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Leh­rer strei­ken ab Diens­tag - GEW wirft Län­dern "Pro­vo­ka­ti­on" vor

El­tern müs­sen nächs­te Wo­che in vie­len Städ­ten ei­ne an­de­re Be­treu­ung ih­rer Kin­der or­ga­ni­sie­ren - es gibt Warn­streiks an Schu­len: Ar­beit­neh­mer und Län­der ver­ha­ken sich bei Ta­rif­ver­hand­lun­gen an kom­ple­xen Fra­gen

28.02.2015. (dpa) - Nach dem vor­läu­fi­gen Schei­tern der Ta­rif­ver­hand­lun­gen im öf­fent­li­chen Dienst der Län­der wol­len ab Diens­tag bun­des­weit Leh­rer strei­ken.

Warn­streiks ge­be es auch an Uni­kli­ni­ken, beim Küs­ten­schutz, in Stra­ßen­meis­te­rei­en und Lan­des­ver­wal­tun­gen ins­ge­samt, kün­dig­te der Chef der Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft Ver­di, Frank Bsirs­ke, am Frei­tag in Pots­dam an.

"Die Ar­beit­ge­ber ha­ben kein Lohn­an­ge­bot vor­ge­legt und ver­lan­gen statt­des­sen Ein­schnit­te bei der be­trieb­li­chen Al­ters­vor­sor­ge."

An den Schu­len ge­hen an­ge­stell­te Leh­rer in den Aus­stand. Da­von gibt es in Deutsch­land gut 200 000. Die knapp 650 000 ver­be­am­te­ten Leh­rer strei­ken nicht. In den ein­zel­nen Län­dern kann laut Bil­dungs­ge­werk­schaft GEW an un­ter­schied­li­chen Ta­gen ge­streikt wer­den, in Nord­rhein-West­fa­len et­wa von Diens­tag bis Don­ners­tag. Be­son­ders be­trof­fen sei­en auch Sach­sen, Sach­sen-An­halt und Thü­rin­gen.

Die Kern­for­de­rung der Ge­werk­schaf­ten lau­tet 5,5 Pro­zent mehr Geld, min­des­tens aber 175 Eu­ro mehr, ein En­de von Be­fris­tun­gen oh­ne Sach­grund so­wie Ein­stel­lungs­zu­sa­gen für Azu­bis. Als Haupt­grün­de für das vor­läu­fi­ge Schei­tern er­wie­sen sich aber star­ke Dif­fe­ren­zen über die be­trieb­li­che Al­ters­vor­sor­ge und über die ta­rif­li­che Ein­grup­pie­rung der Leh­rer.

Für die an­ge­stell­ten Leh­rer gibt es seit Jah­ren kei­ne ver­bind­li­chen Re­geln zur Ein­grup­pie­rung in die Ta­rif­grup­pen. Der Chef der Ta­rif­ge­mein­schaft deut­scher Län­der (TdL), Sach­sen-An­halts Fi­nanz­mi­nis­ter Jens Bul­ler­jahn (SPD), sag­te, die Län­der hät­ten sich nun zu sol­chen Re­geln und ei­ner An­glei­chung der Ost- an die West­ta­ri­fe be­reit er­klärt. Die Ge­werk­schaf­ten mo­nier­ten aber ei­ne un­zu­rei­chen­de Ein­grup­pie­rung der Leh­rer: Als "Pro­vo­ka­ti­on" be­zeich­ne­te es GEW-Ver­hand­lungs­füh­rer An­dre­as Gehr­ke, dass die Län­der ei­ne Leh­rer-Auf­wer­tung ab­lehn­ten.

Bei der be­trieb­li­chen Al­ters­vor­sor­ge ist das Pro­blem, dass die­se im öf­fent­li­chen Dienst be­son­ders wich­tig ist und we­gen ho­her Kos­ten re­for­miert wer­den soll. Bsirs­ke er­läu­ter­te, die Län­der woll­ten kei­ne Leis­tun­gen, son­dern nur noch Bei­trä­ge zu­sa­gen. Den Be­schäf­tig­ten wür­den dann kei­ne Aus­zah­lun­gen in be­stimm­ter Hö­he mehr ga­ran­tiert. Viel­mehr si­cher­ten die Län­der nur noch zu, ih­ren An­teil am Bei­trag zu schul­tern.

Bei nied­ri­gen Zin­sen kä­me für die Be­trof­fe­nen dann aber un­term Strich we­ni­ger her­aus. In Ver­hand­lungs­krei­sen hieß es, Ein­schnit­te bis zu 20 Pro­zent sei­en folg­lich denk­bar. Von den Warn­streiks er­war­tet Bsirs­ke auch das Si­gnal, "dass die Be­schäf­tig­ten ei­nen Ein­griff ins Leis­tungs­recht ab­leh­nen".

Der Ver­hand­lungs­füh­rer des Be­am­ten­bunds (dbb), Wil­li Russ, sag­te: "Das ist nicht mehr­heits­fä­hig. Wir for­dern die Ar­beit­ge­ber auf, hier nach­zu­le­gen." Die Ba­sis ge­be den Ar­beit­ge­bern nun erst­mal "ei­ni­ge Denk­an­stö­ße" mit.

Die nächs­te Run­de ist für Mit­te März an­ge­setzt. Bul­ler­jahn sag­te, die Zeit wer­de ge­nutzt, "um bis zur nächs­ten Be­ra­tung das ei­ne oder an­de­re zu hin­ter­fra­gen". Er poch­te auf ein Ge­samt­pa­ket - nur hö­he­re Ent­gel­te will er nicht mit­tra­gen. Ver­han­delt wird für die rund 800 000 Lan­des­an­ge­stell­ten. Die Ge­werk­schaf­ten for­dern ei­ne Über­tra­gung auf die rund zwei Mil­lio­nen Be­am­te und Pen­sio­nä­re.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 12. April 2016

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