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Mer­kel hält ge­setz­li­che Ren­te al­lein nicht für aus­rei­chend

Mehr Äl­te­re, we­ni­ger Ein­zah­ler - ist die Ren­te noch si­cher? Die Kanz­le­rin war­tet aus­ge­rech­net zum 125. Ge­burts­tag der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung mit ei­ner er­nüch­tern­den Bot­schaft auf

03.12.2014. (dpa) - Die ge­setz­li­che Ren­te wird nach An­sicht von Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) in Zu­kunft für vie­le nicht rei­chen.

"Da­her bin ich über­zeugt, dass sich künf­tig nur durch ei­ne Mi­schung ge­setz­li­cher, be­trieb­li­cher und pri­va­ter Al­ters­vor­sor­ge ei­ne an­ge­mes­se­ne Ab­si­che­rung im Al­ter auf­bau­en lässt", sag­te Mer­kel am Diens­tag bei ei­nem Fest­akt zum 125-jäh­ri­gen Ju­bi­lä­um der Ren­ten­ver­si­che­rung in Ber­lin.

"Wir sind ge­for­dert, Al­ters­ar­mut vor­zu­beu­gen und da­für ge­eig­ne­te Lö­sun­gen zu ent­wi­ckeln", so Mer­kel. Der­zeit er­hiel­ten nur drei Pro­zent der Über-65-Jäh­ri­gen er­gän­zend Grund­si­che­rung. Es kom­me dar­auf an, dass die Al­ters­vor­sor­ge den Men­schen auch in Zu­kunft ein an­ge­mes­se­nes Aus­kom­men er­mög­li­che. An­ge­sichts der Her­aus­for­de­rung müs­se die Po­li­tik für Wei­chen­stel­lun­gen bei der Ren­te im­mer wie­der par­tei­über­grei­fen­den Kon­sens su­chen. Es gibt im­mer mehr Äl­te­re, aber künf­tig im­mer we­ni­ger Bei­trags­zah­ler.

An den an­we­sen­den ehe­ma­li­gen Ar­beits­mi­nis­ter Wal­ter Ries­ter (SPD) ge­rich­tet sag­te Mer­kel, die ge­för­der­te ka­pi­tal­ge­deck­te Zu­satz­vor­sor­ge ("Ries­ter-Ren­te") ste­he zwar bis­wei­len in der Kri­tik. "Ich bin aber über­zeugt, dass auch die­ser Schritt weg­wei­send war." Auch die Ren­ten­re­form 1989 des eben­falls im Pu­bli­kum ver­tre­te­nen Ex-Ar­beits­mi­nis­ters Nor­bert Blüm (CDU) wür­dig­te Mer­kel. Mit ihr soll­te die Ren­te an die de­mo­gra­fi­sche Ent­wick­lung an­ge­passt wer­den.

Heu­te do­mi­nie­ren bei Blüm - be­kannt für sei­nen Slo­gan "Die Ren­te ist si­cher" - bei dem The­ma die Sor­gen. "Wenn das Ren­ten­ni­veau wei­ter so sinkt wie in den letz­ten Jah­ren, dann kommt man in die Nä­he der So­zi­al­hil­fe, was die Ren­ten­ver­si­che­rung nicht nur um ih­ren gu­ten Ruf bringt, son­dern auch um ih­re so­zia­le Si­che­rungs­funk­ti­on", sag­te er der "Saar­brü­cker Zei­tung" (Diens­tag). Ein Sys­tem, aus dem man mit Bei­trä­gen nicht mehr be­kom­me als oh­ne, "er­le­digt sich von selbst".

Mer­kel be­kräf­tig­te das Ziel der schwarz-ro­ten Ko­ali­ti­on, bis En­de 2019 die Ost-West-Un­ter­schie­de im Ren­ten­recht zu über­win­den. Der­zeit ste­he die Ren­ten­ver­si­che­rung we­gen der gu­ten Ar­beits­markt­la­ge gut da. Für 2014 wird ei­ne Re­ser­ve von 33,5 Mil­li­ar­den Eu­ro er­war­tet. Durch ei­ne Sen­kung des Bei­trags­sat­zes um 0,2 Punk­te auf 18,7 Pro­zent wür­den die Bei­trags­zah­ler im nächs­ten Jahr mit über 2 Mil­li­ar­den Eu­ro ent­las­tet. Die Er­werbs­be­tei­li­gung Äl­te­rer sei stark ge­wach­sen - bei den Men­schen ab 60 seit 2000 um über 1,2 auf über 1,9 Mil­lio­nen.

"Den­noch ha­ben Äl­te­re noch im­mer ge­rin­ge­re Chan­cen als jün­ge­re, ei­ne Be­schäf­ti­gung zu fin­den", sag­te Mer­kel. Die Un­ter­neh­men müss­ten mehr da­zu über­ge­hen, äl­te­ren Ar­beit­neh­mern mit ih­rer Er­fah­rung ei­ne Chan­ce zu ge­ben. "Wer früh­zei­tig aus dem Be­trieb aus­schei­det, reißt Lü­cken, die im­mer schwie­ri­ger zu fül­len sind." Die Ko­ali­ti­on wol­le nach der­zeit an­dau­ern­den Ver­hand­lun­gen er­rei­chen, dass Ar­beit und Ren­te künf­tig noch bes­ser kom­bi­nier­bar sind.

Die Vor­sit­zen­de der Ren­ten­ver­si­che­rung Bund, An­ne­lie Bun­ten­bach vom Deut­schen Ge­werk­schafts­bund, be­zeich­ne­te es als Dau­er­auf­ga­be für Po­li­tik, Ren­ten­ver­si­che­rung und Selbst­ver­wal­tung, den Men­schen Si­cher­heit für ei­ne aus­rei­chen­de Ver­sor­gung nach dem Ar­beits­le­ben zu ge­ben.

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