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Maß­nah­men ge­gen Lang­zeit­ar­beits­lo­sig­keit

Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­rin An­drea Nah­les und der Chef der Bun­des­agen­tur für Ar­beit, Det­lef Schee­le spre­chen sich für staat­lich ge­för­der­te Jobs für Lang­zeit­ar­beits­lo­se aus.

04.05.2017. (dpa/wie) - In Deutsch­land gibt es knapp ei­ne Mil­li­on Lang­zeit­ar­beits­lo­se, die bei dem der­zei­ti­gen Auf­schwung des Ar­beits­mark­tes au­ßen vor ge­las­sen wer­den.

In Nord­rhein-West­fa­len gibt es be­reits öf­fent­lich ge­för­der­te Jobs, die die­sen schwer ver­mit­tel­ba­ren, oft­mals ge­sund­heit­lich ein­ge­schränk­ten Men­schen die Mög­lich­keit auf ein ge­re­gel­tes Ar­beits­le­ben bie­ten sol­len.

Laut dem neu­en Chef der Bun­des­agen­tur für Ar­beit, Det­lef Schee­le, soll die­ses Kon­zept in der ge­sam­ten Bun­des­re­pu­blik ver­brei­tet wer­den. "Wenn man es ernst meint und sich auch um Be­völ­ke­rungs­krei­se küm­mern will, die ob­jek­tiv kei­nen Zu­gang zum Ar­beits­markt ha­ben, oh­ne Aus­bil­dung sind, Äl­te­re, mög­li­cher­wei­se mit ge­sund­heit­li­chen und an­de­ren Ein­schrän­kun­gen, da muss man et­was tun", so Schee­le.

Im Fal­le ei­nes Sie­ges bei der Bun­des­tags­wahl plant Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­rin An­drea Nah­les ein sol­ches Pro­gramm, um mit ho­hen Lohn­zu­schüs­sen Lang­zeit­ar­beits­lo­se ins Er­werbs­le­ben zu in­te­grie­ren.

An­fangs sol­len ca. 100.000 Ar­beits­lo­se da­von pro­fi­tie­ren, die acht Jah­re oder län­ger Leis­tun­gen be­zo­gen ha­ben. Der Staat wür­de die Lohn­kos­ten für ei­nen ge­wis­sen Zeit­raum über­neh­men, wo­bei die Zu­schüs­se über ei­nen Zeit­raum von bis zu fünf Jah­ren nach und nach ver­rin­gert wer­den.

Pe­ter Kup­ka vom In­sti­tut für Ar­beits­markt- und Be­rufs­for­schung (IAB) ist der Mei­nung, dass die­se Maß­nah­men für ei­ne be­stimm­te "eng de­fi­nier­te" Grup­pe von Lang­zeit­ar­beits­lo­sen sinn­voll sei­en könn­te. "Die sind nicht nur schwer ver­mit­tel­bar, son­dern bei ih­nen ist ab­seh­bar die Chan­ce, dass sie in ein re­gu­lä­res Ar­beits­ver­hält­nis kom­men, nicht ge­ge­ben.", er­klärt Kup­ka.

Dem IAB zu­fol­ge han­delt es sich hier­bei um ei­nen "So­zia­len Ar­beits­markt", von dem et­wa 100.000 bis 200.000 Lang­zeit­ar­beits­lo­se pro­fi­tie­ren könn­ten.

Kri­tisch wird die­se Idee von Karl Bren­ke vom Deut­schen In­sti­tut für Wirt­schafts­for­schung ge­se­hen. Er sieht die Ge­fahr dar­in, die Ar­beits­lo­sen durch die­se Pro­gram­me in Si­cher­heit zu wie­gen, wo­durch die­se die Job­su­che im An­schluss we­ni­ger en­ga­giert an­ge­hen wür­den. "Nach Aus­lau­fen sol­cher Maß­nah­men ist das Pro­blem um­so grö­ßer und man ist um­so län­ger dem re­gu­lä­ren Ar­beits­markt ent­zo­gen", warnt Bren­ke. Des­halb sei­en öf­fent­lich ge­för­der­te Jobs nur in be­son­de­ren Pro­blem­fäl­len sinn­voll und auch nur, wenn sie von ei­ner ak­ti­ven Ar­beits­su­che be­glei­tet wür­den.

Der Deut­sche Ge­werk­schafts­bund (DGB) sprach sich un­ter­des­sen für ein sol­ches Sys­tem aus. "Man kann die­sen Men­schen nicht ewig vor­gau­keln, dass sie ir­gend­wann wie­der Ar­beit fin­den.", so Jo­han­nes Ja­kob vom Bun­des­vor­stand des DGB.


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Letzte Überarbeitung: 1. Juni 2017

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