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Neue Mehr­heit im Bun­des­rat - 8,50 Eu­ro Min­dest­lohn be­schlos­sen

Ers­te Sit­zung des Bun­des­ra­tes mit neu­er Mehr­heit: SPD- und Grü­nen-Län­der drü­cken ei­nen Min­dest­lohn durch: Uni­on und FDP wol­len ihn im Bun­des­tag stop­pen - Wahl­kampf im Bun­des­rat

02.03.2013. (dpa) - Die von SPD und Grü­nen re­gier­ten Län­der ha­ben ih­re neue Mehr­heit im Bun­des­rat ge­nutzt und ei­nen flä­chen­de­cken­den ge­setz­li­chen Min­dest­lohn von 8,50 Eu­ro be­schlos­sen.

Auch das Saar­land und Meck­len­burg-Vor­pom­mern, die bei­de von gro­ßen Ko­ali­tio­nen re­giert wer­den, stimm­ten am Frei­tag für den An­trag aus Rhein­land-Pfalz.

Nun muss der Bun­des­tag über den An­trag ent­schei­den. Die Re­gie­rungs­ko­ali­ti­on von CDU/CSU und FDP kün­dig­te be­reits an, die Bun­des­rats-Initia­ti­ve mit ih­rer Mehr­heit dort wie­der zu kip­pen.

Die Ko­ali­ti­ons­par­tei­en leh­nen ei­nen ein­heit­li­chen Min­dest­lohn von 8,50 Eu­ro in der St­un­de ab, sind aber für nach Bran­chen und Re­gio­nen dif­fe­ren­zier­te Lohn­un­ter­gren­zen of­fen. Erst­mals seit rund 14 Jah­ren ver­fü­gen SPD, Grü­ne und Lin­ke nach dem jüngs­ten Re­gie­rungs­wech­sel in Nie­der­sach­sen wie­der über ei­ne ei­ge­ne Mehr­heit in der Län­der­kam­mer. In der De­bat­te wa­ren des­halb am Frei­tag - ent­ge­gen sons­ti­gen Ge­pflo­gen­hei­ten in der Län­der­kam­mer - deut­li­che Wahl­kampf­tö­ne zu hö­ren.

Hes­sens Re­gie­rungs­chef Vol­ker Bouf­fier (CDU) sag­te mit Blick auf die neue Mehr­heit: "Der Bun­des­rat wird heu­te zur Büh­ne ge­macht für die Bun­des­tags­wahl." Die SPD ha­be be­reits al­le wei­te­ren Initia­ti­ven bis zum Wahl­ter­min vor­be­rei­tet. Die rhein­land-pfäl­zi­sche Mi­nis­ter­prä­si­den­tin Ma­lu Drey­er (SPD) be­kräf­tig­te, gut 20 Pro­zent der Voll­zeit­be­schäf­tig­ten be­zö­gen in Deutsch­land ei­nen Nied­rig­lohn, und 2,5 Mil­lio­nen ver­dien­ten we­ni­ger als sechs Eu­ro. Es ge­he bei dem SPD-Vor­stoß auch um den Schutz der Un­ter­neh­men vor Lohn­dum­ping.

Meck­len­burg-Vor­pom­merns Mi­nis­ter­prä­si­dent Er­win Sel­le­ring (SPD) wies in­des den Vor­wurf zu­rück, ein flä­chen­de­cken­der Min­dest­lohn von 8,50 Eu­ro sei ein Ein­griff in die Ta­rif­au­to­no­mie. An die Adres­se von Uni­on und auch FDP sag­te er, die Ta­rif­au­to­no­mie kön­ne nicht als Aus­re­de ge­nutzt wer­den, um sich ei­ner sol­chen Lohn­un­ter­gren­ze zu ent­zie­hen. Dies wür­den die be­trof­fe­nen Men­schen nicht ak­zep­tie­ren.

Auch Thü­rin­gens Wirt­schafts­mi­nis­ter Mat­thi­as Mach­nig (SPD) un­ter­strich die Not­wen­dig­keit ei­nes flä­chen­de­cken­den Min­dest­lohns. Es ge­be in Thü­rin­gen heu­te fol­gen­de ta­rif­lich ver­ein­bar­te Lohn­un­ter­gren­zen: Fri­seur­hand­werk 3,18 Eu­ro, Flo­ris­tik 4,44 Eu­ro, Gar­ten­bau 5,93 Eu­ro, Bä­cker­hand­werk 6,26 Eu­ro, Flei­scher­hand­werk 5,50 Eu­ro. In Thü­rin­gen führt ei­ne CDU/SPD-Ko­ali­ti­on das Land. CDU-Mi­nis­ter­prä­si­den­tin Chris­ti­ne Lie­ber­knecht (CDU) lehn­te in ih­rer Re­de ei­ne Fest­le­gung der Lohn­un­ter­gren­ze ab und be­klag­te, dass SPD und Grü­ne ih­ren An­trag nicht in den Bun­des­rats­aus­schüs­sen be­ra­ten las­sen woll­ten.

Laut An­trag soll ei­ne beim Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­ri­um an­ge­sie­del­te, nicht wei­sungs­ge­bun­de­ne Kom­mis­si­on den Min­dest­lohn fest­set­zen. Das Gre­mi­um soll mit je drei Ver­tre­tern der Ar­beit­ge­ber- und der Ar­beit­neh­mer­sei­te so­wie drei wei­te­ren un­ab­hän­gi­gen Sach­ver­stän­di­gen aus der Wis­sen­schaft be­setzt wer­den. Die neun Mit­glie­der der "Min­dest­lohn­kom­mis­si­on" sol­len auf fünf Jah­re be­stellt wer­den.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 18. Dezember 2013

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