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Lok­füh­rer strei­ken für 14 St­un­den - Zu­g­aus­fäl­le be­reits am Mor­gen

Die Ge­werk­schaft GDL er­höht den Druck: Nach dem neun­stün­di­gen Streik ver­gan­ge­ne Wo­che sol­len die Zü­ge ab Mitt­woch­nach­mit­tag 14 St­un­den ste­hen. Schon am Mor­gen fal­len zahl­rei­che Zü­ge aus

15.10.2014. (dpa) - Die Fahr­gäs­te der Deut­schen Bahn trifft an die­sem Mitt­woch der zwei­te bun­des­wei­te Lok­füh­rer-Streik in acht Ta­gen.

Be­reits seit Mit­ter­nacht gilt ein ein­ge­schränk­ter Fahr­plan im Fern­ver­kehr - zahl­rei­che Zü­ge fal­len aus.

Mit ei­nem zwei­ten Not­fahr­plan ver­sucht die Bahn, die Aus­wir­kun­gen des an­ge­kün­dig­ten Lok­füh­rer­streiks wei­ter zu mil­dern.

"Ab Mitt­woch­mor­gen fah­ren nicht nur die Zü­ge des Fern­ver­kehrs nach ei­nem Er­satz­fahr­plan, ab 9.00 Uhr gibt es auch im Re­gio­nal­ver­kehr ei­nen ein­ge­schränk­ten Fahr­plan", sag­te Bahn-Spre­cher Mat­thi­as Fran­ke am Mor­gen. Ziel sei es, trotz des Streiks so vie­le Rei­sen­de wie mög­lich ans Ziel zu brin­gen.

Der ei­gent­li­che Streik der Lok­füh­rer-Ge­werk­schaft GDL soll am Mitt­woch um 14.00 Uhr be­gin­nen bis 4.00 Uhr am Don­ners­tag­mor­gen dau­ern. Dann sol­len flä­chen­de­ckend die Zü­ge ste­hen blei­ben - im Fern- und Re­gio­nal­ver­kehr wie auch bei den S-Bah­nen.

Auch nach dem En­de des Streiks dürf­te es Zu­g­aus­fäl­le und Ver­spä­tun­gen ge­ben. "Wir wer­den Don­ners­tag­mor­gen so schnell wie mög­lich ver­su­chen, wie­der den Nor­mal­be­trieb auf­zu­neh­men", sag­te ein Bahn­spre­cher. Pend­ler soll­ten am Don­ners­tag­mor­gen aber mehr Zeit ein­pla­nen, um recht­zei­tig an den Ar­beits­platz zu kom­men. Auch der Gü­ter­ver­kehr ist von dem Aus­stand be­trof­fen.

Ob wei­te­re Streiks even­tu­ell am Wo­chen­en­de dro­hen, woll­te GDL-Chef Claus We­sels­ky nicht sa­gen. "Wir kün­di­gen je­de Ar­beits­kampf­maß­nah­me recht­zei­tig an", sag­te We­sels­ky dem "Ta­ges­spie­gel" (Mitt­woch). Er ver­trat zu­dem die An­sicht, die GDL ha­be die Fahr­gäs­te der Bahn recht­zei­tig vor den Streiks. "Am Vor­abend 18 Uhr ist recht­zei­tig, wenn die Streiks um 14 Uhr be­gin­nen", sag­te er.

Die Bahn kri­ti­sier­te den Streik als völ­lig un­ver­ständ­lich. Die GDL will das Un­ter­neh­men da­mit im lau­fen­den Ta­rif­kon­flikt zu Zu­ge­ständ­nis­sen zwin­gen. Sie be­ton­te, ih­rer­seits zu Kom­pro­mis­sen be­reit zu sein. Die GDL ver­langt die Be­schäf­tig­ten fünf Pro­zent mehr Geld und zwei St­un­den we­ni­ger Wo­chen­ar­beits­zeit. Sie will zu­dem auch für das üb­ri­ge Zug­per­so­nal ver­han­deln.

Nach zwei Warn­streiks hat­ten die Lok­füh­rer in der Nacht zum ver­gan­ge­nen Mitt­woch für neun St­un­den zum ers­ten Mal in die­ser Ta­rif­run­de re­gu­lär ge­streikt - be­wirkt hat es nichts. Zwi­schen Un­ter­neh­men und Ge­werk­schaft herrscht Funk­stil­le. Bei­de Sei­ten wer­fen sich ge­gen­sei­tig vor, Ver­hand­lun­gen zu be­hin­dern.

Die Bahn will ver­hin­dern, dass die Lok­füh­rer­ge­werk­schaft auch für Zug­be­glei­ter, Bord­gas­tro­no­men und Dis­po­nen­ten ver­han­delt und so in Kon­kur­renz zur Ei­sen­bahn- und Ver­kehrs­ge­werk­schaft tritt. Das Un­ter­neh­men fürch­tet kon­kur­rie­ren­de Ta­rif­ver­trä­ge. Es ver­weist dar­auf, dass es schon meh­re­re An­ge­bo­te ge­macht ha­be.

We­sels­ky wirft der Bahn je­doch vor, in­halt­li­che Ta­rif­ver­hand­lun­gen zu ver­wei­gern. "Die DB ver­langt von uns tat­säch­lich, dass wir die Fü­ße still­hal­ten, bis wir ge­setz­lich ab­ge­schafft wer­den", sag­te We­sels­ky, der ein Ge­setz zur Ta­rif­ein­heit fürch­tet, das die Bun­des­re­gie­rung plant. "Wir ha­ben kei­ne an­de­re Mög­lich­keit, als mit Ar­beits­kampf­maß­nah­men Druck zu ma­chen", sag­te er.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 2. Juli 2015

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