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«Job-Gip­fel» statt Streiks - Luft­han­sa lädt Ge­werk­schaf­ten ein

Die Luft­han­sa hat sich in ih­ren Ver­hand­lun­gen mit drei Ge­werk­schaf­ten fest­ge­fah­ren: Nach 14 Streiks der Pi­lo­ten und der Flug­be­glei­ter ver­sucht das Ma­nage­ment nun, die Be­tei­lig­ten an ei­nen Tisch zu ho­len

20.11.2015. (dpa) - Nach dem hef­tigs­ten Streik in ih­rer Ge­schich­te ver­sucht die Luft­han­sa, mit ih­ren Ge­werk­schaf­ten wie­der ins Ge­spräch zu kom­men. Der Un­ter­neh­mens­vor­stand hat die Ge­werk­schaf­ten Ver­di, Ufo und Ver­ei­ni­gung Cock­pit zu ei­nem «Job-Gip­fel» ein­ge­la­den, bei dem es um die The­men Ver­sor­gung, Ar­beits­platz­per­spek­ti­ven und Ar­beits­platz­si­cher­heit ge­hen soll. Das Ge­spräch mit dem ge­sam­ten Vor­stand kön­ne im An­schluss an die Auf­sichts­rats­sit­zung vom 2. De­zem­ber statt­fin­den, er­klär­te das Un­ter­neh­men am Don­ners­tag.

Die Re­ak­ti­on der Ge­werk­schaf­ten fiel un­ter­schied­lich aus. Ufo und die Pi­lo­ten­ge­werk­schaft VC mo­nier­ten, dass sie zu­nächst über die Pres­se von dem Vor­schlag ge­hört hät­ten. «Wenn uns et­was vor­liegt, wer­den wir dar­über ent­schei­den», sag­te ein VC-Spre­cher.

Man müs­se um­fas­send über sämt­li­che Pro­ble­me des Un­ter­neh­mens spre­chen, mein­te Ufo-Chef Ni­coley Baublies, der in der ver­gan­ge­nen Wo­che den sie­ben­tä­gi­gen Streik der Flug­be­glei­ter an­ge­führt hat­te. Der Vor­stand sei ge­ra­de da­bei, den Kon­zern und die Un­ter­neh­mens­kul­tur zu zer­stö­ren. Ei­ne ein­ge­eng­te Ta­ges­ord­nung las­se er sich da­her nicht vor­schrei­ben. «Wir las­sen uns nicht auf be­stimm­te The­men vor­fest­le­gen.» Denn das hie­ße, dass über den Rest nicht ge­spro­chen wer­den kön­ne.

Ein sol­ches Zu­sam­men­tref­fen sei «längst über­fäl­lig», er­klär­te hin­ge­gen Ver­di-Bun­des­vor­stands­mit­glied Chris­ti­ne Beh­le. Die Vi­ze-Vor­sit­zen­de des Luft­han­sa-Auf­sichts­ra­tes hat­te ei­nen Run­den Tisch zur Fra­ge der Be­triebs­ren­ten selbst ins Ge­spräch ge­bracht. Es müs­se dar­um ge­hen, die Pro­ble­me der Luft­han­sa und de­ren Be­deu­tung für die Be­schäf­tig­ten zu ana­ly­sie­ren und ge­mein­sa­me Lö­sun­gen zu be­ra­ten. «In den letz­ten Jah­ren gab es ein­sa­me Un­ter­neh­mens­ent­schei­dun­gen, da­bei sind die Be­schäf­tig­ten nicht mit­ge­nom­men wor­den. (...) Wer ei­nen Kon­zern­um­bau in­iti­iert, muss die Be­schäf­tig­ten mit­neh­men», er­klär­te die Ge­werk­schaf­te­rin.

Luft­han­sa-Chef Cars­ten Sp­ohr treibt ei­nen grund­le­gen­den Um­bau des Luft­ver­kehrs­kon­zerns vor­an, was un­ter an­de­rem ei­nen schnel­len Aus­bau der Bil­lig­platt­form Eu­ro­wings be­inhal­tet. Spa­ren will er un­ter an­de­rem bei den Be­schäf­tig­ten der zu­letzt schrump­fen­den Kern­ge­sell­schaft Luft­han­sa. Der Kon­zern hat da­her un­ter an­de­rem die Ta­rif­ver­trä­ge zu den Be­triebs- und Über­gangs­ren­ten ge­kün­digt. In ge­trenn­ten Ver­hand­lun­gen zu den ver­schie­de­nen Be­rufs­grup­pen ist es mit kei­ner der drei Ge­werk­schaf­ten bis­lang zu ei­nem Ab­schluss ge­kom­men. Statt­des­sen ha­ben die Pi­lo­ten be­reits 13 Mal ge­streikt und die Flug­be­glei­ter ei­ne gan­ze Wo­che lang.

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Letzte Überarbeitung: 1. Juli 2016

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