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Mehr of­fe­ne Lehr­stel­len als Be­wer­ber - nur we­ni­ge Be­ru­fe ge­fragt

Das neue Aus­bil­dungs­jahr be­ginnt, und noch im­mer sind vie­le Fir­men auf der Su­che nach Azu­bis - und um­ge­kehrt: Das liegt dar­an, dass An­ge­bot und Nach­fra­ge nicht im­mer zu­sam­men­pas­sen

15.08.2015. (dpa) - Zum Be­ginn des neu­en Aus­bil­dungs­jah­res ste­hen die Chan­cen auf ei­ne Lehr­stel­le in Deutsch­land noch gut: Die Bun­des­agen­tur für Ar­beit zähl­te En­de Ju­li et­was mehr of­fe­ne Aus­bil­dungs­plät­ze als noch un­ver­sorg­te Be­wer­ber.

Das heißt aber noch lan­ge nicht, dass die An­wär­ter auch al­le fün­dig wer­den.

Denn wie in den Vor­jah­ren dürf­te es wie­der ei­nen An­sturm auf ei­ni­ge we­ni­ge Be­ru­fe ge­ben, die zu­dem re­gio­nal un­ter­schied­lich ver­teilt sind, wie Hans Diet­rich vom In­sti­tut für Ar­beits­markt- und Be­rufs­for­schung (IAB) in Nürn­berg der Deut­schen Pres­se-Agen­tur sag­te.

Wäh­rend bei­spiels­wei­se in Ber­lin, Nord­rhein-West­fa­len und Hes­sen nach Da­ten der Bun­des­agen­tur nicht je­dem ge­mel­de­ten Be­wer­ber ei­ne be­trieb­li­che Aus­bil­dung an­ge­bo­ten wer­den kann, gab es im Ju­li in Thü­rin­gen, Meck­len­burg-Vor­pom­mern, Bay­ern, Ba­den-Würt­tem­berg und Ham­burg deut­lich mehr Stel­len als ge­mel­de­te Be­wer­ber. Auch dort wer­den aber so­wohl Aus­bil­dungs­plät­ze un­be­setzt blei­ben als auch jun­ge Leu­te leer aus­ge­hen, weil für sie im Wunsch­be­ruf kei­ne Stel­le frei ist und vie­le nicht zum Um­zug oder zu ei­ner al­ter­na­ti­ven Aus­bil­dung be­reit sind.

Für ei­ne ab­schlie­ßen­de Be­wer­tung ist es noch zu früh - die kön­ne erst vor­ge­nom­men wer­den, wenn auch die Nach­ver­mitt­lung ab­ge­schlos­sen ist, wie Diet­rich sag­te. So wech­seln man­che Be­wer­ber kurz­fris­tig noch ein­mal den Aus­bil­dungs­platz oder lö­sen die Ver­trä­ge wie­der, weil sie doch noch ei­ne Zu­sa­ge für ei­ne wei­te­re Schul­aus­bil­dung oder ein Stu­di­um be­kom­men ha­ben. "Die ech­ten Ab­schluss­zah­len wer­den meis­tens erst zum En­de des Jah­res er­fasst, weil da bis zum De­zem­ber hin noch ei­ni­ges an Dy­na­mik drin ist."

Ver­gleichs­wei­se we­nig In­ter­es­se zeig­ten die Be­wer­ber bis­her an ei­ner Aus­bil­dung im Ho­tel- und Gast­stät­ten­ge­wer­be, am Bau so­wie in zahl­rei­chen Hand­werks­be­ru­fen. Auch die Be­rufs­kraft­fah­rer pla­gen wie in den Vor­jah­ren Nach­wuchs­sor­gen. Da­ge­gen sind Aus­bil­dungs­stel­len in Bü­ro- und Ver­wal­tungs­be­ru­fen, in der Tier­pfle­ge, in Me­di­en- und ge­stal­te­ri­schen Be­ru­fen ge­fragt. Zur Hit­lis­te der be­lieb­tes­ten Be­ru­fe ge­hör­ten im ver­gan­ge­nen Aus­bil­dungs­jahr bei­spiels­wei­se auch Ver­käu­fer, Kfz-Me­cha­tro­ni­ker und In­dus­trie­me­cha­ni­ker. Gut ein Drit­tel der jun­gen Leu­te ent­schie­den sich für ei­nen der zehn ge­frag­tes­ten Be­ru­fe - bei ins­ge­samt rund 250 Aus­bil­dungs­be­ru­fen, die deutsch­land­weit an­ge­bo­ten wer­den.

In den ver­gan­ge­nen Jah­ren hat­ten sich An­ge­bot und Nach­fra­ge auf dem Aus­bil­dungs­markt zah­len­mä­ßig ein­an­der an­ge­nä­hert, nach­dem es lan­ge Zeit ei­nen Be­wer­ber­über­hang gab. Ne­ben ei­ner rück­läu­fi­gen Zahl an Schul­ab­gän­gern trägt da­zu auch der Trend zum Stu­di­um bei. "Ab­itu­ri­en­ten ori­en­tie­ren sich stär­ker Rich­tung Hoch­schu­len, was na­tür­lich für Leu­te mit Re­al­schul- und Haupt­schul­ab­schluss wei­te­re Chan­cen er­öff­net", sag­te Diet­rich. Die Be­trie­be en­ga­gier­ten sich in­zwi­schen auch zu­neh­mend beim The­ma Nach­hil­fe, da­mit auch schwä­che­re Ju­gend­li­che die An­for­de­run­gen be­wäl­ti­gen kön­nen.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 17. August 2016

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