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Luft­han­sa-Flug­be­glei­ter sa­gen ge­plan­ten Som­mer-Streik doch noch ab

We­ni­ge St­un­den vor Ab­lauf ei­nes Ul­ti­ma­tums hat die Ge­werk­schaft Ufo ei­nen Aus­stand des Bord­per­so­nals bei Luft­han­sa ab­ge­sagt: Statt ei­ner quä­len­den Streik­se­rie in den Som­mer­fe­ri­en gibt es neue Ver­hand­lun­gen

01.07.2015. (dpa) - Pas­sa­gie­re der Luft­han­sa kön­nen vor­erst auf­at­men: Die Flug­be­glei­ter ha­ben ih­ren für Mitt­woch ge­plan­ten Streik in letz­ter Mi­nu­te ab­ge­sagt.

Grund ist ein ver­bes­ser­tes An­ge­bot des Un­ter­neh­mens zu den künf­ti­gen Be­triebs- und Über­gangs­ren­ten der rund 19 000 Ste­wards und Ste­war­des­sen bei der Kern­ge­sell­schaft Luft­han­sa.

Die Ge­werk­schaft Ufo wird nun nach den Wor­ten ih­res Vor­sit­zen­den Ni­coley Baublies in wei­te­re Ge­sprä­che ein­tre­ten, "um zu gu­cken, wie wir das Gan­ze ver­tieft krie­gen".

Für die Dau­er die­ser Ge­sprä­che in der ers­ten Ju­li-Hälf­te ver­zich­tet Ufo auf Streiks. Wenn sie nicht er­folg­reich ver­lie­fen, "dann kann es da­nach auch tat­säch­lich wie­der zu Ar­beits­kämp­fen kom­men", sag­te Baublies. Ur­sprüng­lich hat­te Ufo nach der ge­schei­ter­ten Sch­lich­tung mit ei­ner Streik­se­rie ab Mitt­woch bis zum 16. Sep­tem­ber ge­droht.

Die Luft­han­sa be­grüß­te nach der nächt­li­chen Son­die­rung un­ter Be­tei­li­gung von Vor­stands­chef Cars­ten Sp­ohr die Rück­kehr der Flug­be­glei­ter an den Ver­hand­lungs­tisch. Das An­ge­bot se­he vor, dass Luft­han­sa auch neu­en Mit­ar­bei­tern ei­ne Über­gangs­ver­sor­gung be­zahlt, wenn sie ab 55 Jah­ren in den Vor­ru­he­stand ge­hen wol­len.

Zur Be­rech­nung des künf­ti­gen Ar­beit­ge­ber­an­teils auch der Be­triebs­ren­ten ge­he man von ei­ner rea­lis­ti­schen Ver­zin­sung der Bei­trä­ge von 5,5 Pro­zent aus, mit de­nen dann das heu­ti­ge Ni­veau er­reicht wer­den kön­ne. Die Be­schäf­tig­ten soll­ten dar­über hin­aus Ei­gen­leis­tun­gen ein­brin­gen kön­nen.

Die Zah­lun­gen für die neu­en Mit­ar­bei­ter sol­len zu­nächst auf zehn Jah­re be­grenzt und dann über­prüft wer­den, er­läu­ter­te die Luft­han­sa. Nicht ge­nutz­te Über­gangs­ren­ten könn­ten zu­dem an­ders als bis­lang auf die spä­ter fäl­li­gen Be­triebs­ren­ten der Mit­ar­bei­ter an­ge­rech­net wer­den. Für das Un­ter­neh­men ist es aus bi­lanz­tech­ni­schen Grün­den wich­tig, dass es künf­tig nur noch fest­ge­schrie­be­ne Bei­trä­ge leis­tet, nicht aber für die Hö­he der Ren­ten ga­ran­tie­ren muss wie bis­lang.

"Luft­han­sa ist uns in al­len wich­ti­gen Punk­ten so weit ent­ge­gen­ge­kom­men, dass ein sol­cher Wie­der­ein­stieg in un­se­ren Au­gen rich­tig ist", teil­te Ufo nach der Ei­ni­gung in der Nacht mit. Nach ei­ner ge­mein­sa­men Ver­laut­ba­rung an die Be­leg­schaft hat Luft­han­sa zu­dem zu­ge­sagt, das The­ma der so­ge­nann­ten Nach­wir­kung "nicht mehr zu stra­pa­zie­ren". Hier geht es um die bis­lang von Luft­han­sa be­strit­te­ne Fra­ge, ob die zum Jah­res­en­de 2013 ge­kün­dig­ten Ta­rif­ver­trä­ge "nach­wir­ken" und da­mit bis zu ei­ner Neu­re­ge­lung gül­tig blei­ben.

Mit dem par­al­le­len Ta­rif­streit zwi­schen Luft­han­sa und der Pi­lo­ten­ge­werk­schaft Ver­ei­ni­gung Cock­pit hat der Ka­bi­nen­kon­flikt un­mit­tel­bar nichts zu tun - aber auch bei den Pi­lo­ten geht es um Ren­ten­fra­gen. Im Som­mer 2012 hat­te die Ge­werk­schaft Ufo den ers­ten Flug­be­glei­ter-Streik in der Ge­schich­te der Luft­han­sa or­ga­ni­siert und an drei Ta­gen zu­sam­men rund 1500 Flü­ge aus­fal­len las­sen.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 12. April 2016

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