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Mehr Ganz­tag und Be­treu­ung: Bay­ern will fa­mi­li­en­freund­li­cher wer­den

Ar­bei­ten­de El­tern ha­ben am Nach­mit­tag oft ein Be­treu­ungs­pro­blem. Dies hat nun auch die CSU er­kannt und möch­te mit der fi­nan­zi­el­len Un­ter­stüt­zung aus Ber­lin ei­ni­ges än­dern.
Mutter, Vater und Kind, Familie, Elternzeit, Elterngeld

29.12.2017. (dpa/eis) - In Bay­ern soll die Kin­der­be­treu­ung 2018 deut­lich um- und aus­ge­baut wer­den.

Das kün­dig­te die So­zi­al- und Fa­mi­li­en­mi­nis­te­rin Emi­lia Mül­ler (CSU) am Don­ners­tag an.

So sol­len bis 2023 im Frei­staat 30.000 zu­sätz­li­che Be­treu­ungs­plät­ze für Kin­der bis sechs Jah­ren ge­schaf­fen wer­den.

Au­ßer­dem for­dert die CSU an­ders al frü­her nun auch ei­nen Rechts­an­spruch auf ei­ne Ganz­tags­be­treu­ung für Grund­schü­ler.

„Wenn der Rechts­an­spruch kommt, ist na­tür­lich auch der Bund in der Pflicht zur Mit­fi­nan­zie­rung“, so Mül­ler. Für die Fa­mi­li­en soll durch ei­ne bes­se­re Kin­der­be­treu­ung mehr Pla­nungs­si­cher­heit ge­ge­ben wer­den. Mo­men­tan sei­en et­wa 53 Pro­zent der 6- bis 10-Jäh­ri­gen in ei­ner ganz­tä­gi­gen Be­treu­ung. 19,1 Pro­zent von ih­nen sei­en in Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen und in der Ta­ges­pfle­ge, 20,3 Pro­zent in schu­li­scher Mit­tags­be­treu­ung so­wie 13,1 Pro­zent in Ganz­tags­schu­len.

In Bay­ern ge­be es ins­ge­samt cir­ca 453.000 Be­treu­ungs­plät­ze für Kin­der bis zum Schul­ein­tritt. Mül­ler sag­te, dass der Frei­staat die Kom­mu­nen bei dem Aus­bau mas­siv un­ter­stüt­zen wer­de. „Den Kom­mu­nen sol­len da­bei bis zu 85 Pro­zent der Kos­ten er­stat­tet wer­den. Das ist ein­ma­lig in Deutsch­land“. Bis zum Jah­res­wech­sel sei­en be­reits Bau­pro­jek­te ge­neh­migt wor­den, die 7.000 neue Be­treu­ungs­plät­ze schaf­fen.

Das Geld für den Aus­bau der Kin­der­be­treu­ung stammt teil­wei­se aus Bun­des­mit­teln. Bay­ern be­kommt da­von fast 180 Mil­lio­nen Eu­ro. Im bun­des­wei­ten Ver­gleich be­legt Bay­ern bei der Kin­der­be­treu­ung meist ei­nen der letz­ten Rän­ge. Laut Mül­ler ge­he der be­darfs­ge­rech­te Aus­bau in Bay­ern wei­ter.

Im Hin­blick auf die im Ja­nu­ar be­gin­nen­den Son­die­run­gen von Uni­on und SPD be­ton­te Mül­ler die For­de­rung der CSU nach ei­ner Er­hö­hung des Kin­der­gel­des und hö­he­ren Kin­der­frei­be­trä­gen so­wie die Ver­bes­se­rung des Kin­der­zu­schlags. Au­ßer­dem sprach sie sich für die Ein­füh­rung ei­nes so­ge­nann­ten Bau­kin­der­gel­des und die Ab­si­che­rung der Kin­der­rech­te im Grund­ge­setz aus. Zu­dem wol­le sich die CSU auch für die Er­wei­te­rung der Müt­ter­ren­te und für wei­te­re Ver­bes­se­run­gen bei den Er­werbs­min­de­rungs­ren­ten ein­set­zen.

Die SPD im Land­tag sieht die Schuld der Pro­ble­me bei der Kin­der­be­treu­ung bei der CSU selbst. „Wä­re man – wie von uns seit Jah­re ge­for­dert – früh­zei­tig tä­tig ge­wor­den, müss­te man jetzt nicht nach­bes­sern“, so die SPD-Fa­mi­li­en­ex­per­tin Do­ris Rau­scher. Die zu­sätz­li­chen 30.000 Plät­ze sei­en schon lan­ge über­fäl­lig und nur ein Fei­gen­blatt für die Ver­säum­nis­se der CSU.


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Letzte Überarbeitung: 20. Juli 2018

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