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Luft­han­sa lehnt Ge­samt­schlich­tung ab - Pi­lo­ten­streiks wie­der mög­lich

Pas­sa­gie­re der Luft­han­sa müs­sen sich auf wei­te­re Pi­lo­ten­streiks ein­stel­len: Das Un­ter­neh­men lehnt ei­ne Ge­samt­schlich­tung mit der Ge­werk­schaft ab, ei­ne ra­sche Ei­ni­gung rückt in wei­te Fer­ne

20.12.2014. (dpa) - Im Ta­rif­kon­flikt bei der Luft­han­sa ste­hen die Zei­chen wie­der auf Ar­beits­kampf.

Eu­ro­pas größ­te Flug­ge­sell­schaft lehnt den Vor­schlag der Ge­werk­schaft Ver­ei­ni­gung Cock­pit (VC) ab, al­le strit­ti­gen The­men in ei­ner Ge­samt­schlich­tung zu klä­ren, wie die Luft­han­sa am Frei­tag in Frank­furt er­klär­te.

Die Ge­werk­schaft re­agier­te ent­täuscht. Ein VC-Spre­cher sag­te der Deut­schen Pres­se-Agen­tur: "An den Weih­nachts­fei­er­ta­gen vom 24. bis 26. De­zem­ber sind Streiks aus­ge­schlos­sen. Al­les an­de­re las­sen wir of­fen." Da­mit könn­ten die Pi­lo­ten noch vor den Fei­er­ta­gen er­neut in den Aus­stand tre­ten. Al­ler­dings will die VC laut ei­nem Schrei­ben an die Mit­glie­der erst bei ei­ner Klau­sur­ta­gung An­fang Ja­nu­ar über das wei­te­re Vor­ge­hen be­ra­ten.

Die Luft­han­sa rech­net da­her nicht vor An­fang Ja­nu­ar mit ei­nem neu­en Aus­stand der Pi­lo­ten. "Es ist si­cher nicht schlecht, wenn sich nach an­stren­gen­den Ge­sprä­chen die Ge­mü­ter erst ein­mal be­ru­hi­gen", sag­te ein Ver­hand­lungs­ver­tre­ter des Kon­zerns am Frei­tag in ei­ner Te­le­fon­kon­fe­renz.

Knack­punkt des Streits ist das neue Bil­lig­kon­zept "Wings", bei dem sich die Luft­han­sa nicht der Ver­mitt­lung ei­nes Sch­lich­ters un­ter­wer­fen will. Die Luft­han­sa bie­tet der VC nun zwei par­al­le­le Sch­lich­tungs­ver­fah­ren an. Dar­in soll es ei­ner­seits um die Al­ters- und Über­gangs­ver­sor­gung ge­hen und an­de­rer­seits um die Ver­gü­tung, den Man­tel­ta­rif­ver­trag, die Rech­te der Per­so­nal­ver­tre­tung so­wie die in­ter­nen För­der- und Wech­sel­be­din­gun­gen für die Pi­lo­ten der Mar­ken Luft­han­sa, Luft­han­sa Car­go und Ger­manwings.

Die Luft­han­sa sieht in dem ge­plan­ten Auf­bau des Bil­lig­an­ge­bots un­ter der Mar­ke Eu­ro­wings ei­ne un­ter­neh­me­ri­sche Ent­schei­dung, die nicht ta­rif­ver­trag­lich ge­re­gelt wer­den kön­ne. "Wir sind be­reit, über "Wings" zu re­den", sag­te der Ver­hand­lungs­ver­tre­ter. Die VC kön­ne da­bei auch über die Ver­gü­tungs­be­din­gun­gen ver­han­deln, zu de­nen Eu­ro­wings-Pi­lo­ten an deut­schen Stand­or­ten ar­bei­ten soll­ten. Künf­ti­ge Eu­ro­wings-Stand­or­te im Aus­land fie­len je­doch nicht in die Zu­stän­dig­keit ei­ner deut­schen Ge­werk­schaft, ar­gu­men­tiert die Luft­han­sa.

Mit der Toch­ter Eu­ro­wings will Luft­han­sa-Chef Cars­ten Sp­ohr Bil­lig­flie­gern wie Rya­n­air Pa­ro­li bie­ten und auch auf der Lang­stre­cke Bil­lig­flü­ge an­bie­ten. Die VC lehnt das Kon­zept ab, weil dort Pi­lo­ten ein­ge­setzt wer­den sol­len, die au­ßer­halb des Kon­zern­ta­rif­ver­trags an­ge­stellt sind und deut­lich we­ni­ger ver­die­nen als die Kol­le­gen in den Kra­nich­flie­gern. Die Ge­werk­schaft will bei der Be­set­zung der Cock­pits und der Be­zah­lung der Pi­lo­ten mit­re­den.

Die VC be­zeich­ne­te ih­ren ei­ge­nen Vor­schlag am Frei­tag als Ver­such, die Si­tua­ti­on ins­ge­samt zu be­frie­den. "Wir fürch­ten, oh­ne Ge­samt­schlich­tung von ei­nem Kon­flikt in den nächs­ten zu schlit­tern." VC neh­me zur Kennt­nis, dass sich die Luft­han­sa dem ver­wei­ge­re.

Seit April ha­ben die Luft­han­sa-Pi­lo­ten in bis­her zehn Streik­wel­len ge­gen Ein­schnit­te bei der Über­gangs­ver­sor­gung ge­kämpft. Bis­her kön­nen sie dank der Re­ge­lung ab dem 55. Le­bens­jahr in Früh­ren­te ge­hen. In­di­rekt ging es bei dem Ar­beits­kampf aber im­mer mehr auch um die Bil­lig­plä­ne. Nach jüngs­ten Aus­sa­gen dürf­ten die Streiks die Luft­han­sa in die­sem Jahr be­reits rund 200 Mil­lio­nen Eu­ro Ge­winn ge­kos­tet ha­ben.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 11. April 2016

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