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Mer­kel ge­gen "Ar­beits­lo­sen­geld Q"

Bun­des­kanz­le­rin Mer­kel äu­ßer­te sich kri­tisch zu den Plä­nen der SPD, das Ar­beits­lo­sen­geld I auf bis zu 48 Mo­na­te im Rah­men von Wei­ter­bil­dun­gen zu ver­län­gern.

17.05.2017. (dpa/wie) - Die An­fang März vor­ge­stell­ten Agen­da-Kor­rek­tu­ren der SPD be­fass­ten sich mit der Ver­län­ge­rung des Ar­beits­lo­sen­gel­des I auf bis zu 48 Mo­na­te (wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 17/069 Ge­werk­schaf­ten lo­ben Schulz-Vor­stoß für län­ge­res Ar­beits­lo­sen­geld).

Je­der Ar­beits­lo­se, der ei­ne Qua­li­fi­zie­rungs­maß­nah­me macht, sol­le für die Dau­er der Maß­nah­me ein ver­län­ger­tes Ar­beits­lo­sen­geld er­hal­ten, das sog. Ar­beits­lo­sen­geld "Q" (Qua­li­fi­zie­rung). Die­ser Plan soll vor Al­lem äl­te­ren Ar­beits­lo­sen zu Gu­te kom­men. "Ge­ra­de bei den Äl­te­ren sind die Ängs­te be­son­ders groß, dass sie kei­ne zwei­te Chan­ce be­kom­men", er­klär­te Ar­beits­mi­nis­te­rin An­drea Nah­les.

Nach drei Mo­na­ten oh­ne Job sol­le man von der Bun­des­agen­tur für Ar­beit ein Wei­ter­bil­dungs­an­ge­bot er­hal­ten. Auch für jün­ge­re Ar­beits­su­chen­de sei ei­ne Wei­ter­qua­li­fi­zie­rung im di­gi­ta­len Zeit­al­ter wich­tig.

Für Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel ist dies der fal­sche An­satz­punkt. Auf ei­nem Kon­gress der CDU/CSU-Ar­beit­neh­mer­grup­pe im Bun­des­tag er­klär­te sie, dass es wich­ti­ger sei, Ar­beit­neh­mer durch be­trieb­li­che Maß­nah­men früh­zei­tig wei­ter­zu­bil­den und nicht erst, nach­dem sie ih­ren Ar­beits­platz ver­lo­ren ha­ben.

Mer­kel sprach, eben­so wie Nah­les, von der Not­wen­dig­keit, sich an die Di­gi­ta­li­sie­rung an­zu­pas­sen, wo­bei noch Stei­ge­rungs­po­ten­zi­al vor­han­den sei. "Es kann sein, dass wir an man­chen Stel­len schnel­ler wer­den müs­sen bei der Ent­wick­lung neu­er Be­rufs­bil­der, da sind wir nicht an je­der Stel­le über­zeu­gend", gab die Bun­des­kanz­le­rin zu.

Grund­sätz­lich sol­le Wei­ter­bil­dung "wo im­mer mög­lich" im Be­trieb statt­fin­den, be­ton­te Mer­kel. Auch der Chef der Ar­beit­neh­mer­grup­pe der CDU/CSU-Frak­ti­on, Pe­ter Weiß, kri­ti­sier­te das ALG "Q". "Zu kurz grei­fen Schein­lö­sun­gen, die bes­ten­falls als Brü­cke in Früh­ver­ren­tun­gen die­nen", mahn­te er. Ar­beit­ge­ber­prä­si­dent In­go Kra­mer hält das Vor­ha­ben eben­falls für ei­nen Weg in die Früh­ver­ren­tung und län­ge­re Ar­beits­lo­sig­keit.

Die Ar­beits­mi­nis­te­rin wehr­te sich ge­gen die­se Vor­wür­fe. "Ich wa­ge zu be­zwei­feln, ob man mit 62 noch ei­ne Um­schu­lung macht", ant­wor­te­te sie auf die Be­fürch­tun­gen.


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Letzte Überarbeitung: 17. Mai 2017

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