be­sol­dungs­grup­pen be­tra­ge knapp 550 Eu­ro im Mo­nat. Wür­de al­len 3500 an­ge­stell­ten Leh­rern in Ent­gelt­grup­pe 11 der hö­he­re Ta­rif ge­zahlt, kos­te das Ber­lin rund 60 Mil­lio­nen Eu­ro mehr im Jahr.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 31. August 2016

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